Urlaubsbescheinigung vom Arbeitgeber: Vorlage & Antrag

Neuer Job, neues Glück – aber wie viel Urlaub nehmen Sie mit? Die Urlaubsbescheinigung vom Arbeitgeber ist essenziell, damit Ihr neuer Arbeitgeber weiß, wie viel Resturlaub Ihnen noch zusteht. Ohne diese Bescheinigung riskieren Sie, dass Urlaubsansprüche verloren gehen oder doppelt beansprucht werden. In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum das Dokument nach § 6 BUrlG Pflicht ist und was genau drinstehen muss – inklusive kostenloser Vorlage…

Urlaubsbescheinigung Arbeitgeber Vorlage Muster

Das Wichtigste in Kürze

  • Definition: Eine Urlaubsbescheinigung ist ein vom alten Arbeitgeber ausgestelltes Dokument über bereits gewährten oder abgegoltenen Urlaub im laufenden Kalenderjahr.
  • Anspruch: Arbeitnehmer haben einen gesetzlichen Anspruch auf diese Bescheinigung gemäß § 6 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG).
  • Zweck: Die Bescheinigung soll doppelte Urlaubsansprüche beim Jobwechsel verhindern.
  • Inhalt: Sie enthält alle Daten zur Beschäftigung, genommenen Urlaubstagen und Jahresanspruch.
  • Zeitpunkt: Ausgestellt wird sie bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses und auf Antrag.
  • Notwendigkeit: Ohne die Urlaubsbescheinigung kann der neue Arbeitgeber nicht genommenen Resturlaub verweigern.
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Urlaubsbescheinigung: Vorlage (kostenlos)

Die Urlaubsbescheinigung vom Arbeitgeber ist mehr als ein Formular. Sie dient als Nachweis über bereits gewährte oder abgegoltene Urlaubstage im laufenden Kalenderjahr. Besonders beim Arbeitgeberwechsel schützt sie vor Doppelansprüchen und sichert Ihre Erholungszeit. Zur ersten Orientierung finden Sie hier eine kostenlose Vorlage:

Urlaubsbescheinigung Muster

Unternehmen GmbH
Beispielstr. 1
12345 Musterdstadt

Max Muster
Musterstr. 1
12345 Musterdstadt

Datum [TT.MM.JJJJ]

Urlaubsbescheinigung gemäß § 6 BUrlG

Herr Muster, geboren am TT.MM.JJJJ, war in unserem Unternehmen vom TT.MM.JJJJ bis zum TT.MM.JJJJ in Vollzeitarbeit beschäftigt. Sein arbeitsvertraglicher Urlaubsanspruch betrug in unserem Unternehmen bei einer 5-Tage-Woche 30 Tage je Kalenderjahr.

Herr Muster hat bis zu seinem Ausscheiden am TT.MM.JJJJ von den für das Jahr JJJJ zustehenden Urlaubstagen bereits 20 Tage in natura erhalten und genommen.

Mit freundlichen Grüßen
(Unterschrift Arbeitgeber)

Download als PDF oder Word-Datei

Das Musterschreiben können Sie sich zusätzlich kostenlos als PDF oder Word-Datei herunterladen:

Ist eine Urlaubsbescheinigung Pflicht?

Gemäß § 6 BUrlG haben Arbeitnehmer bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses einen gesetzlichen Anspruch auf eine Urlaubsbescheinigung vom Arbeitgeber. Diese gibt Auskunft darüber, wie viel Jahresurlaub dem Arbeitnehmer zustand und wie viel davon im laufenden Kalenderjahr bereits genommen wurde. Die Bescheinigung soll verhindern, dass ein Arbeitnehmer Doppelansprüche erwirbt oder umgekehrt sein Anspruch auf Resturlaub beim neuen Arbeitgeber verfällt.

Wann brauche ich eine Urlaubsbescheinigung vom Arbeitgeber?

Eine Urlaubsbescheinigung sollten Sie immer in folgenden Fällen verlangen:

Was sind die Hauptgründe für eine Urlaubsbescheinigung?

  • Vermeidung von Doppelansprüchen
    Das Dokument soll verhindern, dass ein Arbeitnehmer bei zwei oder mehr Arbeitgebern im selben Jahr doppelt Urlaub nimmt.
  • Bestimmung des Resturlaubs
    Die Bescheinigung zeigt genau, wie viele Urlaubstage dem Arbeitnehmer noch zustehen, um eine korrekte Urlaubsplanung zu ermöglichen.
  • Rechtssicherheit
    Sie schafft Transparenz und vermeidet Diskussionen oder rechtliche Auseinandersetzungen über die Berechnung des Urlaubsanspruchs.

Kann der neue Arbeitgeber Urlaub ohne Urlaubsbescheinigung verweigern?

Solange Sie dem neuen Arbeitgeber keine Urlaubsbescheinigung vorlegen, kann dieser einen Urlaubsantrag mit Verweis auf die Mitwirkungspflicht des Mitarbeitenden ablehnen.

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Wie hoch ist mein Urlaubsanspruch nach Kündigung?

Entscheidend für die Berechnung Ihrer Resturlaubstage ist der Kündigungszeitpunkt: Wer in der ersten Jahreshälfte bis zum 30. Juni aus dem Unternehmen ausscheidet, hat Anspruch auf ein Zwölftel seines Jahresurlaubs für jeden vollen Monat Betriebszugehörigkeit im laufenden Jahr. Erst ab der zweiten Jahreshälfte (nach dem 30. Juni) wird der volle Jahresurlaubsanspruch erworben. Der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch pro Jahr beträgt laut § 3 BUrlG bei einer 6-Tage-Woche (inklusive Samstag) 24 Tagen pro Jahr, siehe Übersicht:

Arbeitstage

Urlaubsanspruch

6-Tage-Woche 24 Werktage
5-Tage-Woche 20 Werktage
4-Tage-Woche 16 Werktage
3-Tage-Woche 12 Werktage

Ein einfacher Trick zur Berechnung des gesetzlichen Urlaubsanspruchs: Multiplizieren Sie die Anzahl Ihrer Wochenarbeitstage mit 4. Auf diese Weise lässt sich auch der Urlaubsanspruch bei Teilzeitarbeit berechnen.

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Inhalt: Was muss in der Urlaubsbescheinigung stehen?

Folgende Angaben muss eine Urlaubsbescheinigung enthalten:

  1. Briefkopf mit Ausstellungsdatum
  2. Persönliche Angaben zum Arbeitnehmer (Name, Adresse, Geburtsdatum)
  3. Dauer der Beschäftigung
  4. Kalenderjahr, für das die Bescheinigung ausgestellt wird
  5. Höhe des arbeitsvertraglichen Urlaubsanspruchs
  6. Anzahl der im Kalenderjahr erworbenen und genommenen Urlaubstage
  7. Anzahl der finanziell abgegoltenen Urlaubstage

Wie kann ich die Urlaubsbescheinigung beantragen?

Für Arbeitnehmer besteht eine sogenannte Holschuld nach § 269 BGB: Sie müssen sich aktiv um die nötigen Arbeitspapiere im Falle eines Arbeitgeberwechsels kümmern. Das beinhaltet nicht nur das Arbeitszeugnis, sondern auch die Urlaubsbescheinigung. Für den Antrag selbst reicht eine kurze, formlose Anfrage – z.B. per E-Mail oder schriftlich an die Personalabteilung. Bitten Sie darin um eine Urlaubsbescheinigung über den bereits gewährten oder abgegoltenen Urlaub im laufenden Kalenderjahr. Wird die Urlaubsbescheinigung nicht automatisch ausgestellt, können Sie diese jederzeit nachträglich anfordern.

Beispielformulierung für den Antrag

  • „hiermit bitte ich Sie um die Ausstellung einer Urlaubsbescheinigung über meinen im laufenden Kalenderjahr bereits gewährten und abgegoltenen Urlaub. Ich benötige die Bescheinigung für meine Unterlagen beziehungsweise zur Vorlage bei meinem neuen Arbeitgeber. Bitte senden Sie mir die Urlaubsbescheinigung zeitnah per E-Mail oder Post zu.“

Was tun, wenn der Arbeitgeber keine Urlaubsbescheinigung ausstellt?

Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, Ihnen den bisher genommenen Urlaub schriftlich zu bescheinigen. Weigert sich der bisherige Arbeitgeber, das Dokument auszustellen, entsteht beim neuen Arbeitgeber eine Erkundigungspflicht: Er muss den Vorarbeitgeber kontaktieren, um den bereits gewährten Urlaub in Erfahrung zu bringen. Sofern der auch diese Auskunft verweigert, kann der neue Arbeitnehmer, gegen den Vorarbeitgeber juristische Schritte einleiten. Als Arbeitnehmer können Sie sogar Schadensersatz geltend machen, wenn der alte Arbeitgeber die Urlaubsbescheinigung zurückbehält – etwa, wenn dadurch Stornokosten für einen bereits gebuchten Urlaub entstanden sind.

Wer muss genommenen Urlaub beweisen?

Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts liegt die Beweislast beim Arbeitgeber. Er muss beweisen, dass Sie Urlaub tatsächlich genommen haben. Der Grund dafür ist, dass der Arbeitgeber die Urlaubstage verwaltet und dokumentiert. Behauptet der Chef, dass Sie bereits Urlaubstage verbraucht haben, muss er dies nachweisen – zum Beispiel durch genehmigte Urlaubsanträge, Einträge in einem Urlaubssystem oder entsprechende Aufzeichnungen in der Personalakte. Kann der Arbeitgeber nicht belegen, dass der Urlaub tatsächlich gewährt und genommen wurde, gilt er im Zweifel als nicht genommen. In diesem Fall können Sie entweder die noch offenen Urlaubstage abfeiern oder – wenn das Arbeitsverhältnis endet – eine Auszahlung fordern (sog. Urlaubsabgeltung).


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