Casual: Bedeutung, Mode, Tipps für Männer und Frauen

Nicht immer muss es ein Anzug mit Krawatte sein: Mit „Casual“ sind Sie oft genauso perfekt angezogen. Der Dresscode klingt einfach, sorgt aber regelmäßig für Unsicherheit und Fragen vor dem Kleiderschrank: Wie sieht Casual aus? Wie locker darf es zu unterschiedlichen Anlässen sein? Kann auch im Job ein Casual-Look getragen werden? Besonders verwirrend: Casual ist nicht ganz so zwanglos wie es klingt. Verschiedene Styles und Dresscodes ähneln sich zwar im Namen, unterscheiden sich aber deutlich im Look. Hier erfahren Sie, was „Casual“ in der Mode bedeutet, welche Variationen Sie kennen sollten und welche Casual-Styles und Looks für Männer und Frauen perfekt sind, um immer richtig angezogen zu sein…

Casual: Bedeutung, Mode, Tipps für Männer und Frauen

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Definition: Was bedeutet Casual?

Der Begriff „Casual“ als Beschreibung für einen Kleidungsstil stammt aus dem englischen und bedeutet wörtlich übersetzt „locker, leger, informell, lässig“ oder auch „zwanglos“. Im Vergleich zu anderen Styles und Looks ist Casual weniger streng, ist an weniger strikte Vorgaben gebunden und erlaubt es dem Träger, sich chic und trotzdem locker und bequem zu kleiden.

Als Casual wird im Sprachgebrauch vor allem Freizeitkleidung bezeichnet. Bei einem Dresscode geht es im Casual-Look weitaus weniger förmlich oder professionell zu. Anzug, Krawatte oder gar Fliege haben hier nichts zu suchen, stattdessen finden sich eher Jeans, T-Shirts, (Kapuzen-)Pullover und Sneaker. Teilweise wird ein Casual-Style auch als alltagstauglich bezeichnet. Die Mode ist nicht nur für den Job oder bestimmte Anlässe geeignet, sondern kann zu jeder Gelegenheit passend sein.

Allerdings sollten Sie immer den Kontext und das Umfeld betrachten, wenn von Casual die Rede ist. Soll heißen: Während Casual zu Hause oder unter Freunden Hoodie und Jogginghose bedeuten kann, besteht ein Casual-Outfit für den Job oder andere Anlässe eher aus guten Sneakern, einer schönen Jeans oder einer Baumwollhose und einem lockeren Hemd oder Polohemd. Für Frauen kann ein Casual-Look Röcke, leichte Kleider oder auch Stoffhosen und passende, lockere Oberteilen enthalten. Dabei muss es nicht immer eine Bluse sein, die für einen Casual Dresscode fast schon zu förmlich wirken kann. Ähnliches gilt, wenn Sie zu einer Feier eingeladen werden und der Gastgeber meint, dass alles ganz casual sei – die Jogginghose sollten Sie trotzdem besser im Schrank lassen und sich eher für einen lockeren, aber dennoch schicken und präsentablen Look entscheiden.

Casual ist schick, nicht schäbig

Ein leider weit verbreiteter Irrglaube lautet: Bei Casual geht alles. Durchgetretene Schuhe, löchrige Jeans, alte und schlabbrige T-Shirts und ein abgeranzter Kapuzenpullover – fertig ist der Casual Look? Nein! Richtig umgesetzt ist Casual ein schicker und lässiger Style und wirkt alles andere als schäbig oder schlecht angezogen. Natürlich darf es beim Casual gemütlicher sein und lockere Kleidungsstücke, in denen Sie sich wohlfühlen, gehören zum Stil dazu. Das ist allerdings möglich, ohne auf einen modischen und geschmackvollen Eindruck zu verzichten. Gerade kaputte und alte Kleidung hat wenig bis gar nichts mit Casual zu tun.

Das gilt auch für „gewollt kaputte“ Kleidung, wie sie häufig bei Jeanshosen im Used-, Distressed oder Ripped-Look zu sehen ist: Fransen, Löcher und Abschürfungen haben an hochwertiger Casual Kleidung nichts zu suchen.

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Casual: Wichtige Unterschiede in der Casual-Mode

Unter den Begriff Casual fallen verschiedene Formen und Variationen, die Sie bei der Wahl Ihrer Kleidung voneinander unterscheiden müssen. Tun Sie das nicht, laufen Sie Gefahr, entweder over- oder underdressed zu sein. Casual ist eben noch lange nicht gleich Casual. Um Ihnen dabei zu helfen, zu jeder Gelegenheit den perfekten Look zu tragen, erklären wir Ihnen die Unterschiede der verschiedenen Casual-Dresscodes und Styles:

Casual Wear

Als Casual Wear wird der lockere Stil bezeichnet, an den viele beim Thema Casual sofort denken. Jeans und bequeme Hosen, T-Shirts oder Pullover passen hier sehr gut zusammen, ab und an darf es auch ein Hemd sein. Casual Wear lässt sich als den Stil bezeichnen, den viele Menschen in der Freizeit tragen, abseits von Büro-Outfit und Dresscodes am Arbeitsplatz. Verwechseln Sie den Casual Wear aber bitte nicht mit der Leisure Wear. Diese steht für die gemütlichen Klamotten, auf die Sie sich nach einem anstrengenden Arbeitstag freuen, wenn Sie nach Hause kommen. Während Leisure Wear fast ausschließlich bequem und kuschelig sein soll, wenn Sie es sich zuhause auf der Couch gemütlich machen, ist der Casual Wear auch geeignet, um raus zu gehen, Freunde zu treffen oder Freizeitaktivitäten zu unternehmen.

Smart Casual

Soll es etwas professioneller und eleganter sein, kommt der Smart Casual Look zum Einsatz. Es handelt sich dabei um elegantere Freizeitkleidung, die für Männer beispielsweise aus einer Stoffhose und einem Hemd oder Polohemd bestehen kann. Schicke und gut geschnittene Jeans sind ebenfalls möglich, auf viel zu weite Schlabberhosen sollten Sie beim Smart Casual hingegen verzichten. Frauen können sowohl Hosen als auch Röcke mit passend abgestimmten Blusen oder Tops zu einem Smart Casual Look kombinieren. Ein Kleid kann aber ebenso als Smart Casual getragen werden.

Insgesamt zeigt sich der etwas elegantere Stil des Smart Casual auch in der Farbgestaltung, die vor allem auf dezente und gedeckte Farben setzt. Schwarz, Grautöne, dunkelblau oder andere dunkle Töne passen am besten und können durch farbliche Akzente und Highlights ergänzt werden. Mit dem Smart Casual Look sind Sie für viele Anlässe richtig gekleidet, die nicht allzu formell sind. Bei Messen und Vorträgen, aber auch Empfängen und beim Geschäftsessen nach Feierabend sind Sie – solange nichts anderes erwünscht ist – beim Smart Casual auf der sicheren Seite.

Business Casual

Noch ein wenig gehobener ist der sogenannte Business Casual Look, auch wenn es nicht immer ganz eindeutig zuzuordnen ist, wo Smart Casual aufhört und Business Casual beginnt. In vielen Bereichen sind die beiden Dresscodes sehr ähnlich und unterscheiden sich eher durch Feinheiten. So ist beim Business Casual für Herren der klassische Anzug eine Option, wobei Sie aber auf eine Krawatte verzichten können. Möglich ist auch ein hochwertiger Strickpullover (Kaschmir oder Merinowolle) oder – wenn Sie auf ein Jacket oder Sakko verzichten wollen – auch ein schönes Hemd. Mit einer passenden Stoff- oder Anzughose sowie eleganten Schuhen runden Männer den Business Casual Look ab.

Für Damen beinhaltet Business Casual zahlreiche Optionen. Zu Oberteilen wie Blusen und Pullovern können Röcke oder Stoffhosen getragen werden, auch Blazer können gut in den Look passen. Bei den Schuhen sollte ein nicht zu hoher Absatz gewählt werden, passend sind beispielsweise Sandaletten oder Peeptoes.

Casual Chic

Um die Verwirrung vollkommen zu machen, taucht außerdem immer mal wieder der Begriff „Casual Chic“ auf – was ist nun damit gemeint? Nun, einschlägige Modeseiten und Blogs beschreiben diesen Stil wahlweise als Kompromiss oder Spagat zwischen dem im Berufsalltag oft förmlichen und in der Freizeit recht bequemen Kleidungsstil. Spagat deshalb, weil aus beiden Stilen ein Kleidungsstück gewählt und miteinander kombiniert wird. Also beispielsweise die Bluejeans mit dem Blazer. Ziel ist es, die Lässigkeit um Eleganz und Seriosität zu ergänzen – im Endeffekt entsteht so oft ein sportlicher Look.

Mit Blick auf die Materialien bleibt alles wie gehabt: Hochwertige Naturfasern und natürliche Materialien vor Plastik und Polyester. Also Baumwolle, Leinen, Seide, Wolle oder Kaschmir. Hosen und Röcke können auch aus Leder sein. Dieser sonst untypische Materialmix gestattet wiederum elegantes Schuhwerk in Form von Highheels für Frauen. Ganz ähnlich gilt für den Herrn eine Kombi aus Basic-T-Shirts (weiß, schwarz oder grau) und dazu eine schicke Jeans oder Leinenhose, kombiniert mit einem Sakko.

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Casual Style: Dos und Don’ts für Männer und Frauen

Casual vermeidet Extreme in beide Richtungen: Zu leger gekleidet wirkt tendenziell nachlässig, zu elegant gekleidet wirkt overdressed. Die Balance zu treffen, ist nicht ganz einfach, daher hier eine Übersicht der tragbaren Kleidungsstücke und solcher, die Sie besser meiden.

Kleidungsstücke, sich für Frauen eignen

  • Oberteil
    T-Shirt, lockere Bluse. Ergänzend je nach Temperatur: farblich passender Blazer. Auch Tops sind im Casual Look möglich.
  • Unterteil
    Rock (etwa Knielänge), Sommerkleid, Stoffhose oder (schicke) Jeans.
  • Farbe
    Leicht gemusterte oder unifarbene Kleidungsstücke, Jeanshosen in schwarz oder dunkelblau. Nie unterschiedliche Muster kombinieren; Kleidung farblich aufeinander abstimmen.
  • Schuhe
    Pumps, Ballerinas, Sandaletten, Halbschuhe.
  • Accessoires
    Wenig Schmuck, dezentes Make-up, unaufdringliches Parfum, ordentliche Frisur und gegebenenfalls eine Feinstrumpfhose runden den Casual Style ab.
  • Materialien
    Hochwertige Materialien aus natürlichen Fasern wie Seide, Baumwolle, Viskose, Leinen. Sie haben den Vorteil, dass sie atmungsaktiv sind und Geruchsbildung (gerade im Sommer ein Problem) vorbeugen. Im Winter ergänzende Feinstrickjacken, Schals oder Pullover aus Merinowolle oder Kaschmir.

Das bitte nicht tragen

  • Kleidung mit wilden Mustern oder Neonfarben, mit auffälligen Verzierungen, Schleifen oder Rüschen versehene Kleidungsstücke.
  • Zu enge Kleidung, unter der sich alles abzeichnet, tief ausgeschnittene, durchsichtige oder bauchfreie Oberteile.
  • So wie alles, das zu viel Haut zeigt, also: auf Muscle Shirt, Minirock und Hotpants verzichten.
  • Ebenfalls ungeeignet: Alles, das einem Galaempfang vorbehalten wäre wie ein langer Seiden-Hosenanzug, Cocktail- oder Abendkleid.

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Kleidungsstücke, die sich für Männer eignen

  • Oberteil:
    Poloshirt, unifarbenes oder dezent gemustertes Hemd. Je nach Temperatur: Feinstrickpullover, Stoffjacke oder Jackett.
  • Unterteil:
    Stoffhose, Jeans oder Feincordhose.
  • Farbe:
    Dezente Muster oder unifarbene Kleidung, Jeanshosen in schwarz oder dunkelblau.
  • Schuhe:
    Slippers und Ledersneakers statt Lederhalbschuhe sind möglich.
  • Accessoires:
    Der Feinstrickpullover kann wahlweise über die Schultern drapiert werden. Socken statt Kniestrümpfe. Sparsam dosierter Schmuck beispielsweise ein Herrenring neben dem Ehering. Verwenden Sie nur leichtes Rasierwasser und achten Sie auf eine gepflegte Erscheinung bei Haaren und Händen.
  • Materialien:
    Auch Herren sollten hochwertige Materialien aus natürlichen Fasern wie Seide, Baumwolle, Viskose oder Leinen bevorzugen. So kann Geruchsbildung unterbunden werden. Im Winter können Sie Ihre Kleidung mit Feinstrickjacken, Pullover aus Merinowolle oder Kaschmir ergänzen.

Das bitte nicht tragen

  • Wild gemusterte Hawaiihemden oder Kleidung mit lustigen Aufdrucken.
  • Alles, was zu eng, zu kurz oder zu weit ausgeschnitten ist wie beispielsweise ein Muscle Shirt, Boxershorts.
  • Vorsicht bei Accessoires wie Baseballcap, zu vielen Armbändern oder gar auffälligen Goldkettchen. Ebenfalls riskant: sichtbare Tattoos und Piercings.
  • Ausgebeulte Hosen, bei Cordhosen und –anzügen: abgewetzter Cordstoff.
  • Flipflops, Turnschuhe, Tennissocken.
  • Ungeeignet außerdem Kleidung, die der Abendmode zugeordnet würde, also schwarze, dunkelgraue oder dunkelblaue Anzüge, Krawatten und Fliegen.

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Die Liste können Sie sich HIER als kostenloses PDF-Dokument zum Merken herunterladen.

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Casual im Job: Ist das erlaubt?

Lange Zeit hatte Casual in der Berufswelt keinen Platz. Am Arbeitsplatz trugen die Herren Anzug, Frauen Rock und Bluse oder ein Kostüm. Mittlerweile geht es im Job weniger streng zu und so hat der Casual-Look seit vielen Jahren Einzug Büros und andere Arbeitsplätze gehalten. Wenn Sie überlegen, im Job ein Casual Outfit zu tragen, gibt es aber trotzdem einige Punkte, die Sie beachten sollten.

Zunächst einmal kommt es auf Ihre Branche und Ihren Arbeitgeber an. Casual Kleidung ist im Job zwar verbreitet, doch gibt es weiterhin Berufe und Branchen, in denen klassische Dresscodes weitergeführt werden. Im Bankwesen oder bei Versicherungen hat der Casual Stil keinen Platz, hier ist für Männer weiterhin der Anzug Pflicht, Frauen tragen meist Hosenanzug oder ein Kostüm. In anderen Branchen sollten Sie immer Ihre Kollegen, den Chef und den vorherrschenden Dresscode am Arbeitsplatz im Auge behalten. Sind alle anderen eher förmlich gekleidet, sollten auch Sie nicht zu casual erscheinen. Hier sind die Gepflogenheiten je nach Arbeitgeber sehr verschieden, gerade junge und moderne Unternehmen pflegen einen lockeren Kleidungsstil.

In jedem Fall gilt: Zu „casual“ sollte es für den Job nie sein. Das wirkt schnell unprofessionell und Sie wollen mit Ihrer Kleidung nicht den Eindruck erwecken, Sie würden die Arbeit nicht ernst nehmen oder Ihre Aufgaben zu locker angehen. Halten Sie sich an die Dresscodes des Smart Casual oder Business Casual und setzen Sie nicht nur auf lockere und gemütliche Outfits, sondern denken Sie gleichzeitig an Stil und Professionalität.

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Tipps für den Casual Friday

Bereits seit einigen Jahrzehnten gibt es den sogenannten Casual Friday, der es Mitarbeitern erlaubt, am Freitag den ansonsten strikten Dresscode ein wenig lockerer anzugehen. Obwohl die Kleiderordnung heute an vielen Arbeitsplätzen weniger streng durchgesetzt wird, praktizieren viele Unternehmen weiterhin einen Casual Friday und laden Arbeitnehmer dazu ein, den letzten Tag vor dem Wochenende im Casual Look zu begehen. Über diese Möglichkeit dürfen Sie sich freuen, sollten es aber nicht übertreiben. Flipflops und Jogginghose haben auch an einem Casual Friday nichts im Büro zu suchen. Gleiches gilt für Miniröcke, Jeans mit Löchern oder kurze Shorts – ganz egal, wie gemütlich die Kleidungsstücke sind.

Denken Sie immer daran: Der Casual Friday ist nach einem Tag vorbei, der Eindruck, den Sie dabei hinterlassen, hält deutlich länger. Es darf also gerne lockerer sein, aber immer so, dass die nötige Professionalität im Job erhalten bleibt.

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[Bildnachweis: Volhah by Shutterstock.com]
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8. Oktober 2020 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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