Einstecktuch falten: Tipps und Techniken

Das Einstecktuch teilt die Meinungen: Manche lieben es als modisches Accessoire, andere halten es für übertrieben, zu förmlich oder sogar dandyhaft. Fest steht jedoch: Einstecktücher erfreuen sich in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit und erleben eine Rennaissance. Ein Einstecktuch – auch Kavalierstuch oder Pochette genannt – gilt als besonders schick und soll Outfits noch einmal aufwerten. Damit Sie den Trend mitgehen können, erklären wir Ihnen, was Sie zum Einstecktuch wissen sollten und zeigen Ihnen verschiedene Möglichkeiten und Techniken, wie Sie ein Einstecktuch falten können…

Einstecktuch falten: Tipps und Techniken

Wann wird ein Einstecktuch getragen?

Bereits vor rund 200 Jahren wurde das Einstecktuch getragen. Damals jedoch ausschließlich zu Reitbekleidung und hatte noch nichts mit dem förmlichen oder modischen Accessoire zu tun, als das es heute bekannt ist. Erst einige Dekaden später, als sich Sakko und Anzug als Geschäftskleidung etablierten, begannen Männer damit, ihrem Outfit mit einem passend gewählten Einstecktuch noch eine besondere Note zu geben.

Lange Zeit war die Pochette besonderen und förmlichen Anlässen vorbehalten, wurde beispielsweise zu Frack und Smoking getragen – und wurde nur noch selten gesehen, weil das Einstecktuch zunehmend aus der Mode verschwand. Aber heute? Mittlerweile werden Einstecktücher wieder häufiger getragen. Modebewusste Männer wählen das Stecktuch gezielt und greifen wieder gerne zum Accessoire in der Sakkotasche.

Vorbei sind die Zeiten, in denen ein Einstecktuch nur zu besonders förmlichen Gelegenheiten getragen wurde. Stattdessen gilt es weithin als Zeichen von besonderem Stil und einem modischen Verständnis – wenn es gut gewählt und richtig präsentiert wird.

So bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie das Einstecktuch im Job tragen oder im Alltag in Ihren Kleidungsstil integrieren. Es ist keine Frage des konkreten Anlasses, sondern des persönlichen Stils und eine modische Entscheidung.

Tipps und Informationen: Die wichtigsten Regel für das Einstecktuch

Wer das Einstecktuch nicht regelmäßig, sondern eher selten aus dem Schrank holt, hat oftmals mehr Fragen als Antworten zu dem kleinen Stück Stoff. Deshalb die gute Nachricht vorneweg: Wenn Sie sich an ein paar Regeln halten, können Sie beim Einstecktuch kaum etwas verkehrt machen. Tatsächlich haben Sie sogar zahlreiche Möglichkeiten, um die Pochette Ihrem Stil oder dem Anlass anzupassen.

Mit diesen wichtigen Regeln sind Sie beim Einstecktuch auf der sicheren Seite:

  • Einstecktuch und Krawatte haben nie das gleiche Muster

    Lassen Sie sich von Angeboten in Kaufhäusern nicht in die Irre führen, die Krawatten und Einstecktücher als Set im gleichen Muster anbieten. Das ist ein absolutes Tabu und zeugt nicht von Modebewusstsein, sondern zeugt von modischem Unwissen. Idealerweise spiegelt sich im Einstecktuch lediglich die Grundfarbe der Krawatte oder des Hemdes, nie das Dessin. Wer sich bei der Farbe aber unsicher ist, macht mit Weiß selten etwas verkehrt, vor allem zum weißen Hemd.

  • Qualität sollte hochwertig sein

    Qualität zahlt sich aus, zumindest wenn es um Einstecktücher geht. Pochetten gibt es aus verschiedenen Materialien und auch in unterschiedlichsten Qualitäten. Sie müssen für das Accessoire kein Vermögen ausgeben, doch auf die Qualität sollten Sie schon achten. Hier geht es vor allem darum um Eindruck und Wirkung: Seide oder Leinen wirken immer edler als reine Baumwolle.

  • Einstecktücher schauen nur knapp aus der Brusttasche

    Beim Einstecktuch geht es nicht darum, möglichst viel Stoff zu zeigen. Bei formellen Festen sollten die Pochete maximal circa zwei Zentimeter aus der Brusttasche herausragen, bei anderen Anlässen, im Job oder für einen legeren Look auf jeden Fall weniger. Je weiter das Einstecktuch herausschaut, desto pompöser und exzentrischer wirkt es.

  • Einstecktücher können nicht falsch gefaltet werden

    Für alle, die beim Falten und Tragen eines Einstecktuchs unsicher sind: Es gibt beim Falten kein Richtig oder Falsch und keine festen Knigge-Regeln oder gar Ge- und Verbote. Es gibt ähnlich wie bei Krawatten viele Möglichkeiten, um ein Einstecktuch zu tragen. Dabei werden Leinentücher eher gefaltet, Seidentücher häufiger locker in die Brusttasche gestopft – wofür Sie sich am Ende entscheiden, bleibt Ihre individuelle Entscheidung und ist Merkmal des persönlichen Stils.

Einstecktuch falten: Anleitungen und einfache Techniken

Sie verzweifeln an Krawatten-Knoten, können sich die unzähligen Handgriffe nicht merken und erhalten am Ende zwar einen Knoten, der aber nichts mit dem angestrebten Ergebnis zu tun hat? Keine Sorge, ein Einstecktuch falten ist allgemein deutlich einfacher. Außerdem gilt: Es gibt zwar zahlreiche Falttechniken, es reicht jedoch völlig aus, wenn Sie sich auf einige konzentrieren und so für verschiedene Anlässe jeweils passend das Einstecktuch falten können.

Die Begrifflichkeiten der Falttechniken sind dabei nicht immer eindeutig und so gibt es für jede Faltung mehrere Namen. Im folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten und wichtigsten Möglichkeiten vor, wie Sie Ihr Einstecktuch falten können und erklären, wann sich welche Form besonders anbietet:

  • Die Rechteckfaltung

    Das Rechteck ist für ein Einstecktuch besonders klassisch, gilt als stilvoll sowie edel. Vor allem empfiehlt sich die Rechteckfaltung bei einfarbigen Tüchern – ganz klassisch ist hier weiß – und einem dunklen Anzug. Mit dieser Falttechnik haben Sie eine Allzweckwaffe gerade für etwas formellere Anlässe. Aber auch bei anderen Gelegenheiten machen Sie mit dieser Technik nichts verkehrt.

    Ein weiterer Vorteil ist die einfache Umsetzung in lediglich drei Handgriffen.

    • Beginnen Sie damit, Ihr Einstecktuch möglichst glatt auf einer ebenen Unterlage auszubreiten.
    • Falten Sie das Tuch nun in der Mitte – legen Sie also die linken Ecken nach rechts, wodurch Sie das Tuch halbieren und ein Rechteck erhalten.
    • Abschließend falten Sie das untere Ende des Einstecktuchs nach oben, wobei Sie jedoch einen kleinen Rand an der oberen Kante lassen.
    • Nun nur noch das Einstecktuch vorsichtig in die Brusttasche schieben und die Rechtecktfaltung noch einmal vorsichtig glatt streichen.
  • Die Dreiecksfaltung

    Ein weiterer Klassiker, den es beim Einstecktuch überall zu sehen gibt, ist das Dreieck, das auch als One Corner Up oder One Point up bezeichnet wird. Wie beim Rechteck ist diese Falttechnik für einfarbige Pochetten geeignet, kann aber auch bei einem Einstecktuch mit Streifen oder leichtem Muster gut aussehen. Insgesamt gilt das Dreieck im Vergleich zum Rechteck als ein wenig eleganter.

    Schwierig zu falten, ist es jedoch nicht:

    • Das Einstecktuch liegt hier diagonal vor Ihnen, was bedeutet, dass eine Spitze des Tuchs vor Ihnen liegt – nicht die längliche Seite.
    • Halbieren Sie das Tuch nun unten nach oben und achten Sie darauf, die untere Ecke möglichst sauber auf die obere zu legen.
    • Als nächstes legen Sie eine der seitlichen Ecken nach innen bis knapp über die Mitte. Streichen Sie die dabei entstehende Falte glatt.
    • Führen Sie die andere Seite ebenfalls zur Mitte.
    • Das fertig gefaltete Einstecktuch stecken Sie nun noch in die Brusttasche. Achten Sie darauf, das Dreieck ordentlich zu halten und noch einmal zurechtzurücken.
  • Die Doppelspitzen

    Sie finden die spitze Form des Dreiecks gut, wollen sich aber ein wenig abheben und nicht nur den Standard bedienen? Dann könnten die Doppelspitzen (oder auch Two Corner up) genau richtig sein, wenn Sie Ihr Einstecktuch falten. Der Auswahl eines passenden Kavaliertuches sind bei den Doppelspitzen keine Grenzen gesetzt, bei einfarbigen Tüchern wirkt die Faltung eher klassisch, farbige oder gemusterte Einstecktücher lockern den Look auf und machen ihn auch zu legeren Anlässen tragbar.

    Die Technik ähnelt dabei stark dem zuvor vorgestellten Dreieck:

    • Legen Sie das Einstecktuch diagonal vor sich, eine Spitze zeigt zu Ihnen.
    • Falten Sie die untere Spitze nach oben, jedoch nicht genau auf die obere Spitze, sondern leicht versetzt daneben. So erhalten Sie die nebeneinander liegenden Doppelspitzen.
    • Bringen Sie die linke oder rechte Spitze zur Mitte und streichen Sie die Falte glatt.
    • Wiederholen Sie den Schritt für die jeweils andere Seite und falten auch diese in die Mitte.
    • Beim Einstecken in die Brusttasche sollten Sie die beiden Spitzen ordentlich nebeneinander zupfen und darauf achten, dass das Einstecktuch nicht zu schmal wird, sondern die Breite der Tasche möglichst ausfüllt.
  • Die Kronenfaltung

    Zu ganz besonderen Anlässen, sehr festlichen und förmlichen Gelegenheiten, darf es auch beim Einstecktuch etwas ganz besonderes sein. Die sogenannte Kronenfaltung, auch Three Corner Up, erhält ihren Namen wie die bisherigen Techniken durch das Aussehen, das an eine Krone erinnert. Für legere und Lockere Anlässe wirkt die Kronenfaltung wahrscheinlich übertrieben. Die Pochette ist dabei oftmals einfarbig, kann aber durchaus mit leichten Muster versehen sein, um die Wirkung aufzulockern und weniger steif zu wirken.

    Für die Kronenfaltung benötigen Sie ein klein wenig mehr Fingerspitzengefühl, wenn Sie jedoch die Doppelspitze beherrschen, ist es nur noch eine kleine Veränderung:

    • Erneut liegt das Einstecktuch diagonal vor Ihnen auf dem Tisch.
    • Halbieren Sie die Pochette von unten nach oben, wobei die Spitzen (wie bei der Doppelspitze) leicht versetzt nebeneinander gelegt werden.
    • Nun führen Sie die linke Spitze ebenfalls nach oben, wodurch eine dritte Spitze beziehungsweise ein weiterer Zinken für die Krone entsteht.
    • Die verbleibende rechte Seite falten Sie unten herum auf die andere Seite, um dem Einstecktuch den nötigen Halt zu geben.
    • Wichtig, wenn Sie auf diese Weise Ihr Einstecktuch falten: Die Faltung soll bewusst asymmetrisch aussehen, die Spitzen also auf unterschiedlicher Höhe sein. Wenn Sie die Pochette in die Brusttasche schieben, sollte dieser Look erhalten bleiben – meist ist hier vorsichtiges Zupfen und Zurecktrücken notwendig.
  • Die Bauschfaltung

    Diese Falttechnik wird auch als Casual Fold bezeichnet und zeigt, dass ein Einstecktuch eben nicht nur für spezielle Anlässe vorgesehen ist, sondern auch im Job oder im Alltag auf eine lockere, aber elegante Art getragen werden kann. Eigentlich handelt es sich dabei nicht wirklich um eine Faltung – vielmehr wird das Tuch mehr oder weniger gestopft. Eine Bauschfaltung ist in erster Linie bei Seidentüchern sinnvoll, bei Muster und Farbe sind Sie in der Auswahl jedoch völlig frei und können Ihren Stil ausleben.

    Lassen Sie sich jedoch nicht davon täuschen, dass nicht gefaltet wird. Es erfordert einige Übung, bis die Bauschfaltung wirklich gut und locker aussieht und ein Outfit aufwertet:

    • Das Einstecktuch liegt glatt ausgebreitet vor Ihnen.
    • Heben Sie die Mitte des Tuches mit Daumen und Zeigefinger einer Hand an. Das Einstecktuch hängt nun von diesem Punkt nach unten.
    • Ziehen Sie das gesamte Tuch einmal durch Ihre andere Hand und halten am unteren Ende alle Spitzen zusammen.
    • Halbieren Sie nun das Einstecktuch, indem Sie die obere Seite (die Sie nicht in der Hand halten) nach unten bringen.
    • Schieben Sie das Einstecktuch in die Brusttasche und ziehen Sie es zurecht, bis es möglichst locker sitzt.
[Bildnachweis: Wisanu Boonrawd by Shutterstock.com]
21. Februar 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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