Wenn es darum geht, auf einem Fachgebiet am Ball zu bleiben, neueste Entwicklungen mitzubekommen oder sich mit führenden Vertretern eines Ressorts auszutauschen, dann kommt man häufig nicht um Tagungen herum. Nicht jeder liebt jedoch diese Großveranstaltungen, zu selten kommen sie vor, als dass sich jeder auf sicherem Parkett bewegen würde. Praktischerweise hat man dann einen Tagungen Knigge parat, denn irgendwie muss das Großevent schließlich bestritten werden: Viele fremde Menschen, aber eben auch viele neue Möglichkeiten. Wie Sie sich sicher auf Tagungen bewegen...

Tagungen Knigge synonym Definition

Tagungen Definition: Tagung, Kongress oder Symposium?

Tagungen Knigge synonym DefinitionWer sich über Tagungen, Konferenzen und ähnliches informiert, wird auf etliche Begriffe stoßen, die mehr oder minder das Gleiche bedeuten. Es handelt sich um Zusammenkünfte mit anderen Teilnehmern, die in der gleichen Branche arbeiten.

Die noch am leichtesten nachvollziehbare Unterscheidung besteht zwischen Tagung und Kongress. Demnach bedeutet...

  • Tagung, dass eine Veranstaltung sich auf einen Tag beschränkt.
  • Kongress, dass eine Veranstaltung mehrtägig ausgelegt ist.

Daneben gibt es noch etliche andere Begriffe für Tagung, die synonym benutzt werden, etwa Konferenz, Symposium oder Convention. Letzterer hat sich vor allem für Veranstaltungen wie die Fedcon eingebürgert, auf der sich Menschen mit gleichen Interessen beziehungsweise Hobbys treffen, zum Beispiel Jongleure, Science-Fiction-Fans und Rollenspieler.

Firmenkongresse sind häufig mehrtägig. Tagungen, die lediglich einmal im Jahr stattfinden, werden als Jahrestagung bezeichnet. Auf wissenschaftlichen Tagungen - die entgegen ihrer Bezeichnung auch zwei Tage lang dauern - wird in Vorträgen oftmals der aktuelle Forschungsstand zu einem bestimmten Themengebiet abgebildet.

Auf wissenschaftlichen Kongressen werden Präsentationen gehalten, anschließend gibt es eine Diskussion mit dem Plenum. Auf Firmentagungen steht natürlich das Unternehmen im Mittelpunkt der Präsentationen. Hier geht es darum, neue Kunden zu gewinnen und alte Kontakte zu pflegen.

Eine im Rahmen von Veranstaltungen noch eher neue Erscheinung sind die sogenannten Barcamps. Sie werden auch als Unkonferenz bezeichnet, da sie alte (und vor allem steife) Strukturen aufbrechen wollen.

Sie sind im Ablauf sehr locker organisiert, die Themen (meist zu sozialen Netzwerken, Digitalisierung) finden sich nach der Vorstellungsrunde häufig recht spontan.

Tagungen Knigge: Die richtige Verhaltensweise

  • Kleidung

    Auch wenn der Besuch einer Tagung kein ganz gewöhnlicher Arbeitstag ist, empfiehlt es sich, im angemessenen Outfit zu erscheinen. Was angemessen ist, hängt von der Branche ab, in der Sie tätig sind, aber auch von der Uhrzeit. Oftmals gilt als Dresscode Smart Casual.

    Was Sie auf jeden Fall meiden sollten, ist zu saloppe Kleidung wie Jeans oder Turnschuhe. Herren sollten auf einen Anzug zurückgreifen, Damen auf ein Kostüm beziehungsweise Hosenanzug. Eher konservativ geht es in der Finanz- und Versicherungsbranche zu, daher liegen Sie mit dunklen Anzügen und Krawatte nie verkehrt.

    Gibt es im Rahmen der Tagung einen feierlichen Anlass, sollten Sie das ebenfalls bei der Wahl Ihrer Kleidung berücksichtigen. Wer längere Anreisen mit dem Zug hat, sollte für die Fahrt eine andere Garderobe wählen und sich am Tagungsort umziehen, da das Outfit meist durch die Fahrt ordentlich zerknittert wird.


  • Smartphone

    Das Handy sollte nach Möglichkeit in der Tasche bleiben und höchstens in Pausen zum Vorschein kommen, wenn dringliche Fragen keinen Aufschub dulden. Anderenfalls wirkt es bei Vorträgen grob unhöflich, bestenfalls desinteressiert.

    Darüber hinaus senden Sie auch in Pausen eine Botschaft an Außenstehende: Ich bin beschäftigt. Das ist kontraproduktiv, denn eigentlich sind Sie auf einer Tagung, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, Kontakte zu knüpfen, Neuigkeiten zu erfahren oder einfach Eindrücke und Meinungen zu schildern.

    Ausnahme: Barcamps. Hier wird getwittert, was das Zeug hält, das ist aber auch Sinn und Zweck der Veranstaltung. Hier empfiehlt sich unbedingt eine Powerbank oder ein Ersatzakku.


  • Körperhaltung

    Ähnlich wie bei einem Vorstellungsgespräch stehen Sie auch hier - wenngleich subtiler - unter Beobachtung. Eine aufrechte Körperhaltung signalisiert Präsenz und Souveränität. Achten Sie ebenfalls auf Ihre Mimik, schließlich wollen Sie einen offenen und anderen Menschen zugewandten Eindruck vermitteln.

    Wer eher unfreundlich und verschlossen auf andere wirkt, schreckt ab und erschwert unnötig die Kontaktaufnahme.


  • Kontakt

    Für die Begrüßung versteht sich, dass Sie auf Kaugummis im Mund verzichten sollten - das haben Sie spätestens vor Betreten des Tagungsraumes entsorgt.

    Wichtig ist beim Blickkontakt, dass Sie Ihrem Gegenüber freundlich in die Augen blicken. Sie zeigen damit, dass Sie nichts zu verbergen haben. Hier gilt es die richtige Dauer zu erwischen, schließlich wollen Sie vermeiden, dass sich Ihr Gegenüber angestarrt fühlt.

    Ebenso wenig sollten Sie krampfhaft auf das Namensschild Ihres Gegenübers starren, bevor Sie die Person begrüßt haben. Ihr Händedruck sollte nicht zu fest, aber auch nicht zu lasch sein.


  • Essen

    Je nach Art der Tagung wird für Verpflegung gesorgt - entweder belegte Schnittchen oder auch Catering. Ebenfalls denkbar ist je nach Teilnehmerzahl der gemeinsame Gang ins Gasthaus. Sollten belegte Brote oder ein Büffet in den Pausen angeboten werden, stürzen Sie sich nach Möglichkeit nicht wie ein hungriger Löwe darauf.

Vor- und Nachbereitung der Tagung

Selbst wenn Sie die Themen der einzelnen Reden nicht kennen, so dürfte das Oberthema der Tagung bekannt sein. Informieren Sie sich dazu, recherchieren Sie, ob es neue Entwicklungen gibt, die möglicherweise Thema sein werden. Das kann nützlich sein, falls Fachbegriffe auftauchen, die Ihnen neu sind und sich bei einer anschließenden Debatte auszahlen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie zum Teil das Publikum vorab einschätzen können und so wissen, zu wem Sie vielleicht besonders Kontakt aufnehmen sollten - denn letztlich geht es um das Netzwerken. Auch deshalb zahlt es sich aus, bei anschließenden Diskussionen rege teilzunehmen, da Sie so aus der Menge hervorstechen.

Für den Austausch mit anderen Tagungsteilnehmern sollten Sie unbedingt Ihre Visitenkarte parat halten, damit neue Kontakte nicht an Gedächtnislücken scheitern.

Eine Visitenkarte ist auch deshalb ideal, weil eventuell direkt eine Website oder das Profil in sozialen Netzwerken angegeben ist. Wenn Ihr Gesprächspartner kein Profil angegeben hat, können Sie nach der Tagung nachschauen, ob er über Berufsnetzwerke wie Xing oder Linkedin auffindbar ist.

Schicken Sie dazu eine kurze Nachricht, in der Sie sich in Erinnerung bringen. Eine kommentarlose Anfrage wäre eher unhöflich.

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]

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