Informiert sein: Wie Sie im Job auf dem Laufenden bleiben

Informiert sein und sich abzeichnende Veränderungen frühzeitig zu erkennen, ist wichtig in einer Informations- und Wissensgesellschaft. Digitalisierung und lebenslanges Lernen stellen hohe Anforderungen an die Menschen von heute. Und dank diverser Medien und technischer Geräte ist der Zugang zu Informationen fast jederzeit möglich. Aber der Tag hat nur 24 Stunden. Neben einem Vollzeitjob ist es gar nicht so leicht, Informationen zu sichten, geschweige zu filtern. Wie können Arbeitnehmer gut informiert sein? Und warum ist es wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben?

Informiert sein: Wie Sie im Job auf dem Laufenden bleiben

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Bedeutung von informiert sein

Früher hieß informiert sein, den neusten Klatsch und Tratsch im Dorf zu kennen. Der Informationsradius war nicht besonders groß und konzentrierte sich überwiegend aufs Hier und Jetzt. Mit der flächendeckenden Verbreitung von Zeitungen, Radio, Fernsehen und Internet kommen Informationen bis in den hintersten Winkel. Und hier beginnt das Problem: Informiert sein heißt nicht mehr allein, Zugang zu Informationen zu haben, denn der ist weitestgehend sichergestellt.

Gut informiert sein heißt nicht, ein wenig von allem zu wissen. Sondern alles von wenigen Dingen, vorausgesetzt, es sind die, auf die es ankommt.

Wirklich alles von allen relevanten Dingen zu wissen, ist natürlich ein hehres Ziel. Aber wie obiges Zitat es bereits andeutet: Möglichst viel zu wissen, ist nicht immer zielführend. Es gibt unglaublich viel unnützes Wissen. Das hilft in der Regel aber nicht unmittelbar, etwa bei der Problemlösung. Es eignet sich höchstens indirekt, beispielsweise für Smalltalk.

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Gut informiert sein: So filtern Sie

Zum Informiert sein gehört, dass Sie wichtige Informationen von unwichtigen trennen können. Das wiederum hängt von einigen Faktoren ab:

➠ Wie viel Zeit Sie investieren.
➠ Worin Ihre Interessen liegen.
➠ Welche Strategie Sie anwenden.

Ganz klar: Man kann sich in der Informationsflut verlieren. Aber wie erwähnt: Zum Informiert sein müssen Sie nicht Massen konsumieren. Wichtig ist es, eine Auswahl zu treffen, also Prioritäten zu setzen. Das wird natürlich erschwert, wenn die Interessen besonders breit gestreut sind. Dem können Sie beikommen, indem Sie sich selbst Deadlines setzen und Informationen strategisch kategorisieren. Aber es gilt auch, kritisch das eigene Konsumverhalten und den Nutzwert von Informationen zu reflektieren. Stellen Sie sich folgende drei Fragen:

Berufliche Sphäre
Brauche ich diese Informationen für meinen Beruf?

Individuelle Sphäre
Tragen diese Nachrichten zu meinem Wohlbefinden bei?

Gesellschaftliche Sphäre
Kann ich auf die genannten Sachverhalte Einfluss nehmen?

Diese Fragen berühren Bereiche, die für viele Menschen wichtig sind. Ein guter Job, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe. Lautet Ihre Antwort in allen drei Fällen „nein“, sollten Sie keine Zeit darauf verschwenden. Sollten Sie hingegen eine der Fragen mit „ja“ beantworten können, sind die Informationen es wert, genauer betrachtet zu werden. Dazu gibt es verschiedene Hilfsmittel:

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Diese Tools erleichtern die Informationsverwaltung

Damit Sie bei der Vielzahl an Informationen auch tatsächlich den Durchblick behalten und am Ende nicht vollkommen verwirrt sind, gibt es einige Tools und Dienste, die dabei helfen, Ordnung in das Chaos zu bringen und Informationen zu verwalten. Drei dieser Möglichkeiten stellen wir Ihnen vor:

1. Evernote.
Das ist eine Art Sammelbox für Gedanken, ein virtueller Zettelkasten oder etwas weniger lax ausgedrückt: eine Internet- oder App-basierte Notizverwaltung. Hier können Sie interessante Informationen ablegen, sortieren und archivieren.

2. Pocket.
Dieser Dienst ist sehr praktisch, wenn Sie einen interessanten Artikel, ein Video oder ähnliches finden, aber keine Zeit haben, sich die Sachen sofort anzusehen. Sie speichern Ihre Fundstücke ab und können diese zu einem späteren Zeitpunkt in Ruhe lesen.

3. IFTTT.
Ein sehr nützlicher Dienst mit dem Namen „If this then that“. Er erlaubt es Ihnen Arbeitsschritte zu automatisieren und damit Ihren Aufwand zu verringern. Mithilfe eines sogenannten Recipe können Sie veranlassen, dass verschiedene Dienste miteinander gekoppelt werden. Wenn Sie bereits zahlreiche RSS-Feeds als Benachrichtigungs- und Informationsquellen nutzen, könnte dieses Recipe für Sie interessant sein. Hiermit können Sie RSS-Feeds oder einzelne Elemente daraus in Evernote sichern und sich so beispielsweise ein Archiv zu bestimmten Themen anlegen (lassen).

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Gründe, auf dem Laufenden zu bleiben

Viele Arbeitnehmer versprechen sich einiges davon, wenn sie auf dem Laufenden bleiben. Sie wollen informiert sein, um aktuelle Trends und Entwicklungen zu kennen. Das ist nicht nur für den Job unmittelbar notwendig. Weitere Gründe sind:

Sie hoffen auf bessere Entscheidungen.

Wer weiß, was gerade um ihn herum passiert, kann seine eigene Schritte danach ausrichten. Ist beispielsweise ein ähnliches Vorhaben bereits bei jemand anderem gescheitert und man kann aus den Entwicklungen lernen? Gibt es Neuerungen, von denen man profitieren kann?

Sie wollen den Chef beeindrucken.

Sich auszukennen und den Überblick zu behalten, kann beim Chef Eindruck schinden. Vielleicht schafft man es sogar, zu einem wichtigeren Berater zu werden oder bei der nächsten Beförderung eher berücksichtigt zu werden, wenn das eigene Engagement erkannt wird.

Sie wollen nicht als rückständig gelten.

Niemand will der ewig Gestrige sein, an dem alle Neuerungen vorbei gehen. Das schadet dem eigenen Image. Man will mit der Zeit gehen und zeigen, dass man nicht auf der Stelle tritt. Dahinter steht oft auch die Angst, ins Hintertreffen zu geraten und von der Konkurrenz abgehängt zu werden.

Tipps für mehr Durchblick

Der Wunsch ist da, doch wie funktioniert die Umsetzung? Wer an dieser Stelle eine simple Anleitung erwartet, wird leider enttäuscht, denn es gibt kein Patentrezept, wie Sie sich am besten in nur fünf Minuten über die aktuellen Entwicklungen Ihrer Branche informieren können. In so kurzer Zeit werden Sie nur an der Spitze des Eisberges kratzen. Planen Sie stattdessen lieber eine tägliche Routine ein, feste Zeiten, an denen Sie sich informieren. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, zum Beispiel morgens nach dem ersten Kaffee oder abends kurz vor Feierabend, die aktuellen Entwicklungen zu verfolgen.

Neben den Dingen, die Sie täglich tun können, um informiert zu sein, gibt es weitere Möglichkeiten, die mehr Zeit in Anspruch nehmen oder schlichtweg nicht in einem täglichen Rhythmus möglich sind. Trotzdem bieten sich hier viele Chancen an, um weitere Informationen zu erhalten und – wenn die Kontakte stimmen – Dinge direkt aus erster Hand zu erfahren. Wir haben drei Tipps, die Ihnen helfen können, auf dem Laufenden zu bleiben – sowohl in der täglichen Recherche, als auch punktuell, aber dafür langfristig:

Gib den Kollegen Zucker!

Stellen Sie an Ihrem Arbeitsplatz eine Schüssel mit Süßigkeiten (Gummibärchen, kleine Schokoriegel, …) auf. Sozusagen als Einladung an alle Kollegen mit Zuckerflash. Und der kommt. Jeden Tag. Effekt: Es wird nicht lange dauern, und die Erste-Hilfe-Schale gegen Heißhungerattacken und akute Unterzuckerung spricht sich im ganzen Laden herum. Ob Chef, Mittelmanager oder Angestellter: Ihre Kollegen werden Sie täglich – wie zufällig – besuchen, um ihre spontane Naschsucht zu stillen.

Und genau das ist der Plan. Denn einfach zugreifen und wieder verschwinden wäre grob unhöflich. Also werden die Kollegen – zum Schein – jedes Mal ein kleines Pläuschchen beginnen und Ihnen erzählen, was gerade so im Haus passiert… Voilà: Binnen kürzester Zeit avancieren Sie nicht nur zu einem der beliebtesten Kollegen, sondern auch einem der bestinformierten – noch dazu mit einem süßen Draht direkt in die Chefetage.

Kaum ein Mensch, der während der Arbeit nicht zwischendurch mal Lust auf Zucker verspürt. Nutzen Sie also diese kleinen Naschattacken mit einer gastfreundlichen Geste. Das ist eine klassische Win-Win-Situation: Sie sammeln wertvolle Informationen und Sympathiepunkte – die Kollegen bekommen einen Gratis-Energiekick und können sich kurz mal beim Plausch ablenken – was zudem die Kreativität fördert.

Zwitschern Sie mit!

Der Microbloggingdienst Twitter bietet Ihnen alle Möglichkeiten, schnell und unkompliziert auf dem Laufenden zu bleiben. Hier kommt es allerdings darauf an, welchen Accounts Sie folgen:

➠ Fachzeitschriften, für Branchenentwicklungen.
➠ Zeitungen, für wirtschaftliche und politische Neuigkeiten.
➠ Influencern, für Meinungen und Einschätzungen.
➠ Kollegen, für den Austausch.
➠ Konkurrenten, für Inspiration.

Diese können sie überdies in sogenannten Twitterlisten organisieren. So wird Twitter für Sie zu einer hochaktuellen Informationsquelle. Oft schneller als klassische Medien und Nachrichtenagenturen. Überhaupt soziale Netzwerke: In den sozialen Medien können Sie sich inzwischen über nahezu jedes Thema informieren oder Fachgruppen beitreten und so mitbekommen, welchen Themen gerade relevant sind. Besonders in beruflichen Netzwerken wie Linkedin wird inzwischen auch viel über Fachthemen gebloggt. Indem Sie hier den relevanten Experten folgen, bleiben Sie über Ihr Fachgebiet stets auf dem Laufenden.

Voll Bock auf Blog!

Die schon angesprochenen Blogs sind das Paradebeispiel, um informiert zu bleiben. Kein Thema, zu dem es heute nicht nur ein, sondern mehrere Blogs gibt. Die besten davon auszuwählen und ihnen zu folgen, ist fast immer lohnenswert. Viele Blogger legen Wert darauf, Ihren Leser Aktualität und Mehrwert zu bieten. Um das Lesen von zahlreichen Blogs zu vereinfachen, sollten Sie einen sogenannten Feedreader nutzen. Sie abonnieren dann einfach den RSS-Feed des Blogs – und können so alle neuen Artikel an einem Ort – im Feedreader – verfolgen. In dieselbe Kategorie gehören Newsletter (oft von den Bloggern selbst herausgegeben).

Die Lektüre eines Newsletters bietet sich an, um beispielsweise die Woche Revue passieren zu lassen und zu sehen, was sich getan hat. Mehr als die Hälfte aller Leser liest die Nachrichten mittlerweile mobil, damit sind die Inhalte eines Newsletters immer leicht verfügbar. Eine vergleichbare Alternative bieten Google Alerts. Nach Vergabe von Keywords werden Sie von Google per Mail informiert, sobald neue Informationen dazu im Internet erscheinen. Das ist nicht jedes Mal relevant und manchmal auch nur eine Information zu einem Synonym. Bequem ist es trotzdem, denn Sie müssen sich nicht aktiv auf die Suche begeben, sondern werden von dem Dienst automatisch informiert. Kostenlos ist er dazu.

Mischen Sie sich unter Leute!

Kongresse, Fachtagungen und sogenannte Barcamps sind ideal, um informiert zu werden oder zu bleiben. Was im Corona-Zeitalter auf den ersten Blick riskant erscheint, lässt sich leicht risikofrei gestalten: Längst werden diese als Videokonferenz abgehalten. Und wenn Sie im realen Leben stattfinden, dann unter besonderen Abstandsregelungen und Hygienekonzepten. Der Vorteil der genannten Veranstaltungen liegt auf der Hand: Je nach Format kommen internationale Interessenten und Experten zusammen. Sie erfahren die neusten Forschungsergebnisse und Trends aus erster Hand und können sich gleichzeitig dort vernetzen.

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[Bildnachweis: WAYHOME studio by Shutterstock.com]
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15. Oktober 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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