Der Begriff Lebensregeln klingt zunächst einmal so, als wolle Ihnen jemand vorschreiben, was Sie zu tun und zu lassen haben. Regeln haben im ersten Moment oft einen unangenehmen Beigeschmack und lösen Assoziationen zu Einschränkungen, Vorgaben und unfreiwilligen Entscheidungen aus. Lebensregeln sind jedoch anders. Diese zwingen Sie nicht dazu, etwas bestimmtes zu tun oder eben nicht zu tun, sondern funktionieren vielmehr als eine Art Wegweiser. Lebensregeln können Ihnen dabei helfen, glücklicher und zufriedener zu werden, indem Sie zum nachdenken anregen, Selbstreflexion fördern und Ihnen die Augen für Dinge öffnen, die Sie bisher unbewusst oder auch bewusst ausgeblendet haben. Wir haben eine umfangreiche Liste mit vielen Lebensregeln aufgestellt, in der auch für Sie etwas passendes dabei ist, das Ihr Leben ein Stück besser machen kann, wenn Sie es beherzigen...

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Lebensregeln als Orientierung und Inspiration

Die Idee der Lebensregeln ist nicht neu. Seit jeher suchen die Menschen nach Grundsätzen, die ihnen dabei helfen, ein besseres Leben zu führen. Ein nachvollziehbarer Wunsch. Wer möchte nicht glücklicher sein, indem er einige Regeln befolgt. So haben sich in der Vergangenheit auch bereits einige bekannte Persönlichkeiten mit Lebensregeln beschäftigt, selbst welche aufgestellt und bekannt gemacht.

Weithin bekannt sind beispielsweise die vielen Weisheiten des chinesischen Philosophen Konfuzius, in denen sich auch viele Lebensregeln finden. Auch in unsere Liste haben wir einige Beispiele von historischen Persönlichkeiten - entweder direkt oder in abgewandelter Form - aufgenommen.

Doch ist eine Lebensregel nicht weniger wahr, wenn kein bekannter Name dahintersteht. Tatsächlich hat jeder Mensch seine ganz persönlichen Lebensregeln, denen er ohnehin schon folgt. Dies gilt auch für Sie, auch wenn es Ihnen vielleicht gar nicht bewusst ist. Oft sind diese Verhaltensmuster und Denkweisen so tief verinnerlicht, dass Sie es gar nicht mehr mitbekommen und ganz automatisch danach handeln.

Allerdings sind diese inneren Lebensregeln nicht immer positiv. Sie können auch von Zweifeln, fehlendem Selbstbewusstsein oder Ängsten geprägt sein. Dieser innere Kompass wird bereits in der Kindheit ausgerichtet und festigt sich mit den Jahren und der persönlichen Entwicklung.

Lebensregeln lassen sich aber auch ändern und durch andere ersetzen. Das ist nicht immer ganz einfach, da eine Menge Gewohnheit dahinter steht, doch kann es gelingen, neue Lebensregeln zu verinnerlichen. Zur Inspiration und als Orientierung haben wir 13 Lebensregeln für Sie aufgelistet.

13 Lebensregeln, die auf dem Weg zu Glück und Zufriedenheit helfen

  • Konzentrieren Sie sich auf das Positive

    Die erste Lebensregel klingt so simpel, wird aber nur von wenigen wirklich beherzigt. Optimismus fällt den meisten Menschen immer schwerer, stattdessen kreisen die Gedanken nur noch um Sorgen, Probleme, Schwierigkeiten, Gefahren... Wer in einem solch negativen Denken steckt, kann gar nicht glücklich sein, weil er immer nur das Schlechte sieht.

    Hinzu kommt, dass mit der Zeit eine selektive Wahrnehmung entstehtn - sie sehen also tatsächlich nur noch Dinge, die Ihrer negativen Wahrnehmung entsprechen und diese bestätigen. Drehen Sie das Ganze deshalb um: Betrachten Sie die schönen Seiten, die guten Nachrichten, alles Positive, was Sie umgibt. Das wirkt sich auch spürbar auf Ihre Zufriedenheit und Emotionen aus.


  • Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst

    Hier geht es nicht um Egoismus, sondern vielmehr darum, dass Sie sich selbst besser kennenlernen und sich auch hin und wieder selbst etwas Gutes tun. Versuchen Sie immer wieder Zeiten einzuplanen, die nur für Sie selbst sind und die Sie so gestalten, wie es für Sie gerade am besten ist.

    Brauchen Sie ein wenig Ruhe, wollen abschalten und entspannen? Oder konnten Sie schon länger einem Hobby nicht mehr nachgehen, weil einfach zu viel Stress war? Oder wann haben Sie eigentlich zum letzten Mal hinterfragt, ob Sie momentan wirklich zufrieden und glücklich sind - oder was sich ändern müssten, um diesen Zustand zu erreichen? In der Zeit, die Sie sich selbst widmen, können Sie all dem nachgehen.


  • Handeln Sie nicht, um Anerkennung zu bekommen

    Jeder genießt es, Anerkennung für sein Handeln und seine Leistungen zu bekommen und dafür respektiert zu werden. Das nimmt Ihnen auch niemand übel, doch sollte dies nicht Ihr Antrieb sein. Tun Sie es doch, machen Sie Ihr persönliches Glück von äußerer Bestätigung abhängig und irgendwann richten Sie sich nur noch danach, was andere erwarten.

    Ihre Handlungsmaxime sollte vielmehr sein, immer das zu tun, worauf Sie selbst stolz sind, was Ihrer Persönlichkeit entspricht und Sie glücklich macht. Glück kommt von innen und wenn Sie Ihr Verhalten daran ausrichten, werden Sie langfristig ein besseres Leben führen.


  • Gehen Sie offen an Veränderungen heran, aber verlieren Sie dabei nicht Ihre Wertmaßstäbe.

    Diese Lebensregel geht auf den Dalai Lama zurück. Veränderungen lassen sich nicht aufhalten, auch wenn wir es uns manchmal wünschen würden. Deshalb bringt es nichts, sich dagegen zu wehren. Das macht Ihnen selbst die Umstellung nur noch schwerer.

    Je offener Sie einer Veränderung begegnen, desto positiver wird diese verlaufen, weil Sie sich anpassen können, die Chancen sehen und entsprechend darauf reagieren. Bei all dem sollten Sie aber nie vergessen, wer Sie sind und was Ihnen wichtig ist.


  • Gehen Sie gelassener mit Problemen um

    Hat es Sie je weiter gebracht, sich ewig lange über einen nervigen Kollegen, die Entscheidungen des Chefs oder einen unzuverlässigen Freund aufzuregen? Sie verbringen Tage damit, frustriert oder wütend zu sein, doch am Ende können Sie auch nichts an der Situation ändern und müssen lernen, damit umzugehen. Besser ist es, gleich mehr Gelassenheit zu besitzen.

    Konzentrieren Sie sich nicht auf den Ärger, sondern sparen Sie Ihre Energie für die wirklich wichtigen Dinge im Leben und gehen Sie diese an.


  • Stellen Sie sich Ihren Ängsten

    Es geht nicht darum, keine Angst zu haben. Jeder Mensch fürchtet sich vor irgendetwas. Entscheidend ist, dass Sie sich von diesen nicht lenken und beeinflussen lassen. Dies geschieht aber unweigerlich, wenn Sie sich immer davor drücken und beispielsweise einen beruflichen Schritt nicht wagen, weil Sie Angst vor dem Scheitern haben.

    Solange die Angst Ihr Leben im Griff hat, müssen Sie sich immer mit der Frage quälen: Was wäre, wenn ich mich doch getraut hätte? Sich seiner Angst zu stellen, bedeutet noch lange nicht, dass es automatisch klappt. Aber dann haben Sie es wenigstens versucht.


  • Nehmen Sie Entscheidungen selbst in die Hand

    Wie heißt es so schön: Entscheidungen werden immer getroffen - entweder von Ihnen selbst oder von jemand anderem für Sie. So schwer eine Entscheidung auch fallen mag, es ist immer angenehmer, das eigene Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und wichtige Entscheidungen zu treffen.

    Das garantiert, dass Sie bei der Wahl Ihre eigenen Interessen verfolgen können - was andere längst nicht immer tun, da diese meist andere oder vielleicht sogar gegensätzliche Ziele haben.


  • Entwickeln Sie Dankbarkeit

    Gehören auch Sie zu den Menschen, die immer nur das sehen, was sie nicht haben? Und wenn dann etwas erreicht wurde, kann man sich gar nicht darüber freuen, weil gleich wieder etwas Neues fehlt. Natürlich sind Ziele wichtig, aber Sie müssen auch Dankbarkeit für all das entwickeln, was Sie bereits haben.

    Plötzlich erkennen Sie, wie gut es Ihnen bereits geht und wie viele Gründe Sie haben, um glücklich zu sein. Neid spielt dann keine Rolle mehr oder wird nur noch als Motivation genutzt, um weitere Ziele zu erreichen.


  • Wenn du verlierst, verliere nie die Lektion

    Eine weitere Lebensregel des Dalai Lama. Scheitern und Verlieren hat einen ungemein schlechten Ruf. Jeder möchte zu den Gewinnern gehören, zu denen, die es geschafft haben. Dabei wird oft vergessen: Scheitern ist nicht das Gegenteil von Erfolg, sondern ein wichtiger Teil davon.

    Es kann nicht immer alles klappen, perfekt und fehlerlos laufen. Nur wenn Sie fallen, können Sie wieder aufstehen und umso stärker weitermachen. Wichtig ist einzig und allein, dass Sie verstehen, was schief gelaufen ist, um es in Zukunft besser zu machen und den gleichen Fehler nicht zu wiederholen.


  • Leben Sie jeden Tag, als wäre es Ihr letzter

    Für manchen klingt das vielleicht ein wenig pathetisch, doch die Botschaft dahinter ist ungemein wichtig für ein glückliches Leben. Carpe diem sollte mehr als nur ein Motto sein, sondern als Lebensregel wirklich umgesetzt werden.

    Wie viele Tage verstreichen mehr oder weniger ungenutzt? Wie viele Vorhaben verwerfen Sie wieder, obwohl Sie sich diese so fest vorgenommen haben? Sie müssen nicht unbedingt jeden Tag daran denken, dass Sie irgendwann sterben werden - doch zu verstehen, dass die Zeit begrenzt ist, macht diese umso wertvoller.


  • Bleiben Sie ehrlich, auch wenn andere es nicht immer sind

    Leider wäre es utopisch zu erwarten, dass Sie von nun an nur noch ehrlichen Menschen begegnen. Mit Lügen werden Sie immer wieder konfrontiert - und dabei geht es nicht um die kleinen Notlügen, zu denen jeder hin und wieder greift, um die Gefühle eines anderen nicht zu verletzen oder um eine kleine Ausrede zu erfinden.

    Doch sollten Sie das Verhalten der anderen nicht als Rechtfertigung für eigene Unwahrheiten nehmen. Am Ende ist es Ihr eigenes Gewissen, das rein sein sollte und Sie müssen vor sich selbst rechtfertigen, dass Sie Menschen, die Ihnen nahestehen, angelogen haben. Mit Ehrlichkeit kommen Sie dabei in jedem Fall weiter und müssen sich selbst nichts vorwerfen.


  • Geben ist seliger als Nehmen

    Schon in der Bibel findet sich diese Lebensregel, die auch heute noch Bestand hat. Jemand anderem zu helfen, ein Lächeln zu verschenken oder einen Mitmenschen glücklich zu machen, ist viel erfüllender, als sich nur um sich selbst zu sorgen. Natürlich sollen Sie - wie oben bereits gesagt - auch an sich selbst denken, doch wenn Sie andere glücklich machen, werden Sie sich selbst umso besser fühlen.

    Wie Sie anderen etwas geben, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Es muss kein Geld sein, schon kleine Zeichen der Hilfsbereitschaft können ausreichen. Und manchmal ist ein ehrliches Danke alles, was Sie brauchen, um sich besser zu fühlen.


  • Verzeihen Sie anderen und sich selbst

    Streit lässt sich kaum vermeiden. Irgendwann kommt es zu Meinungsverschiedenheiten oder Reibungspunkten, bei denen keine Einigung erzielt werden kann, die Gemüter erhitzen sich und ein Wort gibt das andere. Wer solche Auseinandersetzungen nicht beenden kann, trägt sie immer mit sich herum, leidet darunter und verliert wichtige Beziehungen, die noch viele Jahre hätten bestehen können.

    Einen Fehler zu verzeihen ist nicht einfach, aber eine unerlässliche Fähigkeit. Nicht nur anderen gegenüber, sondern auch sich selbst. Reden Sie sich nicht über Monate und Jahre schlecht, weil Sie einmal etwas falsch gemacht haben.

[Bildnachweis: plprod by Shutterstock.com]

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