Es stimmt: Geben ist seliger als Nehmen

Wie oft hat man es von den Eltern zu hören bekommen: Geben ist seliger als Nehmen. Immer dann, wenn man etwas teilen oder verschenken sollte – und die Dinge am liebsten selbst behalten hätte. Was für Kinder meist noch schwer nachvollziehbar ist, wird mit den Jahren eine immer wichtigere Erkenntnis. Gerade in der heutigen Zeit geht es oftmals immer nach dem Motto Mehr, mehr, mehr… Im Alltag scheint nicht mehr viel Platz für den biblischen Gedanken des Gebens zu sein, stattdessen werden die Ellenbogen ausgefahren, um die eigenen Ziele zu verfolgen. Dabei zeigen Studien, dass Geben tatsächlich seliger als Nehmen ist – und es verschiedene Vorteile bringt, nicht nur an sich selbst zu denken, sondern anderen etwas abzugeben…

Es stimmt: Geben ist seliger als Nehmen

Geben ist seliger als Nehmen – nicht nur finanziell

Beim Thema Geben denken die meisten zunächst einmal an Geld. Man kann es verschenken, ausleihen oder benutzen, um jemand anderem etwas zu kaufen und so vielleicht einen Wunsch zu erfüllen. Gleichzeitig haben Forscher jedoch bereits herausgefunden, dass Geld allein nicht glücklich macht. Mit dem Wohlstand eines Landes nimmt die Zufriedenheit der Menschen nicht zu, mehr Geld führt also nicht automatisch zu mehr Glück.

Es kommt viel mehr darauf an, was man mit seinem Geld macht. Die Kanadische Sozialpsychologin Elizabeth Dunn konnte in ihren Studien zeigen, dass eben doch ein Zusammenhang zwischen Glück und Geld bestehen kann, aber eben anders, als die meisten erwarten. Geld zu haben, macht nicht glücklicher. Es für andere auszugeben oder jemandem damit zu helfen, führt hingegen zu größerem persönlichen Glück.

Doch nicht nur beim Geld ist Geben seliger als Nehmen. Auch in anderen Bereichen gilt: Wer an andere denkt, tut damit nicht nur etwas Gutes, sondern hilft auch sich selbst. Anderen etwas zu geben, sei es Trost, Zuspruch oder auch nur eine helfende Hand, sichert nicht nur die Dankbarkeit des Gegenübers und ein Lächeln auf seinem Gesicht, sondern steigert auch langfristig die eigene Zufriedenheit.

Warum uns das Geben so viel Freude bereitet

Schon kleine Gesten des Gebens führen dazu, dass wir uns besser fühlen. Ein freundliches Wort, mit dem wir einem Kollegen in einer schwierigen Situation helfen können oder eine kleine Aufmerksamkeit, mit der wir einem lieben Menschen etwas Gutes tun. Sich um eine andere Person zu kümmern, vermittelt das gute Gefühl, gebraucht zu werden. Tatsächlich konnten Studien sogar zeigen, dass die Bewohner eines Altenheimes weniger Anzeichen von Depressionen zeigten und insgesamt glücklicher waren, wenn sie einen Kanarienvogel hatten, den sie versorgten. Das tägliche Versorgen und Kümmern als Akt des Gebens reichte bereits aus, um die positiven Effekte hervorzurufen.

Andere Ergebnisse gehen sogar noch einen Schritt weiter: Wer auch im Alter noch im regen sozialen Kontakt mit seinem Umfeld steht, lebt im Schnitt länger. Entscheidend sind nicht nur die sozialen Beziehungen an sich, sondern auch die Art, wie diese geführt werden. Je aktiver man sich im Alter um die Kontakte kümmert, desto besser fühlt man sich und erhöht die Chance auf ein langes Leben.

Aber woran liegt es, dass Geben so viel Freude bereitet – und zwar auf beiden Seiten? Wissenschaftler vermuten, dass es ein wichtiger Instinkt ist, zusammenzuhalten und sich um die anderen zu kümmern. Auf diese Weise hatten bereits unsere Urahnen einen Vorteil, wenn es darum ging, sich gemeinsam gegen andere Gruppen durchzusetzen, in denen weniger an das gemeinsame Wohl gedacht wurde.

Darüberhinaus gibt es jedoch noch weitere Gründe, warum Geben seliger ist als Nehmen:

  1. Wer gibt, hat das Gefühl, etwas beizutragen

    Egal, ob man einer einzelnen Person oder mit einer Spende einer ganzen Organisation etwas gibt: Geben hat immer den Effekt, dass man selbst zu etwas anderem beiträgt. Oft genug fühlt man sich einer Situation hilflos ausgeliefert, doch durch das eigene Geben kann man die Dinge mehr in die Hand nehmen.

  2. Geben ist eine größere Inspiration

    Nehmen scheint der einfache Weg zu sein. Niemand ist beeindruckt, wenn er eine Geschichte von jemandem hört, der nur an sich selbst gedacht hat. Große Gesten des Gebens auf der anderen Seite sind eine Inspiration, sind bewundernswert und wecken den Wunsch, ebenfalls so zu handeln und anderen helfen zu können.

[Bildnachweis: IgorAleks by Shutterstock.com]
29. Juni 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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