Key Facts
- Bedeutung: Arbeitsfreude ist eine positive Grundhaltung zum eigenen Job, gekennzeichnet durch Spaß bei der Arbeit, intrinsische Motivation und Sinnhaftigkeit der täglichen Aufgaben.
- Auswirkungen: Sie sorgt für mehr Zufriedenheit (im Job und privat) und ist ein psychologisches Schutzschild gegen Stress, Überlastung und Erschöpfung.
- Erfolgsfaktor: Hohe Arbeitsfreude macht erfolgreich. Wer seinen Job gerne macht, ist deutlich produktiver, seltener krank und steigt schneller auf der Karriereleiter auf.
- Missverständnis: Arbeitsfreude heißt nicht, dass Sie jeden Tag lächelnd ins Büro kommen. Auch Frust gehört zum Joballtag – er überwiegt aber nicht.
Laut dem Gallup Engagement Index leisten 77 % der Arbeitnehmer in Deutschland aktuell nur noch Dienst nach Vorschrift. Das schadet Unternehmen mit einem geschätzten gesamtwirtschaftlichen Verlust von mehr als 120 Milliarden Euro – es belastet aber auch jeden Angestellten individuell, der täglich zur Arbeit kommt, ohne Freude daran zu haben.
Definition: Was bedeutet Arbeitsfreude genau?
Arbeitsfreude bezeichnet ein positives Gefühl, das Menschen beim Arbeiten und für ihren Job empfinden. Sie sind mehrheitlich mit Begeisterung bei der Sache und zeigen dadurch große Leistungsbereitschaft und Einsatzfreude.
Herkunft des Begriffs
Ursprünglich stammt der Begriff aus der Kritik am Taylorismus und der Entfremdung des Menschen von seiner Arbeit durch zunehmende Arbeitsteilung und Mechanisierung. Heute sprechen viele nur noch von „Arbeitstätigkeit“ oder „Arbeitszufriedenheit„, die jedoch einen passiven Zustand beschreiben. Synonym zur Arbeitsfreude wird von Arbeitslust, Arbeitseifer, Elan, oder Engagement gesprochen. Das Gegenteil zur Arbeitsfreude ist Jobfrust.
Welche Vorteile hat Arbeitsfreude?
Spaß im Job und hohe Arbeitsfreude haben zahlreiche positive Auswirkungen für Arbeitnehmer – und Arbeitgeber:
- Größerer Eifer und Einsatz
- Höhere Produktivität
- Stärkere Belastbarkeit
- Ansteckende Motivation
- Weniger Fehltage
- Hohe Identifikation mit dem Arbeitgeber
- Gesteigerte Loyalität
Was sind wichtige Faktoren für Arbeitsfreude?
Arbeitsfreude fällt nicht einfach so vom Himmel und ist kein Zufallsprodukt. Sie ist vielmehr das Resultat eines Zusammenspiels verschiedener innerer und äußerer Faktoren. Die US-Psychologen Edward L. Deci und Richard M. Ryan haben mit ihrer Selbstbestimmungstheorie das Fundament dafür gelegt, was Menschen im Kern motiviert und glücklich macht. Übertragen auf den Arbeitsplatz sind es vor allem vier Faktoren, die über die Arbeitsfreude entscheiden:
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Autonomie (Selbstbestimmung)
Das Maß an Freiheit bei der Erledigung der Aufgaben.
Wer selbst entscheiden darf, wie und wann er eine Aufgabe löst, empfindet deutlich mehr Stolz und Freude am Ergebnis als jemand, der stumpf nach Mikromanagement-Vorgaben agiert.
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Kompetenz
Das Gefühl, den Anforderungen gewachsen zu sein.
Wenn die eigenen Fähigkeiten perfekt mit der Schwierigkeit der Aufgabe matchen, entsteht das beflügelnde Gefühl von Meisterschaft und persönlichem Wachstum.
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Soziale Eingebundenheit
Die Qualität der Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten.
Ein wertschätzendes, von psychologischer Sicherheit geprägtes Umfeld ist der stärkste Multiplikator für gute Laune im Büro. Isolation oder Mobbing ersticken jede Freude.
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Sinnstiftung (Purpose)
Das Verständnis, warum die eigene Arbeit wichtig ist.
Wer den tieferen Sinn hinter seinen täglichen Anstrengungen, Excel-Tabellen oder Kundengesprächen versteht, entwickelt eine tiefe, dauerhafte Begeisterung, die auch anstrengende und langweilige Routinephasen überdauert.
Was kann die Freude im Job zerstören?
Umgekehrt gibt es zahlreiche Gründe und Ursachen, die die Arbeitsfreude zunichte machen können. Dazu zählen langweilige und sinnlose Aufgaben, fehlende Abwechslung oder Wertschätzung, regelmäßige Unterforderung (siehe: Boreout) sowie stupide Routine-Tätigkeiten. Ebenso können eine negative Unternehmenskultur oder mieser Führungsstil einem jegliche Freude an der Arbeit rauben. Dazu zählen zum Beispiel auch unrealistische Anforderungen durch den Chef oder das sog. Mikromanagement.
Unterschiedliche Wahrnehmung bei Chef und Mitarbeiter
Oft merken Führungskräfte gar nicht, dass sie durch fehlende Wertschätzung die Arbeitsfreude der eigenen Mitarbeiter rauben. Umfragen zeigen regelmäßig die unterschiedlichen Wahrnehmungen: Mehr als 80 % der Chefs sagen, dass sie ausreichend Wertschätzung zeigen – gleichzeitig sagen 67 % der Arbeitnehmer, dass sie sich nicht genug wertgeschätzt fühlen. 30 % der Beschäftigten sagen sogar, dass sie im Arbeitsalltag gar keine Anerkennung für erbrachte Leistungen bekommen, obwohl 93 % der Arbeitnehmer von sich selbst sagen, dass sie einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten.
Wie kann ich meine Arbeitsfreude wiederfinden?
Unsere Arbeitsfreude ist am größten, wenn wir uns im Job selbst verwirklichen können. Auch in der Maslowschen Bedürfnispyramide stellt dies die höchste Stufe der Erfüllung dar und bedeutet, dass wir unsere Talente und Potenziale frei entfalten und ausschöpfen können. Dies liegt aber zuerst und vor allem in unserer eigenen Verantwortung. Der Arbeitgeber hat zwar einen nicht unwesentlichen Anteil an der Arbeitsfreude der Mitarbeiter. Er kann sie aber auch nicht künstlich erzeugen, wenn Menschen im falschen Job sind oder keine intrinsische Motivation für ihren Beruf besitzen.
Selbstreflexion und Empowerment
Der Schlüssel zu größerer Arbeitsfreude sind Selbstreflexion, bei der Sie sich fragen, was Sie wirklich glücklich macht und ob Sie den perfekten Job haben, um sich darin zu verwirklichen. Und Empowerment – das bedeutet: Sie nehmen Ihre Selbstkompetenz wahr, jederzeit Ihre Arbeitsfreude zu steigern (siehe PDF). Im Zweifel durch einen beherzten Jobwechsel.
Tipps, wie Sie Ihre Freude im Job steigern
Mehr Spaß im Job finden Sie hauptsächlich durch Eigeninitiative. Im Folgenden finden Sie sieben bewährte Tipps, mit denen Sie die Freude im Job steigern können:
1. Blickwinkel ändern
Solange Sie nur die Mängel sehen und auf das Negative der Arbeit fokussieren, hat die Arbeitsfreude keine Chance. Ändern Sie Ihren Blickwinkel und konzentrieren Sie sich mehr auf das, was passt und sich gut anfühlt – zum Beispiel Lieblingskollegen oder spannende Projekte.
2. Ziele setzen
Setzen Sie sich für Ihre tägliche Arbeit immer wieder Ziele. Ziele geben uns nicht nur Orientierung – sie erzeugen auch immer wieder kleine Erfolgserlebnisse, wenn wir diese erreichen. Und die steigern den Spaß im Job deutlich.
3. Positiv reden
Positives Denken hatten Sie schon in Punkt 1. Dasselbe gilt für das Reden. Zum Beispiel über Kollegen und den Chef. Unsere Worte und Gedanken haben enormen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Wer immerzu über andere lästert und über seine Begrenzungen jammert, wird diese auch behalten (siehe: Calimero-Syndrom).
4. Mehr lachen
Was tautologisch klingt, hat einen psychologisch erwiesenen Hintergrund: Lachen ist gesund und Humor im Job steigert die Lebens- und Arbeitsfreude unmittelbar. Schon ein einfaches Lächeln (auch ohne Grund) macht sofort gute Laune (siehe: Facial-Feedback-Hypothese).
5. Offen bleiben
Kultivieren Sie eine offene Haltung gegenüber Veränderungen. Menschen, Märkte, Jobs und Unternehmen entwickeln sich weiter. Veränderungen sind dabei unausweichlich. Indem Sie diesem aber mit Neugier und Optimismus begegnen und darin primär Chancen entdecken, prägen Sie Ihr Denken wieder positiv und fördern größere Freude im Job.
6. Stärker einbringen
Arbeitsfreude entsteht nicht nur – sie wird gemacht. Und zwar von Ihnen selbst, indem Sie zum Beispiel eigene Projekte initiieren, Kollegen aktiv unterstützen oder Ihre Arbeit gestalten (siehe: Job Crafting). Dazu gehört auch, die persönlichen Kontakte auf der Arbeit zu pflegen und sein Netzwerk auszubauen. Soziale Bestätigung und Einfluss sind ebenfalls starke Faktoren für mehr Arbeitsfreude.
7. Entspannung pflegen
Immer nur funktionieren, funktioniert nicht. Eine permanente Anspannung im Job wird Ihnen zwangsläufig die Freude im Job nehmen. Umso wichtiger ist es, dass Sie in der Freizeit den Ausgleich suchen, sich wirklich erholen und mental den Job auf der Arbeit lassen (siehe: Work-Life-Separation). Die Haltung „Take it easy!“ bringt schon viel Arbeitsfreude zurück.
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