Lieblingskollegen-Lieblingskolleginnen-Lieblingsarbeitskollege
Es gibt so Menschen, mit denen kommt jeder klar. Diese als Kollegen auf der Arbeit zu haben, ist nie verkehrt. Nette und interessante Kollegen können Ihnen den Arbeitstag erleichtern oder dazu beitragen, dass Ihnen Ihr Job mehr Spaß macht und die Motivation auf einem hohen Level bleibt. Aber auch Einfluss und Macht scheinen bei der Wahl unserer bevorzugten Kollegen eine Rolle zu spielen. Nach welchen Kriterien man seine Lieblingskollegen wählt, untersuchte eine schottische Studie: Offenbar lassen wir uns noch immer von evolutionären Motiven leiten...

Lieblingskollegen: Hängt davon ab

Wer im Unternehmen die richtigen Freundschaften schmiedet, die Kollegen gekonnt beeinflusst, mit ihnen koaliert oder sie manipuliert und schlussendlich auf der Karriereleiter aufsteigt, verfügt - wahrscheinlich - über eine hohe machiavellische Intelligenz.

Verhaltensbiologen umschreiben machiavellische Intelligenz als die Fähigkeit, sich innerhalb einer sozialen Gruppe so clever zu verhalten, so geschickt mit den anderen Mitgliedern zu interagieren, dass man als Sieger aus dem Ränkespiel hervorgeht und Macht erringt - also ganz so, wie es dem Namensgeber Niccolo Macchiavelli im Florenz der Renaissance meisterhaft gelungen ist.

Machiavellische Intelligenz geht also auch weit über die emotionale Intelligenz hinaus, die vor allem Empathie und Einfühlungsvermögen meint. Es geht hierbei nicht nur darum, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, sondern auch die Schlüsse daraus zu ziehen, die für das eigene Fortkommen wichtig sind. Berechnung und Kalkül spielen zugegebenermaßen eine Rolle. Was in dem Zusammenhang zweifellos auch wichtig ist: die Auswahl von Freunden und Verbündeten.

Lieblingskollege: Maskulin oder feminin?

Christopher Watkins von der Universität Abertay in Dundee und Benedict Jones von der Universität Glasgow wollten wissen, nach welchen Kriterien wir unsere Verbündeten auswählen. Ihre Studie erscheint in der Dezember-Ausgabe des Fachmagazins Behavioral Ecology and Sociobiology.

Für ihr Online-Experiment wählten die beiden Schotten insgesamt 246 junge Erwachsene aus. Diese sollten sich in vier verschiedene Szenarien hineindenken, in denen es stets um gleichgeschlechtliche Konkurrenz ging:

  • Im ersten Szenario gewannen die Probanden eine körperliche Auseinandersetzung mit einem Rivalen.
  • Im zweiten verloren sie.
  • Im dritten Szenario wurden sie befördert.
  • Im vierten wurden sie nicht befördert.

Daraufhin zeigte man den Teilnehmern 20 Gesichtspaare, von Männern wie Frauen. Die Fotos hatte man am Rechner so bearbeitet, dass jeder Porträtierte einmal maskulinere, einmal femininere Gesichtszüge aufwies. Immer zwei Bilder der gleichen Person also. Die verweiblichten Gesichter hatten zum Beispiel größere Augen, waren weniger kantig.

Nun sollten die Teilnehmer auswählen: Welche der beiden Personen wäre in welcher Situation für mich der bessere Verbündete?

Freundin: Bitte die weibliche!

Wurden den Teilnehmern Gesichtspaare von Frauen gezeigt, war die Bewertung eindeutig: Nahezu alle - ob männlich oder weiblich - wählten stets die Frau mit den weiblicheren Gesichtszügen als bevorzugte Verbündete aus.

Ging es aber darum, die richtigen Männer auszuwählen, war die Sache komplizierter: Die Männer selbst entschieden sich meist für den Geschlechtsgenossen, der maskuliner wirkte, vor allem, wenn sie zuvor (in ihrer Vorstellung) einen Kampf verloren hatten.

Frauen dagegen entschieden sich in dieser fiktiven Situation häufiger für den femininen Typen. Ein Zeichen machiavellischer Intelligenz?

"Die Präferenz für dominant-wirkende männliche Verbündete könnte den Erfolg in einem Wettkampf mit rivalisierenden Gruppen herbeiführen, ein wichtiger Aspekt für Männer im Laufe unserer Evolutionsgeschichte", schreiben die Autoren.

Doch zeigte sich dieses Muster nicht in allen Szenarien.

Wenn sich die Teilnehmer vorstellen sollten, befördert oder eben nicht befördert zu werden, wählten sie als Freund eher den Mann mit dem femininen Gesicht aus - und zwar sowohl die Männer als auch die Frauen.

Feminin wirkenden Menschen hingegen spricht man gemeinhin soziale Kompetenzen zu und die Fähigkeit, anderen im Falle einer Niederlage emotionalen Beistand zu leisten. Mutmaßung also: In dieser Situation ist es für den Betroffenen wichtiger, emotionale Unterstützung zu erhalten, als Stärke demonstrieren zu können.

Verbündete: Kampfgenosse und Trostspender

Grundsätzlich aber gelte, so die Einschätzung der Forscher:

  • Männer suchen sich Verbündete, mit denen sie im Wettbewerb bestehen können, mit denen sie gewissermaßen gemeinsam in die Schlacht ziehen können.
  • Frauen suchen sich Freunde, die ihnen soziale Unterstützung bieten können.

Das habe eine evolutionäre Basis. Starke Verbündete halfen Männern früher nicht nur im Kampf mit anderen Clans, sondern auch dabei, ihre eigene soziale Stellung zu verbessern.

Andererseits gelten dominante Menschen, so Watkins, als weniger fair und hilfsbereit. Ein Nachteil, wenn es darum geht, Ressourcen zu teilen.

In Zeiten ökonomischer Not sei es daher möglicherweise ein Vorteil (gewesen), eine weniger dominante, sondern auf Ausgleich und Ressourcenteilung ausgerichtete Person zum Freund zu haben. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Geschlechter unterschiedlich auf Gesichtsmerkmale reagieren", sagt Watkins. Die Reaktionen seien aber eben auch davon abhängig, in welcher Situation man sich gerade befinde.

Allerdings: Hierbei handelte es sich um eine reine Simulation. Vorstellbar also, dass die vielen grundverschiedenen Situationen im echten Leben völlig andere Effekte und Präferenzen auslösen. Zudem beurteilten die Probanden ihre Testobjekte ausschließlich nach dem Gesicht und nach Gesichtsmerkmalen.

Und: Wenn sich die Begleitumstände ändern, kann sich auch unsere Meinung über die andere Person sehr schnell wieder in eine neue Richtung drehen.

Lieblingskollegen: Ein Grund für Zufriedenheit

Mindestens acht Stunden am Tag, fünf Tage pro Woche und das Ganze für fast 40 Jahre Berufsleben - ein großer Teil des Lebens spielt sich am Arbeitsplatz ab. Der Wunsch, sich dabei nicht mit miesen Kollegen rumschlagen zu müssen, ist daher nur allzu verständlich.

Wie Ihr Verhältnis zu Ihren Kollegen ist, können Sie übrigens an ein paar einfachen Fragen feststellen. Das einzige, was Sie für diesen Test benötigen, ist Ehrlichkeit bei den Antworten:

  • Freuen Sie sich schon auf Ihre Kollegen, bevor Sie überhaupt ins Büro fahren?
  • Gibt es Gesprächsthemen, die über die tägliche Arbeit hinausgehen?
  • Fühlen Sie sich im Büro als Teil eines funktionierenden Teams?
  • Ist die Arbeitsatmosphäre die meiste Zeit positiv?
  • Haben Sie auch außerhalb Ihres Arbeitsplatzes Kontakt zu den Kollegen?

Erkennen Sie sich und Ihre Kollegen oft wieder? Herzlichen Glückwunsch! In Ihrem Team scheint die Chemie zu stimmen. Damit erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in Ihrer aktuellen Position zufrieden sind. Denn neben dem Gehalt und der Arbeitszeit ist es vor allem das Verhältnis zu Chef und Kollegen, das darüber entscheidet, wie wohl wir uns am Arbeitsplatz fühlen.

Lieblingskollegen: Sie sind das Beste am Job

Das Beste an der Arbeit sind die Kollegen

Das Beste an der Arbeit sind die Kollegen. Geht es um ihren Job, sind fast drei Viertel der Deutschen zufrieden mit dem Teamgeist in der Firma (74 Prozent). An zweiter Stelle der Zufriedenheitsliste kommen schon die Arbeitsinhalte (70 Prozent), gefolgt vom Arbeitsumfeld (66 Prozent). Auch sind mehr als die Hälfte zufrieden mit den Erwartungen ihrer Chefs und mit ihrer Work-Life-Balance (je 51 Prozent). Zum Vergleich:

Deutsche haben die höchste Unternehmenstreue in Europa

Für die europäischen Befragten liegt in der Zufriedenheitsskala der Arbeitsinhalt (71 Prozent) ganz vorne, gefolgt von den Kollegen (66 Prozent) und Arbeitsumfeld (64 Prozent). Das ist das Ergebnis einer internationalen Nielsen-Umfrage.

Luft nach oben sehen die Deutschen hingegen bei den Punkten...

  • Gehalt (45 Prozent)
  • Gesundheit (42 Prozent)
  • Altersvorsorge (34 Prozent)
  • Sparvorteile (33 Prozent)

Fast ein Viertel (24 Prozent) der Deutschen gibt zudem an, dass sie zwischen elf und 20 Jahre in ihrem aktuellen Job bleiben wollen - der höchste Wert in ganz Europa. In keinem anderen Land ist die Unternehmenstreue größer als in Deutschland. Auch wenn der Trend zu immer kürzeren Beschäftigungszeiten geht, sind die Deutschen im europäischen Vergleich eher langzeitorientiert.

Typologie der beliebtesten Mitarbeiter

Monkey Business Images/shutterstock.comMit wem kommen Sie im Büro am besten klar? Mit Ihrem netten Büronachbarn, da Sie ohnehin fast den gesamten Arbeitstag mit ihm verbringen?

Oder doch mit dem Lieblingsarbeitskollegen, zu dem Sie einfach einen besonders guten Draht haben? Vielleicht haben Sie die gleichen Hobbys, fiebern mit derselben Fußballmannschaft mit oder teilen einen ähnlichen Humor.

Was es auch ist: Der Kollege ist bei Ihnen beliebt. Doch wie sieht es allgemein aus? Welche Kollegen kommen gut an? Wir haben eine Typologie der beliebtesten Mitarbeiter zusammengestellt.

  1. Der kreative Problemlöser

    Wenn es einmal kompliziert wird, ist er genau der richtige Kollege: Der kreative Problemlöser. Wo andere bereits verzweifeln, fängt für ihn der Spaß erst an. Seine Ideen entspringen einer endlosen Quelle der Inspiration. Ein solcher Kollege ist im Team immer beliebt. Er sorgt durch seine Lösungsvorschläge nicht nur für mehr Produktivität, sondern verbessert auch die Atmosphäre. Niemand denkt ans Aufgeben, wenn er weiß, dass immer jemand in der Nähe ist, der die passende Antwort auf jede Frage hat.

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  2. Die gute Seele des Büros

    Jedes Büro braucht sie und zum Glück ist sie in den meisten auch zu finden: Die gute Seele. Häufig handelt es sich dabei um eine Kollegin, die schon länger dabei ist und sich dementsprechend gut auskennt. Sie hat immer ein offenes Ohr, für berufliche und private Probleme gleichermaßen und nimmt auch neue Mitglieder des Teams unter ihre Fittiche. Bei Unstimmigkeiten übernimmt sie die Rolle der Vermittlerin, da sie ein gutes Verhältnis zu allen anderen Kollegen hat - und durch ihre herzliche Art bei jedem beliebt ist.

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  3. Der engagierte Macher

    Er ist pragmatisch und immer konzentriert. Ein typischer Macher ist ein wichtiger Bestandteil jedes Teams und in der Regel auch sehr beliebt. Dies liegt vor allem daran, dass jeder sich auf das Wort des Machers verlassen kann. Wenn er sagt, dass etwas getan wird, dann wird es auch getan. Er verschwendet keine Zeit mit viel Gerede, sondern widmet sich gleich der Arbeit. Eine solche Mentalität schüchtert manchmal ein, richtig aufgenommen wirkt sie aber inspirierend und motivierend zugleich.

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  4. Der Freizeit-Koch

    Egal ob frischer Kuchen, ein hausgemachte Marmelade oder eine selbst gemachte Pizza für die Mittagspause - wer einen Freizeit-Koch als Kollegen hat, wird diese Vorzüge genießen können. Verständlich, dass er bei den Kollegen sehr beliebt ist. Gepaart ist das kulinarische Talent oft mit einer freundlichen und offenen Art. Als Dank reicht ihm meist, dass es den Büronachbarn schmeckt.

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  5. Die sympathische Gute-Laune-Fee

    Das Projekt droht den Bach runter zu gehen, der Chef steht kurz vor einem Wutausbruch und das Telefon steht kaum noch still, da der Kunde dauerhaft mit neuen Wünschen und Nachfragen nervt. Viele stecken hier gestresst und frustriert den Kopf in den Sand. Ein Glück, wer für diese Situation die passende Kollegin hat. Mit ihrer unerschütterlichen positiven Ausstrahlung schafft sie es auch im größten Chaos, gute Laune zu verbreiten, die Stimmung der Kollegen wieder zu heben und mit ihrem Lächeln anzustecken.

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  6. Der hilfsbereite Freund

    Ein Freund, ein guter Freund... Dieses Lied kennen Sie wahrscheinlich und auch im Büro bewahrheitet es sich immer wieder. Ein Kumpeltyp im Job ist bei vielen Kollegen sehr beliebt. Er hört sich die eigenen Sorgen an, hilft bei Problemen oder übernimmt einen Kunden, zu dem Sie selbst keinen guten Draht haben. Ein weiterer Punkt: Er kann Sie ablenken. In den Pausen bringt er Sie auf andere Gedanken und sorgt für die nötige Erholung. Und zu zweit fällt ohnehin alles leichter.

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Keine Lieblingskollegen: Meinungsverschiedenheiten können ein Team besser machen

Beste Kollegin-Lieblingsarbeitskollege-LieblingskolleginnenLeider ist es im Büro aber nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen. Fast jeder Arbeitnehmer hat in seiner beruflichen Laufbahn schon einmal Negativbeispiele kennenlernen müssen. Ein schrecklicher Chef, der sich im Ton vergreift, der besserwisserische Kollege, der sich überall einmischt oder die arrogante Kollegin, die Sie einfach nicht leiden können.

Auch wenn es verständlich ist, dass jeder am liebsten nur mit Kollegen zusammenarbeiten möchte, mit denen er sich gut versteht, ist dies für die gemeinsame Leistung dennoch nicht die beste Alternative. Es ist ein Trugschluss, dass die Ergebnisse immer dann am besten sind, wenn alle einer Meinung sind.

Tatsächlich helfen Meinungsverschiedenheiten dabei, Teams besser und produktiver zu machen. Permanente Zustimmung mag zwar angenehm sein und wirkt sich definitiv positiv auf die Arbeitsatmosphäre aus, bessere Ergebnisse werden jedoch erzielt, wenn unterschiedliche Ansichten, Meinungen und Vorschläge gegeneinander abgewogen werden. Erst in der Diskussion entstehen die besten Ergebnisse.

Fehlt der Widerspruch, werden auch mögliche Fehler oder Schwachstellen nicht erkannt, die ein Kritiker sofort aufgedeckt hätte. Dieser Weg ist sicherlich anstrengender, doch wer gute Leistungen bringen will, sollte sich nicht nur Lob von Fürsprechern holen, sondern sich auch konstruktive Kritik und andere Meinungen anhören und offen sein, etwas zu verbessern.

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[Bildnachweis: racorn, Monkey Business Images by Shutterstock.com]

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