Kollegenschwein: Diese hinterhältigen Typen sollten Sie kennen

Wir-Gefühl, Teamarbeit, Zusammengehörigkeit und die Einstellung Wir ziehen alle an einem Strang, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen. Einfach toll, wie es an Arbeitsplätzen abläuft. Denkste! Für viele Arbeitnehmer ist und bleibt ein solches Betriebsklima nur eine Wunschvorstellung. Stattdessen gilt eher eine Büro-ist-Krieg Mentalität. Jeder, der im Job mit anderen zusammenarbeitet, kennt mindestens ein richtiges Kollegenschwein. Das nervt, macht die Arbeit zur anstrengenden Qual und kann soweit führen, dass Sie mit dem Gedanken an einen Jobwechsel spielen. Solche Macht sollten Sie einem Kollegenschwein aber nicht geben – sondern die unterschiedlichen Typen erkennen und lernen, richtig auf diese zu reagieren…

Kollegenschwein: Diese hinterhältigen Typen sollten Sie kennen

Konkurrenz macht Kollegenschweine

Manche Kollegenschweine sind einfach so, wie sie eben sind. Das für andere unerträgliche Verhalten liegt ihnen im Blut und entspricht ihrer Persönlichkeit. Allerdings ist das eher die Ausnahme. Oder anders gesagt: Viele der Kollegen, die Ihnen so richtig auf die Nerven gehen, sind erst mit der Zeit und durch die Situation im Job so geworden.

Der Charakter spielt dabei aber auch eine Rolle, denn nicht jeder im Team wird gleich zum Kollegenschwein, obwohl die gleichen Bedingungen im Beruf herrschen. So ist Konkurrenzdenken und der große Wettbewerb untereinander ein entscheidender Faktor, der aus einem Mitarbeiter ein echtes Kollegenschwein machen kann.

Um nicht unterzugehen, fährt mancher die Ellenbogen aus. Es wird zunehmend nur noch an den eigenen Vorteil gedacht, um sich zu behaupten. Dass die anderen Kollegen darunter leiden, dass man selbst unfair ist und sich durch sein unsympathisches Verhalten nicht gerade beliebt macht, wird dabei ignoriert und vor sich selbst gerechtfertigt.

Die anderen sind schließlich auch nicht besser – und je mehr Leute so denken, desto mehr Kollegenschweine gibt es in der Arbeitswelt. Konkurrenz wird es im Job immer geben und so werden auch Kollegenschweine nie ganz verschwinden. Eine bessere Arbeitsatmosphäre, in der Teamwork tatsächlich gelebt wird, kann aber ein Schritt in die richtige Richtung sein. Ausgangspunkt ist dabei die Führungsarbeit von Vorgesetzten, die entsprechendes Verhalten fördern und gleichzeitig hinterhältiges Handeln unterbinden müssen.

Und mit den verbleibenden Kollegenschweinen müssen Sie richtig umgehen, um sich von diesen nicht den Spaß an der Arbeit verderben zu lassen.

Die häufigsten Kollegenschweine im Job

Kollegenschweine treten in den unterschiedlichsten Formen und Varianten auf. Sie alle haben aber gemeinsam, dass es kein Zuckerschlecken ist, mit ihnen arbeiten zu müssen. Glücklicherweise gibt es aber eine weitere Gemeinsamkeit: Sie können lernen, auf jede Art von Kollegenschweinen zu reagieren.

Statt jeden Tag aufs Neue die eigenen Nerven auf die Probe zu stellen, können Sie dafür sorgen, dass das Verhalten aufhört, zumindest nachlässt oder Sie persönlich weniger stört. Wir stellen Ihnen die verschiedenen Arten von Kollegenschweinen im Job vor und erklären, woran Sie diese hinterhältigen Typen erkennen und was Sie dagegen tun können:

  • Kollegenschwein: Der Faulenzer

    Überall bricht Hektik aus, der Stress wird immer größer und bei all den Aufgaben wissen Sie gar nicht mehr, wo Ihnen der Kopf steht. Das alles interessiert den Faulenzer nicht. Er schafft es, sich irgendwie aus allem rauszuhalten und fällt eigentlich nur dadurch auf, dass er anderen bei der Arbeit zusieht. Das macht er allerdings geschickt, sieht beschäftigt aus und bleibt unter dem Radar vom Chef. An Ihnen bleiben dann noch mehr Aufgaben hängen, die eigentlich das Kollegenschwein erledigen müsste.

    Der richtige Umgang mit diesem Kollegenschwein besteht darin, den Faulenzer zu entlarven. Machen Sie deutlich, wie wenig derjenige zum Erfolg des Teams beiträgt. Das kann schon durch eine einfache Frage wie Woran arbeitest du gerade eigentlich? geschehen, die den Gegenüber in Erklärungsnot bringt.


  • Kollegenschwein: Die Fallenstellerin

    Nur darauf lauern, dass andere einen Fehler machen, um dann dem Chef ganz nebenbei zu sagen, wessen Schuld das Problem beim Projekt war? Oder gleich durch fehlende Information oder gezielte Missinformation Fehler bei den Kollegen provozieren? Diese Art von Kollegenschweinen sind ganz besonders hinterhältig und wollen sich selbst besser präsentieren, indem sie andere in die Falle locken.

    Hier ist besondere Vorsicht geboten, da Sie jederzeit damit rechnen müssen, geradewegs in eine Falle zu laufen. Je weniger Fehler machen, desto weniger Angriffsfläche bieten Sie dieser Art von Kollegenschweinen – und wenn Sie zeigen, dass bei Ihnen die Mühe nichts bringt, werden Sie als potenzielles Opfer uninteressant.


  • Kollegenschwein: Der Abstauber

    In fast jedem Team gibt es diesen einen Kollegen, der es bei jeder Gelegenheit schafft, die Anerkennung für die gesamte Leistung einer Gruppenarbeit zu bekommen. Fünf Personen haben alle mitgearbeitet doch am Ende sagt der Chef nur Sehr gut gemacht, Herr Müller. Daran können die anderen sich ein Beispiel nehmen. Natürlich korrigiert das Kollegenschwein ihn nicht oder sagt, wer noch beteiligt war, schließlich hat er sein Ziel erreicht und erntet alleine die Lorbeeren.

    Die besten Chancen, etwas gegen diesen Typ zu unternehmen, haben Sie, wenn Sie klar und deutlich machen, dass Sie sich das Verhalten nicht gefallen lassen. Stehen Sie nicht stillschweigend daneben, während er die Anerkennung abstaubt, sondern tun Sie sich mit den anderen Beteiligten zusammen und machen Sie deutlich, dass es eine Teamleistung war.


  • Kollegenschwein: Die Angeberin

    Der Chef war ganz begeistert von meinem Vorschlag… oder Hab ich eigentlich schon erzählt, wie ich diesem großen Kunden das Projekt verkauft habe? Jedem wird von den eigenen Leistungen berichtet, ob die anderen es nun hören wollen oder nicht. Gerne auch dann, wenn andere gerade von der eigenen Arbeit berichten, schlägt dieses Kollegenschwein zu und versucht das Gesagte zu übertrumpfen.

    Manchmal ist nichts tun die beste Strategie. So auch hier: Einem Kollegen, der ständig angeben möchte, begegnen Sie am besten mit totalem Desinteresse. Gehen Sie einfach darüber hinweg und ignorieren Sie den Versuch, sich in den Vordergrund zu drängen. Die fehlende Aufmerksamkeit wird den Angeber in die Knie zwingen.


  • Kollegenschwein: Der Egoist

    Mit dem Team will er eigentlich nichts zu tun haben, Absprachen interessieren ihn nicht und er verfolgt bei jeder Gelegenheit nur seine eigenen Ziele. Egoisten stören sich nicht daran, was für alle das Beste ist, ihnen geht es nur darum, was ihnen selbst einen Vorteil verschafft.

    Es ist oft schwierig bis unmöglich, einen Egoisten zum Teamplayer zu machen. Der Versuch kostet Sie daher vermutlich Zeit und Nerven, nur um am Ende doch zu scheitern. Besser ist es, den Egoisten sein Ding machen zu lassen und sich an die Kollegen zu halten, die wirklich gemeinsam arbeiten wollen. Das bedeutet auch, dass der Egoist alleine auf die Nase fallen kann, wenn er auf dem Holzweg ist und niemand ihn darauf hinweist.


  • Kollegenschwein: Die Schleimerin

    Der Chef hat ausschließlich tolle Ideen, es kann gar nicht oft genug zugestimmt und betont werden, wie innovativ und zukunftsfähig die Entscheidungen sind… Schleimer kleben regelrecht am Vorgesetzten und versuchen, sich auf diese Weise beliebt zu machen, um einen Vorteil aus der Position zu ziehen.

    Sie können das Verhalten ansprechen und zeigen, dass Ihnen die Schleimerei nicht entgeht. Unterbinden muss es aber der Chef selbst, was leider nicht viele tun, da es natürlich dem eigenen Ego schmeichelt. Genugtuung verschaffen Sie sich, wenn Sie durch Leistung und gute Argumente überzeugen und so den Chef auf Ihre Seite bringen.


  • Kollegenschwein: Der Dieb

    Sie haben eine wirklich gute Idee, um die Abläufe zu optimieren, wodurch Zeit und Geld gespart werden kann. Im nächsten Meeting wollen Sie es dem Chef vorschlagen, zuvor fragen Sie einen Kollegen nach seiner Meinung, der sich ebenso begeistert gibt. Kurz darauf spaziert genau dieser Kollege zum Chef und präsentiert Ihren Einfall als seine eigene Idee.

    Der erste Impuls ist verständlicherweise Wut, da ein andere Erfolg mit Ihrer Idee hat. Es ist jedoch schwierig, nun hinzugehen und zu sagen, dass es eigentlich Ihr Einfall war. Ein besseres Vorgehen ist es, die Schwachstellen kritisch zu hinterfragen und den Dieb so zu Erklärungen zu zwingen, die er nicht liefern kann.


  • Kollegenschwein: Die Hilfesuchende

    Es sollte ganz normal sein, sich im Job gegenseitig zu unterstützen und einzuspringen, wenn ein Kollege gerade nicht weiterkommt und Hilfe benötigt. So stimmen Sie selbstverständlich zu, als Sie gefragt werden, ob Sie noch einmal einen prüfenden Blick auf die Präsentation werfen können. Doch bleibt es nicht bei einem Gefallen. Dieses Kollegenschwein beginnt langsam, versucht dann aber immer mehr Arbeit bei Ihnen abzuladen und verkleidet das Ganze hinter der unschuldigen Frage Könntest du vielleicht noch einmal kurz…

    Klare Grenzen und ein deutliches Nein sind die besten Abwehrmechanismen. Lassen Sie sich nicht ausnutzen und lassen Sie sich auch kein schlechtes Gewissen einreden. Natürlich sollen Sie weiterhin hilfsbereit sein, doch nicht in einem solchen Maße, dass Sie die gesamte Arbeit für jemand anderen erledigen.


  • Kollegenschwein: Der Schlaumeier

    Sein Schlachtfeld ist das Meeting und er wartet nur darauf, dass jemand anders etwas sagt. Dann kommt die große Stunde des unbeliebten Schlaumeiers. Er weiß grundsätzlich alles besser, hat an jeder Idee etwas auszusetzen und findet mindestens drei Punkte, die er spontan verbessern würde.

    Eine effektive, wenn auch nicht ganz einfache Strategie gegen Besserwisser: Gehen Sie selbst noch einmal in die Offensive und korrigieren Sie den Schlaumeier. Damit rechnet dieser ganz sicher nicht und so weiß er oft nicht, wie er damit umgehen soll.


  • Kollegenschwein: Die Tratschtante

    Alles, was Sie sagen, kann und wird im Flurfunk gegen Sie verwendet. Die Gerüchteküche brodelt an den meisten Arbeitsplätzen und oft ist es eine Person, die diese mit aller Kraft befeuert. Jeder Tratsch wird sofort verbreitet, jedes Gerücht breitgetreten und jede noch so kleine Spur einer Information an alle Kollegen weitergegeben.

    Für Sie gilt: Halten Sie sich aus dem Klatsch und Tratsch raus. Je weniger Sie preisgeben, desto weniger kann auch über Sie gelästert werden. Gleichermaßen sollten Sie keine Halbwahrheiten oder Gerüchte verbreiten, die Ihnen zu Ohren gekommen sind. Dann hat dieses Kollegenschwein nichts mehr, worüber geredet werden kann.


  • Kollegenschwein: Der Mobber

    Die wahrscheinlich aggressivste Form eines Kollegenschweins ist der Mobber. Er macht anderen Mitarbeitern das Leben wirklich zur Hölle, grenzt diese aus, beleidigt, kritisiert ohne Grund oder bedroht sogar. Das Mobbing kann dabei sogar soweit gehen, dass die Gesundheit des Opfers leidet oder dieses den Job kündigt.

    Wenn Sie selbst von Mobbing betroffen sind oder es an Ihrem Arbeitsplatz mitbekommen, sollten Sie sich sofort an den Chef wenden. Alleine ist es oftmals schwer, sich gegen einen Mobber zu wehren, weshalb der Chef einschreiten muss.

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]
9. März 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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