Kollege Kotzbrocken: Woran erkennen? Was tun?

Was tun, wenn der Kollege ein echter Kotzbrocken ist? Manche Mitarbeiter sind anstrengend, rücksichtslos oder schlicht schwer zu ertragen. Sie überschreiten Kompetenzen, spielen sich als Chef auf, verbreiten schlechte Stimmung oder machen anderen das Leben schwer. Woran Sie einen Kollegen Kotzbrocken erkennen, welche Verhaltensweisen besonders nerven und wie Sie richtig damit umgehen…

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Definition: Was ist ein Kotzbrocken?

Das derbe Schimpfwort „Kotzbrocken“ bezeichnet einen Menschen, den wir als besonders unsympathisch, widerwärtig oder abstoßend empfinden. Im Job sind damit meist Kollegen gemeint, deren Verhalten eine kollegiale Zusammenarbeit dauerhaft erschwert.

Allerdings ist nicht jeder schwierige Kollege gleich ein Kotzbrocken. Menschen haben unterschiedliche Charaktere, Gewohnheiten und Arbeitsweisen. Was Sie nervt, kann ein anderer vollkommen gelassen sehen. Entscheidend wird deshalb weniger eine einzelne Marotte als die Häufung problematischer Verhaltensweisen.

Kotzbrocken Synonyme

Synonyme und ähnliche Begriffe für Kotzbrocken sind Ekel, Widerling, Mistkerl, Fiesling, Drecksack oder Arschloch. Die Bezeichnungen sind derb und teilweise beleidigend. Im Berufsleben sollten Sie deshalb nicht die Person beschimpfen, sondern problematisches Verhalten konkret ansprechen.

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Was zeichnet Kollege Kotzbrocken aus?

Kollegen können wir uns nicht aussuchen. Im Berufsleben treffen unterschiedliche Bürotypen, Temperamente und Arbeitsweisen aufeinander. Darunter gibt es Verhaltensweisen, die eine Zusammenarbeit besonders schwierig machen. Je mehr davon zusammenkommen und je häufiger sie auftreten, desto eher wird ein Mitarbeiter zum Kotzbrocken:

Verhalten

Typisches Merkmal

Unzuverlässigkeit Absprachen werden vergessen, Termine nicht eingehalten und andere müssen die Folgen auffangen.
Verantwortung abschieben Unangenehme Aufgaben oder eigene Fehler landen bevorzugt bei den Kollegen.
Besserwisserei Jede Aussage wird korrigiert, ergänzt oder ungefragt kommentiert.
Schwarzmalerei Neue Ideen werden schlechtgeredet und zu jedem Vorschlag findet sich sofort ein Problem.
Lästern Über abwesende Kollegen wird gespottet, getratscht oder hinter deren Rücken Stimmung gemacht.
Angeberei Eigene Leistungen und Fähigkeiten werden herausgestellt, während Beiträge anderer kaum zählen.
Ideenklau Fremde Vorschläge oder Leistungen werden als eigene verkauft.
Respektlosigkeit Andere werden unterbrochen, bloßgestellt, herablassend behandelt oder persönliche Grenzen missachtet.
Lügen Tatsachen werden verdreht oder Unwahrheiten erzählt, wenn es dem eigenen Vorteil dient.
Intrigen Kollegen werden gegeneinander ausgespielt, angeschwärzt oder gezielt ausgebremst.

Sicher, nicht jeder Kotzbrocken zeigt sämtliche Eigenschaften. Gerade das macht den Typ so schwer greifbar: Der eine nervt durch Rechthaberei und schlechte Stimmung, der andere durch Egoismus und mangelnde Verlässlichkeit. Gemeinsam ist ihnen, dass ihr Verhalten die Zusammenarbeit wiederholt belastet.

Sexismus ist keine nervige Marotte

Eine klare Grenze ist erreicht, wenn aus schlechtem Benehmen Diskriminierung oder sexuelle Belästigung wird. Dazu gehören anzügliche Bemerkungen und unerwünschte Annäherungen. Auch Frauen regelmäßig zu unterbrechen (sog. Manterrupting) oder ihre Fachkompetenz allein aufgrund ihres Geschlechts abzuwerten, ist mehr als eine lästige Angewohnheit! Solches Verhalten müssen Sie nicht hinnehmen. Je nach Schwere und Häufigkeit sollten Betroffene die Vorfälle dokumentieren und Vorgesetzte, Personalabteilung oder Betriebsrat einschalten.

Wie gehe ich mit Kollege Kotzbrocken um?

Sie müssen einen unangenehmen Kollegen weder mögen noch erziehen. Ziel ist vielmehr eine professionelle Zusammenarbeit, bei der Sie Ihre eigenen Grenzen schützen. Vier Strategien haben sich hierbei bewährt:

1. Nicht über jede Marotte ärgern

Prüfen Sie zunächst, was Sie tatsächlich beeinträchtigt. Ein lautes Lachen, seltsamer Humor oder andere Arbeitsgewohnheiten können nerven, sind aber noch kein ernsthafter Konflikt. Manchmal hilft es, Eigenheiten zu akzeptieren, statt sich täglich darüber aufzuregen.

2. Störendes Verhalten ansprechen

Beeinträchtigt das Verhalten Ihre Arbeit oder überschreitet es persönliche Grenzen, sollten Sie es frühzeitig ansprechen – zunächst möglichst im 4-Augen-Gespräch. Beschreiben Sie konkret, was passiert: „Wenn du meine Entscheidungen vor dem Team ständig kommentierst, erschwert das meine Arbeit.“ Vermeiden Sie aber persönliche Angriffe. „Du bist ein Kotzbrocken!“ provoziert lediglich Gegenwehr. Über ein konkretes Verhalten und dessen Folgen lässt sich wesentlich besser sprechen.

3. Ziehen Sie klare Grenzen

Zeigt das Gespräch keine Wirkung, müssen Sie deutlicher werden. Sagen Sie, welches Verhalten Sie nicht akzeptieren und was Sie künftig erwarten. Bei wiederholten oder gravierenden Vorfällen kann es sinnvoll sein, Absprachen und Ereignisse zu dokumentieren. Werden der Betriebsfrieden oder die Zusammenarbeit dauerhaft beeinträchtigt, können Vorgesetzte oder der Betriebsrat die nächsten Ansprechpartner sein. Besonders bei Beleidigungen, Diskriminierung, Drohungen oder gezielter Schikane sollten Sie nicht versuchen, alles allein auszuhalten.

4. Suchen Sie Abstand

Manche Menschen ändern ihr Verhalten trotz aller Gespräche nicht. Dann hilft oft nur Distanz: Beschränken Sie den Kontakt auf das beruflich Notwendige und vermeiden Sie unnötige Reibungsflächen. Ist eine enge Zusammenarbeit unvermeidbar und belastet die Situation Sie dauerhaft, kommen auch ein Teamwechsel oder als letzte Konsequenz ein Jobwechsel infrage. Sie müssen nicht jahrelang in einem Umfeld bleiben, das Ihnen täglich Energie raubt.

Umfeld Beeinflussen Auswaehlen Einfluss Entscheidung

Sonderfall: Brilliant Jerks

Besonders schwierig sind Kollegen, die fachlich brillant, menschlich aber unerträglich sind. Im Englischen werden solche Typen als „Brilliant Jerks“ bezeichnet. Ihre Leistungen können dazu führen, dass Unternehmen respektloses oder unkollegiales Verhalten lange tolerieren. Spitzenleistung ist aber kein Freibrief für schlechtes Sozialverhalten. Wer Konflikte provoziert, Kollegen demotiviert und die Zusammenarbeit beschädigt, kann dem Team trotz hervorragender Ergebnisse mehr schaden als nutzen. Führungskräfte sollten deshalb frühzeitig gegensteuern und klare Grenzen setzen.

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Bin ich vielleicht selbst der Kotzbrocken?

Bei schwierigen Kollegen lohnt sich gelegentlich der Blick in den Spiegel. Wir erkennen störende Eigenschaften bei anderen meist leichter als bei uns selbst. Ein einzelner Konflikt sagt dabei wenig aus. Wiederholen sich ähnliche Probleme jedoch mit unterschiedlichen Menschen, sollten Sie genauer hinsehen. Haken Sie gerne gleich ab:

  • Bekomme ich von verschiedenen Kollegen ähnliches kritisches Feedback?
  • Gehen mir Mitarbeiter auffällig häufig aus dem Weg?
  • Reagieren andere auf meine Art oft gereizt, defensiv oder zurückhaltend?
  • Gerate ich immer wieder mit unterschiedlichen Menschen in dieselben Konflikte?
  • Erwarte ich Rücksicht und Verlässlichkeit, die ich selbst nicht immer zeige?

Der gemeinsame Nenner könnten auch Sie selbst sein. Das ist jedoch kein Grund zur Selbstanklage, sondern eine Chance zur Selbstreflexion: Fragen Sie einen vertrauten Kollegen nach ehrlichem Feedback und hören Sie sich die Antwort an, ohne sich sofort zu rechtfertigen.

Sie wollen noch mehr Tipps zum Umgang mit schwierigen Charakteren im Berufsleben? Dann lesen Sie gleich in unserer Übersicht weiter:

Zu den schwierigen Kollegen


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