Schwierige Kollegen: Typen und Tipps

Im Job entstehen viele Freundschaften. Der Büronachbar kann zum besten Zeitgenossen werden, mit dem Sie viel Spaß haben und selbst anstrengende Tage und stressige Projekte leichter ertragen können. Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid. Leider sind andere Mitarbeiter aber oftmals nicht die Lösung, sondern vielmehr ein großer Teil des Problems. Schwierige Kollegen gibt es leider an fast jedem Arbeitsplatz und sie können dafür sorgen, dass sich die regelmäßigen acht Stunden wie eine qualvolle Ewigkeit anfühlen, in der jede Minute der Zusammenarbeit zu mehr Frust und Unzufriedenheit führt. Von einzelnen schwierigen Kollegen sollten Sie sich die Freude am Job jedoch nicht vermiesen lassen. Auf welche schwierigen Kollegen Sie besonders häufig treffen und wie Sie mit diesen umgehen können…

Schwierige Kollegen: Typen und Tipps

Schwierige Kollegen kommen in vielen Variationen

Kennen Sie schwierige Kollegen oder hatten selbst schon einmal Probleme mit einem solchen? Auf diese Frage kann so ziemlich jeder mit Ja antworten und hat auch gleich die passenden Geschichten parat, wie der Mitarbeiter das eigene Arbeitsleben erschwert hat. So sieht die Realität in der Berufswelt leider aus, auch wenn viele es gerne ausblenden würden: Sie werden mit schwierigen Kollegen arbeiten und zurecht kommen müssen.

Das gehört einfach dazu, auch wenn es natürlich nicht die Absicht des Unternehmens ist. Doch wo viele verschiedene Persönlichkeiten, Arbeitsweisen und Meinungen aufeinander treffen – und das über einen langen Zeitraum von mehr als acht Stunden täglich – wird zwangsläufig nicht jeder gut miteinander auskommen. Für ewiges Friede, Freude, Eierkuchen im Job sind die Menschen einfach zu verschieden.

Somit ist es auch normal, dass es nicht eine Art von schwierigen Kollegen gibt, sondern leider gleich unzählige Variationen, die alle auf ihre besondere Weise die Nerven rauben oder frustrieren können. Wir stellen die häufigsten Typen vor, denen Sie mit großer Wahrscheinlichkeit im Laufe Ihrer Karriere früher oder später begegnen werden:

  • Der Krachmacher

    Dieser schwierige Kollege wird sehr schnell auf sich aufmerksam machen und ist besonders leicht zu identifizieren, denn er ist einfach laut. Egal ob er telefoniert, auf der Tastatur tippt, Dokumente einsortiert oder scheinbar nichts macht – um ihn herum herrscht immer ein besonders hohes Lautstärkeniveau, das für seine Kollegen leider zu einem permanenten Hintergrundgeräusch und damit zu einer fortwährenden Frustrationsquelle wird, weil konzentriertes Arbeiten kaum möglich ist.

  • Die Unzuverlässige

    Ein Satz, den man von diesem Typ besonders oft hört: Na klar, ich kümmer mich darum… Klingt gut, ist es aber leider in der Regel nicht. Das Ende vom Lied ist vielmehr, dass das Versprochene eben doch nicht erledigt wurde und der Stress beginnt, auf die Schnelle nachbessern zu müssen. Für die Kollegen, die sich auf die Aussage verlassen haben, ein absoluter Horror und sehr nervig, weil nun vielleicht selbst Überstunden gemacht werden müssen, um ein Projekt noch rechtzeitig fertig zu stellen.

  • Der Mobber

    Er lästert, intrigiert, beleidigt und schließt andere gezielt aus. Mobber sind sind besonders gefährliche Form von schwierigen Kollegen, aber leider trotzdem Realität. Sie können durch anhaltendes Mobbing dafür sorgen, dass die Opfer unter physischen und psychischen Problemen leiden.

  • Der Hilfsbedürftige

    Natürlich gehört Hilfsbereitschaft im Job zum guten Ton und kaum jemand sagt Nein, wenn jemand anders eine Frage hat oder Unterstützung bei einer Aufgabe braucht. Manche Kollegen übertreiben es mit ihrer Hilflosigkeit aber auch und scheinen kein einziges Projekt alleine bewältigen zu können. Bei solch schwierigen Kollegen kommt schnell die Frage auf, mit welchen Qualifikationen sie den Job überhaupt bekommen haben.

  • Die Schleimerin

    Wenn dieser Typ der schlimmen Kollegen gerade nicht im Büro zu finden ist, muss man eigentlich nur nach dem Chef Ausschau halten. Vermutlich ist der Kollege genau dort und bedankt sich für das tolle Meeting, lobt die Innovationen, die der Chef im Team durchgesetzt hat oder bietet an, zusätzliche Aufgaben freiwillig zu übernehmen. Schleimer mag niemand – doch gibt sie überall, weil sie sich erhoffen, durch ihr Verhalten einen Vorteil zu bekommen.

  • Die Besserwisserin

    Sie hat zu jedem Thema etwas zu sagen und hat garantiert noch zwei oder drei Dinge anzumerken, die in der bisherigen Ausführung nicht ganz korrekt waren oder verbesserungswürdig sind. Besserwisser zeigen sich besonders gerne durch Beiträge in Meetings oder in Projekten mit mehreren Kollegen, in denen sie den anderen sagen können, was bisher alles falsch war und wie es eigentlich richtig geht.

  • Der Lorbeersammler

    Das besondere Talent dieses schwierigen Kollegen besteht darin, es immer irgendwie zu schaffen, das Lob für eine Arbeit zu erhalten, selbst wenn er eigentlich fast gar nichts damit zu tun hatte. Für diejenigen, die den Stress mit der Aufgabe hatten, ein Schlag ins Gesicht und ein Grund für jede Menge Wut.

  • Die Egoistin

    Teamplayer werden in der Berufswelt groß geschrieben, doch schafft es mancher einfach nicht, sich in eine Gruppe einzuordnen, gemeinsam zu arbeiten und zusammen ein Ziel zu erreichen. Einige schwierige Kollegen zeigen besonders ausgeprägten Egoismus, machen alles im Alleingang und stören so die Abläufe innerhalb des Teams.

  • Der Choleriker

    Kleines Problem und schon geht der Choleriker an die Decke, schreit im Büro herum und hat sich absolut nicht mehr im Griff. Als schwieriger Kollege ein besonders harter Fall, bei dem jeder nur hoffen kann, möglichst wenig mit ihm zu tun zu haben.

So gehen Sie richtig mit schwierigen Kollegen um

Die schlechte Nachricht: Schwierige Kollegen lassen sich nicht umgehen. Mit ein bisschen Glück bei der Auswahl eines Arbeitgebers werden die netten und freundlichen Kollegen, mit denen Sie sich gut verstehen und gerne zusammenarbeiten, zwar in der Überzahl sein, doch fast immer gibt es zumindest einen Mitarbeiter, mit dem Sie nicht so gut klar kommen, der Sie runterziehen und Ihnen mit seinem Verhalten auf die Nerven gehen kann.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch die gute Nachricht: Schwierige Kollegen sind zwar eine Herausforderung, diese lässt sich aber durchaus meistern und durch den richtigen Umgang mit der Situation kann die Arbeit selbst mit schwierigen Kollegen funktionieren.

Wir haben Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen, richtig mit schwierigen Kollegen umzugehen:

  • Unterstellen Sie keine Absicht

    Es ist eine allzu verständliche Reaktion, das Verhalten des schwierigen Kollegen persönlich zu nehmen und davon auszugehen, dass dieser mit voller Absicht versucht, einem das Leben schwer zu machen. Wie sonst könnte jemand so anstrengend und nervig sein? Natürlich gibt es manchmal eine solche Absicht, doch ist es die große Ausnahme. Die meisten schwierigen Kollegen wollen Ihnen nichts Böses – auch wenn es sich vielleicht so anfühlt.

    Wenn Sie glauben, dass es sich um böswillige Absicht handelt, wird es umso schwerer, eine Lösung zu finden und richtig mit der Situation umzugehen. Denken Sie daran, dass Persönlichkeiten verschieden sind und Sie mit dem Kollegen oder seiner Art vielleicht einfach nicht gut zurecht kommen.


  • Suchen Sie das Gespräch unter vier Augen

    Bei einem schwierigen Kollegen ist ein persönliches Gespräch der beste Anfang, um die Zusammenarbeit zu verbessern. Dabei sind zwei Punkte besonders wichtig: Zuerst sollten Sie Ihre Sicht schildern, ohne jedoch beschuldigend zu klingen. Bleiben Sie möglichst offen und neutral und erklären Sie, was Sie an der Situation stört und wie Sie das Verhalten wahrnehmen.

    Verläuft das Gespräch gut, ist der nächste Schritt die gemeinsame Suche nach Lösungen. Dabei kann sowohl Ihr Gegenüber sein Verhalten ein Stück weit ändern, aber auch Sie können vielleicht etwas tun, um das Problem aus der Welt zu schaffen.


  • Verzichten Sie auf Lästereien

    Wenn Ihnen ein schwieriger Kollege auf die Nerven geht, ist es verständlich, dass Sie dies mit anderen besprechen wollen. Erste Adresse sind hier meist andere Kollegen, mit denen Sie sich besser verstehen. Genau das ist jedoch auch gefährlich, da Unternehmen solche Lästereien nur sehr ungern unter den Mitarbeitern sehen.

    Plötzlich stehen Sie also in der Kritik, obwohl der Kollege Grund für Ihren Unmut war. Besser ist es, zuhause mit der Familie oder Freunden über den Stress im Job zu sprechen. Hier können Sie Ihre Meinung frei äußern, ohne dass es im Büro breitgetreten wird.


  • Reduzieren Sie den Kontakt soweit wie möglich

    Sollte sich die Situation trotz einer Aussprache und der Suche nach Lösungen nicht bessern und der schwierige Kollege über einen längeren Zeitraum dazu beitragen, dass die Arbeit für Sie erschwert wird, ist es an der Zeit, möglichst großen Abstand zu halten. Das ist im Job meist nur bedingt möglich, weil weiterhin zusammengearbeitet wird, doch wo es geht, sollten Sie versuchen, den Kontakt zu unterbinden, wenn Sie darunter leiden.

    Gleichzeitig sollte dies aber nicht Ihre Arbeit negativ beeinflussen. Werden Sie für ein gemeinsames Projekt eingeteilt, sollten Sie weiterhin Ihr Bestes geben und mit guter Leistung überzeugen.


  • Schalten Sie den Chef ein

    Der letzte Ausweg ist oftmals der Gang ins Büro des Chefs. Dies ist aber erst dann angebracht, wenn die Arbeit wirklich durch das Verhalten des schwierigen Kollegen gestört wird – ansonsten wird Ihr Vorgesetzter erwarten, dass Sie sich selbstständig darum kümmern und für eine funktionierende Zusammenarbeit sorgen.

[Bildnachweis: Olena Yakobchuk by Shutterstock.com]
15. Januar 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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