Jobfrust: Tipps gegen akute Unzufriedenheit

Schnauze voll. Der Job macht keinen Spaß mehr, der Chef spielt auf den Nerven La Paloma und der einzige Spaß im Büro besteht darin, sich auf dem Stuhl zu drehen. Diagnose: Jobfrust. Knapp jeder zweite Arbeitnehmer denkt derzeit im Schnitt so, ergeben gleich mehrere unabhängige Umfragen. Typisch Jobfrust ist auch, dass es montags besonders schlimm ist. Nach dem erholsamen Wochenende fällt das Aufraffen umso schwerer. Die meisten würden den Job dann am liebsten schon gestern kündigen. Motto: Hauptsache weg. Doch halt! So nachvollziehbar dieser Impuls im ersten Moment vielleicht sein mag, sollten Sie dennoch nicht unüberlegt handeln. Jobfrust sollte zur Veränderung anregen, doch ist der Jobwechsel nicht in jedem Fall die richtige Alternative…

Jobfrust: Tipps gegen akute Unzufriedenheit

Jobfrust: Im Job läuft es gerade nicht so gut…

…wenn Sie bei mehr als fünf Punkten zustimmen können:

  • Auf die Frage „Und was machen Sie so?“ antworten Sie mit Achselzucken.
  • Es kostet Sie jeden Morgen Überwindung, zur Arbeit zu gehen.
  • Die Job-Höhepunkte, von denen Sie erzählen können, liegen fünf Jahre zurück.
  • Sie hoffen schon länger, dass es irgendwann wieder bergauf gehen wird.
  • Wie es weitergehen soll, ist Ihnen inzwischen egal.
  • Das letzte Mal, als Sie Ambitionen hatten, war Donnerstag – 2010.
  • Ihr Job besteht nur aus endlosen Routinen.
  • Wenn jemand für seine Leistung gelobt wird, fühlen Sie sich vergessen.
  • Sie wurden noch nie befördert.
  • Ihr Frühstück besteht aus einer Tasse Kaffee – und einer Kopfschmerztablette.
  • Sie zahlen im Büro für Dinge, die eigentlich gratis sein sollten.
  • Die Kollegen nehmen Sie nie zum Mittagessen mit.
  • Abends will Sie auch keiner treffen.
  • Sie klagen permanent über den Chef und die Kollegen – auch nach Feierabend.
  • Veränderungen machen Ihnen Angst.
  • Wenn Sie jemand nach dem Job fragt, sagen Sie: „Frag nicht!“
  • Sie konnten sogar bei allen Punkten zustimmen.

Jobfrust: Gründe für die Unzufriedenheit im Job

Die vielleicht häufigste Ursache für Jobfrust ist zu großer Stress. Sie arbeiten gefühlt rund um die Uhr, können den hohen Erwartungen einfach nicht gerecht werden, bekommen vom Chef immer weitere Aufgaben und Kunden melden sich bis spät in den Abend hinein bei Ihnen.

Mit jedem Tag, an dem sich Ihr Feierabend nach hinten verschiebt und Sie mit den Aufgaben kaum noch hinterherkommen, sinkt die Motivation und Sie werden zusehends unzufriedener mit der beruflichen Lage, in der Sie sich befinden.

Hier kann es zunächst helfen, ein wenig kürzer zu treten, den Stress zu reduzieren und den Spaß an der Arbeit wiederzufinden. Manchmal muss man sich – auch wenn es schwer fällt – auch einfach selbst mehr Zeit geben.

Schwierige, anstrengende und manchmal auch unangenehme Phasen können in jedem Job auftreten und lassen sich kaum vermeiden.

Es kann allerdings auch weitere, konkrete Gründe für den Jobfrust geben und in diesen Fällen sollten Sie diese identifizieren, dagegen vorgehen zu können:

  1. Sie sind unzufrieden in Ihrem Job

    Nicht nur Stress, sondern auch ein schlechtes Betriebsklima, Ärger mit den Kollegen oder Meinungsverschiedenheiten mit dem Chef können Jobfrust auslösen und fördern. Die dahinterstehende Frage lautet: Fühlen Sie sich bei Ihrer Arbeit wohl? Lautet die Antwort über einen längeren Zeitraum Nein, ist die erste Ursache für Ihren Frust bereits gefunden.

  2. Sie brauchen Motivation von außerhalb

    Machen Sie Ihren Job gerne, weil Sie selbst sich dafür motivieren können, Ihnen die Aufgaben und die Tätigkeit an sich Spaß macht? Oder müssen Sie immer darauf warten, dass jemand Sie motiviert und können Sie sich nur aufraffen, wenn eine Belohnung in Aussicht gestellt wird? Fehlender innerer Antrieb ist ein häufiger Auslöser von Jobfrust. Hapert es damit und Sie können sich nicht begeistern, ist Frust oft nur noch eine Frage der Zeit.

  3. Sie geben anderen die Schuld

    Nervige Kollegen, Horrorkunden und ein inkompetenter Chef können anstrengend sein, die Motivation und die Wüste jagen und für Frust sorgen – doch wird Ihre Zufriedenheit nicht wieder kommen, indem Sie sich aufregen und den anderen die Schuld an der misslichen Lage geben. Erinnern Sie sich an den Grundsatz: Love it, leave it or change it. Nicht ohne Grund fehlt in dieser Aufzählung der Punkt complain about it…

  4. Sie wissen nicht, was Sie wollen

    Aktuell bin ich im Job einfach unzufrieden und habe jeden Tag Frust – Was sollte sich denn ändern? – Keine Ahnung… Ein Problem, dass häufiger als gedacht auftritt – und eine ganze Menge Frust im Gepäck hat. Nicht zu wissen, was Sie wollen und wie Sie sich Ihre aktuelle Situation oder den weiteren Werdegang vorstellen, führt unweigerlich zu Jobfrust, aus dem es nur herausgeht, wenn Sie sich über Ihre Ziele und Wünsche klar werden.

Jobfrust? Vielleicht sind Sie einfach nur zu gut…

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Zu gut für den eigenen Job? Klingt schmeichelhaft, so als wären Sie der absolute Star der Abteilung, der mit seinen Leistungen das gesamte Unternehmen zum Erfolg trägt und nur noch einen halben Schritt von der nächsten Beförderung entfernt ist.

Leider hat Unterforderung im Job eher einige negative Folgen – insbesondere Jobfrust, da die eigene Position offensichtlich nicht den Qualifikationen entspricht und die Karriere nicht in dem Tempo voranschreitet, wie sie sollte.

Aber woran erkennen Sie, dass Sie zu gut für Ihren Job sind? Dies sind einige untrügliche Anzeichen:

  1. Sie sind häufig gelangweilt

    Die Ihnen übertragenen Aufgaben erledigen Sie im Bruchteil der vorgegebenen Zeit, Schwierigkeiten im Job kennen Sie nur von den Kollegen und die meiste Zeit verbringen Sie damit, sich zu langweilen. Ständige Langeweile ist ein starkes Anzeichen, dass Sie zu gut für die aktuelle Position sind und sie Ihr gesamtes Potenzial nicht ausschöpfen können.

  2. Der Job bietet keine Herausforderungen mehr

    Um mit seinem Job wirklich zufrieden sein zu können, braucht es immer wieder neue Herausforderungen, denen man sich stellen muss. Diese sind zwar anstrengend, doch fehlen sie gänzlich, zeigt sich schnell, dass man eigentlich viel zu gut für den Job ist. Wenn Sie Ihren Job erledigen können, ohne das Gefühl zu bekommen, sich anstrengen zu müssen, werden sie schnell die Motivation verlieren.

  3. Sie werden ständig um Hilfe gebeten

    Sind Sie zu gut für ihren Job, werden dass auch die Kollegen mitbekommen und sich bei Problemen als erstes an Sie wenden – und das aus zwei Gründen: Zum einen haben Sie die nötigen Fähigkeiten, um die Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen, zum anderen merken auch die Kollegen, dass Sie immer vor allen anderen fertig sind und entsprechend Zeit haben, ihnen unter die Arme zu greifen.

  4. In Ihrem Job gibt es keine Vorbilder

    Die meisten Mitarbeiter haben jemanden, dem sie nacheifern wollen. Das kann ein erfahrener Kollege oder auch der Vorgesetzte sein, der eine eindrucksvolle Karriere hingelegt hat. Gibt es in Ihrem Job niemanden, zu dem Sie aufschauen können, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass Sie zu gut für den Job sind. Vielleicht haben Sie die anderen längst überholt – nur die Beförderung ist bisher ausgeblieben, um diese Entwicklung zu bestätigen.

  5. An den letzten Fehler können Sie sich nicht mehr erinnern

    Keine Fehler machen? Das klingt erst einmal wünschenswert und natürlich sollten Fehler die Ausnahme sein. Trotzdem sind sie wichtig für die persönliche und berufliche Entwicklung. Nur wer seine eigenen Schwächen erkennt – indem er etwa Fehler macht – kann daran arbeiten und sich verbessern. Sind Sie so gut, dass Sie keinen Fehler mehr machen und in Ihrem Job nichts lernen können, sind Sie eindeutig zu gut für ihn.

  6. Jeder Tag ist nur noch Routine

    Sie kommen morgens zur arbeit, erledigen die ersten Aufgaben, machen eine Pause, arbeiten weiter, trinken einen Kaffee, beenden die Aufgaben und fahren nach Hause. Läuft jeder Tag vollkommen gleich und wie im Autopilot ab, kann es ein Anzeichen dafür sein, dass Sie zu gut für die Aufgabenbereiche sind, die Ihnen übertragen werden. Was Sie brauchen, ist mehr Abwechselung und einen größeren Spielraum, um Ihr Können einzusetzen.

Steht hinter Ihrem Jobfrust tatsächlich eine Unterforderung, sollten Sie sich nicht einfach mit der Situation abfinden. Von alleine wird sich vermutlich nicht viel an der Situation ändern – außer das der Frust weiter steigt. Lassen Sie es nicht soweit kommen.

  • Fordern Sie mehr Verantwortung. Sind Ihre Fähigkeiten zu gut für die aktuelle Position, sollten Sie mit Ihrem Chef darüber sprechen. Dass ist umso schwieriger, weil es vielleicht sogar seine Idee ist, Sie in der aktuellen Stelle zu belassen. Doch nur wenn Sie mehr Verantwortung übernehmen, können Sie Ihre Kompetenzen einsetzen, das vorhandene Potenzial nutzen und werden endlich wieder gefordert.
  • Lassen Sie sich nicht ausnutzen. Auf den Schultern der besten Mitarbeiter lastet in der Regel besonders großer Druck. Der Chef lädt hier Aufgaben ab, die Kollegen kommen mit Fragen ins Büro und jeder weiß, dass man sich auf Hilfe verlassen kann. Lassen Sie sich in Ihrer Situation nicht ausnutzen, sondern konzentrieren Sie sich weiterhin darauf, auch Ihre persönlichen beruflichen Ziele zu erreichen – nur so unternehmen Sie etwas gegen den Jobfrust.
  • Denken Sie über einen Wechsel nach. Wenn gar nichts hilft, der Chef sich stur stellt und keine Besserung in Sicht ist, kann ein Jobwechsel die letzte Alternative sein. Dieser Schritt fällt vielen schwer, doch denken Sie daran, dass Sie möglicherweise noch Jahrzehnte in einem Job bleiben müssten, der Sie unterfordert und keinen Spaß macht.

Jobfrust: Kündigen ist nur EINE Option

Ist der Job nur noch Auslöser für Frustration und Unzufriedenheit, können Sie kündigen und den Job wechseln – das ist allerdings nur eine Option, nicht der Königsweg mit Erfolgsgarantie – und schon gar keine Alternative, die spontan und schon gar nicht voreilig gewählt werden sollte. Erst recht nicht aus Frust. Frust ist nie ein guter Berater bei der beruflichen Neuorientierung, im Gegenteil:

Als zum Beispiel Forscher um Daniel Turban von der Universität von Missouri den Erfolg von 327 Arbeitsuchenden über einen Zeitraum von fünf Monaten verglichen, stellten sie fest: Die Emotionen haben entscheidenden Einfluss bei der Jobsuche.

  • Ein Plan und konkrete Karriereziele

    Auf Jobsuche hilft es zu wissen, was Sie erreichen wollen und wie Sie bei den Bewerbungen vorgehen – welche Arbeitgeber, welche Stellen, welche Region. Allerdings waren ein Plan sowie konkrete Karriereziele für den Jobwechsel allenfalls für das Formulieren des Anschreibens und des Lebenslaufs förderlich.

  • Eine positive Mentalität während der Bewerbungsphase

    Wollen Sie Ihre Chancen auf einen neuen Job merklich erhöhen, sollten Sie in erster Linie auf eine positive Mentalität setzen. Die Forscher fanden heraus, dass die Probanden mit einer positiven Einstellung häufiger und schneller einen neuen Job fanden als die Teilnehmer, die skeptisch und pessimistisch waren.

Auch sollten Sie sich in so einem Fall vornehmlich mit Freunden umgeben, die erfolgreich sind und einen Job haben. Der soziale Druck durch die beschäftigten Freunde erhöht die eigenen Anstrengungen bei der Jobsuche. Das ist das Ergebnis einer empirischen Studie des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), für die die Forscher die Daten von mehr als 3000 Nichtbeschäftigten auswerteten.

Demnach steigt die Chance auf einen neuen Job mit jedem nicht-arbeitslosen Freund um durchschnittlich 3,7 Prozentpunkte. Der Freundeskreis geht mit gutem Beispiel voran – und da möchte sich niemand die Blöße geben und so wird richtig geackert.

Im Fachjargon zählen solche Beziehungen zu den sogenannten warmen Kontakten. Warme Kontakte sind Menschen, die Sie mögen, denen Sie vertrauen und die Sie respektieren. Erzählen Sie ihnen, dass Sie auf der Suche nach einem neuen Job sind. Im Schnitt fand jeder Fünfte innerhalb eines Jahres eine neue Anstellung. Waren die drei besten Freunde ebenfalls arbeitslos, lag die Erfolgsquote jedoch schon bei unter zehn Prozent. Gingen alle drei einer Beschäftigung nach, erhöhte sich die Chance hingegen auf fast 30 Prozent.

Falls Sie also einen Jobwechsel ernsthaft in Betracht ziehen, helfen meist schon drei einfache Fragen. Aber Obacht: Die Fragen klingen nur simpel. Hinter der sogenannten 10/10/10-Analyse steckt eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Ihrer beruflichen Zukunft. Die Fragen lauten:

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So einfach die Fragen auch klingen – sie erden einen unmittelbar. Es ist normal, dass wir uns ab und an über die Kollegen, den Chef, den Job ärgern. Aber seine berufliche Laufbahn von akutem Frust abhängig machen? Eben.

Gerade an einem Montagmorgen, an dem der Jobfrust seinen Höhepunkt und die Laune klassischerweise den Tiefpunkt der gesamten Woche erreicht, während sich die Mundwinkel auf Höhe der Kniescheiben befinden, ist Motivation für einige Arbeitnehmer nur noch im Duden zu finden. Ist dies langfristig der Fall und belastet Sie zunehmend auch im Privatleben, kann die Reißleine und eine grundlegende Veränderung der beruflichen Situation angebracht sein.

Einen solch großen Schritt von kurzfristigem Jobfrust und Unzufriedenheit abhängig zu machen – selbst wenn diese sich über ein oder zwei Wochen erstreckt – ist immer mit dem Risiko verbunden, die eigenen Entscheidung im weiteren Verlauf zu bereuen.

Die 7 Gefühlslagen eines jeden Arbeitstages

Wie tückisch und flatterhaft das eigene Gefühl sein kann, zeigt sich bereits daran, dass wir jeden einzelnen Tag eine Vielzahl von verschiedenen Emotionen am Arbeitsplatz durchlaufen. Sich nur eine einzelne davon herauspicken und zur Maxime des eigenen Handelns erklären? Fast schon töricht.

Neben dem Jobfrust, den viele immer wieder erleben, gibt es nämlich noch sieben weitere Gefühlslagen, die Sie als Arbeitnehmer täglich durchlaufen:

  1. Müdigkeit

    Es ist kein Zufall, dass die Kaffeeküche in den Büros gerade am frühen Morgen für viele Arbeitnehmer die erste Anlaufstelle ist. Noch während der Computer hochfährt und noch lange bevor die ersten Aufgaben in Angriff genommen werden, muss die Müdigkeit bekämpft werden.

    Manche behaupten sogar von sich selbst, ohne mindestens eine oder zwei Tassen Kaffee nicht leistungsfähig zu sein. Gerade an Montagen, wo das gemütliche Wochenende noch in den Gliedern steckt, hält sich die Müdigkeit am Anfang des Arbeitstages besonders hartnäckig.

  2. Konzentration

    Ist der Weg aus dem Tief der Müdigkeit gefunden, können Sie sich endlich auf die wichtigen Aufgaben des Arbeitstages konzentrieren. Sie scannen, welche To-Dos heute auf Ihrer Liste stehen, setzen Prioritäten und beginnen damit, die wichtigsten Bereiche abzuarbeiten.

    Diese Phase ist daher auch besonders produktiv, weil Sie sich nicht ablenken lassen, sondern diszipliniert bei der Sache bleiben. Das Problem ist nur, dass die Spanne der Konzentration zeitlich begrenzt ist und es nach einiger Zeit schwierig wird, diese aufrecht zu erhalten.

  3. Langeweile

    Wer viel geleistet hat, darf sich danach auch eine kleine Pause gönnen. So sehen es zumindest viele Arbeitnehmer, denn früher oder später kommt der Moment, in dem man lieber aus dem Fenster schaut oder die sozialen Netzwerke von A bis Z durchforstet.

    Langeweile kann beispielsweise entstehen, wenn gerade keine wichtigen und akuten Aufgaben zu erledigen sind. Die Gedanken schweifen dann ab oder Sie suchen sich eine andere Beschäftigung, einfach nur, um etwas zu tun zu haben.

  4. Motivation

    Im richtigen Job hält die Langeweile sich glücklicherweise meist in Grenzen und so bleibt mehr Zeit für eine angenehmere Gefühlslage: Die Motivation. Sie arbeiten an einer spannenden Aufgabe, haben Spaß daran, nach passenden Lösungen zu suchen und berichten begeistert Ihrem Chef von den Erfolgen, die Sie erzielt haben.

    In dieser Zeit macht der Job auch am meisten Spaß, da Sie sich auf die Dinge fokussieren, für die Sie Leidenschaft und Begeisterung empfinden und sich nicht an den negativen Nebeneffekten aufhalten.

  5. Erschöpfung

    Besonders am Nachmittag fallen viele Arbeitnehmer noch einmal in ein Loch. Die Mittagspause ist vorbei, das Essen liegt noch schwer im Magen und irgendwie kommt man einfach nicht wieder in die Gänge.

    An Konzentration ist nicht zu denken, die Augen sind schwer und oft hilft nur der Gang an die frische Luft oder weiterer Kaffeekonsum, um die Akkus wieder aufzuladen. Gefährlich ist diese Gefühlslage auch wegen der erhöhten Fehlerwahrscheinlichkeit, da Sie einfach nicht wirklich bei der Sache sind und.

  6. Stress

    Die Erschöpfung ist schnell vergessen, wenn man auf die Uhr sieht und bemerkt, dass es doch noch eine ganze Menge zu tun gibt, die Deadlines näher rücken und der Kunde bereits nachgefragt hat, wann er mit einem Ergebnis rechnen kann. Stress gehört leider in den meisten Jobs dazu und so werden Sie vermutlich nicht um die ein oder andere stressige Phase an ihrem Arbeitstag herumkommen.

    Wenn der Stress nicht Überhand nimmt, kann dies aber durchaus positiv sein und zu besseren Leistungen führen. Und bekanntermaßen kommt der Feierabend schneller, wenn man etwas zu tun hat.

  7. Vorfreude

    Das vielleicht schönste Gefühl des ganzen Tages: Der Feierabend ist in greifbare Nähe gerückt und plötzlich scheint alles deutlich leichter zu gehen. Die letzten Aufgaben des Tages wirken durch die anstehende Freizeit nur noch halb so anstrengend und auch die abschließenden Telefonate mit dem Chef oder einem anstrengenden Kunden machen Ihnen jetzt nichts mehr aus.

    Die Glückshormone haben bereits ihren Weg durch den Körper angetreten und die letzten Minuten bis zum Ende des Arbeitstags verbringen Sie mit einem Lächeln.

Jobfrust ist auch eine Chance

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Nicht wenige Menschen erliegen dem Jobfrust aber auch in Passivität und warten darauf, dass sich irgendetwas von alleine ändert; dass sie und ihr Talent endlich entdeckt werden; dass die Umstände besser werden; dass der Chef wechselt; dass das Gehalt steigt… In der Regel warten sie bis heute darauf.

Gewiss, manchmal hat man Glück, und das Problem lässt sich aussitzen und löst sich tatsächlich von alleine. Klasse. Solche Glückssträhnen sind aber schon aus zwei Gründen trügerisch:

  • Sie können jederzeit abreißen.
  • Wir selbst bleiben dabei fremdbestimmt.

Tatsächlich ist Jobfrust immer auch eine Chance.

Zum Beispiel die für einen Neuanfang. Statt zu jammern, lässt sich die Lebensabschnittphase ebenso gut nutzen, um eine persönliche Standortbestimmung vorzunehmen; zu analysieren, was gerade schief läuft und warum.

Herauszufinden, was man selber ändern kann (meist mehr, als man meint), ist ohnehin der erste Schritt zur Lösung und der beste Weg aus dem Jobfrust.

Und der beginnt stets im Kopf: Machen Sie sich von düsteren Gedanken frei und betrachten Sie sich nicht länger als Opfer der Umstände, sondern als Gestalter der persönlichen Zukunft.

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Natürlich hilft positives Denken alleine auch nicht, Motto: Kopf hoch, wird schon wieder! Wer seine Ängste und Schwächen verdrängt, verstärkt sie nur.

Seien Sie also ehrlich zu sich selbst:

  • Wie sind Sie in diese Lage geraten?
  • Ist die Jobkrise nur akut oder chronisch?
  • Welches Bild von sich haben Sie bisher vermittelt (Fremdwahrnemung)?
  • Was davon ist Ihre Schuld oder eigenes Versäumnis?
  • Was lässt sich daran ändern und wie?

Als Nächstes nehmen Sie das Heft wieder in die Hand und schmieden einen neuen Plan. Ohne Ziele, können wir uns schließlich nicht selber motivieren.

Stellen Sie sich dazu folgende Orientierungsfragen:

  • Womit genau bin ich unglücklich: mit meinem Job oder meinem Leben?
  • Sind die aktuellen Konditionen das Hauptmotiv für den Jobfrust?
  • Ist ein Jobwechsel die einzige Alternative?
  • Was würde ich dadurch gewinnen?
  • Welche Risiken bin ich zugleich bereit, einzugehen?
  • Was macht mich wirklich glücklich?
  • Warum ist mir dieses Ziel so wichtig?
  • Welchen Job würden ich mir selbst geben?
  • Was müsste ich tun, um mein Ziel zu erreichen?
  • Worauf müsste ich dafür verzichten? Könnte ich das?
  • Wie viel Zeit investiere ich täglich in mich und meine Entwicklung?
  • Kann das, was ich heute mache, mich auch in fünf Jahren noch begeistern?
  • Was müsste sich verändern, damit ich auf die vorherige Frage mit Ja antworten könnte?
  • Was sind meine größten Talente und welche möchte ich besser nutzen?
  • Würde ich woanders meine Talente tatsächlich besser einsetzen?
  • Was hält mich davon ab, mit meinem Vorhaben zu beginnen?
  • …zum Beispiel heute?

Gefühle, wie Frust, Unzufriedenheit und Zweifel gehen erst so richtig weg, wenn man den neuen Kurs eingeschlagen hat und sich auch erste Erfolge einstellen.

Bis dahin bleibt der Weg steinig, anstrengend und kostet vor allem Durchhaltevermögen und Disziplin.

Aber mal ehrlich: Was gibt es schon zu verlieren? Wer nichts unternimmt, bleibt Spielball. Dabei könnten wir auch Spieler sein…

Tipps gegen den Jobfrust

  1. Überprüfen Sie Ihre Erwartungshaltung

    Manchmal sind wir es selbst, die mit unserer Einstellung zum Jobfrust beitragen. Gerade falsche oder überhöhte Erwartungen können einen eigentlich guten Job schnell ins Gegenteil verkehren. Überprüfen Sie, was Sie von Ihrem Job erwarten – und ob dies überhaupt eine realistische Einschätzung ist.

    Verlangen Sie Dinge, die kein Job zu Ihrem jetzigen Zeitpunkt erfüllen kann, können Sie Ihren Jobfrust am besten bekämpfen, indem Sie an Ihrer Erwartungshaltung arbeiten. Welche Prioritäten sind Ihnen wirklich wichtig und welche Ansprüche und Erwartungen sind überzogen?

  2. Bringen Sie nicht zu viele Vergleiche an

    Eine unangenehme, aber wichtige Wahrheit: Das Arbeitsleben ist in vielen Fällen nicht fair. Vielleicht bekommt ein weniger qualifizierter Kollege die Beförderung oder jemand, der scheinbar weniger leistet, verdient am Ende des Monats mehr als Sie.

    Solche Vergleiche tun weh und sorgen für Frust – also hören Sie auf, sich ständig mit anderen in Konkurrenz zu setzen. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf Ihre persönliche Situation und nehmen Sie die Schritte in Angriff, die nötig sind, um diese zu verbessern.

  3. Brechen Sie aus der täglichen Routine aus

    Mit dem, wie es ist, sind Sie nicht zufrieden? Dann ändern Sie etwas! Oft stecken wir so sehr in unseren täglichen Routinen und Gewohnheiten fest, dass jeder Tag zur Kopie des vorherigen wird. Frust folg auf Frust folgt auf Frust…

    Schon Albert Einstein sagte Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. Brechen Sie aus Ihren Routinen aus, ändern Sie Ihre Gewohnheiten, definieren Sie Ihre Arbeitsweise neu oder suchen Sie sich einen neuen Rhythmus.

Gute Gedanken gegen den Jobfrust

Als versöhnlichen Ausklang haben wir hier noch eine paar zeitlose Wahrheiten über den Jobfrust, über Ziele, andere Menschen und uns selbst, die bei der Motivation helfen können…

  • Zitat über Ziele

    Jobkrise-Motivation-ZielIn 20 Jahren werden wir uns weniger über die Dinge ärgern, die wir getan haben, sondern vielmehr über die Dinge, die wir nicht getan haben.

    Mark Twain

    Tatsächlich machen sich viele Menschen tagtäglich zahlreiche Gedanken darüber, was andere über sie denken könnten: ob sie mit dem Kollegen oder dem Nachbarn mithalten können, ob sie andere für attraktiv, intelligent oder mächtig halten. Doch merken die wenigsten dabei, dass sie so längst das Leben anderer leben – und ihre eigenen Ziele aus dem Fokus verloren haben.

    In der Rückschau aber sind es so gut wie nie die Traumvilla, das tolle Auto oder ein schickes Eckbüro, die das Leben bereichert haben – es sind die eigenen Ziele, die wir erreicht haben. Das ist eine Binse, gewiss. Aber leider eine oft vergessene.

  • Zitat über Menschen

    Jobkrise-Motivation-HandelnJe älter ich werde, desto weniger achte ich auf das, was mir jemand sagt oder rät. Ich schaue mir lieber an, was derjenige macht.

    Andrew Carnegie

    Worte sind billig. Schlau daherreden kann jeder. Aber jene, die aus ihrem Rat Taten machen, sind wesentlich glaubwürdiger und taugen auch mehr zum Vorbild.

    Natürlich soll das nicht heißen, dass eine Empfehlung jedes Mal erst vorgelebt werden muss, damit sie wertvoll wird. Das wäre vermessen. Aber früher oder später reicht Reden nicht mehr aus, dann geht es ans Umsetzen und Handeln. Und daran scheitern eben mehr, als an guten Gedanken.

    Deshalb gilt Carnegies Weisheit auch keinesfalls nur für die Beurteilung anderer. Es ist ebenso ein Weg, auf die eigenen Worte zu hören und sich selbstkritisch zu fragen, ob man anderen womöglich mehr predigt, als man selbst zu tun bereit ist.

  • Zitat über uns selbst

    Jobkrise-Motivation-ErkenntnisAlles, was uns an anderen irritiert, kann uns letztlich dabei helfen, uns selbst besser zu verstehen.

    Carl Jung

    Das Zitat ähnelt stark einem anderen wunderbaren Bonmot von Anaïs Nin:

    „Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, sondern wie wir sind.“

    Oder einer anderen Volksweisheit:

    „Was Peter über Paul sagt, sagt mehr über Peter als über Paul.“

    Und so ist es auch: Wir beurteilen einen Mitmenschen in vermeintlicher Objektivität ohne zu merken, dass das bereits eine subjektive Interpretation ist – und die ist alles andere als neutral. Je nachdem, was wir vorher erlebt haben, welche Laus uns über die Leber gelaufen ist, beurteilen wir dieselbe Situation schon ganz anders.

    Dass wir sie allerdings so interpretieren, wie wir sie interpretieren – das kann uns eine Menge über uns verraten. So werden selbst fremde Menschen zu einem wertvollen Spiegel für das eigene Ego – man muss nur ehrlich genug hineinschauen.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
12. Dezember 2016 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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