Definition: Was ist ein Abschiedsgespräch?
Ein Abschiedsgespräch ist das persönliche Gespräch zum Ende einer beruflichen Zusammenarbeit. Es findet meist kurz vor dem letzten Arbeitstag zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem statt. Beide Seiten können darin Bilanz ziehen, sich bedanken, Feedback geben und sich professionell voneinander verabschieden.
Das Abschiedsgespräch ist nicht dasselbe wie ein Exit-Gespräch: Dort steht aus Unternehmenssicht das strukturierte Feedback des ausscheidenden Mitarbeiters im Mittelpunkt. Beim Abschiedsgespräch geht es stärker um den persönlichen und wertschätzenden Abschluss der Zusammenarbeit. Organisatorische Fragen zur bevorstehenden Trennung sollten zu diesem Zeitpunkt möglichst geklärt sein. Kündigungsfrist, Freistellung, Resturlaub oder Übergabe gehören vor allem in das Trennungsgespräch. Das Abschiedsgespräch bildet dagegen den persönlichen Schlusspunkt.
Warum ist ein Abschiedsgespräch wichtig?
Die Kündigung ist ausgesprochen und der alte Job endet. Egal, aus welchen Gründen Sie gehen oder gegangen wurden: Eine jahrelange Zusammenarbeit sollte nicht mit der Rückgabe des Firmenlaptops enden.
Ein professioneller Abschied ist für beide Seiten eine Chance. Mitarbeiter können sich bedanken, konstruktives Feedback geben und wichtige Kontakte erhalten. Arbeitgeber zeigen wiederum Wertschätzung und beweisen, dass ihre Trennungskultur nicht an der Bürotür endet.
Hinzu kommt: Ihr letzter Eindruck kann noch Jahre später wichtig werden! Ehemalige Vorgesetzte und Kollegen können zu Referenzgebern, Geschäftspartnern oder sogar wieder zu Arbeitgebern werden. Gehen Sie deshalb möglichst so, dass Sie sich später noch gerne begegnen.
Abschiedsgespräch vorbereiten: Was sollte ich sagen?
Gerade wenn die Trennung mit Enttäuschung oder Jobfrust verbunden ist, sollten Sie sich auf das Gespräch vorbereiten. Sie müssen dabei nichts beschönigen – das Abschiedsgespräch ist aber auch keine Abrechnung.
Vier Fragen reichen zur Vorbereitung:
- Was nehme ich aus diesem Job mit?
- Wofür möchte ich mich bedanken?
- Welches konstruktive Feedback möchte ich geben?
- Mit wem möchte ich in Kontakt bleiben?
Überlegen Sie sich außerdem, welchen letzten Eindruck Sie hinterlassen möchten. Selbst wenn die Zusammenarbeit schwierig war, können Sie sich respektvoll verabschieden, ohne falsche Dankbarkeit vorzutäuschen.
Abschiedsgespräch Leitfaden: 5 Schritte
Ein gutes Abschiedsgespräch braucht keine komplizierte Dramaturgie. Mit fünf Schritten gelingt ein professioneller Abschluss:
Schritt |
Darum geht es |
| 1. Positiv einsteigen | Bedanken Sie sich für das Gespräch und beginnen Sie mit einem wertschätzenden Rückblick. |
| 2. Bilanz ziehen | Was haben Sie gelernt, erreicht und aus der Zusammenarbeit mitgenommen? |
| 3. Feedback geben | Sprechen Sie positive Erfahrungen ebenso an wie konkrete Punkte, die aus Ihrer Sicht besser laufen könnten. |
| 4. Danke sagen | Bedanken Sie sich für Unterstützung, Chancen oder gemeinsame Erfolge – ehrlich und ohne falsches Pathos. |
| 5. Kontakt halten | Wünschen Sie alles Gute und tauschen Sie bei Interesse private Kontaktdaten aus oder vernetzen Sie sich beruflich. |
Wichtig: Sie müssen im Abschiedsgespräch nicht jede alte Meinungsverschiedenheit lösen. Das Ziel ist ein sauberer Abschluss – nicht die nachträgliche Aufarbeitung der gesamten Zusammenarbeit.
Wie äußere ich Kritik im Abschiedsgespräch?
Kritik ist auch beim Abschied erlaubt – aber nur sachlich und konkret. Statt „Die Führung hier war katastrophal“ sagen Sie beispielsweise: „Bei mehreren Projekten waren die Zuständigkeiten für mich nicht eindeutig. Klare Verantwortlichkeiten hätten die Zusammenarbeit erleichtert.“
Die Faustregel: Formulieren Sie nur Kritik, mit der Ihr Gegenüber noch etwas anfangen kann. Persönliche Abrechnungen oder alte Kränkungen gehören nicht ins Abschiedsgespräch! Wie konstruktive Rückmeldungen gelingen, zeigen unsere Tipps zum Feedback geben.
Abschiedsgespräch Fehler: Das bitte nie sagen!
Manche Formulierungen mögen sich im ersten Moment befreiend anfühlen – hinterlassen aber einen denkbar schlechten letzten Eindruck. Diese Sätze sollten Sie sich deshalb verkneifen:
„Ich verlasse ein sinkendes Schiff.“
Fehler: Abwertung.
Ein letzter Seitenhieb gegen den Arbeitgeber bringt Ihnen nichts. Auch wenn Sie von der Zukunft des Unternehmens nicht überzeugt sind, sollten Sie sich sachlich verabschieden.
„Ich habe jetzt etwas Besseres!“
Fehler: Prahlerei.
Freuen Sie sich über Ihren neuen Job – aber nutzen Sie ihn nicht, um Ihren bisherigen Arbeitgeber abzuwerten. Souveräner wirkt: „Ich freue mich auf die neue Herausforderung.“
„Viel Glück ohne mich!“
Fehler: Selbstüberschätzung.
Vielleicht haben Sie hervorragende Arbeit geleistet. Trotzdem ist niemand unersetzlich. Überlassen Sie es anderen, zu beurteilen, wie sehr man Sie vermissen wird.
„Mit Verlaub, Sie sind ein Arsch!“
Fehler: Beleidigung.
Der berühmte Ausspruch von Joschka Fischer eignet sich nicht zur Nachahmung. Persönliche Angriffe und Beleidigungen haben in einem professionellen Abschiedsgespräch nichts verloren.
„Das Gratis-Obst war noch das Beste.“
Fehler: Sarkasmus.
Sarkasmus und Ironie machen Kritik nicht konstruktiver. Sagen Sie lieber konkret, was aus Ihrer Sicht verbessert werden sollte.
„In Zukunft werde ich endlich Geld verdienen!“
Fehler: Nachtreten.
Das Abschiedsgespräch ist zu spät für eine Gehaltsverhandlung. Wenn schlechte Bezahlung ein Kündigungsgrund war, können Sie das sachlich benennen – ohne daraus einen letzten Seitenhieb zu machen.
Wie beende ich das Abschiedsgespräch?
Die letzten Sätze bleiben oft besonders gut in Erinnerung. Beenden Sie das Gespräch deshalb ebenso professionell, wie Sie es begonnen haben. Zum Beispiel:
„Vielen Dank für die Zusammenarbeit und die Erfahrungen, die ich hier sammeln konnte. Ich wünsche Ihnen und dem Team weiterhin viel Erfolg – und würde mich freuen, wenn wir in Kontakt bleiben.“
Natürlich muss niemand Dankbarkeit vorspielen. War die Zusammenarbeit schwierig, genügt auch ein neutrales: „Vielen Dank für das Gespräch. Ich wünsche Ihnen und dem Team alles Gute.“ Ein guter Abschied ist ehrlich, respektvoll und kurz. Damit schließen Sie ein berufliches Kapitel sauber ab und können sich auf das nächste konzentrieren.
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