Abschiedsmail: Formulierungen, Beispiele, 12 Muster

Niemals geht man so ganz. Das Problem von Abschiedsworten ist: Man schreibt eine Abschiedsmail nie für sich, sondern für seinen künftigen Ruf. Ein paar letzte Worte an Chef, Kunden und Kollegen – alles, was Sie jetzt schreiben, haftet Ihnen an und kann später gegen Sie verwendet werden. Die Versuchung ist groß, in einer Abschiedsmail (auch Abschiedsbrief genannt) den Kollegen eine kühle Generalabrechnung zu servieren oder dem Chef zu sagen, was man wirklich denkt. Fehler! So sehr man sich auch ärgert und sich nach Genugtuung sehnt: Die Wut vergeht – die Abschiedsmail bleibt. Eine Anleitung wie es richtig geht…

Abschiedsmail: Formulierungen, Beispiele, 12 Muster

Abschiedsmail schreiben: Die Balance zwischen Pathos und Profession

Der Moment kommt bei jedem von uns – mal vorzeitig und unfreiwillig, mal geplant: Der Abschied vom Job.

Jetzt eine gute Abschiedsmail zu schreiben, ist gar nicht so leicht. Eigentlich ist es sogar eine Kunstform. Es gilt, die perfekte Mitte zu finden zwischen professionell, aber nicht zu sachlich und emotional, aber nicht allzu pathetisch.

Die Versuchung ist groß, mit den letzten Worten noch ein paar Schwinger an ungeliebte Vorgesetzte und Kollegen zu verteilen. Typische Botschaften sind dann: „Endlich geschafft – ich bin hier raus!“ oder „Tschüss, ihr Luschen!“.

Brandreden, üble Nachrede und garstige Abrechnung sind aber nie eine gute Idee. So etwas läuft einem immer nach.

Vielmehr sollten Sie mit Ihrer Abschiedsmail vor allen Dingen…

  • Größe und Dankbarkeit beweisen
  • Arbeitgeber und Kollegen Respekt zollen
  • Einen guten letzten Eindruck hinterlassen

Man kann es auch ganz opportunistisch sehen: Wer mit einer Brandmail alle Brücken hinter sich abfackelt, kann nie wieder darüber gehen. Und da man sich bekanntlich mindestens zweimal im Leben trifft, legt sich so jemand nur selbst Steine in den Weg.

Vielleicht wollen Sie ja eines Tages doch wieder hier anheuern, wenn zum Beispiel das Management ausgetauscht wurde. Oder Sie würden sich wünschen, dass Sie ein Ex-Kollege demnächst mal weiterempfiehlt? Dumm, wer sich dann bereits alle Optionen verbaut hat – noch dazu ohne Zwang.

Die neutralste, aber auch sachlich-kühlste Formulierung, die immer geht, lautet daher sinngemäß:

…Ich möchte mich herzlich für die gute Zusammenarbeit bedanken und wünsche Ihnen/Euch alles Gute für die persönliche aber auch weitere Zukunft des Unternehmens.

Aber natürlich geht auch das noch besser…

Abschiedsmail formulieren: Die Grundregeln

Generell gilt: Schreiben Sie auf jeden Fall eine Abschiedsmail. Auch dann, wenn Sie nach der zweiten Woche Probezeit vor die Tür gesetzt wurden. Oder wenn Sie sich nach einem zweiwöchigen Praktikum gar nicht „berechtigt“ fühlen, sich überhaupt per Mail an die Kollegen zu wenden. Nutzen Sie trotzdem die Chance, mit einer positiven Marke aus der Drehtür zu verschwinden. Es ist letztlich ein Akt des Personal Branding.

Wenn Sie ein paar letzte Worte auf schriftlichem Wege an den Chef und die Kollegen richten, sollten Sie sich an diesen vier Grundregeln orientieren:

  • Positiv bleiben.

    Wer sich nach einer Kündigung bei seinen bisherigen Kunden und Kollegen verabschieden will, sollte nur positive Worte finden. Alles andere hinterlässt einen negativen Beigeschmack – und Rufschädigung ist strafbar.

  • Größe beweisen.

    Lassen Sie an keiner Stelle Bitterkeit durchklingen, sondern allenfalls Humor oder noch besser: Geist. Finden Sie ein gutes Zitat, das auch andere aufbaut und beweisen so wahre Größe. Wer weiß, vielleicht sind die Empfänger gerade in einer ähnlichen Situation. So bleiben Sie als Souverän in Erinnerung – und setzen Ihrem Abschied buchstäblich die Krone auf.

  • Privates verlinken.

    Es ist nicht professionell in einer solchen Mail (falls vorhanden) auf den neuen Arbeitgeber zu verweisen. Verlinken Sie lieber Ihre private Seite (Blog, Xing-Profil, etc.) und erklären Sie dort, wie es mit Ihnen weitergeht.

  • In Kontakt bleiben.

    Nennen Sie in der Abschiedmail – an Kunden, genauso wie an Kollegen – Ihre neuen Kontaktdaten. Man weiß nie, für wen und warum das einmal nützlich sein kann. Die Abschieds-E-Mail sollte daher unbedingt eine neue E-Mail-Adresse, gegebenenfalls Handynummer oder auch den Link zu einer eigenen Website oder dem Profil in einem Business-Netzwerk enthalten.

Abschiedsmail Betreff: Bewährte Beispiele für die Betreffzeile

Der Betreff ist wichtiger, als Sie vielleicht denken. Die Augen Ihrer Kollegen werden als Erstes über die Betreffzeile schweifen. Und falls ihnen dort ein unmotiviertes „Tschö mit ö“ entgegengeschmettert wird, könnte sich manch einer veräppelt fühlen.

Eine gelungene Betreffzeile sollte weder zu pathetisch klingen, noch zu flapsig. Und einfach nur „Abschiedsmail“ ist ein bisschen phantasielos. Daher hier ein paar Anregungen für einen sachlichen und etwas persönlicheren Betreff:

  • Ich verabschiede mich
  • Ich verändere mich
  • Mein Abschied naht
  • Danke und auf Wiedersehen
  • Es geht weiter
  • Ich ziehe weiter
  • Vor mir steht ein Neuanfang
  • Wenn es am schönsten ist…
  • Viel Erfolg!
  • Alles Gute!
  • Time to say goodbye

Wann sollte man die Abschiedsmail verschicken?

Mit dem Abschiedsschreiben sollten Sie Kollegen, Mitarbeitern, Kunden oder Geschäftspartnern die Möglichkeit geben, darauf unter Umständen persönlich reagieren zu können. Deshalb verschicken Sie diese besser nicht am letzten Arbeitstag, sondern ein bis zwei Wochen vorher. Kündigen Sie darin ruhig den letzten Arbeitstag an, oder steigen gar damit ein:

Statt also – langweilig – zu schreiben: „hiermit möchte ich mich von Ihnen/euch verabschieden…“, formulieren Sie gleich einen knackigen und pfiffigen und stilvollen Einleitungssatz vom Typ: „Am TT.MM.JJJJ gibt es Kuchen! Allerdings nicht, weil ich Geburtstag habe, sondern weil ich DANKE sagen und mich von Ihnen/euch verabschieden möchte…“

Falls es für Ihre Stelle einen Nachfolger gibt, sollten Sie diesen ebenfalls in der Abschiedsmail mit einem Satz erwähnen – aber nicht sachlich-beiläufig („Mein Nachfolger ist übrigens Herr XY.“), sondern mit etwas mehr Noblesse: „Ich wünsche meinem Nachfolger, Max Muster, mindestens eine ebenso gute Zusammenarbeit, wie ich sie hier erleben durfte.“

EXTRA-Tipp: Eine Nacht drüber schlafen

Abschiedsmail-Tipp: Eine Nacht drüber schlafenVerfassen Sie erst einmal Ihren Abschiedsbrief – und dann schlafen Sie bitte noch eine Nacht darüber und lassen die Abschiedmail noch von einem Freund oder einer Freundin gegenlesen. So entdecken Sie mögliche Fehler oder auch missverständliche Formulierungen. Und wenn Sie und Ihr(e) Freund(in) danach immer noch ein gutes Gefühl haben, können Sie schließlich auf „Senden“ klicken.

Abschiedsmail Beispiele: Vorlagen, Muster und Formulierungen

Um Ihnen das Verfassen und Formulieren Ihrer Abschiedsmail zu erleichtern, haben wir im Folgenden einige Beispiele für unterschiedliche Anlässe und Zielgruppen zusammengestellt. Diese können Sie sich hier natürlich kopieren, sollten diese aber gegebenenfalls individuell anpassen.

Abschiedsmail an Kollegen (& Chef): Muster und Formulierungen

Je nachdem, welches Verhältnis Sie zu Ihren Kollegen haben und hatten, können Sie die Abschiedsmail auch persönlicher schreiben. Oder aber Sie formulieren zwei unterschiedliche Mails und versenden diese an unterschiedliche Verteiler – eine knappe, sachliche und eine eher ausführliche, persönliche. Für beide aber gelten die oben genannten Grundregeln.

Hier einige Formulierungsbeispiele, die überlicherweise mit den Worten beginnen: „Lieber Kolleginnen und Kollegen, (liebe Mitarbeiter,)…“:

Jede neue Herausforderung ist ein Tor zu neuen Erfahrungen. Das wusste schon der Dichter Ernst Ferstl – und es passt gut zu meiner beruflichen Zukunft. Um es kurz zu machen: Ich verlasse das Unternehmen am TT.MM.JJJJ.

Der Abschied fällt mir nicht leicht. Ich blicke zurück auf tolle Stunden, Tage, Jahre und gemeinsame Projekte, die mir viele wunderbare Erfahrungen und viel Energie gegeben haben. Besonders Projekt XY war damals ein enormer Erfolg – erinnert ihr euch noch?

Diese Zeit hat viele positive Spuren hinterlassen und dafür möchte ich mich bei euch herzlich bedanken. Auch noch mit einem Ausstand, zu dem ich noch einmal gesondert einladen werden.

Wer mit mir über die Zeit hinaus in Kontakt bleiben möchte (was mich freuen würde), der kann das gerne per Mail unter [email protected]

Mit besten Wünschen für eure Zukunft
VORNAME NAME


die Zeit vergeht einfach zu schnell. Nur noch zwei Wochen, dann heißt es Abschied nehmen – von euch, vom Unternehmen. Es war eine geniale Zeit und der Abschied fällt mir wirklich nicht leicht. Ich habe hier so viel gelernt, erlebt, erfahren. Unterstützung vor allem, Teamgeist und menschliche Wärme aber auch.

Nun erwarten mich neue Aufgaben. Das lachende Auge blickt auf die neuen und spannenden Herausforderungen, das weinende auf diesen wunderbaren Kollegenkreis: DANKE – für diese Zeit und Zusammenarbeit mit euch.

Meiner Nachfolgerin, Susanne Mustermann, wünsche ich ebenso viel Erfolg und denselben Teamspirit, den ich erleben durfte. Mich wiederum könnt ihr dann künftig unter der privaten Mail-Adresse erreichen: [email protected]

Euer dankbarer
VORNAME NAME


zum Glück gehört die Veränderung. Dieser Erkenntnis folge ich nun und verlasse das Unternehmen. Und zwar schon am TT.MM.JJJJ.

Leicht wird das nicht. Denn ich hatte das Glück mit wundervollen Menschen zusammen zu arbeiten. Bevor ich also gehe, möchte ich mich bei allen von Herzen für die großartige Zusammenarbeit bedanken. Ich erinnere mich nur allzu gerne an gute Gespräche in der Kaffee- oder Mittagspause sowie an manchen anregenden Plausch über Schreibtische hinweg. Wir haben in der Vergangenheit gemeinsam viel erreicht und jede Menge Spaß gehabt. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar.

Sie werden mir alle fehlen. Deshalb würde ich mich freuen, wenn wir hier und da noch privat in Kontakt bleiben. Künftig erreicht ihr mich unter der privaten Adresse: [email protected]

Bis dahin wünsche ich euch allen weiterhin frohes und erfolgreiches Schaffen. Möge der Teamgeist euch noch weiter tragen…

Mit herzlichen Grüßen
VORNAME NAME


auf Partys heißt es immer, man soll gehen, wenn es am schönsten ist. Nun, es ist zwar gerade sehr schön hier, dennoch zieht es mich zugleich zu neuen Ufern. Deshalb heißt es für mich am TT.MM.JJJJ endgültig Abschied zu nehmen – von euch, von der ABC GmbH. Ich war gerne hier, habe gern mich euch gearbeitet und blicke dankbar auf ebenso lehrreiche wie erfolgreiche Jahre.

Natürlich werde ich nicht einfach sang- und klanglos verschwinden, sondern „Auf Wiedersehen“ sagen und mich für euer Vertrauen und die Zusammenarbeit mit einem kleinen Ausstand bedanken. Dazu lade ich noch einmal gesondert ein.

Mein Kollege, Max Muster, wird meinen Aufgabenbereich übernehmen. Ich wünsche ihm, dass er dieselbe freundliche und kompetente Unterstützung erfährt wie ich in den Jahren zuvor. Und vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja wieder. Das würde mich freuen. Wer das forcieren mag: Meine neue Mail-Adresse lautet: [email protected]

Auf Wiedersehen, euer
VORNAME NAME

Abschiedsmail an Kunden: Beispiele und Muster

Auch Kunden möchten respektiert und wertgeschätzt werden – das gilt nicht nur für den professionellen Kontakt, sondern zeigt sich eben auch beim Abschied. Wenn über viele Jahre eng zusammengearbeitet wurde, gehört es zum guten Ton, sich vom anderen zu verabschieden. Überdies haben Kunden ein Recht darauf, zu frühzeitig erfahren, wer ihr neuer Betreuer ist, um sich darauf einstellen zu können. Niemand möchte erst zufällig und nebenbei erfahren, dass von nun an jemand anders für die eigenen Anliegen zuständig ist. So gelingt das:

  • Abschiedsmail an Kunden wegen Jobwechsel

    Sehr geehrter Herr Meyer,

    zum TT.MM.JJJJ werde ich meine Arbeitsstelle wechseln und stehe Ihnen daher nicht mehr wie bisher als Berater zur Verfügung. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Ihnen für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren bedanken. Durch das Vertrauen, das Sie mir entgegengebracht haben, haben wir viel zusammen erreicht.

    In Zukunft wird mein Kollege Herr Markus Schmidt Sie bei allen Fragen unterstützen. Ich habe ihm bereits alle Informationen übermittelt. Sie erreichen Ihn unter: [email protected]

    Mit freundlichen Grüßen
    Stefanie Peters

  • Abschiedsmail an Kunden wegen Projektübergabe

    Sehr geehrte Frau Weber,

    aufgrund einiger interner Umstrukturierungen ist ab dem TT.MM.JJJJ ein neuer Kundenbetreuer für Ihre Belange zuständig. Auf diesem Weg möchte ich mich noch einmal ganz herzlich für die stets gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihnen bedanken. Ich übergebe Sie in die erfahrenen Hände meiner Kollegen Claudia Muster, die Sie ab sofort unter der Nummer 01234/5 67 89 erreichen können.

    Mit besten Grüßen
    Max Mustermann

  • Abschiedsmail an Kunden wegen Elternzeit

    Sehr geehrte Frau Fischer,

    da ich am TT.MM.JJJJ in Elternzeit gehe, möchte ich mich von Ihnen verabschieden und bedanke mich gleichzeitig herzlich für die vertrauensvolle und sehr produktive Zusammenarbeit.

    Im nächsten Jahr wird sich Herr Michael Müller um Ihre Angelegenheiten kümmern und steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Sie erreichen ihn per Mail unter: [email protected]

    Mit freundlichen Grüßen
    Vanessa Krause


Sprechen Sie dem Chef, bevor Sie die Mail verschicken

Abschiedsmail an Kunden Text geschäftlich TippsWenn Sie – trotz anstehendem Jobwechsel – ein gutes Verhältnis zu Ihrem Chef haben, kann es sinnvoll sein, im Vorfeld den Inhalt Ihrer Abschiedsmails abzusprechen. Gehen Sie gemeinsam die Formulierungen durch, da beide Seiten ein Interesse daran haben, eine gelungene Abschiedsmail an Kunden zu verschicken.

Sie können so auch spätere Streitigkeiten vermeiden, weil Sie vorab das „OK“ Ihres Chefs eingeholt haben. In dem Fall sollten Sie allerdings auch bereit sein, Ihre Nachricht möglicherweise noch ein wenig zu überarbeiten.

Und eine letzte Bitte: Schreiben Sie keine Massenmails. Verzichten Sie auf Rundmails und Sammelschreiben – diese wirken immer unpersönlich und abschätzig. Gerade wenn man jahrelang gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet und viel Umsatz gemacht hat, sollte das eine individuelle Mail wert sein. Es ist durchaus erlaubt, dabei noch ein paar persönliche Erinnerungen an die Zusammenarbeit einfließen zu lassen.

Abschiedsmail Ruhestand: Beispiel für den letzten Arbeitstag

Auch wer in den Ruhestand wechselt, kann und sollte sich natürlich von bisherigen Kollegen und Kunden verabschieden. Hier darf auch durchaus etwas Wehmut durchklingen, schließlich verlässt man das aktive Berufsleben, und ein ganz neuer Lebensabschnitt beginnt. Dabei sollten Sie sich dann nicht zu euphorisch über die neue Freiheit freuen, denn die anderen müssen am nächsten Tag schließlich immer noch zur Arbeit…

Auch hier ein paar Formulierungsbeispiele und Muster für die Abschiedsmail:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das war’s. 40 lange und erfolgreiche Berufsjahre enden am TT.MM.JJJJ. Der Schreibtisch ist schon aufgeräumt, die Kartons sind gepackt. Ich blicke dankbar zurück auf spannende, lehrreiche und erfolgreiche Jahre – auch mit euch als Team. Dafür bin ich sehr dankbar.

Ihr könnt sicher verstehen, dass ich mit Wehmut gehe. Es fällt mir nicht leicht, loszulassen – ihr macht es mir nicht leicht. Denn mit euch habe ich viele wunderbare Menschen kennengelernt, mit denen man Spaß haben kann, verlässlich zusammenarbeiten, um viele tolle Projekte realisieren.

Mir wird Vieles in guter Erinnerung bleiben – zum Beispiel:
– die vielen netten Gespräche in der Kaffeeküche
– die kleinen Feiern nach einem erfolgreichen Projektabschluss
– die fachlichen Diskussion in unserer Montagskonferenz
– der legendäre Betriebsausflug, der buchstäblich ins Wasser fiel
– die offenen Ohren, die ihr immer hattet
All das wird mir fehlen.

Jede Reise muss irgendwann enden, die Erinnerung daran aber hält ewig. Meine Reise mit euch endet hier, aber ich erinnere mich sicher noch viele Jahre an die gute gemeinsame Zeit.

Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg und behaltet euch diesen famosen Spirit!
Euer
VORNAME NAME


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Aller Anfang ist schwer – dieser Abschied noch viel mehr. Es ist soweit: Ich trete ab – und zwar in den Ruhestand. Ich blicke zurück auf viele wunderbare Jahre und eine starke Gemeinschaft und sehe nun in meine Zukunft als Pensionär(in).

Auch, wenn ich mich nun auf den neuen Lebensabschnitt freue, das alles fällt mir – wie viele verstehen werden – nicht leicht. Es war wirklich eine grandiose Zusammenarbeit, aus der auch die ein oder andere Freundschaft entstanden ist. Dafür bin ich dankbar.

Nun aber stelle mich mich der letzten großen Herausforderung: das Leben als Rentner. Einfach wird das nicht. Schon gar nicht, wenn einem die vielen spannenden Projekte, Kunden und auch kleinen Nettigkeiten fehlen. Ich will es trotzdem versuchen…

Ich werde euch und die Firma in guter Erinnerung behalten und mit den Geschichten vielleicht sogar meine Enkel nerven. Naja, es hätte schlimmer kommen können. Danke auch für die lieben Glückwünsche und aufmunternden Karten!

Es verabschiedet sich ein dankbarer
VORNAME NAME

Abschiedsmail nach Kündigung: Abschied ohne neue Stelle

Aus! Ende! Schluss! – Der Abschied vom Unternehmen kann schwierig werden, wenn man noch gar nichts Neues in petto hat. Ganz gleich, ob Ihnen gekündigt wurde oder ob es sich bei der momentanen Stelle von vornherein um einen befristete Arbeitsvertrag handelte: Wer nicht gerade mit dem Düsenjet durch die Kinderstube geflogen ist, wird ein paar Worte an ehemalige Kunden und Kollegen richten wollen.

Allerdings bitte ohne dabei verzweifelt oder gar bedürftig zu klingen. Ist die Abschiedsmail unglücklich formuliert, sieht es schnell so aus, als wollten Sie sich damit zugleich bewerben. Oder beim Empfänger entsteht der Eindruck, dass Sie nicht gefragt sind. Beides schlecht. Umgekehrt wäre es unklug, vorhandene Kontakte aus falschem Stolz oder Unwissenheit nicht zu nutzen. Was also schreiben?

Der elegante Trick ist, erst gar nicht zu erwähnen, dass Sie eine neue Stelle suchen, hier und da aber ein paar Qualifikationen und Erfolge einzustreuen:

Geschätzte Geschäftspartner,

nach zwei aufregenden und abwechslungsreichen Jahren geht dieses Projekt zu Ende. An dieser Stelle möchte ich mich bei Ihnen ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit bedanken. Ich freue mich nun auf einen neuen Abschnitt in meinem Leben. Wenn Sie mit mir in Kontakt bleiben möchten, können Sie mich unter [email protected] erreichen.


Liebe(r) Frau/Herr (Name des Kunden),

ab dem TT.MM.JJJJ wird sich mein Kollege, Herr Markus Schneider, um Ihre Belange kümmern. Ich bedanke mich ganz herzlich für die fruchtbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ich selbst verlasse das Unternehmen und blicke nun mit Freude einem neuen Berufsabschnitt entgegen.

Ich würde mich freuen, wenn wir in Kontakt blieben. Zukünftig erreichen Sie mich unter: [email protected] oder unter der Handynummer: 0170/123 45 67.


Sehr geehrte Geschäftspartner,

hinter mir liegen vier tolle Jahre, in denen ich mit Begeisterung das Team aufgebaut habe. Auch wenn die Kommunikation zu Beginn des Projekts aufgrund des heftigen Wintereinbruchs erschwert war, bin ich immer noch stolz darauf, wie gut wir die gewünschten Liefertermine realisieren konnten. Sie wissen ja: Verlässlichkeit und Verantwortung sind für mich keine Fremdworte.

Da ich zum TT.MM.JJJJ dieses Unternehmen verlasse, möchte ich mich für diese wunderbare Zusammenarbeit bedanken. Ich blicke positiv in die Zukunft und würde mich freuen, wenn sich unsere Wege noch einmal kreuten. Falls Sie weitere Informationen wünschen, erreichen Sie mich ab sofort unter [email protected] oder unter der Nummer: 0170/123 45 67.



Abschiedsmail Vorlage zum Download

Abschiedsmail Vorlage an Kunden GeschäftspartnerWer sich diese Abschiedsmail als Vorlage und kostenloses PDF-Dokument oder Word-Datei herunterladen möchte, kann dies hier tun:

Abschiedsmail-Fallen vermeiden: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Weil in der Abschiedsmail unzählige Fallen lauern, die manchmal gar nicht so offensichtlich sind, haben wir hier noch eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung für Sie aufgestellt:

  1. Empfänger

    Hier kommt es vor allem auf die Größe des Unternehmens an. In einem 1.000-Mitarbeiter-Konzern allen Kollegen per Rundmail Lebewohl zu sagen, würden jeden Rahmen sprengen. Beschränken Sie sich auf die eigene Abteilung, auf Ihre direkten Vorgesetzten, Kollegen und ausgewählte Mitarbeiter anderer Abteilungen, mit denen Sie in engem Kontakt standen oder näher zusammengearbeitet haben (auch die, die Sie nicht ausstehen konnten). Was natürlich nicht ausschließt, dass Sie sich von jenen auch persönlich noch verabschieden. In einer 10-Mann-Bude, einer mittelgroßen Agentur oder Firma sollte Ihre Abschiedsmail aber zwingend an alle Mitarbeiter gehen. Schließen Sie hier niemanden aus, sonst sorgt Ihr letzter Gruß noch für böses Blut und die Gekränktheit Einzelner, die Ihr Gesicht in nachhaltig schlechter Erinnerung behalten.

  2. Adressliste

    Ebenfalls ein unterschätzter Faktor. Die Adressliste, die alle Empfänger Ihrer Abschiedsmail umfasst, ist keinesfalls reine Formalität, sondern wird meist sehr bewusst wahrgenommen. Mancher Kollege oder Chef, der hier ganz am Ende der Liste auftaucht, fühlt sich entehrt und in seinem Status gekränkt. Lassen Sie sich auf solche Ränkespiele gar nicht erst ein. Ordnen Sie die Adressliste am besten alphabetisch – und nicht nach Hierarchie, Sympathie, räumlicher Nähe oder sonstigen Kriterien. Mit einer alphabetisch sortierten Empfängerliste treten Sie niemandem auf den Schlips – und können im Übrigen effektiver prüfen, ob Sie womöglich noch jemanden vergessen haben. Im Zweifel versenden Sie die Mails per „Blind copy“ – also in BCC. Dann sieht niemand den Verteiler.

  3. Rechtschreibung

    Böse Rechtschreibfehler, die sich in Ihre Abschiedsmail eingeschlichen haben, hinterlassen einen denkbar ungünstigen letzten Eindruck. Ganz wichtig: Checken Sie Ihre Abschiedsmail gründlich auf Rechtschreibung und Grammatik – Kommata und Buchstabendreher inklusive. Im Zweifel bitten Sie einfach Ehepartner, Nachbarn, Bruder oder Schwester am Vorabend noch einmal darum, Korrektur zu lesen. Fehlerbehaftete Mails werfen ein schlechtes Licht auf Ihre Kompetenz – auch wenn Sie weder Deutsch-Lehrer noch Zeitungsredakteur sind. Niemand will böswillige Ex-Kollegen oder Chefs durch Flüchtigkeitsfehler zu dummen Sprüchen über „unseren dämlichen Ex-Kollegen“ animieren.

  4. Länge

    Bitte verfassen Sie einerseits keine Romane. Andererseits wäre ein lustlos dahingestoppelter Zweizeiler kein Zeichen von Wertschätzung für Ihre Kollegen. Bleiben Sie bei einer prägnanten Mail, die aus drei bis vier Absätzen besteht. Folgendes sollte auf jeden Fall drin sein: Anrede („Liebe Kollegen“), kurze Einführung („Heute ist mein letzter Arbeitstag bei xy“), eine Danksagung („Für die gute Zusammenarbeit möchte ich mich bei euch ganz herzlich bedanken“), beste Wünsche („Für eure Zukunft wünsche ich euch alles erdenklich Gute“) und ein Abschiedsgruß. Vergessen Sie außerdem nicht, Ihre Kontaktdaten (E-Mail, Handy, Xing- oder Facebook-Profil) mit in Ihre Abschiedsmail einzubauen, damit Sie weiterhin erreichbar sind – und sich vernetzen können.

  5. Hintergrund

    Dass Sie gehen, um eine neue Stelle anzutreten, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Den Grund für Ihren Weggang können und sollten Sie also zumindest kurz erwähnen. Es soll ja schließlich jeder wissen, dass Sie von sich aus gekündigt haben und nicht etwa wegen Unfähigkeit entlassen wurden. Zudem spricht nichts dagegen, zumindest die Branche und den Standort des neuen Arbeitgebers zu nennen, etwa so: „Wie Ihr vielleicht schon mitbekommen habt, suche ich bei einem großen Handelskonzern in Berlin eine neue Herausforderung.“ Möglicherweise wollen Sie aber einfach nicht, dass Ihre Kollegen wissen, wohin die berufliche Reise geht. Oder Sie möchten/sollen vorerst Diskretion über Ihre zukünftige Wirkungsstätte wahren. Dann lassen Sie diese Angaben einfach komplett weg. Und: Eine konkrete Namensnennung des Neu-Arbeitgebers kann Ihnen als Prahlerei ausgelegt werden („Ich arbeite ab sofort bei BMW!!!“). Deshalb lieber darauf verzichten.

  6. Diplomatie

    Auch wenn so mancher die eigene Abschiedsmail nur zu gerne mit bissigen Kommentaren versehen würde: Von negativen Bemerkungen oder gar Schimpftiraden in der Abschiedsmail ist dringend abzuraten. Mögliche Berechtigung und Hintergründe hin oder her. Geben Sie sich diese Blöße nicht – unter keinen Umständen. Dabei sollten weder Vorgesetzte noch Kollegen, Praktikanten, Zulieferer oder Kunden Opfer einer hinterhältigen Anspielung werden – unabhängig davon, ob diese die Mail überhaupt zu Gesicht bekommen oder nicht. Hier gilt oberstes Neutralitätsgebot: Diplomatisch bleiben, sonst entlarvt man sie umgehend als charakterschwach.

  7. Authentizität

    Übertreiben Sie es im Gegenzug nicht mit Lobhudelei und machen Sie nicht einzelnen Personen Komplimente – verfassen Sie beispielsweise keine Lobarien auf Ihren Chef, weil der Sie zweimal befördert hat. Das kommt beim Rest der Belegschaft wahrscheinlich nicht gut an. Auch würde ein überschwänglicher letzter Gruß schnell zur Farce, wenn Sie nicht unbedingt im Besten auseinandergehen. Die Worte in Ihrer Abschiedsmail sollten also nicht völlig aus der Luft gegriffen sein. Sie sollten sich selbst mit Ihrer Mail identifizieren können – und dabei einen höflichen, respektvollen Ton bewahren. Und sparen Sie sich auch die Krokodilstränen („Ich bin so unendlich traurig, euch heute verlassen zu müssen“) für Ihren Ausstand respektive Ihr persönliches Au-revoir. Das kann in einer Mail schnell peinlich wirken.

Legendäre Abschiedsmails und Abschiedsbriefe

Legendäre Abschiedsmails und AbschiedsbriefeAls der sächsische König Friedrich August III. im November 1918 von seinem Thron abdanken musste, hinterließ er eine Botschaft, die Geschichte schrieb: „Machd doch eiern Drägg alleene!“, lauteten seine kurzen, aber prägnanten Abschiedsworte. Nicht wirklich nobel oder royal, aber dafür ungemein authentisch und ehrlich.

Die Abschiedsmail von Google-Mitarbeiter Jason Shugars ist wiederum so etwas wie ein moderner Mythos: „So long, Suckers!“, schrieb der per Rundmail vor einigen Jahren an seine vormaligen Kollegen. Frei übersetzt hieß das: „Macht’s gut, Ihr Lutscher!“ Bei seinen alten Kollegen sorgte das der Überlieferung nach für Amüsement. Bei den meisten Vorgesetzten dürften derart letzte Worte aber weniger gut ankommen.

Und auch solche Reaktionen gibt es, selbst wenn diese arbeitsrechtlich nicht unproblematisch sind:

Abschiedsmail Programmierer

Die Palette solcher Abschiedmails reicht von Fanalen à la „Und tschüss, ihr Arschlöcher!“ über Betriebsklimabomben vom Typ „Ich bedanke mich für die gute Zusammenarbeit, auch wenn ich mich immer darüber amüsiert habe, dass Simone für die gleiche Arbeit 1000 Euro wenige bekommt als Klaus…“ bis hin zu Pietätsprosa wie „Ich werde euch und meine Arbeit hier nie vergessen. Ihr behaltet immer einen Platz in meinem Herzen.“

Schlimmer geht eben immer, besser (siehe oben) aber auch.

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[Bildnachweis: Iurii Stepanov by Shutterstock.com]
10. August 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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