Webinare: Tipps & Tools wie Sie mit Online-Kursen Geld verdienen

Webinare schießen wie Pilze aus dem Boden. Vom Einstieg in die Social Media über „Facebook Geheimnisse“ bis hin zu Veranstaltungen für Fachkräfte reicht die thematische Bandbreite. Was sich in den sozialen Netzwerken und bei vielen Bildungsanbietern erst in den letzten Jahren etabliert hat, ist in größeren Firmen bereits Standard. International oder global operierende Unternehmen führen Webinare regelmäßig – beispielsweise zur Schulung ihrer Mitarbeiter – durch. Worauf Sie für optimale Ergebnisse achten sollten und wie Sie Ihren Kunden mit Webinaren Mehrwert bieten können, zeigen wir hier…

Webinare: Tipps & Tools wie Sie mit Online-Kursen Geld verdienen

Webinar Definition: Was ist das?

Webinare kostenlos Definition wie funktioniert ein Webinar Ablauf anbieten AnbieterDas Internet macht es möglich: Statt sich in seiner Freizeit noch womöglich durch Staus auf den Weg zu einem Vortrag oder Kurs zu quälen, können Sie Seminare auch bequem von zu Hause aus online besuchen.

Denn nichts anderes steckt hinter der Wortneuschöpfung Webinar: Es ist ein Kofferwort aus den Wörtern Web (von World Wide Web) und Seminar. Zu einer festgelegten Zeit startet in Echtzeit eine Veranstaltung, die via VoIP, also Voice over Internet Protocol, übertragen wird.

Wie funktioniert ein Webinar? Der Ablauf ist denkbar simpel: Zu einem bestimmten Thema äußert sich ein Vortragender, dem eine theoretisch unbegrenzte Zahl an Teilnehmern gegenübersitzt. Eine Webcam und Mikrofon am Laptop gewährleisten die Möglichkeit zum Austausch.

Für die Übertragung benötigt der Vortragende Webinar-Software, für die es eine Reihe Anbieter gibt (dazu weiter unten). Nicht nur der meist mühelose Zugang (mehr als einen Computer mit Internetzugang und eventuell Kopfhörern braucht es oft nicht) ist reizvoll für die Teilnehmer.

Häufig sind auch verpasste Webinare für einen gewissen Zeitraum verfügbar, so dass sich Teilnehmer auch zu einem späteren Zeitpunkt Inhalte noch ansehen können. Das gibt dem Vortragenden die Möglichkeit, das Webinar als Tutorial auf seiner Website mit einzubinden.

Geld verdienen durch Webinare

Der vermutlich reizvollste Gedanke für viele: Wie lässt sich mit Webinaren Geld verdienen? Zumal alle Welt kostenlose Webinare zu erwarten scheint – das Internet wird von manchen gerne als Selbstbedienungsladen gesehen. Tatsächlich lässt sich auch mit kostenlosen Webinaren Geld verdienen, indirekt.

Das gilt vor allem für solche Anbieter, die sich noch einen Namen als Experte in einem bestimmten Bereich machen müssen. Sie können durch ein Webinar potenzielle Kunden informieren und gewinnen. Unternehmen können sich für Bewerber interessant machen und auch der internationale Austausch wird ermöglicht, denn Sie sind ja nicht ortsgebunden.

Ebenso können Sie ein Webinar natürlich nutzen, um eine Dienstleistung anzubieten. Statt eines VHS-Kurses sparen sich die Teilnehmer den Weg zur Bildungseinrichtung – der Kurs kommt zu ihnen!

Bei der Konzeption eines Webinars sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Wählen Sie einen passenden Titel.

    Ein aussagekräftiger Titel ist die halbe Miete. Klar – wenn sich niemand etwas darunter vorstellen kann, was Sie anzubieten haben, wird auch niemand Ihr Webinar buchen, geschweige davon weitererzählen. Wichtig sind daher eine konkrete Beschreibung nebst Bebilderung, bei der sich Ihre Zielgruppe angesprochen fühlt.

  • Legen Sie den Termin günstig.

    Apropos Zielgruppe: Die sollten Sie gut kennen, denn davon hängt ab, wie lange Ihr Webinar dauert und zu welcher Tageszeit es stattfinden soll. Studenten und Senioren sind beispielsweise recht flexibel – aber während die einen tendenziell lange aufbleiben, gehen die anderen meist schon früher zu Bett.

    Ein Webinar am frühen Abend würde beispielsweise auch vielen Arbeitnehmern zugute kommen. Manche Webinar-Veranstalter empfehlen den Dienstag und den Donnerstag ab 19 Uhr. Unabhängig von der Tageszeit sollten Sie Ihre Veranstaltung nicht zu lang wählen, da sonst die Konzentration der Teilnehmer stark nachlässt.

  • Bieten Sie einen Mehrwert.

    Erfahrungsgemäß sind viele Menschen neuen Dingen gegenüber weniger aufgeschlossen. Wer sich noch keinen Namen mit Webinaren als Experte gemacht hat, wird Schwierigkeiten haben, sofort kostenpflichtige Veranstaltungen verkaufen zu können.

    Darüber hinaus locken kostenlose Webinare Teilnehmer deutlich eher an. Diese gilt es davon zu überzeugen, dass Sie etwas zu bieten haben. Beginnen Sie daher mit kostenlosen Webinaren und bauen Sie sich so einen Kundenstamm auf. Bieten Sie als Teaser kostenlose Inhalte mit Mehrwert, so können Sie bei Gefallen guten Gewissens auf kostenpflichtige Veranstaltungen hinweisen.

    Haben die Teilnehmer im Laufe der Zeit gute Erfahrungen mit Ihnen gemacht, können Sie auch höhere Preise für hochwertigere Produkte nehmen (Up-Selling). Eine vertrauensvolle, auf positive Erfahrungen basierende Beziehung wird außerdem die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass jemand seltener bei der Konkurrenz, sondern überwiegend bei Ihnen kauft und geneigt ist, andere Produkte aus Ihrem Angebot ebenfalls zu kaufen (Cross-Selling).

  • Präsentieren Sie Inhalte anschaulich.

    Gerade wenn ein Webinar etwas länger dauern soll, ist eine ansprechende, abwechslungsreiche Präsentation wichtig. Dafür reicht es nicht, einfach mit nett modulierter Stimme in die Kamera zu sprechen. Powerpoint-Präsentationen sind mehr oder weniger Standard.

    Dabei ist es wichtig, die einzelnen Folien mit Text nicht zu überfrachten, vor allem sollten sie nicht einfach Wort für Wort dasselbe enthalten, was Sie zeitgleich sprechen. Arbeiten Sie auch mit Bildern, um Ihre Informationen zu unterstreichen. Bemühen Sie sich, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Präsentation, Grafiken und Kamerapräsenz zu finden.

  • Nehmen Sie einen angemessenen Preis.

    Die Erwartungshaltung mancher User wurde bereits angesprochen. Unabhängig davon darf sich die Art des Vortrags natürlich auf den Preis auswirken. Die teure Raummiete mag wegfallen – also kann ein Webinar günstiger angeboten werden als ein vergleichbares Seminar.

    Dennoch sollten Sie Ihr Wissen nicht zu Schleuderpreisen heraushauen. Ein Vergleich mit anderen Anbietern kann Ihnen Gewissheit darüber verschaffen, welche Preise für Ihre Inhalte angemessen sind. Darüber hinaus wirkt sich die Gestaltung Ihres Webinars aus:

    Handelt es sich um eine einmalige einstündige Veranstaltung oder planen Sie eine Reihe? Betreten Sie thematisch noch recht unerforschtes Gebiet, besetzen Sie eine Nische oder versuche Sie einen Klassiker im neuen Gewand zu verkaufen? Angebot und Nachfrage wirken sich natürlich auch hierbei aus.

  • Machen Sie für sich Werbung.

    Damit potenzielle Teilnehmer von Ihrem Angebot erfahren, müssen Sie Marketing in eigener Sache betreiben. Dafür können Sie E-Mails und Newsletter an Bekannte beziehungsweise Abonnenten schicken. Ebenso sollten die typischen Social-Media-Kanäle bedacht werden, also Facebook, Twitter, Instagram oder auch berufliche Netzwerke wie Xing, in denen Sie ein Event erstellen können. Eine weitere Möglichkeit, Teilnehmer zu generieren sind Lockangebote in Form von Rabatten – beispielsweise für Erstkunden oder für ehemalige Teilnehmer, die ganze Pakete buchen.

Tipps für die Erstellung

Einige Unternehmen, die regelmäßig auf Video-Konferenzen oder virtuelle Teambesprechungen setzen, nutzen Webinare wenig effektiv. Sie versuchen, die Erfahrung der Video-Konferenzen auf (interne) Webinare zu übertragen. Das ist jedoch nur in begrenztem Umfang möglich, denn Webinare dienen nicht dem Austausch, sondern primär der Wissensvermittlung und Schulung.

Entsprechend wichtig ist ein schlüssiges inhaltliches und didaktisches Konzept, mit dem die Informationen den Teilnehmern vermittelt werden. Als Webinar-Veranstalter sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Zusammensetzung und Vorkenntnisse der Teilnehmer
  • Zielsetzung und Thema des Webinars
  • Eigene Positionierung als Experte
  • Hoher Praxisbezug der Beispiele und Inhalte
  • Bild- und Tonqualität des Webinars

Je nachdem, an wen sich Ihr Webinar richtet, müssen Sie den Inhalt entsprechend aufbereiten. Was Sie vermeiden wollen: Dass die Teilnehmer das Webinar-Fenster minimieren und womöglich noch vor Ende ganz schließen. Genau das lässt sich mithilfe von Tools jedoch nachweisen.

Entscheidend ist also, was Sie dafür tun, dass Ihr Webinar so aufgebaut ist, dass es die Teilnehmer interessiert. Das fängt bereits mit der didaktischen Gestaltung an: Wer ein Webinar anbietet, muss dafür nicht auf einer Bühne am Pult stehen. Freies Sprechen sollte er dennoch beherrschen.

Nichts wirkt auf Dauer anstrengender und eintöniger, als wenn Inhalte einfach nur abgelesen werden. Wer sich als Experte für ein Thema positionieren will, sollte ohnehin wissen, wovon er redet. Das heißt natürlich nicht, dass Sie drauf los reden sollten.

Thema und Zielsetzung müssen vorher klar sein, Stichpunkte können Sie auf Karteikarten formulieren. Damit am Tag Ihres Webinars alles möglichst glatt läuft, sollten Sie zuvor einige Proben durchführen. So können Sie gewährleisten, dass inhaltlich alles fluppt und geraten nicht aus dem Konzept, wenn Zwischenfragen der Teilnehmer kommen.

Idealerweise gelingt es Ihnen, mit Storytelling Ihre Teilnehmer einzufangen. Dazu präsentieren Sie Ihre Inhalte bildhaft und wechseln zwischendurch die Perspektive. Das ermöglicht Ihren Zuschauern den Unterschied zu erkennen.

Um als Experte wahrgenommen zu werden, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Zum einen sollten Sie mit Daten, Zahlen und Fakten Ihre Aussagen belegen können. Die sollten nach Möglichkeit auf dem neusten Stand sein. Zum anderen sollten Sie ehrlich über eigene Erfahrungen berichten.

Sparen Sie dabei nicht die negativen Erfahrungen aus. Das verleiht Ihnen Authentizität und schließlich sind Ihre Teilnehmer ebenso Verbraucher und haben ihrerseits ebenfalls nicht nur positive Erfahrungen gesammelt.

Der letztgenannte Punkt hat zwar nichts mit Didaktik zu tun, beeinflusst jedoch entscheidend die Wirkung und Qualität des Webinars: Webinar-Veranstalter sollten auf jeden Fall in externe Webcams und Mikrofone – als Minimalausstattung – investieren.

Tools für Webinare

Neben der Aufnahmetechnik beeinflusst vor allem das verwendete Tool die Qualität des Webinars. Naheliegende (weil kostengünstige) Optionen sind hier beispielsweise Google+-Hangouts und Skype-Gruppen-Konferenzen. Wer sich jedoch auf die Suche nach anderen Lösungen macht, wird von der Masse der Angebote überwältigt sein.

Unzählige Plattformen und Softwarelösungen bieten sich für die Durchführung von Webinaren an. Im Folgenden stellen wir Ihnen fünf Tools vor, die Reihenfolge ist alphabetisch gewählt, sie stellt keine Wertung dar. Für die Auswahl entscheidend sollten nicht nur finanzielle Kriterien sein, sondern ebenfalls, inwiefern eine spezielle technische Ausrüstung vonnöten ist.

  1. Adobe Connect for Webinar

    Die Softwarelösung aus dem Hause Adobe bietet für Webinare alle nur denkbaren Möglichkeiten und stellt vermutlich eines der umfangreichsten Leistungspakete auf dem Markt dar. Diese Leistung hat jedoch ihren Preis und Webinare können – je nach gewählten Funktionsumfang – schnell drei- oder vierstellige Kosten verursachen.

  2. Edudip

    Ist eine in Deutschland recht bekannte Webinar-Software, die webbasiert ist und somit keine vorherige Installation für die Teilnehmer benötigt. Es gibt sowohl eine kostenlose als auch eine kostenpflichtige Variante. Letztere ist vergleichsweise günstig: Für bereits 34,30 pro Monat können bis zu 1.000 Teilnehmer kostenpflichtigen Webinaren beiwohnen. Bis zu drei Co-Moderatoren und unbegrenzte Dauer bietet dieses Paket.

  3. GoTo Webinar

    Da zahlreiche Firmen GoTo Meeting bereits für ihre virtuellen Besprechungen nutzen, liegt der Schritt zu GoTo Webinar nahe. Der Preis ist mit 89 Euro pro Monat für Unternehmen durchaus zu verschmerzen. Allerdings sind in dieser Basisversion nur bis zu 100 Teilnehmer möglich. Wer bis zu 500 Teilnehmern ein Webinar anbieten möchte, muss 199 Euro berappen.

  4. Openmeetings

    Die Open Source Lösung ist kostenlos verfügbar und bietet ein umfangreiches Leistungspaket. Die Bedienung ist jedoch etwas kompliziert und stellt für wenig Technik affine Nutzer eine deutliche Hürde dar. Für den Support im Unternehmenseinsatz können Kosten anfallen.

  5. Team Viewer

    Das Programm dürfte vielen Nutzern vor allem aus dem Bereich der Fernwartung bekannt sein. Dank einer guten Übertragungsqualität und zahlreichen Screensharing-Optionen eignet sich die Lösung auch für Seminare. Die Unternehmenslizenz schlägt aktuell mit einmalig 1.990 Euro zu Buche.

Für den produktiven Einsatz eines Webinar-Tools ist – unabhängig vom gewählten Produkt – vor allem die Einführung entscheidend. Eine gründliche Schulung der Mitarbeiter hilft, Einstiegshürden zu reduzieren und die Bedenken der Mitarbeiter zu zerstreuen.

Ein Mehrwert für Kunden

Der Nutzen von Webinaren für Kunden erschließt sich manchen Unternehmen noch nicht. Doch kostenlose Webinare können Kunden den Zugang zu Produkten und Dienstleistungen erleichtern und dabei helfen, offene Fragen zu klären.

In kostenpflichten Webinaren können Dienstleister ihren Kunden ortsunabhängig hochwertige Informationen und Fachwissen bereitstellen und so beim Aufbau der Kompetenz im Unternehmen beitragen. Auch die Übergabe eines vom Dienstleister angestoßenen Projektes kann in – im Projektpreis bereits enthaltenen – Webinaren vorbereitet und begleitet werden.

Entscheidend ist auch hier, dass Unternehmen den Kenntnisstand ihrer Kunden berücksichtigen und sowohl ihre Inhalte als auch das didaktische Konzept daran anpassen. Zudem sollte der Einsatz der Webinar-Software für die Kunden keine Hürde darstellen und entsprechend vorbereitet werden.

Eins sollten Sie bedenken: So vielseitig die Möglichkeiten von Webinaren auch sind, sollten Sie immer prüfen, ob ein persönlich durchgeführter Workshop eine Alternative darstellt. Der persönliche Kontakt ist gerade bei der Kundenbindung jeder virtuellen Zusammenarbeit überlegen.

Webinare können Workshops und persönliche Schulungen daher wertvoll ergänzen, sollten sie jedoch nicht ersetzen.

[Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]
27. September 2018 Autor: Christian Mueller

Christian Müller ist Coach und freier Autor. Bei der Karrierebibel schreibt er vor allem über Themen zu Social Media, Studium und Ausbildung.

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