Karriere-Lektionen: Wahr, aber unangenehm
In der beruflichen Laufbahn gibt es eine Menge Lektionen, die jeder einzelne verinnerlichen muss. Wie gut und schnell dies gelingt, kann für Erfolg oder Misserfolg entscheidend sein und den weiteren Weg prägen. Einige dieser Karriere-Lektionen sind motivierend, regen den Ehrgeiz an, helfen dabei, große Ziele zu verfolgen und die nächsten beruflichen Schritte anzugehen. Doch nicht jede Lektion ist angenehm, einige regen auch zum Nachdenken an, räumen mit Illusionen oder Klischees auf und können die Augen für die Realität öffnen. Wir haben einige Karriere-Lektionen zusammengestellt, die zwar wahr, aber leider auch unangenehm sind...

Unangenehmen Karriere-Lektionen, die jeder kennen sollte

Unangenehmen Karriere-Lektionen, die jeder kennen sollteWenn eine Karriere-Lektion unserer eigenen Vorstellungen widerspricht, würden wir diese am liebsten ignorieren. Es ist für viele ein natürlicher Reflex, die Augen zu verschließen und sich auf die Dinge zu konzentrieren, von denen man meint, sie zu wissen. Das mag vielleicht einfach sein, doch so nimmt man sich selbst auch viele Möglichkeiten. Man kann sich nicht nur besser auf schwierige Situationen vorbereiten, sondern betrachtet vieles auch aus einer realistischeren Perspektive und kann so möglicherweise sein Handeln darauf abstimmen und bessere Entscheidungen treffen. Auch wenn es unangenehm ist, sollte jeder diese Karriere-Lektionen kennen und beachten.

  1. Den Traumjob gibt es nicht

    Wer wünscht sich nicht bei der Recherche in Jobbörsen oder Stellenanzeigen seinen Traumjob zu finden. Endlich genau die Projekte, von denen man geträumt hat, nette Kollegen, ein toller Chef, flexible Arbeitszeiten, gute Bezahlung... Leider bleibt der Traumjob in der Regel tatsächlich nur ein Traum, denn kein Job kann all diese Anforderungen erfüllen.

    Sogar wenn man den vermeintlichen Traumjob gefunden hat, ist dieser im Alltag meist mit einigen Kompromissen oder gar Enttäuschungen verbunden. Vielleicht ist der Chef doch nicht so perfekt, wie man es sich gewünscht hat oder die flexible Arbeitszeit ist weniger anpassbar, als man erhofft hat. All das bedeutet natürlich nicht, dass man keinen Job finden kann, der glücklich und zufrieden macht, doch sollte man sich im Klaren sein, dass Kompromisse nötig sind, um nicht frustriert zu werden.

  2. Beförderungen gehen nicht immer an den, der sie verdient

    Sie haben hart gearbeitet, neue Kunden für das Unternehmen gewonnen, ein großes Projekt erfolgreich abgeschlossen, Überstunden geschoben, Verantwortung getragen, Abläufe verbessert und haben regelmäßig positives Feedback von Ihrem Chef erhalten. Dann kommt die Nachricht, dass ein höherer Posten frei wird - und mit einem Kollegen besetzt wird.

    Es ist unfair, man fühlt sich benachteiligt und versteht die Welt nicht mehr. Doch leider kommen solche Szenarien häufiger vor, als man glauben möchte. Im Idealfall sollten Vorgesetzte zwar nach fachlichen Kompetenzen auswählen, doch der Nasenfaktor spielt bei der Beförderung leider immer auch eine Rolle. Für Sie bedeutet diese unangenehme Karriere-Lektion: Suchen Sie die Schuld nicht immer automatisch bei sich selbst. Auch wenn Sie alles richtig gemacht haben, geht die Beförderung manchmal an jemand anderes.

  3. Eine gute Bezahlung macht noch keinen guten Job

    Es ist das, was sich viele wünschen: Ein neuer Job mit einer hohen Bezahlung. Was anfangs so toll klingt, stellt sich jedoch nicht selten als Problem heraus. Zwar freut man sich über das zusätzliche Geld auf dem Konto, doch können gleich zwei Schwierigkeiten entstehen: Zum einen ist Geld bekanntlich nicht alles und wenn die Arbeitsbedingungen, die Kollegen oder der Chef nicht mit den eigenen Vorstellungen zusammen passen, hilft auf lange Sicht auch keine gute Bezahlung.

    Hinzu kommt, dass ein hohes Einstiegsgehalt einen ersten Motivationskick geben kann, doch dieser bereits nach kurzer Zeit nachlässt, wenn die entsprechende Entwicklung fehlt. Die meisten Arbeitnehmer motivieren sich durch ihre langfristigen Ziele. Scheint eine weitere Steigerung nur schwer möglich, setzt schnell die Unzufriedenheit ein.

  4. Für die Motivation sind Sie selbst verantwortlich

    Ein Chef, der es schafft, sein Team zu motivieren; Aufgaben, die Spaß machen; Kollegen, mit denen man gemeinsam ehrgeizig Projekte bearbeitet und Ziele verfolgt. Im Job suchen wir oft nach Personen oder Dingen, die unsere Motivation wecken. In Wahrheit sind jedoch Sie selbst dafür verantwortlich, motiviert an die Arbeit zu gehen und Freude an Ihrer Tätigkeit zu haben. Ja, das Arbeitsumfeld kann dieses Gefühl verstärken - oder auch abschwächen - doch ohne entsprechende Selbstmotivation bringt auch der beste Arbeitsplatz Sie nicht weiter.

    Sollte also die Lust an der Arbeit fehlen, fragen Sie sich zunächst einmal selbst, was Sie antreibt und motiviert, bevor Sie gleich die anderen dafür verantwortlich machen.

  5. Sie werden scheitern

    Na das sind ja tolle Aussichten, aber leider ist es wahr. Irgendwann im Laufe seiner Karriere scheitert jeder einmal. Eine Idee kann nicht umgesetzt werden, man macht einen Fehler, vergeigt ein Vorstellungsgespräch oder der Versuch, sich selbstständig zu machen, klappt nicht. Sollte man also erst gar nichts mehr versuchen? Nein, denn all diese Erfahrungen sind ein wichtiger Punkt.

    Das Scheitern wird oft als Ende eines Weges betrachtet, obwohl es nur eine Kreuzung ist, an der ein neuer Weg eingeschlagen wird. Wer die Karriere-Lektion früh genug lernt, weiß, was auf ihn zukommt und kann im besten Fall sogar etwas daraus lernen.

[Bildnachweis: Jacob Lund, Peter Bernik by Shutterstock.com]

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