Altersweisheit: Diese Lektionen lernen viele erst spät

Altersweisheit: Für so manche scharfsinnige Einsicht müssen wir erst ein großes Stück des Weges zurückgelegt haben. Ein Alter erreicht haben, in dem wir auf eine große Schatztruhe voller Erfahrungen zurückgreifen können. Wir haben uns deshalb bei reiferen Semestern umgehört und uns einige Altersweisheiten notiert, die uns logisch und richtig erschienen. Diese 9 Lektionen lernen wir erst spät im Leben.

Altersweisheit: Diese Lektionen lernen viele erst spät

Altersweisheit: Besser spät als nie

Mark Twain wird dieses Zitat zugesprochen: „Die zwei bedeutendsten Tage in deinem Leben sind der Tag, an dem du geboren wurdest, und der Tag an dem du herausfindest, warum.“ Aber ob der zweite Tag jemals kommt? Und wann?

Vieles wird uns erst beim Blick in den Rückspiegel klar. Im fortgeschrittenen Alter, vielleicht mit 55, 72 oder 95. In einem Alter, in dem man schon seine Erfahrungen mit dem Leben gemacht hat. Wir selbst haben dieses Alter zwar noch nicht erreicht, uns aber im Kreise der Altvorderen einfach mal umgehört. Welche Lektionen lernt man erst spät im Leben?

Wie wär’s zum Start mit diesem geflügelten Wort, von dem Sie sicher schon gehört haben? „Man bereut vor allem die Dinge, die man nicht getan hat.“ Was jüngere Menschen daraus lernen können: Gründen Sie Ihr eigenes Unternehmen, wenn Sie schon immer davon geträumt haben. Kündigen Sie oder wechseln Sie die Branche, wenn Sie in Ihrem Job unglücklich sind.

Hier sind noch neun andere Altersweisheiten, die wir mitgebracht haben. Diese Lektionen lernen wir erst spät im Leben …

9 Lektionen, die wir erst spät im Leben lernen

  1. Die Zeit vergeht immer schneller

    Eine Erkenntnis, die Sie bestimmt längst gemacht haben. Und für die man auch gar nicht furchtbar alt werden muss. Dennoch ein guter Weckruf: Schieben Sie nicht alles auf die lange Bank. Ihr eigenes Café, Jobwechsel, Nachwuchs, die Reise nach Südafrika. Der Zug ist früher oder später abgefahren, aber nicht irgendwann, sondern schon morgen.

  2. Schönheit begleitet einen nicht durchs ganze Leben

    Auch ein No-Brainer, für junge Supermodels aber trotzdem nur begrenzt nachvollziehbar. Schenken Sie Äußerlichkeiten ruhig Aufmerksamkeit, nur halt nicht ZU viel. Und ein ganz pragmatischer Hinweis: Machen Sie Ihre blendende Optik nicht zum Fundament Ihrer Karriere (es sei denn, Sie wollen tatsächlich Supermodel werden). Die ist früher weg, als Sie mit den Augen aufschlagen können. Ihr großes Faustpfand sind letztlich, so abgedroschen das klingen mag, die inneren, fachlichen wie charakterlichen Werte.

  3. Neid macht unglücklich

    Dieser Kommilitone, den Sie immer gehasst haben, ist jetzt erfolgreicher Geschäftsmann. Die Schulfreundin, die Sie eigentlich ganz gern haben, hat eine Yacht vor Nizza. Ihre eigenen Kinder sind intelligenter als Sie selbst. Aber die Nachbarskinder dafür viel hübscher als Ihre eigenen. Einen Grund, auf alles und jeden neidisch zu sein, den gibt es immer. Aber eigentlich auch nicht. Nehmen Sie es mit Würde, wenn jemand besser ist. Und seien Sie einfach stolz auf sich selbst, auf Ihre kleinen und größeren Errungenschaften.

  4. Samen sprießen spät

    Wenn Sie den Film ‚Butterfly Effect‘ gesehen haben, dann wissen Sie: Was Sie jetzt tun, wird sich später auf Ihr Leben auswirken – zum Guten oder Schlechten, privat oder beruflich. Die Wahl des Studiengangs, des Wohnorts, des Ausbildungsplatzes, der Altersvorsorge – solche Entscheidungen sollten Sie wohlüberlegt treffen. Bedenken Sie: Mit jeder Entscheidung stellen Sie wichtige Weichen für den Rest Ihres Lebens.

  5. Ihr Körper ist ein Investment

    Ruinieren Sie nicht Ihren Körper, um einen Haufen Geld zu verdienen. Das Geld werden Sie dann später ausgeben müssen, um Ihren Körper wieder zusammenzuflicken. Spätestens mit 30 sollten Sie anfangen, Ihren Körper so zu behandeln, wie er es verdient: Viel Bewegung, vernünftige Ernährung, nicht jedes Wochenende ununterbrochen an Fluppen und Flaschen hängen. Wer früh in seinen Körper investiert, fährt später die Rendite ein.

  6. Qualität setzt sich nicht automatisch durch

    Sie haben Talent, Fleiß, Charakter. Nur ist Selbstvermarktung oft noch wichtiger – leider. Es nützt alles nichts: Bringen Sie sich in eine gute Position, trommeln Sie für sich, geben Sie ab und zu auch ein bisschen an. Ohne dezente Eigenwerbung hier und da bleiben Sie auf der Strecke, so unerfreulich diese Erkenntnis auch sein mag. Der Beste ist nicht immer der Erste — alte Menschen wissen das.

  7. Arbeit wird überschätzt

    Ohne Fleiß kein Preis. Ohne Fleiß dafür aber ein Leben, könnte man jetzt schnippisch einwenden. Packen Sie also nicht Ihren Terminkalender von morgens bis abends mit Meetings, Heimarbeit und Weiterbildungs-Terminen voll. Spätestens seit dem Bestseller der australischen Krankenschwester Bronnie Ware wissen wir, dass Sterbende diesen Satz besonders gerne sagen: „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.“

  8. Ziele sind wichtig, aber noch wichtiger ist der Weg dorthin

    Wenn ich mit dem Studium erst mal fertig bin, dann aber! Wenn meine Beförderung durch ist, dann geht’s los! Wenn die Kinder aus dem Haus sind, dann aber richtig! Natürlich nicht. Wer glaubt, durch einzelne Begebenheiten werde alles gut und das große Glück zur Realität, landet unsanft auf dem Hosenboden. Versuchen Sie lieber, Freude im Alltag zu finden, auf jeder Etappe und in jedem Alter.

  9. Die Erde dreht sich auch ohne Sie weiter

    Meine Güte, was Sie da alles am Laufen haben, Respekt! Ihr Job, Ihre Firma, Ihre Projekte. Alles gaaaanz wichtig, nicht wahr? Ganz ehrlich: 99,9 Prozent der Weltbevölkerung werden nie davon erfahren, dass es uns überhaupt gibt (es sei denn, Sie sind Prinz William oder Donald Trump). Und 50 Jahre nach unserem Tod erinnert sich ohnehin keine Socke mehr an uns. Deshalb: Weniger Verbissenheit. Machen Sie lieber das Beste aus dem Tag und seien Sie nett zu Ihren Kollegen – und nehmen Sie sich (und Ihr Unternehmen) um Gottes willen nicht so wichtig.

[Bildnachweis: Dmytro Zinkevych by Shutterstock.com]
13. November 2016 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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