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Sie wollen ein Auslandssemester im europäischen Ausland verbringen, wissen aber nicht, wie Sie sich finanzieren sollen? Dann ist das Erasmus Programm vielleicht interessant für Sie. Dieses Stipendium fördert seit 30 Jahren Studierende und ermöglicht unter bestimmten Bedingungen einen Aufenthalt in vielen europäischen und auch außereuropäischen Ländern. Welche Voraussetzungen Sie dafür mitbringen müssen und was Sie für einen Antrag beachten sollten, erfahren Sie hier...

Erasmus Programm: Was ist das?

Erasmus ist genau genommen eine Abkürzung steht für European community action scheme for the mobility of university students. Ideengeber und Namenspate war Erasmus von Rotterdam, ein europäisch gebildeter Humanist. Bei Erasmus handelt es sich um ein Förderprogramm, das den Auslandsaufenthalt zum Zweck des Studiums oder auch Praktikums finanziell ermöglicht.

In Deutschland sind vier Nationale Agenturen (NA) an der Umsetzung des Erasmus Programms beteiligt, für Studierende übernimmt dies der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD). 2014 ist Erasmus zu Erasmus+ geworden, seitdem sind weitere Förderprogramme Bestandteil dieses Stipendiums und einige Veränderungen bezüglich der Förderhöchstdauer, aber auch der Bewerber gingen einher.

Erasmus Program: Länder für den Auslandsaufenthalt

Die Möglichkeiten für Erasmus-Stipendiaten im Ausland zu studieren, sind fast grenzenlos. An vorderster Stelle stehen allerdings die Programmländer. Programmländer des Erasmus Programms sind zunächst alle 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU):

  • Belgien
  • Bulgarien
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Irland
  • Italien
  • Kroatien
  • Lettland
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malta
  • Niederlande
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Schweden
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Rumänien
  • Tschechische Republik
  • Ungarn
  • Vereinigtes Königreich
  • Zypern

Für Großbritannien werden im Zuge des Brexits etliche Änderungen erwartet - Deutschland stellt eine große Anzahl an Mitarbeitern an britischen Hochschulen. Inwieweit auch zukünftig Gebührenfreiheit für Erasmus-Studierende gewährleistet ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar.

Zusätzlich gibt es noch teilnehmende Programmländer außerhalb der EU, zu denen die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Island, Liechtenstein, Norwegen und die Türkei gehören. Darüber hinaus nehmen einige europäische Zwergstaaten an dem Erasmus Programm teil.

Ebenfalls ist ein Studienaufenthalt mit dem Erasmus Programm in Partnerländern möglich, die sich überwiegend außerhalb Europas befinden (Ausnahme: seit 2014 gehört auch die Schweiz im Zuge einer Zurückstufung dazu). Allerdings werden die Aufenthalte in Partnerländern mit geringeren finanziellen Mitteln unterstützt.

Auch in den Programmländern gibt es Unterschiede, die sich an den Lebenshaltungskosten orientieren. So sind die europäischen Staaten in drei Gruppen eingeteilt - im tendenziell teuren Norden ist demnach die Unterstützung mit bis zu 500 Euro am höchsten, im eher günstigen Osten mit maximal 400 Euro am günstigsten.

Dafür kann allerdings das Erasmus+ Stipendium mit Bafög und Deutschlandstipendium kombiniert werden.

Weitere Informationen für Erasmus-Interessenten:

Erasmus Programm Länder Was ist Erasmus Erasmus VoraussetzungenFür Studierende ist der DAAD Ansprechpartner beim Erasmus Programm. Er unterstützt bei der Antragstellung, stellt Informationen über die jeweiligen Programm- und Partnerländer bereit, hilft bei Praktika im Ausland und Finanzierungsmöglichkeiten. Weitere Informationen sind über die kostenfreie Servicenummer 0800 2014 020 oder unter erasmus@daad.de erhältlich.

Voraussetzungen für das Erasmus Programm

Grundvoraussetzung für Studierende für die Zulassung zum Erasmus Programm ist eine vollständige Bewerbung - die einzelnen Modalitäten erfahren Sie in den Auslandsbüros Ihrer Hochschule. Des Weiteren müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Sie sind EU-Bürger oder stammen aus einem Staat, der Vertragspartner im Wirtschaftsraum Europas ist.
  • Sie sind anerkannter Flüchtling oder heimatloser Ausländer.
  • Sie sind Inhaber einer Niederlassungserlaubnis, einer Erlaubnis zum Daueraufenthalt oder einer Aufenthaltserlaubnis.
  • Sie studieren seit mindestens einem Jahr regulär an einer deutschen Hochschule.
  • Ihre Hochschule nimmt am Erasmus Programm teil.
  • Ihre Heimathochschule und die Gasthochschule haben einen Erasmus-Kooperationsvertrag abgeschlossen.
  • Ihre Sprachkenntnisse reichen aus, um im jeweiligen Land an Vorlesungen und Prüfungen teilnehmen zu können.

Sollten Sie sich unsicher sein, ob Sie alle Bedingungen erfüllen, fragen Sie vorsichtshalber bei den für Sie zuständigen Institutionen nach. Denn Erasmus fördert auch in Zusammenarbeit mit Schulen, Betrieben, Einrichtungen der Erwachsenenbildung und Jugendverbänden. Das heißt, auch Auszubildende, Berufsschüler, Teilnehmer von Weiterbildungsgängen oder auch Lehrpersonal können berechtigt sein.

Förderungsdauer von Studierenden im Erasmus-Programm

Neu beim Erasmus Programm seit Erasmus+ ist, dass Studierende nun mehrfach gefördert werden können, nämlich in jedem Studienabschnitt, also im Bachelor, Master oder Doktorat. Nicht möglich ist allerdings eine zweimalige Förderung innerhalb eines Studienabschnitts.

Die Förderdauer ist ab drei Monaten Studienaufenthalt möglich und beträgt bis zu zwölf Monate. Für Praktikanten sind bereits zwei Monate Aufenthalt möglich. Ebenfalls möglich ist auch eine Kombination aus Studium und Praktikum, etwa neun Monate Studium plus drei Monate Praktikum.

Ziele des Erasmus Programms

Ziel des Erasmus Programms ist die Förderung von grenzüberschreitendem Lernen und transnationaler Zusammenarbeit. Gerade im Zuge der Bologna-Reform ist eine Vergleichbarkeit der Studieninhalte und -abschlüsse von großer Bedeutung. So ist die Anerkennung von Studienleistungen im Ausland anhand des European Credit Transfer Systems (ECTS) einer der zentralen Bestandteile des Erasmus Programms.

In Zeiten großer Mobilität kann das Erasmus Programm für viele Studenten eine Möglichkeit sein, durch ihr Auslandssemester die späteren Karrierechancen deutlich zu steigern. Denn die finanzielle Unterstützung während ihres Bachelor- oder Master-Grades vereinfacht es, das Gastland kennnenzulernen und dabei wertvolle Erfahrungen zu machen - auch wenn eine Vielzahl der Studierenden vermutlich dennoch nebenher dennoch einen Studentenjob ergreifen muss.

Diese Erfahrungen werden von Arbeitnehmern geschätzt - immerhin 64 Prozent aller Arbeitnehmer halten Umfagen zufolge Auslandserfahrungen für ein wichtiges Einstellungskriterium. Nachweislich wird dadurch neben interkultureller Kompetenz und Toleranz auch das Selbstvertrauen und die Entscheidungsfreude gestärkt.

Und das Erasmus Programm würde 2017 nicht sein 30-jähriges Bestehen feiern, wenn es keinen Erfolg zu verzeichnen hätte: Fünf Jahre nach ihrem Abschluss liegt die Arbeitslosenquote bei Erasmus-Studierenden um 23 Prozent niedriger.

[Bildnachweis: Billion Photos by Shutterstock.com]

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