Viele Studenten haben den Plan, durch ein Auslandssemester auch eine Zeit im Ausland zu verbringen, dort zu studieren und Kurse zu belegen. Dabei stehen viele Länder und Hochschulen zur Wahl, doch kann es trotzdem schwierig sein, an bestimmte Universitäten im Ausland zu kommen. So träumen viele davon, einmal an einer bekannten Eliteuniversität zu studieren und als Student über den Campus von Yale oder Harvard zu laufen. Ein unerreichbares Ziel, das auch in Zukunft ein Traum bleiben muss? Nicht unbedingt! Durch Summer Sessions können Sie zwar kein volles Semester, aber doch eine längere Zeit auch an den bekanntesten Universitäten studieren. Was Sie zu Summer Sessions wissen müssen und wie Sie an einer Summer Session teilnehmen können, um über den Sommer an einer amerikanischen Hochschule zu studieren...

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Summer Sessions: Was verbirgt sich dahinter?

Summer Sessions werden oftmals mit einem Auslandssemester gleichgesetzt, was jedoch nicht ganz korrekt ist. Zwar gibt es einige Parallelen und Überschneidungen, aber eben auch Unterschiede, die beachtet werden sollten. Die Summer Sessions sind Kurse, die in der Regel über einen Zeitraum von fünf bis sechs Wochen im Sommer - daher auch der Name - stattfinden. Anders als ein Auslandssemester finden die Sessions in der eigentlich vorlesungsfreien Zeit statt - und dabei öffnen auch große und bekannte Universitäten ihre Türen für jene, die dort nicht immatrikuliert sind.

Alexandra Michel, Geschäftsleitung bei College Contact, beschreibt es so: Bei den Summer Sessions handelt es sich um ein verkürztes Semester in der ansonsten vorlesungsfreien Zeit zwischen Mai und September. In meist zwei aufeinanderfolgenden Sessions bieten viele US-amerikanische Hochschulen jeden Sommer zahlreiche Kurse aus ihrem Vorlesungsverzeichnis an.

Eine Möglichkeit für all jene, die ihr Studium um einen Auslandsaufenthalt ergänzen wollen und dabei Erfahrungen an einer amerikanischen Eliteuniversität machen wollen - denn auch diese bieten Summer Sessions an und erlauben es somit vielen Interessierten, Kurse an den renommiertesten Hochschulen zu belegen. Ein Gedanke, den viele deutsche Studenten spannend finden, mit dem sich aber nur wenige weiter auseinandersetzen, weil sie nicht daran denken, dass es tatsächlich möglich sein könnte.

Summer Sessions als Hintertür zur Eliteuni

Die Summer Sessions sind kein vollständiges Studium und auch kein komplettes Auslandssemester, sie sind aber sehr wohl eine Möglichkeit und ein Weg, für einen kürzeren Zeitraum an eine ansonsten kaum zu erreichende Universität zu kommen. Und in der Kursauswahl ist wirklich für jeden etwas dabei, wie Alexandra Michel weiß:

Auch wenn die Auswahl etwas kleiner ist als im Herbst- oder Frühjahrssemester, so umfasst sie doch oftmals mehrere Hundert Kurse aus den unterschiedlichsten Fachbereichen. Die Bandbreite reicht dabei von klassischen Themen wie "Introduction to Marketing" oder "Biochemistry" über nordamerikaspezifische Kurse wie "Race and Ethnicity in American Life" bis hin zu hochspezialisierten Kursen auf Masterniveau wie "Advanced Microprocessor Design".

Wichtig zu verstehen ist bei den Summer Sessions auch, dass es keine abgespeckte Form des Studiums ist. Wer mit dieser Einstellung an eine Summer Session herangeht, wird sich sehr schnell darüber wundern, was ihm alles abverlangt wird. Die Universitäten bieten in den Sommerkursen die gleichen Inhalte an, wie in den regulären Semestern - und so müssen Sie in den Prüfungen auch entsprechende Leistungen bringen, um die Summer Sessions erfolgreich abzuschließen.

Michel weiß aus Ihrer Erfahrung, was auf Teilnehmer von Summer Sessions zukommt: Aufgrund des komprimierten Formats der Summer Sessions ist das Studium um einiges intensiver, da der Stoff in kürzerer Zeit vermittelt wird und die Leistungsnachweise in geringeren Abständen erbracht werden müssen. Daher belegen die meisten Teilnehmer auch nur zwei oder maximal drei Kurse pro Session.

Wer aber bereit ist, sich darauf einzulassen, die Herausforderung anzunehmen und natürlich auch seinen Sommer dafür aufzubringen, während andere die freie Zeit genießen, kann einen Einblick in viele verschiedene Universitäten bekommen, die Summer Sessions anbieten und auch internationalen Studenten einen Zugang ermöglichen. Unter den Hochschulen in den USA, deren Summer Sessions auch internationalen Bewerbern offen stehen, befinden sich sowohl Mitglieder der Ivy League als auch andere Universitäten:

  • Harvard University
  • Yale University
  • Michigan State University
  • University of Chicago
  • University of California, Berkeley
  • University of California, Los Angeles
  • University of California, Irvine
  • University of California, Davis
  • Boston University

Kann ich Summer Sessions für mein Studium anrechnen lassen?

Summer Sessions Kurse Sommer USA Kanada England Studenten Harvard Kosten Anrechnen Neben der Erfahrung ist für deutsche Studenten vor allem eine Frage wichtig: Bringen die Kurse auch etwas für das Studium in Deutschland, können die Prüfungen und Ergebnisse also angerechnet werden? Die gute Nachricht für all jene, die durch eine Summer Session gleichzeitig das eigene Studium voranbringen wollen lautet Ja, wenn Sie alles im Vorfeld mit Ihrer Universität und dem Prüfungsamt besprochen und geklärt haben, lassen sich die Leistungen der Summer Sessions anrechnen.

So ist es sogar möglich, durch die Teilnahme an einer Summer Session, ob nun in England, USA, Kanada oder in einem anderen Land, das laufende Studium zu verkürzen, da Sie in den Semesterferien einige notwendige Leistungen erbringen und die Kurse anrechnen können.

Wer kann an Summer Sessions teilnehmen?

Eliteuniversitäten können es sich erlauben, bei der Auswahl ihrer Studenten besonders kritisch und wählerisch zu sein. So werden zu einem Studium oder auch zu einem regulären Auslandssemester meist nur die allerbesten Studenten zugelassen, die nicht nur mit Noten und Leistungen, sondern auch mit ihrer Motivation und anderem Engagement überzeugen. Summer Sessions sind davon jedoch teilweise ausgenommen und folgen anderen Regeln.

Das Besondere an den Summer Sessions ist der vereinfachte Zugang. Selbst Eliteuniversitäten verfolgen im Sommer oftmals eine sogenannte Open Enrollment Policy. Dies bedeutet, dass die Zulassungshürden für die Summer Sessions bewusst niedrig gehalten werden, um so möglichst vielen Interessenten eine Teilnahme zu ermöglichen, erklärt Alexandra Michel.

Vorausgesetzt werden üblicherweise...

  • ein Mindestalter von 18 Jahren,
  • der Nachweis einer Hochschulzugangsberechtigung wie dem Abitur oder Fachabitur
  • sowie der Nachweis ausreichender Englischkenntnisse.

Wie genau die Sprachkenntnisse überprüft werden, unterscheidet sich je nach Universität. Einige verlangen einen standardisierten Test, wie beispielsweise den TOEFL, anderen reichen gute Leistungen und Noten im Abitur oder im Studium und manche verzichten bei Bewerbern aus dem deutschsprachigen Raum sogar komplett auf einen formalen Sprachnachweis.

Kaum Beachtung bei der Zulassung für Summer Sessions finden die allgemeinen Noten eines Bewerbers. Auch ohne Top-Notendurchschnitt haben Sie also gute Chancen, für die Kurse zugelassen zu werden, wenn Sie die anderen Voraussetzungen erfüllen. Auch Motivations- oder Empfehlungsschreiben, wie Sie für Eliteuniversitäten normalerweise benötigt werden, fallen für Summer Sessions weg und machen diese umso zugänglicher für viele Studenten.

Die Kosten für Summer Sessions können der Teilnahme dann aber doch noch im Weg stehen. Zwar variieren auch diese je nach Hochschule und sind auch abhängig davon, wie viele Kurse Sie belegen, doch müssen mehrere Tausend Euro einkalkuliert werden. Für eine Summer Session mit zwei Kursen auf Bachelorniveau an der Boston University müssen rund 4,800 US-Dollar an Studiengebühren gezahlt werden, an der UC Berkeley sind es mit rund 4,250 Dollar etwas weniger.

Summen, die nur wenige Studenten einfach so stemmen können, obwohl sie immer noch weit unter den Kosten für ein ganzes Auslandssemester liegen. Interessant können deshalb auch Stipendien oder die Möglichkeit für ein Auslands-Bafög sein, über die Sie sich bei Interesse an Summer Sessions informieren sollten.

Wer nimmt an Summer Sessions teil?

In Summer Sessions treffen Sie nicht nur andere deutsche Studenten, die eine ähnliche Idee hatten wie Sie selbst und den Sommer an einer anderen Universität verbringen. Dies liegt vor allem daran, dass die Summer Sessions gerade in Amerika bewusst nicht nur für internationale Studenten ausgelegt sind, sondern auch anderes Publikum ansprechen sollen.

Dies macht sich auch durch die verschiedensten Teilnehmer bemerkbar, die klassischerweise in Summer Sessions anzutreffen.

  • Studierende der jeweiligen Hochschule, die den Sommer nutzen, um ihr Studium schneller abzuschließen oder Kurse aus anderen Fachrichtungen zu belegen.
  • Studierende anderer US-Hochschulen, die im Sommer die Möglichkeit nutzen möchten, Kurse an einer Eliteuniversität zu belegen.
  • Internationale Studierende, die nur den Sommer in den USA verbringen und das US-amerikanische Campusleben kennenlernen möchten.
  • Berufstätige und andere Interessierte, die die angebotenen Kurse zur beruflichen oder persönlichen Weiterbildung nutzen wollen.
  • High School – Schüler, die erste Studienerfahrungen sammeln und Campusluft schnuppern möchten.

Welche Vorteile bringen Summer Sessions?

Dass ein Auslandsaufenthalt sich lohnen kann, ist kein Geheimnis. Viele Unternehmen, die international tätig sind, achten darauf, ob potenzielle Mitarbeiter schon einmal in anderen Ländern gelebt, studiert oder gearbeitet haben. Summer Sessions können sich somit bei der späteren Jobsuche positiv auswirken und Ihre Chancen erhöhen, weil Sie sich von anderen Kandidaten abheben können. Zudem machen sich Kurse an einer Eliteuniversität sehr gut im Lebenslauf.

Es gibt aber viele weitere Vorteile von Summer Sessions, von denen Sie ganz persönlich profitieren können. Dazu zählt zunächst einmal die Erfahrung, die Sie in dieser Zeit machen. Nicht viele bekommen die Gelegenheit, an einer Spitzenuniversität im Ausland zu studieren, die Atmosphäre zu erleben und den Campus von Harvard oder Yale zu genießen.

Zudem wachsen Sie persönlich daran, weil Sie selbstständig im Ausland sein müssen und auch Ihre Sprachkenntnisse werden in den Wochen der Summer Sessions besser. Außerdem haben Sie wie bei einem anderen Auslandsaufenthalt auch die Chance, das Land, die Mentalität und die Menschen besser kennenzulernen und einige Kontakte zu knüpfen.

Summer Sessions eignen sich auch besonders gut für Studierende, die nicht die Zeit für ein komplettes Auslandssemester oder einen noch längeren Auslandsaufenthalt aufbringen können, sagt Alexandra Michel, die einen wichtigen Vorteil der Summer Sessions vor allem in der zeitlichen Lage sieht.

Da die Summer Sessions genau dann stattfinden, wenn in Deutschland die Semesterferien laufen und ohnehin keine Vorlesungen anstehen, können deutsche Studenten an Summer Sessions teilnehmen, ohne etwas im eigenen Studium zu verpassen. Es müssen keine Klausuren ausfallen und sobald die nächsten Vorlesungen anstehen, sind Sie wieder zuhause, haben die Kurse der Summer Session besucht und sind in Ihrem Studium vielleicht sogar schon ein Stück weiter gekommen.

[Bildnachweis: Milles Studio by Shutterstock.com]

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