Summer Sessions: Kurse an Eliteunis

Wollten Sie schon immer einmal an einer amerikanischen Eliteuni wie Harvard oder Yale studieren? Durch ein besonderes Programm kann das möglich werden: In den sogenannten Summer Sessions bieten einige Universitäten in den USA, aber auch in England und sogar im asiatischen Raum Interessenten die Möglichkeit, Sommerkurse zu belegen. Der Clou: Sie müssen das teilweise strikte Aufnahmeverfahren nicht durchlaufen. Unter Umständen müssen Sie sogar gar nicht mal an einer Universität eingeschrieben sein, um an den Summer Sessions teilzunehmen…

Summer Sessions: Kurse an Eliteunis

Summer Sessions: Was verbirgt sich dahinter?

Summer Sessions sind nicht mit einem Auslandssemester zu verwechseln, es gibt nämlich einige Unterschiede: Die Kurse gehen über einen Zeitraum von drei bis zehn Wochen, wobei sich die Teilnehmer von Summer Sessions meist für eine Länge von fünf oder sechs Wochen entscheiden. Und anders als ein Auslandssemester finden die Kurse in der eigentlich vorlesungsfreien Zeit statt.

Eine Möglichkeit für all jene, die ihr Studium um einen Auslandsaufenthalt ergänzen wollen und dabei Erfahrungen an einer amerikanischen Eliteuniversität machen wollen – denn auch diese bieten Summer Sessions an und erlauben es somit vielen Interessierten, Kurse an den renommiertesten Hochschulen zu belegen. Übrigens gilt das nicht nur für Studenten aus dem Ausland. Auch einheimische Studenten, die schon immer einmal einen Kurs an einer Eliteuni belegen wollten, können im Rahmen der Summer Sessions einen Platz bekommen.

Kann ich die Sommerkurse für mein Studium anrechnen lassen?

Summer Sessions Kurse Sommer USA Kanada England Studenten Harvard Kosten Anrechnen Neben der Erfahrung ist für deutsche Studenten vor allem eine Frage wichtig: Bringen die Kurse auch etwas für das Studium in Deutschland, können die Prüfungen und Ergebnisse also angerechnet werden?

Die gute Nachricht für all jene, die durch eine Summer Session gleichzeitig das eigene Studium voranbringen wollen lautet Ja, wenn Sie alles im Vorfeld mit Ihrer Universität und dem Prüfungsamt besprochen und geklärt haben, lassen sich die Leistungen der Summer Sessions anrechnen.

So ist es sogar möglich, durch die Teilnahme an einer Summer Session, ob nun in England, USA, Kanada oder in einem anderen Land, das laufende Studium zu verkürzen, da Sie in den Semesterferien einige notwendige Leistungen erbringen und die Kurse anrechnen können.

Summer Sessions: Studieren an einer Eliteuni

Die Summer Sessions sind kein vollständiges Studium und auch kein komplettes Auslandssemester, sie sind aber sehr wohl eine Möglichkeit und ein Weg, für einen kürzeren Zeitraum an eine ansonsten kaum zu erreichende Universität zu kommen.

Wichtig zu verstehen ist bei den Summer Sessions auch, dass es keine abgespeckte Form eines Vollzeitstudiums ist. Wer mit dieser Einstellung an eine Summer Session herangeht, wird sich sehr schnell darüber wundern, was ihm alles abverlangt wird. Die Universitäten bieten in den Sommerkursen die gleichen Inhalte an, wie regulär während des Semester auch – und so müssen Sie in den Prüfungen auch entsprechende Leistungen bringen, um die Summer Sessions erfolgreich abzuschließen.

Kurzum, Summer Sessions sind kein Urlaub im Ausland, bei dem man hin und wieder zu einer Vorlesung geht, sondern um einiges intensivier als reguläre Kurse während der Vorlesungszeit, da der Stoff in kürzerer Zeit vermittelt wird und die Leistungsnachweise in geringeren Abständen erbracht werden müssen. Das ist vermutlich auch ein Grund dafür, dass die meisten Teilnehmer sich bei der Auswahl der Kurse auf zwei oder drei beschränken.

Wer aber bereit ist, sich darauf einzulassen, die Herausforderung anzunehmen und natürlich auch seinen Sommer dafür aufzubringen, während andere die freie Zeit genießen, kann einen Einblick in viele verschiedene Universitäten bekommen, die Summer Sessions anbieten und auch internationalen Studenten einen Zugang ermöglichen.

Unter den Hochschulen in den USA, deren Summer Sessions auch internationalen Bewerbern offen stehen, befinden sich sowohl Mitglieder der Ivy League als auch andere Universitäten:

  • Harvard University
  • Yale University
  • Michigan State University
  • University of Chicago
  • University of California, Berkeley
  • University of California, Los Angeles
  • University of California, Irvine
  • University of California, Davis
  • Boston University

Dabei beschränken sich Summer Sessions nicht nur auf amerikanische Universitäten, auch in England, anderen europäischen Ländern und sogar an einigen Universitäten in Asien können Studenten die Sommerkurse besuchen.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Eliteuniversitäten können es sich erlauben, bei der Auswahl ihrer Studenten besonders kritisch und wählerisch zu sein. So werden zu einem Studium oder auch zu einem regulären Auslandssemester meist nur die allerbesten Studenten zugelassen, die nicht nur mit Noten und Leistungen, sondern auch mit ihrer Motivation und anderem Engagement überzeugen. Summer Sessions sind davon jedoch teilweise ausgenommen und folgen anderen Regeln.

So fallen beispielsweise eine umfangreiche Bewerbung und ein Numerus Clausus weg, wenn sich Studenten lediglich um die Zulassung im Rahmen dieses besonderen Programms bemühen. Open Enrollment Policy nennen das die Universitäten und meinen damit, dass sie damit möglichst vielen Interessenten die Teilnahme an den Summer Sessions ermöglichen.

Vorausgesetzt werden üblicherweise…

  • ein Mindestalter von 18 Jahren,
  • der Nachweis einer Hochschulzugangsberechtigung wie dem Abitur oder Fachabitur
  • sowie der Nachweis ausreichender Englischkenntnisse.

Wie genau die Sprachkenntnisse überprüft werden, unterscheidet sich je nach Universität. Einige verlangen einen standardisierten Test, wie beispielsweise den TOEFL, anderen reichen gute Leistungen und Noten im Abitur oder im Studium und manche verzichten bei Bewerbern aus dem deutschsprachigen Raum sogar komplett auf einen formalen Sprachnachweis.

Die Kosten für Summer Sessions können der Teilnahme dann aber doch noch im Weg stehen. Zwar variieren auch diese je nach Hochschule und sind auch abhängig davon, wie viele Kurse Sie belegen, doch müssen mehrere Tausend Euro einkalkuliert werden.

Summen, die nur wenige Studenten einfach so stemmen können, obwohl sie immer noch weit unter den Kosten für ein ganzes Auslandssemester liegen. Interessant können deshalb auch Stipendien oder die Möglichkeit für ein Auslands-Bafög sein, über die Sie sich bei Interesse an Summer Sessions informieren sollten.

Studenten, die einen Sommerkurs an einer Universität im außereuropäischen Ausland besuchen möchten, müssen außerdem ein Visum vorweisen. Das kann in der Regel entweder beim Auswärtigen Amt oder den Botschaften der Länder beantragt werden.

Wer nimmt an Summer Sessions teil?

In Summer Sessions treffen Sie nicht nur andere deutsche Studenten, die eine ähnliche Idee hatten wie Sie selbst und den Sommer an einer anderen Universität verbringen. Dies liegt vor allem daran, dass die Summer Sessions gerade in Amerika bewusst nicht nur für internationale Studenten ausgelegt sind, sondern auch anderes Publikum ansprechen sollen.

Dies macht sich auch durch die verschiedensten Teilnehmer bemerkbar, die klassischerweise in Summer Sessions anzutreffen sind:

  • Studierende der jeweiligen Hochschule, die den Sommer nutzen, um ihr Studium schneller abzuschließen oder Kurse aus anderen Fachrichtungen zu belegen.
  • Studierende anderer US-Hochschulen, die im Sommer die Möglichkeit nutzen möchten, Kurse an einer Eliteuniversität zu belegen.
  • Internationale Studierende, die nur den Sommer in den USA verbringen und das US-amerikanische Campusleben kennenlernen möchten.
  • Berufstätige und andere Interessierte, die die angebotenen Kurse zur beruflichen oder persönlichen Weiterbildung nutzen wollen.
  • High School – Schüler, die erste Studienerfahrungen sammeln und Campusluft schnuppern möchten.

Welche Vorteile bringen Summer Sessions?

Dass ein Auslandsaufenthalt sich lohnen kann, ist kein Geheimnis. Viele Unternehmen, die international tätig sind, achten darauf, ob potenzielle Mitarbeiter schon einmal in anderen Ländern gelebt, studiert oder gearbeitet haben. Summer Sessions können sich somit bei der späteren Jobsuche positiv auswirken und Ihre Chancen erhöhen, weil Sie sich von anderen Kandidaten abheben können. Zudem machen sich Kurse an einer Eliteuniversität sehr gut im Lebenslauf.

Es gibt aber viele weitere Vorteile von Summer Sessions, von denen Sie ganz persönlich profitieren können. Dazu zählen zunächst einmal die Erfahrungen, die Sie in dieser Zeit machen. Nicht viele bekommen die Gelegenheit, an einer Spitzenuniversität im Ausland zu studieren, die Atmosphäre zu erleben und den Campus von Harvard oder Yale zu genießen.

Zudem wachsen Sie persönlich daran, weil Sie selbstständig im Ausland sein müssen und auch Ihre Sprachkenntnisse werden in den Wochen der Summer Sessions besser. Außerdem haben Sie wie bei einem anderen Auslandsaufenthalt auch die Chance, das Land, die Mentalität und die Menschen besser kennenzulernen und einige Kontakte zu knüpfen.

Da die Summer Sessions genau dann stattfinden, wenn in Deutschland die Semesterferien laufen und ohnehin keine Vorlesungen anstehen, können deutsche Studenten an Summer Sessions teilnehmen, ohne etwas im eigenen Studium zu verpassen. Es müssen keine Klausuren ausfallen und sobald die nächsten Vorlesungen anstehen, sind Sie wieder zuhause, haben die Kurse der Summer Session besucht und sind in Ihrem Studium vielleicht sogar schon ein Stück weiter gekommen.

[Bildnachweis: TierneyMJ by Shutterstock.com]
16. März 2019 Julia Sima Autorin Autor: Julia Sima

Julia-Eva Sima arbeitet als freie Journalistin und war mehrere Semester Dozentin an der Universität des Saarlandes. Danach wechselte sie in die Personalbranche und arbeitete unter anderem als Headhunter.


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