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Studieren in Holland: Kosten, Voraussetzungen, Bafög

Für junge Deutsche ist das Studieren in Holland die vielleicht leichteste Möglichkeit, sich ein Auslandssemester und internationale Erfahrung zu gönnen. Das Nachbarland bietet eine gute Chance für Bachelors, den begehrten Master-Abschluss draufzusatteln. Gerade in Zeiten, in denen Master-Plätze an deutschen Unis zur Rarität werden. Zu den Voraussetzungen und Kosten und wie Sie Ihr Studium in den Niederlanden finanzieren können…

Studieren in Holland: Kosten, Voraussetzungen, Bafög

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Allgemeines zum Studieren in Holland

Interessant ist Studieren in Holland allemal, auch jenseits von Tulpen und Gouda hat das Königreich viel zu bieten. Beispielsweise Studiengänge, die es hierzulande gar nicht gibt – so etwa in Physiotherapie. Das ist in Deutschland als duale Ausbildung organisiert. Abgesehen davon kennt das niederländische Hochschulsystem zwei Hochschultypen, die dem deutschen Bildungssystem ähneln:

  • Universität (universiteit)
    In den Niederlanden existieren derzeit 14 Universitäten, die vor allem wissenschaftlich ausgerichtet sind.
  • Fachhochschule (hogeschool)
    Die sogenannten „hogescholen“ (abgekürzt: HBO) sind berufsbildende Hochschulen, die deutlich praktischer ausgerichtet sind. Wie im deutschen Hochschulsystem finden sich für diese Art Fachhochschule hier auch Bezeichnungen wie „University of Applied Science“, „Academy“ oder „Business School“.

Unter Wirtschaftswissenschaftlern bekannt sind beispielsweise die TIAS School of Business (gemeinsame Business School der Uni Tilburg und TU Eindhoven) und die private Wirtschaftsuniversität Nyenrode.

Wie in Deutschland gibt es die Studienabschlüsse Bachelor und Master, die Sie nach drei bis vier beziehungsweise zwei Jahren erlangen können. Das Bachelorstudium vermittelt die Grundlagen, der Masterstudiengang dient der Vertiefung. Mit einer eigenen Forschungsleistung von mindestens vier Jahren können Sie Ihre Promotion abschließen.

Das niederländische Studienjahr beginnt bereits am 1. September und endet am 31. August. Der Studienstart ist nur einmal im Jahr zum 1. September möglich. Zwar gibt es keine Semesterferien zu Weihnachten. Dafür sind die Semesterferien im Sommer nicht nur vorlesungsfreie, sondern auch prüfungsfreie Zeit.

Anerkennung niederländischer Studienabschlüsse

Das niederländische Bildungssystem – vor allem das Hochschulsystem – ist von hoher Qualität. Niederländische Universitäten liegen im Uniranking regelmäßig vorne. Somit haben Sie üblicherweise mit niederländischen Studienabschlüssen in Deutschland wenig Probleme. Es gibt allerdings einige Ausnahmen, so etwa bei angehenden Lehrern, die auf Lehramt studieren wollen. Erkundigen Sie sich daher lieber vorab über die Anerkennung geplanter Abschlüsse in Deutschland.

Studieren in Holland auf Englisch

Ähnlich wie beim Studium in Schweden erwartet Studierende ein großes Angebot an englischsprachigen Studiengängen. Diese Internationalen Studien (internationaal onderwijs – IO ) finden sowohl an Universitäten als auch den Hogescholen statt und sind vor allem bei Wirtschaftswissenschaftlern sehr beliebt.

Das große englischsprachige Angebot macht Studieren in Holland auch für ausländische Studenten attraktiv, die kein Niederländisch sprechen. Denn das Studium auf Englisch ist nicht nur eine gute Gelegenheit, die eigenen Englischkenntnisse zu verbessern, sondern sich außerdem international für den Arbeitsmarkt aufzustellen. Gleichzeitig bieten die Universitäten Sprachkurse in Niederländisch an. So können Studierende auch auf solche Studiengänge zurückgreifen, die ausschließlich in der Landessprache zur Verfügung stehen.

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Voraussetzungen fürs Studium

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) erkennen die Ausbildungsabschlüsse gegenseitig an. Das Abitur dient als Nachweis der Hochschulreife. Ein Visum benötigen Sie als EU-Bürger nicht, allerdings eine Aufenthaltsgenehmigung von der Ausländerbehörde oder der örtlichen Polizeistelle, sofern Sie länger als drei Monate in den Niederlanden bleiben.

Ein großer Vorteil beim Studieren in Holland: Es existiert kein Numerus clausus (NC). 94 Prozent aller Studiengänge sind zulassungsfrei, darunter auch so beliebte wie Psychologie, Kommunikationswissenschaften, Ökonomie, Betriebs- sowie Finanzwirtschaft.

Numerus fixus

Dennoch kann es örtlich beschränkte Auswahlverfahren an der Uni geben, die sich auf bestimmte Studiengänge beziehen. Dieser sogenannte Numerus fixus trifft vor allem auf beliebte Fächer wie Medizin, Psychologie und ähnliche zu. Hier müssen Bewerber oft fachspezifische Voraussetzungen erfüllen. Für Medizin etwa sind naturwissenschaftliche Fächer im Abitur nachzuweisen. Auch um ein Bewerbungsschreiben („Letter of motivation“) kommen Interessenten in der Regel nicht herum. Wer einen Master-Studiengang belegen will, muss logischerweise bereits über einen Bachelor-Abschluss verfügen.

Außerdem müssen Studierende für die erwähnten Internationalen Studien häufig entsprechende Sprachkenntnisse belegen. Aber dies gelingt üblicherweise mit bestandenen Sprachtests, etwa dem TOEFL- oder IELTS. Für wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge kann der GMAT sinnvoll sein.

Bewerbung fürs Studium

Am bequemsten ist die Anmeldung online via der Internetplattform Studielink. Unter studielink-hilfe.de erhalten Interessenten wichtige Hinweise zu den genauen Modalitäten. Allerdings nehmen nicht alle niederländischen Hochschulen an diesem System teil. Somit kann eine direkte Bewerbung bei der jeweiligen Hochschule erforderlich sein. Dafür sollten Sie unbedingt die erforderliche Bewerbungsfrist der Uni beachten.

Für zulassungsbeschränkte Fächer sollte liegt die Frist recht früh und sollte bis zum 15. Januar des Studienjahres passieren, in dem man beginnen möchte. Anders bei zulassungsfreien Fächern: Hier gibt es einen relativ großen Spielraum. Möglich sind Bewerbungen bereits ab etwa Oktober des Vorjahres. Die meisten Hochschulen haben den 1. Mai als Frist festgelegt, in einigen Fällen sind aber Abweichungen möglich, weshalb Sie sich in jedem Fall erkundigen sollten!

Das genaue Prozedere ist abhängig von der jeweiligen Uni und kann eine schriftliche Bewerbung nebst Auswahlgespräch beinhalten. In diesem Fall sollten Sie ein Motivationsschreiben fürs Studium verfassen und sich auf Fragen ähnlich einem Vorstellungsgespräch vorbereiten.

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Studieren in Holland Kosten

Neben Österreich gelten die Niederlande als beliebtestes Land für ein Auslandssemester oder gar Auslandsstudium. Lebenshaltungskosten und Mieten in Holland sind mit deutschen Verhältnissen vergleichbar. Heißt aber auch: In beliebten Großstädten ist mit höheren Mieten zu rechnen. 800 bis 1.100 Euro sollten Sie für Lebenshaltungskosten aufbringen können.

Den weitaus größten Anteil an den Kosten nehmen aber die Studiengebühren ein: Derzeit müssen alle Studenten im Vollzeitstudium 2.168 Euro pro Jahr bezahlen. Das erste Studienjahr gibt es zum halben Preis für nur 1.084 Euro. Andererseits haben die niederländischen Unis nicht umsonst so einen guten Ruf – hier können Studierende sehen, wohin ihr Geld fließt.

Krankenversicherung

Dank des Sozialversicherungsabkommens zwischen den Staaten der EU, des Europäischen Wirtschaftsraums (betrifft unter anderem Länder wie Norwegen und Island) sowie der Schweiz, können Sie im Krankheitsfall Leistungen der Gebietskrankenkassen in Anspruch nehmen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst empfiehlt dennoch, sich zuvor bei der eigenen Krankenkasse über die Krankenversicherungspflicht zu informieren und sich gegebenenfalls eine Europäische Krankenversicherungskarte ausstellen zu lassen.

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Finanzierung: So decken Sie Ihre Kosten

Die wohl beliebteste Form der Studienfinanzierung bei einem Auslandsstudium ist das Erasmus Programm. Das mit EU-Mitteln geförderte Austauschprogramm hat sich gezielt die Mobilität und den Austausch junger Menschen in Europa auf die Fahnen geschrieben. Und das alles zu Bildungszwecken. Um in den Genuss dieser Förderung zu kommen, müssen sich Interessenten an das Akademische Auslandsamt (auch International Office genannt) ihrer Universität richten. Meist sind für die Bewerbung folgende Unterlagen notwendig:

Weitere Tipps zum Aufbau sowie Formulierungen finden Sie in unserem Artikel zur Bewerbung fürs Auslandsstudium.

Finanzierungsalternativen

Dank der EU-Mitgliedschaft besteht für EU-Bürger nicht nur Freizügigkeit, sondern auch die Gelegenheit, im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung die Kasse aufzubessern. Wer also beim Erasmus-Stipendium Pech hatte, kann immer noch auf Studentenjobs zurückgreifen. Daneben gibt es folgende Finanzierungsalternativen:

  1. Bafög

    Die beliebteste Studienförderung: das Bafög, weil die Hälfte als staatlicher Zuschuss erfolgt. Wer bereits Inlands-Bafög erhält, ist auch für ein Auslands-Bafög förderwürdig. Aufgrund der höheren Förderbeträge, können aber auch diejenigen Anspruch auf Auslands-Bafög haben, die kein Inlands-Bafög erhalten.

    Sofern Sie innerhalb der Vorgaben bleiben, ist eine Förderung während des gesamten Studiums möglich. Mit Auslands-Bafög sind Zuschüsse bei Krankenversicherungen und anderen Zusatzkosten möglich. Auch lassen sich Bafög und Stipendium miteinander kombinieren. Tipp: Den Antrag sollten Sie mindestens ein halbes Jahr vorher stellen, um alle erforderlichen Nachweise fristgerecht einreichen zu können.

  2. Niederländisches Bafög

    Alternativ können Deutsche für das niederländische Bafög infrage kommen. Aber dafür müssen Sie – ähnlich wie beim deutschen – bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Nicht älter als 29 Jahre bei Studienbeginn, Sie verfügen über ein Bankkonto in den Niederlanden, müssen eine Sofi-/BSN-Nummer beantragen (im Rathaus) und neben dem Studium wenigstens 56 Stunden im Monat arbeiten.

  3. Stipendien

    Fürs Studieren in Holland sollten Sie sich außerdem nach Stipendiengebern erkundigen. Oft fördern diese auch Auslandsaufenthalte – so zum Beispiel der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD, der für das Erasmus Programm und Promos (Stipendium für außereuropäische Auslandsaufenthalte und Sprachkurse) verantwortlich zeichnet. Auch die Studienstiftung des deutschen Volkes und diverse regionale Stiftungen halten Stipendien bereit.

    Der Vorteil bei Stipendien: Sie müssen nichts davon zurückzahlen. Der Nachteil: Nicht immer decken sie alle Ausgaben, außerdem sind häufig gute Noten Bedingung. Es gibt allerdings auch Stiftungen, die politisches oder gesellschaftliches Engagement fördern. Andere wiederum richten sich gezielt an Benachteiligte.

  4. Studienkredit

    Mit einem Studienkredit können Sie sich unabhängig von Bafög-Amt und Stiftung selbst finanzieren. Der Bildungskredit der Bundesregierung (über die KfW-Bank) stellt Ihnen bis zu 7.200 Euro bereit. Davon können Sie sich 3.600 Euro sogar auf einmal auszahlen lassen.

    Vorteil sind die unschlagbar niedrigen Zinsen bei der Rückzahlung des Bildungskredits. Andere Banken, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken bieten ebenfalls private Studienkredite an. Häufig müssen Studierende dafür jedoch entsprechende Sicherheiten vorlegen. Der Nachteil an diesem Finanzierungsmodell: Sie beginnen den Start ins Berufsleben nach dem Studium direkt mit Schulden.

  5. Bildungsfonds

    Alternativ zum Studienkredit der Banken existiert der sogenannte Bildungsfonds. Dieses rein privatwirtschaftliche Angebot geht auf eine amerikanische Leitidee zurück. Der Bildungsfonds ist ebenfalls eine Art Kredit, den Sie später zurückzahlen müssen.

    Das Besondere: Die Rückzahlung bei Bildungsfonds erfolgt einkommensabhängig. Dazu wird vorab ein Prozentsatz des späteren monatlichen Einkommens festgelegt, der nach dem Berufsstart über eine bestimmte Dauer zurückgezahlt wird. Meist finanzieren sich Bildungsfonds über Investmentfonds und vergeben ihr Geld nur an aussichtsreiche Studenten. Heißt, lukrative Studiengänge werden eher gefördert und auch hier müssen Bewerber gute Noten vorweisen können.

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[Bildnachweis: subarashii21, petch by Shutterstock.com]

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