Studienorientierung: Die richtige Wahl treffen

Geht es um die berufliche Zukunft, fällt vielen Schulabgängern die Entscheidung schwer: Was soll ich werden? Selbst wenn die Wahl zwischen Ausbildung und Studium gefallen ist, muss noch geklärt werden, welches Studium infrage kommt. Die intensive Studienorientierung, das heißt, die Auseinandersetzung mit den vielfältigen Möglichkeiten ist wichtig. Schließlich wird diese Auswahl Sie im Regelfall nicht nur die nächsten Jahre begleiten, sondern ist entscheidend für Ihre weitere Karriere. Wie Sie die richtige Wahl treffen…

Studienorientierung: Die richtige Wahl treffen

Ziel der Studienorientierung

Kurz vor dem Abitur stehen Schüler erneut am Scheideweg: Wie geht es beruflich weiter? Dieser Abschluss ermöglicht ohne Weiteres ein Studium, aber viele sind unsicher, ob sie nach Neigung studieren sollten. Andere schielen eher auf spätere Gehälter.

Insgesamt existiert viel zu wenig Wissen über die Art des Lernens und den Möglichkeiten.

Um den erfolgreichen Übergang von Schule zur Uni und schließlich ins Berufsleben zu ermöglichen, wird in der Studienorientierung an verschiedenen Nahtstellen miteinander gearbeitet: Schulen, Hochschulen, Berufsberater der Arbeitsagenturen und aus der Wirtschaft unterstützen Schüler und Schülerinnen bei der Entscheidungsfindung.

Dabei gibt es eine Vielzahl von Beratungsangeboten, die über das jeweilige Studium selbst und die anschließenden beruflichen Perspektiven informieren. Ziel ist es, den Weg für die künftigen Studierenden zu ebnen, um mögliche Frustrationen wie infolge eines Studienabbruchs zu vermeiden.

Neben dem Zugang zu einer Vielzahl von Berufen, die ein abgeschlossenes Studium zur Voraussetzung haben, ist diese Form der Ausbildung nach wie vor der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit.

Formen der Studienorientierung

Es gibt, grob gesagt, vier Formen der Studienorientierung, die je nachdem mehr Eigeninitiative beziehungsweise externe Unterstützung beinhalten:

  • Self-Assessments

    Unter dem Begriff Self-Assessment werden einige Angebote zur Studienorientierung im Internet gefasst, bei denen Sie selbst. Diese ebenso als Online-Self-Assessment (OSA) bezeichneten, webbasierten Studienorientierungstests helfen Ihnen dabei herauszufinden, ob Ihre individuellen Erwartungen und Kompetenzen den Anforderungen und tatsächlichen Inhalten des jeweiligen Studienangebots entsprechen.

    Diese Eignungstests sind freiwillig und anonym und können interaktive sowie psychologisch-diagnosistische Elemente enthalten, um einen möglichst realistischen Ausblick darauf zu bieten, was den künftigen Studenten erwartet. Berücksichtigt werden sowohl persönliche Angaben wie etwa die Abiturnote und die Vorstellungen über das Studienfach, zu dem Sie sich orientieren als auch die Wahl des Studienortes selbst.

    Innerhalb weniger Minuten können sich Studienwillige beispielsweise durch den OSA der Universität Bonn klicken und im Ergebnis abgleichen, inwieweit die eigene Erwartungshaltung mit den realen Bedingungen des jeweiligen Faches übereinstimmt.

  • Veranstaltungen

    Das nach Bevölkerung größte Bundesland Deutschlands bietet neben 14 öffentlich-rechtlichen Universitäten und 16 öffentlich-rechtlichen Fachhochschulen eine Vielzahl weiterer privater, kirchlicher und staatlicher Hochschulen an. Die lassen regelmäßig einmal im Jahr die Wochen der Studienorientierung NRW stattfinden. Dabei handelt es sich um eine von vielen Veranstaltungen, die Sie ergänzend zum Self-Assessment nutzen sollten.

    Die Wochen der Studienorientierung 2018 gingen vom 15. Januar bis 9. Februar und boten knapp 500 Veranstaltungen in ganz Nordrhein-Westfalen an. Die Wochen der Studienorientierung 2019 werden voraussichtlich ebenfalls von Mitte Januar bis Anfang Februar 2019 stattfinden.

    Hierbei werden Studienwilligen und ihren Eltern Informationen zu einzelnen Studiengängen – etwa ein Ingenieursstudium oder ein Lehramtsstudium – angeboten, Veranstaltungen zur Entscheidungsfindung allgemein oder auch Informationen rund um die Bewerbung, Bewerbungsfristen und Numerus Clausus angeboten.

  • Hochschulinterne Beratungsangebote

    • Die zentrale Studienberatung (ZSB) ist die Anlaufstelle für Studieninteressierte, sich über ein Fach zu informieren. Dabei kann generell Hilfestellung bei der Frage gewährt werden, ob ein Studium überhaupt sinnvoll ist und wenn ja, welches Fach infrage kommt.

      Die ZSB hilft bei der Studienorientierung und klärt Fragen rund um die Bewerbung und die Zulassung. Das kann Kurzberatung und psychologische Beratung bis hin zur Gruppen- oder intensiven Einzelberatung, sowie Workshops und Seminare umfassen. Die Studienberatung ist übrigens nicht nur vor Beginn des Studiums eine wertvolle Hilfe bei der Studienorientierung, sondern dient als Anlaufstelle während des Studiums für Fragen und Probleme nahezu aller Art, die Studierende haben können.

      Das betrifft Fragen um den Studienstart ebenso wie solche der Studienorganisation.

      Wer beispielsweise Probleme beim Selbstmanagement und mit Prüfungsangst hat, ist dort genauso gut aufgehoben wie Studierende nach psychischen Erkrankungen, Studierende, die aufgrund sozialer Gründe (beispielsweise Schwierigkeiten bei der Studienfinanzierung, bereits Nachwuchs) Probleme haben, ihr Studium so zu absolvieren wie notwendig.
    • Die Studienfachberatung (teilweise auch Fachstudienberatung genannt) ist ebenfalls ein Beratungsangebot der Hochschulen zur Studienorientierung. Im Gegensatz zur ZSB, die allgemein und fächerübergreifend informiert, werden Studieninteressierte bei einem Fachstudienberater über Einzelheiten eines bestimmten Studienfaches beraten. Hier können Detailfragen zu Inhalten und Modulen sowie zum generellen Ablauf des Studiums gestellt werden.

      Interessant ist die Studienfachberatung auch für alle diejenigen Studierenden, die einen Studienplatzwechsel in Betracht ziehen, denn hier können Sie Studienleistungen von anderen Fächern oder anderen Hochschulen anerkennen lassen. Auch die Einstufung in ein höheres Fachsemester erfolgt bei der Studienfachberatung.
  • Externe Beratungsangebote

    • Messen können Hilfe zur Studienorientierung geben. Zum einen gibt es Studienmessen, die sich gezielt an zukünftige Studierende richten. Hier informieren meist Universitäten, Branchenverbände und wissenschaftliche Einrichtungen etwa zu Bachelorabschlüssen und den späteren beruflichen Karriere- und Entwicklungschancen. Interessant können auch Job- und Firmenkontaktmessen sein, bei denen potenzielle spätere Arbeitgeber über das duale Studium in ihrem Betrieb informieren.
    • Coaching ist eine weitere Möglichkeit, sich über die eigenen Stärken und Schwächen, Neigungen und Interessen klar zu werden. Es dient hier einer allgemeineren Berufsberatung, wenn unter Umständen noch nicht endgültig klar ist, ob ein Studium überhaupt sinnvoll ist oder eine Ausbildung den eigenen Zielen deutlich näher steht. Nicht selten existieren gerade bei zukünftigen Schulabgängern nur schwammige Vorstellungen von den späteren beruflichen Möglichkeiten; häufig wird ein Studium als „Allheilmittel“ gesehen, während die Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten bei Ausbildungen übersehen werden.

Tests zur Studienwahl

Wochen der Studienorientierung NRW 2018 2019 KölnWer vorab seine Interessen überprüfen möchte, kann verschiedene Tests zur Studienorientierung machen. Mehr dazu finden Sie hier:

Art der Veranstaltungen

Hinsichtlich der Art der Veranstaltungen zur Studienorientierung ist für jeden Geschmack etwas dabei. Manche Universitäten bieten beispielsweise den langen Abend der Studienberatung an, der kurz vor Bewerbungsschluss für das jeweilige Semester stattfindet und eine Möglichkeit bietet, letzte Fragen zu klären.

Er richtet sich an Schüler, die kurz vor dem Abitur stehen. Diese Veranstaltung kann unter anderem folgende Themen umfassen:

  • Welche Fächer kann ich an dieser Hochschule studieren?
  • Welches Studienfach passt zu mir?
  • Was muss ich bei der Bewerbung beachten?
  • Wann bekomme ich die Zulassung?
  • Was muss ich nach der Einschreibung noch zu tun?
  • Wie gestalte ich meinen Stundenplan?
  • Welche Vorkurse gibt es?
  • Welche beruflichen Möglichkeiten habe ich?
  • Wie kann ich mein Studium finanzieren?
  • Welche Auslandskontakte hat die Uni?
  • Welche Zusatzqualifikationen kann ich erwerben?
  • Welche Hilfsangebote gibt es für Studierende mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen?

Interessenten sollten sich frühzeitig auf der Homepage der jeweiligen Uni oder Fachhochschule informieren, da in Einzelfällen Anmeldungen per E-Mail erforderlich sein können. Dies wird allerdings im Programm bekanntgegeben.

Daneben gibt es Hochschulen, die Hochschultage oder Schnupperwochen zur Studienorientierung anbieten: Die Hochschultage sind meist eintägige Schnuppertage, die im Wesentlichen durch Informationsvorträge verschiedener Fächer und einem Beratungsangebot der ZSB gekennzeichnet sind.

Die Schnupperwochen sind intensiver ausgelegt. Gemeinsam mit bereits immatrikulierten Studierenden besuchen interessierte Schüler ein oder zwei Wochen lang Vorlesungen, Seminare und Übungen in dem anvisierten Bereich.

Die TH Köln stellt für diesen Service mit der zentralen Studienberatung im Anschluss eine Teilnahmebestätigung aus. Durchgeführt werden diese Schnupperwochen von Oktober bis Mitte Januar vor den Anmeldefristen für das Sommersemester und von April bis Mitte Juni vor den Anmeldefristen für das Wintersemester.

Interessenten finden HIER den Link zur Anmeldung.

[Bildnachweis: Kzenon by Shutterstock.com]
3. Juli 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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