Bewerben mit Bachelor: Strategien für Studenten

Bachelor und Master – seit der Bologna-Reform sind diese beiden Abschlüsse in Deutschland Standard. Manche Unternehmen tun sich mit den Abschlüssen allerdings noch schwer. Vor allem der Bachelor wirkt – im Vergleich zum Master – wie ein Abschluss zweiter Klasse. Entsprechend müssen Bewerber mit Bachelor-Abschluss beim Berufseinstieg gut argumentieren und überzeugen. Die gute Nachricht: Das alles ist keine Raketenwissenschaft. Hier erfahren Sie, worauf es dabei ankommt und wie Sie mit Ihrer Bewerbung als Bachelor punkten…

Bewerben mit Bachelor: Strategien für Studenten

Bewerben mit Bachelor: Haben Sie realistische Erwartungen?

Der erste Schritt vor der Jobsuche und Bewerbung ist allerdings, Ihre Erwartungen einem Realitätscheck zu unterziehen. Nicht weniger Bachelor-Absolventen haben leider überzogene Vorstellungen, was Einstiegspositionen und Einstiegsgehalt anbelangt. Das führt zwangsläufig zu Frust, Enttäuschungen und jeder Menge Absagen.

Verschaffen Sie sich daher bitte zunächst ein realistisches Bild davon, welche Stellen für Bachelor-Bewerber aktuell angeboten werden. Hier kann Ihnen unsere Jobbörse Karrieresprung.de bereits erste Anhaltspunkte liefern – einfach mal mit der Suchmaske experimentieren…

Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.


Falls unter den Stellenangeboten (auch anderswo) so gar nichts dabei ist, was Ihnen zusagt, könnte das ein Signal sein, dass Sie vielleicht doch noch ein paar Jahre an der Uni verbringen und zunächst Ihren Master-Abschluss draufsatteln, bevor Sie ins Berufsleben starten.

Falls Sie aber doch schon einige interessante Jobs gefunden haben, sollten Sie im zweiten Schritt ein persönliches Jobprofil erstellen. Gemeint ist damit, dass Sie für sich genaue Kriterien festlegen, wie der optimale Arbeitsplatz aussehen soll und wie Sie vorhaben, sich dort in den kommenden Jahren beruflich zu entwickeln.

Bitte machen Sie sich diese Arbeit und schreiben Sie dieses Profil auch – möglichst detailliert – auf. Der Prozess des Aufschreibens dient Ihnen nicht nur zur Dokumentation, sondern zwingt Sie auch dazu, sich mit der Realisierbarkeit Ihrer Wünsche zu befassen und diese nochmals zu überprüfen. Und je genauer Sie wissen, wonach Sie suchen, desto zielgerichteter und erfolgreicher sind auch Ihre Bewerbungen.

Bewerben mit Bachelor: Bewährte Strategien für den Berufseinstieg

Steht Ihr Stellen- und Jobprofil, geht es im nächsten Schritt um die Entwicklung einer Bewerbungsstrategie. Hier stehen Ihnen gleich mehrere Optionen zur Auswahl, die wir für Sie in der folgenden Liste zusammengefasst haben:

  • Berufseinstieg mittels Bachelorarbeit

    Einer der klassischen Wege in den Job führt über die Bachelorarbeit. Statt sich erst mit Ihrem Bachelor in der Tasche zu bewerben, sollten Sie vor Ihrer Abschlussarbeit Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern und attraktiven Unternehmen aufnehmen. Schaffen Sie es, Ihre Bachelorarbeit bei einem dieser Unternehmen zu schreiben und dabei echten Mehrwert für das Unternehmen zu generieren, erhöhen Sie Ihre Chancen auf einen Job beträchtlich. Klappt der direkte Einstieg nicht, haben Sie immerhin eine gute Referenz gewonnen, die Ihnen bei anderen Bewerbungen nützlich sein wird.

  • Passive Bewerbung durch Personal Branding

    Weil diese Strategie erst langfristig wirkt, sollten Sie möglichst schon während des Studiums damit beginnen: Personal Branding meint den gezielten Aufbau einer Eigenmarke im Internet. Wie bei der passiven Bewerbung ist das Ziel hierbei, dass man Sie später findet, wenn man nach bestimmten Suchbegriffen oder Experten sucht – was Personaler heute durchaus tun (Fachjargon: Active Sourcing). In diesem Fall sind aktiv gepflegte Profile in sozialen Netzwerken (Xing, Linkedin, Twitter, Facebook, Blog) natürlich Pflicht. Ebenso ein Online-Lebenslauf.

  • Alumni-Netzwerk als Sprungbrett

    Fast jede Hochschule bietet heute ein Alumni-Netzwerk an, in dem sich Studenten, ehemalige Absolventen und Unternehmen austauschen und vernetzen können. Gerade Kandidaten, denen persönliche Kontakte lieber sind als die virtuelle Positionierung, sollten sich hier engagieren. Suchen Sie dort ruhig den Kontakt zu ehemaligen Absolventen und potenziellen Arbeitgebern – aber möglichst indirekt und unaufdringlich. Tipps zum Netzwerken finden Sie HIER.

  • Einstieg als Trainee

    Auch eine Stelle als Trainee kann einen schnellen und steilen Berufseinstieg ermöglichen. Sowohl das Auswahlverfahren solcher Trainee-Programme als auch die ersten Jahre im Job sind jedoch anspruchsvoll und stellen eine durchaus anstrengende Heranführung mögliche Führungsaufgaben dar. Machen Sie Ihre Sache gut, haben Sie Aussicht auf eine baldige Beförderung und ein erstklassiges Gehalt. In der Bewerbung sollten Sie daher deutlich machen, dass Ihnen dieser Werdegang klar ist und Sie bereit sind, diesen Weg mit vollem Einsatz zu gehen.

  • Karrierestart im Startup

    Junge, wachsende Unternehmen suchen immer qualifiziertes Personal. Entsprechend gering sind hier die Einstiegshürden für Bachelor-Bewerber. Ebenso gering sind allerdings auch die Gehaltsaussichten. Startups haben in der Regel schlanke Budgets, die Hierarchien sind so flach wie ein Pfannkuchen, entsprechend die Aufstiegsaussichten. Überstunden sind die Regel. Immerhin: Sie können dort sehr viele, sehr abwechslungsreiche Erfahrungen sammeln, oft mitbestimmen und zugleich wertvolle Aufbauarbeit leisten. Das kann ein gutes Sprungbrett für einen Traumjob in zwei bis drei Jahren sein. Worauf sich Bewerber bei einem Startup einstellen sollten, finden Sie in DIESEM Dossier.

Bachelor: Tipps zur Bewerbung

Eine vollständige Bewerbungsmappe besteht aus folgenden Unterlagen:

Zusätzlich beilegen können Sie noch Zertifikate über besondere Qualifikationen, die Sie während der Schulzeit erworben haben, beispielsweise Sprachzertifikate oder besuchte Seminare oder absolvierte Praktika. Aber bitte nur eine Kopie. Die Originale Ihrer Unterlagen bleiben immer bei Ihnen.

Die Reihenfolge ist dabei keineswegs egal. Einsortiert werden die Unterlagen in der Bewerbungsmappe übrigens klassisch so:

Vollständige-Bewerbungsmappe-Bewerbungsunterlagen-Muster

Wie sieht ein Anschreiben aus?

Im Anschreiben schildern Sie auf rund einer DIN-A4-Seite Ihre Motivation:

  • Warum möchten Sie diesen Job machen?
  • Warum gerade in diesem Unternehmen?

Nehmen Sie sich ruhig Zeit, dieses Schreiben zu formulieren, denn das ist Ihre Chance, mit Ihrer Persönlichkeit zu überzeugen.

Da Bachelor-Absolventen in der Regel noch wenig Berufserfahrungen besitzen, die über Praktika hinausgehen, ist es umso wichtiger, Ihre Motivation überzeugend darzustellen. Gibt es eine konkrete Ausschreibung für Stelle, sollten Sie genau darauf eingehen und gesuchte Schlüsselbegriffe einbauen.

Was gehört in ein Anschreiben?

  • Absender: (Name, Adresse, Telefonnummer (auch mobil), E-Mail-Adresse)
  • Datum (rechts)
  • Empfänger (Firma, Vor- und Zuname des Adressaten, Adresse)
  • Kein Bewerbungsfoto (gehört in den Lebenslauf)
  • Betreff
  • Anrede (Immer persönlich, nie: „Sehr geehrte Damen und Herren“. Ansprechpartner recherchieren!)
  • Einstiegssatz
  • Bezug zum Unternehmen
  • Kurzdarstellung des eigenen Profils und der Stärken (mit Beispielen!)
  • Hinweis auf sonstige Kenntnisse (zum Beispiel Sprachen)
  • Abschlussformulierung
  • Unterschrift
  • Anlagen (Lebenslauf, Zeugnisse)

Wie ist ein Anschreiben aufgebaut?

Ein Anschreiben besteht – ganz grob – aus vier Teilen:

  1. Die Einleitung beginnt mit einem Knall – Ihrer Motivation, Ihrem stärksten Argument. Lassen Sie dabei einfließen, dass Sie sich mit dem Unternehmen bereits intensiv beschäftigt haben.
  2. Der zweite Teil ist die Selbstdarstellung. Hier machen Sie als Bewerber klar, welche Stärken und Erfahrungen Sie mitbringen.
  3. Im dritten Teil wird eine Verbindung zum Unternehmen hergestellt: Warum bewerben Sie sich ausgerechnet hier? Jetzt geht es darum, einen Bezug zwischen Ihnen und dem Unternehmen herzustellen. Diesen Teil können Sie auch mit dem zweiten verweben oder gar zum Einstieg machen. Die Reihenfolge dieser ersten drei Punkte ist nicht fix.
  4. Am Ende bedanken Sie sich für das Interesse, stellen heraus, dass Sie sich über einen Vorstellungstermin freuen würden und garnieren das Ganze mit herzlichen Grüßen.

Bildlich könnte der Aufbau dann zum Beispiel so aussehen:

Aufbau-Bewerbungsanschreiben-Beispiel-Schema

Besonders wichtig ist, dass das Anschreiben keine Rechtschreibfehler enthält. Diese wirken immer schlampig. Und mancher Chef schließt davon dann auch auf die Qualität Ihrer Arbeit. Bitten Sie Ihre Eltern oder Ihren Lehrer darum, noch einmal einen Blick auf Ihr Anschreiben zu werfen und es auf Fehler zu überprüfen.

Bewerben Sie sich bei mehreren Betrieben gleichzeitig, verwenden Sie bitte nicht jedes Mal dasselbe Anschreiben. Personalchefs erkennen, ob es sich um ein Massenschreiben handelt. Gehen Sie daher bei jedem Anschreiben individuell auf das Unternehmen ein.

Wie sieht ein Lebenslauf aus?

Mit dem Lebenslauf beschreiben Sie Ihren bisherigen Werdegang. Er ist das Herzstück jeder Bewerbung. Idealerweise listen Sie hier in Tabellenform auf…

  • welche Schulen Sie bisher besucht haben
  • welchen Abschluss Sie anstreben oder bereits gemacht haben
  • welche besonderen Kenntnisse, Interessen und Hobbys Sie haben.

In den Lebenslauf können Sie auch Studentenjobs aufnehmen – solange diese Erfahrungen und Qualifikationen für die angestrebte Position relevant sind. Sonst bitte weglassen.

Den Lebenslauf können Sie entweder chronologisch, also beginnend mit der Grundschule, oder in umgekehrter Reihenfolge, also mit der aktuellen Postion zuerst, aufbauen. Standard ist heute die sogenannte amerikanische Form – also umgekehrt chronologisch. Auch hier haben wir ein grafisches Beispiel (das allerdings eher für Berufstätige und daher umfassender ist):

Lebenslaufaufbau-Grafik

Was gehört in einen Lebenslauf?

Folgende Angaben interessieren Personaler am meisten und gehören unbedingt in den Lebenslauf:

  • Persönliche Daten (Name, Geburtstag/ort, Anschrift)
  • Staatsangehörigkeit
  • Werdegang (Schule, Studium)
  • Besondere Qualifikationen (Nebenjobs, Praktika, Fortbildungen)
  • Interessen (Mitgliedschaften, soziales Engagement, Hobbys)
  • Ort, Datum, Unterschrift

Was nicht in den Lebenslauf gehört:

  • Angaben zu Eltern oder Angehörigen
  • Beruf der Eltern

Noch ausführlichere Bewerbungstipps finden Sie im folgenden Kasten. Wir haben inzwischen zahlreiche Dossiers zu fast allen Details der Bewerbungsunterlagen für Sie zusammengestellt – inklusive vieler Muster und Gratis-Vorlagen zum Herunterladen.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg damit – so wie ihn andere Leser auch schon hatten!

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[Bildnachweis: racorn by Shutterstock.com]

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17. Juni 2016 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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