Dass Startups einen enormen Erfolg erleben können, ist nicht zuletzt durch Beispiele wie Facebook oder Twitter bekannt. Doch wie immer steht vor dem Erfolg eine Menge Arbeit. Jedes Unternehmen fängt klein an und braucht Mitarbeiter für die täglich anfallenden Aufgaben. Bewerber sollten jedoch nicht der falschen Auffassung Glauben schenken, dass eine Bewerbung für ein Startup mit der für ein etabliertes Unternehmen gleichzusetzen wäre. Startup Jobs: Was Bewerber wissen sollten...

Startup Jobs Angebote Stellen

Startup Jobs: Eine echte Alternative

Typischerweise zieht es viele Studenten nach ihrem Abschluss in große, etablierte Unternehmen. Diese locken mit interessanten Einstiegsprogrammen für Absolventen, einem hohen Gehalt und dem Gefühl der Sicherheit.

Doch auch Startups werden für viele Absolventen zu immer interessanteren Arbeitgebern. Die Arbeit in einem schnell wachsenden Unternehmen, abwechslungsreiche Aufgaben und die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen und umzusetzen.

Und die Perspektiven werden immer besser: Laut Startup-Monitor 2017 von KPMG planen die befragten Startups im Laufe der kommenden zwölf Monate exakt 8.611 Neueinstellungen. Im Durchschnitt sind das 7,5 neue Jobs pro Startup - ein Arbeitsplatz mehr als bei der Befragung im letzten Jahr. Startup Jobs gibt es also zur Genüge - vor allem, wenn Sie in Berlin danach suchen.

Denn: Berliner Startups wollen im Schnitt sogar 14,4 neue Arbeitsplätze schaffen. Damit ist es allein die Hauptstadt, die über dem Durchschnitt liegt. Dahinter folgen München (6,9 Neueinstellungen) und die Rhein-Ruhr-Region (6,5). Die wenigsten neuen Startup Jobs, nämlich 3,6 pro Unternehmen, werden demnach in der Region Hannover/Oldenburg geschaffen.

Die Berufseinstiege in ein Startup oder in einen großen Konzern sind jedoch in einigen Punkten durchaus verschieden...

Startup Jobs: Nicht nur für Computerspezialisten!

Startup Jobs: Nicht nur für ComputerspezialistenEs stimmt zwar, dass es gerade in der Internetbranche viele Startups gibt, doch das bedeutet nicht gleichzeitig, dass Sie ein abgeschlossenes Informatikstudium benötigen.

Ganz im Gegenteil: Viele Startups benötigen beispielsweise Mitarbeiter für Vertrieb, Marketing, Finanzen, Human Resources oder Projektmanagement.

Hier eine lose Auswahl an Startup Jobs (und ja, auch Startups stehen auf englische Berufsbezeichnungen):

Startup Jobs: Was Sie als Bewerber wissen sollten

Die Unterschiede zwischen großen, bereits etablierten Unternehmen und einem Startup zeigen sich nicht nur in der Anzahl der Mitarbeiter. Unternehmenskultur, Abläufe, Organisation - gerade Bewerber sollten sich mit den Unterschieden potenzieller Arbeitgeber beschäftigen.

Wer nicht vorbereitet ist, kann während der Bewerbungsphase, aber auch nach der Einstellung einige Überraschungen erleben. Was Sie wissen sollten, wenn Sie sich für ein Startup bewerben...

  1. Ihre Persönlichkeit steht im Vordergrund. Bei Startups arbeitet in der Regel ein kleines Team sehr eng zusammen. Damit das gelingen kann, muss die Chemie zwischen den Mitarbeitern stimmen. Natürlich spielen auch für Startups die Qualifikationen ihrer Bewerber eine Rolle, doch auf deren Persönlichkeit wird besonders großer Wert gelegt. Auf diese Weise versuchen Startup-Gründer ein kompetentes und harmonisches Team aufzubauen, das gemeinsam die Unternehmensziele verfolgt.
  2. Der Bewerbungsprozess ist kurz. Wer sich bei einem Konzern bewirbt, wartet in der Regel mehrere Wochen, bevor er überhaupt eine Antwort erhält und erfährt, ob er zu einem Gespräch eingeladen wird oder nicht. Startups hingegen benötigen ihre Mitarbeiter oft kurzfristig. Deswegen erfolgt die Kommunikation oft wesentlich schneller. Nach einem Vorstellungsgespräch erfahren Sie in der Regel relativ zeitnah, ob Sie die Stelle bekommen haben oder nicht.
  3. Ihr Aufgabengebiet ist breit gefächert. Natürlich sind auch Startups in verschiedene Abteilungen gegliedert, doch diese Trennung ist weniger strikt als in anderen Unternehmen. Stattdessen ist in neuen Unternehmen eine Macher-Mentalität gefragt. Gibt es also eine Aufgabe, die nicht in Ihr direktes Aufgabengebiet fällt, sollten Sie dennoch anpacken. Die Einstellung "Das ist nicht mein Problem" führt bei Startups garantiert ins Aus.
  4. Ihre Selbstständigkeit wird vorausgesetzt. Erwarten Sie nicht, dass Sie in Ihrer neuen Stelle an die Hand genommen und langsam eingearbeitet werden. Bei vielen Startups müssen Sie mehr oder weniger den Sprung ins kalte Wasser wagen. Wer lieber an festen Strukturen festhält, wird in einem Startup wahrscheinlich nicht den Arbeitgeber finden, den er sich wünscht.
  5. Die Arbeit wird hart. Das ist natürlich in vielen Branchen und auch anderen Unternehmen so. Doch Startups vermitteln oft ein Bild von vielen Freunden, die gemeinsam arbeiten und gemütlich den Feierabend mit einem Bier beginnen. In der Realität bedeutet die Arbeit in einem Startup allerdings Stress, Überstunden oder auch mal eine Nachtschicht, wenn ein dringendes Projekt abgeschlossen werden muss.

Berlin, Dortmund, Oldenburg: Hier gibt es Startup Jobs!

Das sind die Startup-Hauptstaedte DeutschlandsBerlin ist und bleibt Deutschlands Startup-Metropole. Laut Startup-Monitor 2017 (PDF) von KPMG haben 16,8 Prozent aller heimischen Startups ihren Sitz in der Hauptstadt. Aber: Der Anteil geht kontinuierlich zurück. Im Vorjahr lag er noch bei 17 Prozent, davor sogar bei 31,1 Prozent.

Auch die Metropolregion Rhein-Ruhr, zu der Städte wie Dortmund, Köln oder Düsseldorf zählen, büßt Anteile ein. Sie beherbergt nur noch 11,3 Prozent aller Startups im Lande. Im Vorjahr waren es noch 14,1 Prozent. Dahinter folgt der Großraum Stuttgart/Karlsruhe mit 6,4 Prozent (Vorjahr: 8,9 Prozent). Hamburg hat unterdessen mit 6,2 Prozent (Vorjahr: 6,4) München überholt. In der bayerischen Landeshauptstadt sitzen nur noch 6,0 Prozent (Vorjahr: 7,0 Prozent) aller deutschen Startups.

Und: Auf dem platten Land zwischen Hannover und Oldenburg gibt es mit 6,0 Prozent (Vorjahr: 6,9 Prozent) immerhin schon genauso viele Startups wie in der Metropole München. Von den Flächenländern stehen neben Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen auch Hessen und Sachsen gut da. Prozentuale Zugewinne gab es dagegen vor allem in "Startup-Wüsten" wie Schleswig-Holstein, Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Insgesamt geht der Trend also laut Startup-Monitor zu einer breiteren, geographischen Streuung. Für Bewerber gar keine so schlechte Nachricht: Startup Jobs gibt es mittlerweile fast überall.

Aber Entwarnung für die Berliner: Laut Startup-Barometer von Ernst & Young bleibt Berlin unangefochtener Hotspot für deutsche Start-ups. So entfielen 44 Prozent aller in Deutschland im ersten Halbjahr 2017 registrierten Finanzierungsrunden auf Berliner Unternehmen. Diese konnten somit die gleiche Zahl an Finanzierungsrunden realisieren wie die Start-ups in Bayern, Hamburg, Nordrhein- Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen zusammen.

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Startup Jobs: Vor- und Nachteile

Ob Sie sich am Ende für eine Karriere im Großkonzern oder für den Einstieg in ein Startup entscheiden, ist Ihre persönliche Entscheidung. Bei dieser Frage gibt es kein einfaches gut oder schlecht, richtig oder falsch. Vielmehr müssen Sie Ihre Vorstellungen mit den Möglichkeiten abgleichen, die unterschiedliche Arbeitgeber Ihnen bieten können.

Wir stellen die Vor- und Nachteile der Arbeit in einem Startup-Unternehmen gegenüber.

Vorteile

  • Selbstständigkeit. Mitarbeiter in Startups haben oft größere Möglichkeiten, Ihre Arbeit aktiv mitzugestalten. Sie können gemeinsam im Team das Unternehmen prägen und dessen Zukunftsvisionen formen.
  • Aufstiegsmöglichkeiten. Die Hierachien sind nach der Gründung eines neuen Unternehmens in der Regel noch sehr flach. So können Sie sich durch gute Leistungen und viel Engagement einen wichtigen Posten im Unternehmen erarbeiten. So ging zwar laut Startup-Monitor 2017 der Anteil der Startups mit einer einzigen Hierarchieebene von 33,9 auf 29,5 Prozent zurück, während der Anteil derer mit zwei Hierarchieebenen um 2,1 Prozentpunkte auf 42,7 Prozent anstieg. Allerdings haben nur sieben aller Startups vier oder noch mehr Hierarchieebenen. Jedes fünfte (20,9 Prozent) weist drei Ebenen auf.
  • Kreativität. Startups verfügen über weniger festgesetzte Regeln und Abläufe. Sehen Sie Verbesserungspotenzial oder Ihnen kommt ein Geistesblitz, haben Sie gute Chancen, dass Ihre Ideen auch tatsächlich umgesetzt werden.
  • Erfahrungen. Sie sind von Anfang an dabei, wie ein Unternehmen aufgebaut wird, wächst und sich weiterentwickelt. Diese wertvolle Erfahrung können Sie später beispielsweise in einem eigenen Unternehmen nutzen oder als Pluspunkte bei anderen Bewerbungen vorbringen.
  • Geschwindigkeit. Alles schnell, alles gleich, besser gestern als heute. Startups wollen zügig wachsen, die Kundenbasis exponentiell steigern, sich so schnell wie möglich am Markt etablieren. Langatmige Prozesse sind da fehl am Platz. Im Startup geht es um Speed.
  • Experimentierfreude. Die Devise lautet: Trial and Error. Angst vor Fehlern gehört dazu, auch Fehler darf man im Startup machen. Nur bitte nicht mehr als einmal.


Nachteile

  • Risiko. Startups gibt es viele, doch leider gibt es auch extrem viele, die die ersten Jahre nach der Gründung nicht überleben. Als Mitarbeiter gehen Sie also immer ein großes Risiko ein, dass die Idee scheitert und Sie sich nach einem anderen Job umsehen müssen. Zwar haben 40,5 Prozent der Startups nach eigenen Angaben im letzten Geschäftsjahr einen Gewinn erwirtschaftet, aber meist nur einen bescheidenen. Und das heißt auch: Die Mehrheit der Startups arbeitet (noch) nicht profitabel.
  • Jobwechsel. Einige Unternehmen bevorzugen Bewerber, die bereits Erfahrungen in anderen großen Unternehmen gesammelt haben. Hier kommt es auch darauf an, in welchem Startup Sie gearbeitet haben und wie erfolgreich dieses war.
  • Überstunden. Die Konkurrenz ist groß, daher muss ein Startup hart arbeiten, um sich durchzusetzen. Für die Mitarbeiter bedeutet dies oft lange Arbeitstage, Überstunden oder auch Erreichbarkeit an Wochenenden.
  • Bezahlung. In der Regel können Startups ihren Mitarbeitern nur ein deutlich geringeres Gehalt als beispielsweise ein Konzern zahlen. Ob die größere Flexibilität im Job die geringere Bezahlung ausgleicht, muss jeder für sich selbst entscheiden.
  • Alter. Jugendlichkeit ist Teil der DNA eines Startups - nicht aller, aber der allermeisten. Ältere Mitarbeiter findet man oft nur sehr vereinzelt. So waren auch die Befragten des Deutschen Startup-Monitors 2017, die Gründer selbst also, im Durchschnitt 35,3 Jahre alt. Anteil der Über-55-Jährigen: magere 4,0 Prozent. Auch für Beschäftigte gilt: Ab einem gewissen Alter könnte die Suche nach Startup Jobs schwierig bis unmöglich werden.

So viel verdient man in Berliner Startups

So viel verdient man in Berliner StartupsWahre Goldgruben sind Startup Jobs nur in Einzelfällen. So liegt das mittlere Bruttomonatseinkommen liegt in Berliner Startups bei 2.300 Euro.

Bei sechs Jahren Berufserfahrung und mehr steigt der Durchschnittsverdienst auf 3.900 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Gehaltsumfrage der Hochschule Aalen von 2016, die insgesamt 3.500 Teilnehmer befragt hatte.

Noch wichtiger als die Berufsjahre aber ist das Berufsprofil: So führen Manager und Software-Entwickler die Gehaltsliste in Startups an. Software-Entwickler steigen mit durchschnittlich 2.900 Euro ein, Manager mit 2.500 Euro.

Sales- oder Marketing-Spezialisten müssen dagegen mit einem Einstiegsgehalt von knapp 2.000 Euro Vorlieb nehmen. Bei zehn Jahren Berufserfahrung bringen es Software-Entwickler sogar auf über 5.000 Euro.

Unternehmenskultur im Startup: Das sollte Sie stutzig machen

Gibt es Startup-spezifische Anzeichen für eine miese Unternehmenskultur? Ja, sagen einige Quora-User, die schon ihre eigenen Startup-Erfahrungen gemacht haben. Wir haben die besten Beobachtungen für Sie gesammelt.

  1. Fassade

    Wenn die Chefs ihren Mitarbeitern fortwährend weismachen wollen, alles sei großartig. Alarmzeichen! In den wenigsten Startups ist alles in Butter. "Wenn man nicht offen mit den Herausforderungen umgeht, vor denen das Unternehmen steht, erzeugt man eine Kultur von Schönfärberei und Oberflächlichkeit", meint Yuval Ariva.

  2. Sprachlosigkeit

    "Der wichtigste Punkt ist meiner Meinung nach das Fehlen einer offenen, ehrlichen Diskussion", sagt Rob Kornblum. "Das zeigt sich meist dadurch, dass niemand die Richtung in Frage stellt, die der Gründer oder CEO vorgibt." Das sei aber notwendig, denn: Die meisten hielten sich für Steve Jobs, sind es aber nicht.

  3. Gründerstreit

    Gründerteams, die sich fortwährend in den Haaren liegen. Ein Zeichen schöpferischer Zerstörung? Nein, sagt Brett Fox. "Man wird keine großartige Kultur hinbekommen, wenn die Gründer miteinander kämpfen."

  4. Konformität

    Ein Startup - und an jedem Schreibtisch der gleiche Typ Mensch. "In Teilen der Welt mag es okay sein, wenn jeder so aussieht wie du. Hier im Silicon Valley sollten die Alarmglocken angehen, wenn alle gleich aussehen."

  5. Zukunftsverliebtheit

    Große Visionen und Träume - sie zeichnen Startups aus. Aber, so Alok Somani: "Es ist für mich eine rote Flagge, wenn ich Gründer treffe, die nicht in der Lage sind, Zukunftsträume in unmittelbare Ziele zu übersetzen." Ganz schlecht daher: "Wenn man ständig eine Vision verkauft, aber keine Strategie hat, dort hinzukommen."

Startup Jobs: In diesen Branchen gibt es sie

Startup Jobs: In diesen Branchen gibt es welcheVor allem der E-Commerce boomt. Das zeigt sich in Deutschland daran, dass im ersten Halbjahr 2017 laut Ernst & Young rund 939 Millionen Euro an Risikokapital in den Bereich E-Commerce geflossen sind - fast dreimal so viel wie in die Fintech-Branche, die auf Platz zwei liegt.

Im Bereich E-Commerce wiederum liegt der Food-Markt vorne. Dahinter folgen Automobile, Dienstleistungen, Möbel und Haustiere.

Online-Handel und Finanzdienstleistungen liegen also vorne, auch die Branchen Gesundheit, Software und Medien ziehen Geldgeber an. Daneben bieten auch Bildungs- oder Energie-Startups vermehrt Perspektiven.

Allerdings sind laut Startup-Monitor von KPMG nur 6,8 Prozent der deutschen Startups im E-Commerce-Bereich anzusiedeln. An der Spitze liegen IT und Softwareentwicklung mit 19,4 Prozent. Startup Jobs gibt es also tatsächlich vorrangig im IT-Bereich, aber längst nicht nur.

So verteilen sich die Startups auf die Branchen:

  • IT/Softwareentwicklung: 19,4 Prozent
  • Software as a service: 12,0 Prozent
  • Industrielle Technologie/Produktion/Hardware: 9,1 Prozent
  • E-Commerce: 6,8 Prozent
  • Online-Marktplatz: 5,4 Prozent
  • Beratungsunternehmen, Agentur: 4,8 Prozent
  • Bio-, Nano- und Medizintechnologie: 4,6 Prozent
  • Finanzen, Finanztechnologie (Fintech): 4,6 Prozent
  • Online-Service-Portal: 4,5 Prozent
  • Nahrungsmittel: 4,3 Prozent
  • Sonstiges: 4,1 Prozent
  • Medien- und Kreativwirtschaft: 4,0 Prozent
  • Andere (z.B. Bildung, Grüne Technologie, Consumer Mobile, Offline-Dienstleistungen, stationärer Groß- und Einzelhandel, Games): 16,4 Prozent
[Quelle: Deutscher Startup Monitor 2017]
[Bildnachweis: tsyhun by shutterstock.com]

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