Copywriter schreiben Texte im Kundenauftrag. Manche Schreiber werden für schmissige Werbeslogans mit Preisen überhäuft, andere als fleischgewordene Content-Farmen missbraucht. Mit Texten seinen Lebensunterhalt verdienen - das war noch nie so schwer wie heute. Aber auch noch nie so einfach. Entsprechend groß sind die Unterschiede im Copywriting-Einkommen...

Copywriter werden Texter Autor Lohnschreiber

Copywriting: Was ist das?

Copywriter lässt sich mit Texter oder Werbetexter übersetzen.

Ein Copywriter ist aber kein reiner Schreiber. Er ist auch Verkäufer. Denn der Copywriter soll - im Marketingdeutsch gesprochen - Headlines und Texte liefern, die konvertieren. Er soll die berühmten Leads generieren. Er soll den Empfänger zu einer Handlung anmieren. Wenn der Leser das beworbene Unternehmen kontaktiert, weiterklickt oder im besten Fall eine Bestellung abgibt, hat der Copywriter sein Ziel erreicht.

Copywriter sind keine Content-Writer. Content-Writer informieren hauptsächlich, Copywriting soll zum Klick animieren. Journalisten und Redakteure sind Content-Writer, Drehbuchautoren, Redenschreiber oder Ghostwriter.

Dennoch verschwimmen beide Disziplinen zusehends. Ein Hauptgrund: das Erstarken von Content Marketing, einer Marketing-Strategie, die auf Inhalten basiert.

Immer mehr Unternehmen ziehen werthaltigen Content billigen Werbebotschaften vor. In diesem Bereich bewegen sich die Schreiber also tatsächlich in der Grauzone zwischen Copywriting und Content-Writing. Das Gleiche gilt für SEO-Texter, die im Unternehmensauftrag suchmaschinenoptimierte Texte erstellen.

Hier eine brauchbare (englische) Einführung in das Thema:

Was muss ein Copywriter können?

Schreiben kann jeder? Pustekuchen.

Wie hoch die Anforderungen an gute Werbetexter sind, zeigt sich schon an den knackigen Copy-Tests der großen Agenturen. Nicht nur Sprachgefühl, auch Kreativität und Allgemeinbildung sind Ingredenzien, ohne die es nicht geht.

Beispiel: Vor mehreren Jahren warben Tchibo und Esso mit dem Spruch "Jedem den Seinen" um neue Kaffeetrinker. Die Kampagne musste gestoppt werden, weil der Spruch an die Nazi-Losung "Jedem das Seine" erinnerte.

Solche Assoziationen sollte ein guter Copywriter von vornherein herstellen und vermeiden können, um seinen Auftraggeber nicht in Teufels Küche zu bringen. Ohne umfassendes Allgemeinwissen geht es auch in Zeiten des Internets nicht.

Was gute Copywriter noch auszeichnet:

  • Kreativität und Fantasie
  • Neugier
  • Lernbereitschaft
  • Recherchefähigkeit
  • Einfühlungsvermögen (und Psychologiekenntnisse)
Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.


Wie werde ich Copywriter?

Kurz gesagt: Wer Copywriter werden will und oben genannte Talente mitbringt, hat allerbeste Chancen.

In einem Interview mit dem Marketingmagazin Wuv klagte im Frühjahr 2017 Susanne Feddersen, Chefin der Texterschule Kreativkader, über fehlenden Nachwuchs.

Pro Jahr würden normalerweise rund 30 Kandidaten den Copy-Test machen. Zehn bis zwölf von ihnen bekommen einen Ausbildungsplatz im dualen System, eine Festanstellung finden hinterher angeblich (fast) alle. 2017 aber wäre ein Schuljahrgang beinahe ins Wasser gefallen - mangels geeigneter Bewerber.

Auch die Texterschmiede in Hamburg hat ähnliche Probleme. Die Ausbildung an der Texterschmiede sieht so aus: Tagsüber absolvieren die Text-Talente ein Praktikum in einer Partner-Agentur, ab 18 Uhr beginnt der Unterricht. Die Ausbildung kostet 425 Euro, für das Praktikum zahlen die Agenturen 550 bis 600 Euro. Klingt das reizvoll? Aus finanzieller Sicht ganz und gar nicht.

Aber: Die wenigsten Copywriter starten ihre Karriere in einer Texterschule. Viele steigen als Junior-Texter in einer Agentur ein, auch Quereinsteiger saugt die Branche auf wie ein Schwamm Wasser.

Die Gründe für die Copywriter-Ebbe: Das Image der einst so glorreichen Werbebranche bröckelt schon seit Jahren. Nix mehr mit Glamour à la Mad Men, dafür noch genauso viel Arbeit.

Alles, was Millenials wichtig ist wie flexible Arbeitszeiten und Familienfreundlichkeit, aber auch Sicherheit und gutes Gehalt. Die Werbebranche bietet das genaue Gegenteil.

Coypwriter arbeiten aber nicht nur in Agenturen, auch in den Unternehmen selbst. Viele sind freiberuflich tätig.

Eine eigene Spezies sind die SEO-Schreiber, die sich nicht selten als Clickworker durchschlagen. Hier sind Vorkenntnisse im Prinzip überflüssig. Jeder kann sich probieren, bei Talent und guten Leistungen winken in den diversen Crowdworking-Plattformen gute Bewertungen, Empfehlungen und neue Aufträge. Ein Feld, das man jederzeit von zuhause betreten kann.

Gehalt: Was lässt sich mit Copywriting verdienen?

Aber Achtung: Eine Karriere als Clickworker ist meistens keine. Laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung von 2016 verdienen Crowdworker im Bereich von Texterstellungsarbeiten "teilweise deutlich unter zehn Euro in der Stunde", während IT-Dienstleistungen mit bis zu 70 Euro pro Stunde vergütet werden.

Die absoluten Beträge, die Crowdworker als fixen Betrag für einen Aufrag auf Plattformen wie Elance und Freelancer.com erhalten, liegen demnach zwischen drei Euro (!) und 2.500 Euro.

Das durchschnittliche Jahresgehalt von (professionellen) Textern dagegen liegt bei 40.836 Euro im Jahr. 2016 waren es noch 36.325 Euro. Diese Zahlen lieferte das Gehaltsportal gehalt.de im Auftrag des Magazins Page.

Insgesamt liegt die Spanne zwischen ca. 24.000 Euro (Einsteiger, kleine Agentur, keine Personalverantwortung) und 55.000 Euro.

Die Zahlen decken sich weitgehend mit denen, die einzelne User in die Bewertungsplattform Glassdoor eingetragen haben. Copywriter verdienen laut (nicht repräsentativen) Glassdoor-Zahlen zwischen 2.000 Euro und 3000 Euro monatlich. In größeren Agenturen reicht die Spanne bis zu 60.000 Euro.

Copywriter-Legende: Die besten Zitate von David Ogilvy

Copywriter-Legende: Die besten Zitate von David OgilvyDavid Ogilvy war Gründer der gleichnamigen Werbeagentur, Copywriter - und zeitlebens ein Garant für Bonmots und Werber-Weisheiten. Hier einige Perlen:

  • Der Konsument ist kein Idiot. Er ist deine Ehefrau.
  • Die Headlines, die am besten funktionieren, sind die, die dem Leser einen Nutzen versprechen.
  • Es ist nicht der Whiskey, den sie sich aussuchen, sondern das Image.
  • Die besten Ideen kommen als Witze. Sei in deinem Denken so witzig wie möglich.
[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, erzählen Sie es weiter...