Grundgehalt
Das Gehalt ist für jeden Arbeitnehmer ein wichtiges Thema, da die finanzielle Sicherheit ein Grundbedürfnis ist. Rechnungen müssen bezahlt und der Lebensunterhalt finanziert werden und natürlich möchte keiner jeden Euro drei Mal umdrehen müssen, um am Ende des Monats noch über die Runden zu kommen oder vielleicht sogar noch ein wenig Geld zur Seite legen zu können, um auf einen Urlaub oder ein anderes Ziel zu sparen. Bei der Bezahlung im Job gibt es aber einige Unterschiede, die bereits im Arbeitsvertrag auftreten. Dabei wirft vor allem der Begriff des Grundgehalts immer wieder Fragen auf. Wir erklären, was es damit genau auf sich hat, wo die Vorteile liegen und warum man beim Grundgehalt immer ein vorsichtig sein sollte...

Grundgehalt Definition: Was bedeutet es?

Wenn in einer Stellenausschreibung oder auch im Vorstellungsgespräch der Begriff Grundgehalt auftaucht, tauchen in vielen Köpfen erst einmal einige Fragezeichen auf. Zwar hat man davon schon einmal gehört und irgendwo im Hinterkopf sind auch ein paar Informationen dazu abgespeichert, aber auf solch vage Erinnerungen verlässt man sich in einem solchen Fall nur ungern.

Also was genau bedeutet Grundgehalt eigentlich? Grundsätzlich handelt es sich dabei um den Teil des Gehalts, den ein Mitarbeiter in jedem Fall erhält. Das Grundgehalt ist also das Mindestmaß an Bezahlung, das zum Ende jeden Monats vom Arbeitgeber überwiesen werden muss. Dies führt immer wieder zu Verwirrung, da zum Grundgehalt noch diverse Zuschläge, Sonderzahlungen oder auch Boni hinzukommen können. Häufig findet sich eine solche Vergütungsform etwa im Außendienst, bei denen Mitarbeiter Provisionen für ihre Arbeit erhalten.

Zur Verdeutlichung ein simples Beispiel: Ein Versicherungsmakler im Außendienst hat mit seinem Arbeitgeber ein Grundgehalt von 2000 Euro ausgehandelt. Diese werden auf jeden Fall für die Arbeit des Angestellten fällig. Hat der Makler allerdings einen besonders erfolgreichen Monat, schließt viele neue Verträge ab und wirbt neue Kunden, kann die Bezahlung deutlich höher ausfallen und am Ende des Monats steht ein Gehalt von 3000 Euro oder sogar mehr. Ebenfalls denkbar wäre es, dass der Mitarbeiter zusätzlich zum Grundgehalt noch einen Firmenwagen gestellt bekommt, um im Außendienst tätig zu sein. Das ist zwar keine direkt finanzielle, aber dennoch zusätzliche Leistung zum Grundgehalt.

Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten Sie dabei unbedingt beachten, dass das Grundgehalt - falls nicht anders vereinbart und gesondert angegeben - brutto angegeben wird. Abhängig von der Steuerklasse kann der Betrag, der wirklich auf dem Konto ankommt, also noch einmal deutlich geringer ausfallen, als das vereinbarte Grundgehalt im Arbeitsvertrag.

Die Vorteile einer Grundgehaltsregelung

In manchen Branchen und Berufen ist das Grundgehalt die übliche Vorgehensweise und wer seine berufliche Zukunft in diesen Bereichen sieht, wird vermutlich nicht drum herum kommen. Tatsächlich kann eine solche Regelung aber auch einige Vorteile haben. So kann es für Mitarbeiter einen gewaltigen Motivationsschub geben, das eigene Gehalt durch gute Leistungen aufbessern zu können. Trotz anhaltender Bestleistungen erst auf die nächste Gehaltserhöhung warten zu müssen, kann schon mal frustrieren. Beim Grundgehalt hat man hingegen direkten Einfluss auf das monatliche Gehalt und sieht sofort auf der Abrechnung, dass sich gute Leistungen und Ergebnisse bezahlt machen.

Über eine solche Entwicklung freuen sich dann natürlich auch die Unternehmen, die ihrerseits von motivierten und engagierten Mitarbeitern profitieren können. In einigen Fällen kann es auch Steuervorteile bringen, wenn wie im obigen Beispiel ein geringeres Grundgehalt mit Zusatzleistungen gepaart werden - etwa einem Firmenwagen, der nicht in jedem Fall voll zu versteuern ist.

Grundgehalt: Warum Sie dabei vorsichtig sein sollten

liveostockimages by Shutterstock.comTrotz einiger Vorteile sollten Arbeitnehmer beim Thema Grundgehalt immer ein wenig vorsichtig sein. Zwar gibt das Grundgehalt eine gewisse finanzielle Sicherheit, doch durch Schwankungen zwischen den verschiedenen Monaten kann es zum Teil große Unterschiede in den einzelnen Gehaltsauszahlungen geben. So verdient man in den Hochphasen vielleicht mehrere Monate am Stück mehr als 3000 Euro brutto, fällt dann aber plötzlich in einer Flaute auf vielleicht nur noch 2200 Euro brutto zurück. Diese Schwankungen können eine langfristige Planung sehr schwierig machen, monatliche Kosten von Miete, Auto, Versicherungen und auch Lebenshaltung sind in den meisten Fällen wenig flexibel und bleiben auf ähnlichem Niveau. In guten Verdienstmonaten kein Problem, sind auf der Abrechnung aber plötzlich nur 1000 Euro weniger, kann es zu finanziellen Engpässen kommen.

Grundgehalt ist daher oft mit großem Erfolgsdruck verbunden, um einen gewissen Standard zu erhalten. Läuft ein Monat dann bereits schlecht an, entwickelt sich zunehmend Stress, die Tage werden länger und härter, um doch noch irgendwie ein zusätzliches Gehalt zu erarbeiten.

Hinzu kommt oftmals große Konkurrenz unter den Mitarbeitern. Man leistet zwar grundsätzlich die gleiche Arbeit, wird aber möglicherweise sehr unterschiedlich dafür bezahlt, weil der andere einfach mehr Erfolg hat. Das fördert den Neid und die Arbeitsatmosphäre leidet.

[Bildnachweis: andrea lehmkuhl, liveostockimages by Shutterstock.com]

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