Grundgehalt in Deutschland: Definition & Durchschnitt

Das Grundgehalt ist die feste und regelmäßige Vergütung, die Arbeitnehmer unabhängig von Zuschlägen, Boni oder Überstunden erhalten. Es wird meist monatlich gezahlt und bildet die Basis des Einkommens. In Deutschland beträgt das Durchschnittsgehalt 57.408 € brutto im Jahr, das entspricht einem monatlichen Einkommen von 4.784 €. Welche Vor- und Nachteile das Grundgehalt hat…

Grundgehalt Definition Durchschnitt Deutschland Rechner

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Definition: Das Grundgehalt ist der Mindestbetrag, den Arbeitnehmer erhalten, also der feste Basislohn, den sie regelmäßig im Monat für ihre Arbeit ausgezahlt bekommen.
  • Abgrenzung: Das Grundgehalt bleibt immer gleich, egal wie viele Überstunden man macht. Auch Sonderzahlungen, wie Boni, Urlaubs- oder Weihnachtsgeld zählen nicht dazu.
  • Arbeitsrecht: Geregelt ist die genaue Höhe des Festgehalts im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag. Es bildet damit die Basis für das gesamte Arbeitseinkommen bzw. Lebenseinkommen.

Das Grundgehalt (Englisch: basic salary) ist grundsätzlich leistungsunabhängig und garantiert ein stabiles Einkommen. Das durchschnittliche Grundhalt beträgt in Deutschland pro Jahr (brutto):

Kategorie

Brutto

Netto

Durchschnitt (Median) 54.066 € 34.500 €
Männer 49.500 € 32.000 €
Frauen 45.500 € 29.800 €
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Was zählt zum Grundgehalt?

Zum Grundgehalt zählt der fixe Betrag bzw. das vertraglich vereinbarte Gehalt, das Arbeitnehmer regelmäßig für ihre Arbeitsleistung bekommen. Dazu gehören:

  • Festes Monats- oder Jahresgehalt
  • Grundvergütung nach Arbeits- oder Tarifvertrag
  • Feste, vertraglich zugesicherte Zulagen (z.B. Funktionszulage)

Das Grundgehalt ist der zentrale Gehaltsbestandteil der Vergütung von Mitarbeitern. Sie bekommen dieses Fixgehalt auch immer im Krankheitsfall als Lohnfortzahlung gezahlt.

Was gehört nicht zum Grundgehalt?

Nicht zum Grundgehalt zählen alle variablen Gehaltsbestandteile und Zusatzleistungen des Arbeitgebers, etwa:

Glossar: Gehalt, Lohn oder Einkommen

Gehalt Konstante monatliche Zahlung, unabhängig von den Arbeitsstunden bei Angestellten und Beamten.
Lohn Bezahlung basierend auf der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit (Stundenlohn) oder der erbrachten Menge (Akkordlohn). Kann monatlich schwanken.
Einkommen Summe aller Einkünfte nach Abzug von Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen. Dient als Bemessungsgrundlage für die Steuer.
Verdienst Synonym für Bruttoarbeitsentgelt, umfasst Lohn, Gehalt plus Zulagen (z.B. Überstunden, Boni, Weihnachtsgehalt).
Honorar Bezahlung für Dienstleistungen von Selbstständigen oder Freiberuflern. Kein „Gehalt“, da kein Angestelltenverhältnis vorliegt.
Entgelt Der neutrale Oberbegriff für jede vertraglich vereinbarte Gegenleistung, umfasst sowohl Lohn als auch Gehalt.
Einnahmen Der reine Brutto-Zufluss von Geld oder Sachwerten (z.B. Umsatz bei Selbstständigen), ohne Abzug von Kosten.
Einkünfte Positive Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben, die investiert wurden, um diese zu erzielen (z.B. Werbungskosten, Betriebsausgaben).

Grundgehalt brutto oder netto?

Beim Grundgehalt wird in der Regel immer das Bruttogehalt angegeben. Nur dieses verhandeln Sie z.B. auch bei der Bewerbung oder einem Jobwechsel. Steuern und Sozialabgaben oder ein 13. Monatsgehalt sind darin noch nicht berücksichtigt. Für die monatliche Gehaltsabrechnung bildet das Bruttogrundgehalt die Ausgangsbasis. Das Nettogehalt ist wiederum das, was Sie – je nach Steuerklasse – nach Abzug von Steuern, Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung tatsächlich auf Ihr Konto überwiesen bekommen. Individuelle Regelungen wie etwa eine Entgeltumwandlung können das Nettoeinkommen zwar reduzieren, verändern jedoch nicht das vertraglich vereinbarte Grundgehalt.

Diese Unterscheidung ist besonders wichtig bei Gehaltsvergleichen, Gehaltsverhandlungen und der Berechnung der tatsächlichen Arbeitgeberkosten. Aus Sicht des Arbeitgebers stellt das Grundgehalt einen wesentlichen Bestandteil der gesamten Lohn- und Personalkosten dar.

Wie berechnet sich das Grundgehalt?

Das Grundgehalt ist vertraglich festgelegt und wird nicht frei berechnet. Je nach Job kann es jedoch unterschiedlich bestimmt werden:

  • Monatsgehalt (häufigste Form)
    Das Grundgehalt ist der feste Betrag, den Sie pro Monat erhalten, z.B. 3.000 € brutto.
  • Jahresgehalt
    In den meisten Arbeitsverträgen steht nur das Jahresgehalt. Die Berechnung ist dann einfach: Jahresgehalt ÷ 12 = monatliches Grundgehalt.
  • Stundenlohn (z.B. bei Teilzeit)
    Hierbei ergibt sich das Grundgehalt aus der Arbeitszeit. Berechnung: Stundenlohn × vereinbarte Monatsstunden = monatliches Grundgehalt.

Um Ihr Nettojahresgehalt zu ermitteln, können Sie im Internet kostenlose Jahresgehalt-Rechner nutzen – etwa von Gehalt.de oder Nettolohn.de.

Wie kann ich meinen eigenen Marktwert ermitteln?

Um Ihren eigenen Marktwert zu ermitteln, sollten Sie zunächst die eigenen Qualifikationen, Berufserfahrungen und besonderen Fähigkeiten realistisch einschätzen und anschließend die branchenüblichen Gehälter für Ihre Position in Ihrer Region vergleichen. Hierbei helfen Ihnen unsere Gehaltstabellen zum Durchschnittsgehalt oder Einstiegsgehalt sowie der kostenlose Gehaltsrechner des Statistischen Bundesamts. Auch Feedback von Kollegen, und soziale Netzwerke können helfen, ein genaueres Bild zu bekommen. Weitere Tipps erhalten Sie in unserem Fachartikel zur Marktwert-Ermittlung.

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Welche Faktoren beeinflussen das Grundgehalt?

Ihr Grundgehalt spielt natürlich eine wesentliche Rolle dabei, wie attraktiv eine neue Stelle ist. Wie viel Sie in der Verhandlung verhandeln können, hängt jedoch noch von weiteren Faktoren ab:

Branche

Trotz gleichem Jobtitel und vergleichbarer Tätigkeit werden in der Pharmabranche, in der chemischen und erdölverarbeitenden Industrie deutlich mehr bezahlt als z.B. in der Dienstleistungsbranche oder in sozialen Berufen. Das liegt teils schon an den Tarifverträgen. Zu den bestbezahlenden Branchen gehören seit Jahren Pharma, Chemie, Maschinenbau, Finanzen, Energie und IT. Abgehängt sind hingegen Berufe im Handel (speziell Einzelhandel), Sozialbereich, in der Bildung, Tourismus und Gastronomie.

Qualifikation

Je höher die Bildung und Spezialisierung, desto können Sie verdienen (siehe: Bildungsrendite). Akademiker erhalten im Schnitt 20.000 € pro Jahr mehr als Angestellte mit einer Ausbildung. Ein Masterabschluss wiederum bringt im Jahr im Schnitt 6.000 Euro mehr als ein Bachelor.

Position

Berufseinsteiger verdienen logischerweise weniger als erfahrene Fach- oder Führungskräfte. Statistisch erreichen die meisten Berufstätigen in Deutschland mit 52 Jahren das durchschnittliche Maximalgehalt von 58.539 €. Danach sinkt das Gehalt häufig, weil viele beruflich kürzer treten (siehe: Downshifting). Die größten Gehaltssprünge machen Arbeitnehmer zwischen 30 und 40 Jahren.

Einstufung

Insbesondere im öffentlichen Dienst und TVöD spielt es eine Rolle, wie Ihre bisherige Berufserfahrung oder Qualifikation eingestuft wird. Nicht selten werden (studierte) Sozialpädagogen als Erzieher eingestellt – und bekommen somit auch nur ein Erziehergehalt. Achten Sie deshalb unbedingt auf eine korrekte Einstufung!

Bundesland

In Deutschland herrscht ein sog. Süd-Nord-Gefälle: In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen werden die höchsten Gehälter gezahlt. In Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern die niedrigsten.

Region

In großen Städten und Ballungsgebieten wird mehr bezahlt als auf dem Land oder in strukturschwachen Regionen. In Großstädten wie München, Frankfurt oder Stuttgart herrscht in Deutschland das höchste Gehaltsniveau – gleichzeitig sind hier aber auch die Lebenshaltungskosten und Mieten deutlich höher als etwa in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern.

Berufserfahrung

Erfahrungen und Expertise können zu einem höheren Gehalt führen – aber nur, wenn die Berufserfahrungen für den Job relevant sind. Einschlägige Praktika werden selten honoriert. Umgekehrt: Je weniger Sie dem Anforderungsprofil im Stellenangebot entsprechen, desto geringer das Gehalt. Quereinsteiger und Bewerber mit Defiziten (z.B. lange Arbeitslosigkeit) müssen mit Abschlägen von bis zu 10 % kalkulieren.

Unternehmensgröße

In internationalen Konzernen liegen die Gehälter meist 10-20 % höher als in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Faustregel: Ab 500 Mitarbeitern ist gegenüber dem Branchendurchschnitt oft ein Mehrgehalt von bis zu 20 % möglich.

Wirtschaftslage

Umsatzwachstum, Auftragslage und Konjunktur beeinflussen die Bezahlung. Geht es dem Unternehmen gut, haben Sie in der Gehaltsverhandlung bessere Karten. In einer Rezession berufen sich Chefs gerne auf fehlende Budgets.

Nachfrage

Angebot und Nachfrage bestimmen auch das Gehalt. Gibt es mehr Bewerber als freie Stellen (sog. Arbeitgebermarkt), sinken die Gehaltschancen. Zählen Sie hingegen zu den raren und gesuchten Fachkräften mit hoher Spezialisierung (sog. Bewerbermarkt), können Sie Ihr Wunschgehalt meist einfach durchsetzen.

Kontakte

„Beziehungen schaden nur dem, der keine hat.“ – Das gilt auch beim Gehalt: Wer per Empfehlung abgeworben wird, kann seinen Marktwert praktisch immer steigern. Ein gutes Netzwerk sowie hohe Sichtbarkeit in sozialen Netzwerken (z.B. Linkedin) führen häufig zu einem zusätzlichen Gehaltsplus von 5-10 %.

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Was sind die Grundgehalt Vorteile?

Das Grundgehalt bietet hauptsächlich ein gesichertes Einkommen, weil es unabhängig von der aktuellen Leistung oder wirtschaftlichen Lage regelmäßig ausgezahlt wird. Gleichzeitig ermöglicht die Kombination mit variablen Gehaltsbestandteilen Einkommenssteigerungen, etwa durch Boni oder Erfolgsprämien. Dadurch kann die Vergütung flexibel und leistungsabhängig wachsen. Zudem wirkt diese Struktur oft motivierend, weil sich gute Leistungen direkt finanziell auszahlen. Je nach Ausgestaltung können außerdem steuerliche Vorteile durch bestimmte Zusatzleistungen entstehen, die das Gesamtpaket attraktiver machen.

Was sind die Grundgehalt Nachteile?

Neben der finanziellen Sicherheit, bringen große variable Anteile im Vergütungsmix jedoch ebenso erhebliche Einkommensschwankungen mit sich: In guten Zeiten verdienen sie deutlich mehr, aber in schlechten kann ein knappes Fixum finanzielle Rücklagen erforderlich machen, um die Fixkosten weiterhin abzusichern. Gleichzeitig kann ein niedrigeres Grundgehalt zu höherem Erfolgs- und Leistungsdruck führen. Wird die Vergütung im Team leistungsorientiert gestaltet, kann überdies starke Konkurrenz unter Kollegen entstehen, die das Arbeitsklima belastet.

Was ist ein bedingungsloses Grundgehalt?

Ein bedingungsloses Grundgehalt ist ein Einkommen, das regelmäßig gezahlt wird, ohne dass dafür bestimmte Voraussetzungen wie Leistung, Arbeitszeit oder Zielerreichung erfüllt werden müssen. Es ist unabhängig von der aktuellen beruflichen Situation und wird auch dann ausgezahlt, wenn keine oder nur geringe Arbeit erbracht wird. Ziel eines solchen Modells ist, finanzielle Sicherheit zu schaffen und existenzielle Sorgen zu reduzieren. Oft wird es zusammen mit dem „bedingungslosen Grundeinkommen“ diskutiert, das allen Bürgern vom Staat gewährt wird. Die Höhe eines bedingungslosen Grundgehalts wäre dann so gestaltet, dass grundlegende Lebenshaltungskosten gedeckt werden.


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