Provision: Definition, Arten, Steuer

Wer erfolgreich ein Geschäft zwischen Auftraggeber beziehungsweise Unternehmer und Kunden vermittelt, erhält eine Provision. Diese ist in vielen Branchen üblich und verdeutlicht, dass hier eine leistungsabhängige Bezahlung erfolgt. Auf diese Weise kann die Motivation der Mitarbeiter gefördert werden, da sie direkt einen finanziellen Erfolg ihrer Bemühungen spüren. Was Sie zum erfolgsbezogenen Entgelt wissen müssen, wie die rechtliche Grundlage ist und wie Sie eine Provision versteuern müssen, erklären wir Ihnen hier…

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Provision: Definition, Arten, Steuer

Definition: Was ist eine Provision?

Der Begriff Provision stammt vom lateinischen Verb providere ab, was soviel bedeutet wie „vorsorgen“. Es gibt diesen Begriff auch auf Englisch, wo er die Bedeutung von „Bereitstellung“ hat. Im Deutschen Sprachraum ist die Provision ein

erfolgsabhängiges Entgelt für erbrachte Dienstleistungen und Geschäftsbesorgungen

(Wikipedia).

Als Synonym werden je nach Branche auch Begrifflichkeiten wie Courtage (in anderer Rechtschreibung auch Kurtage), Aufschlag oder Agio verwendet. Dagegen gelten Prämien, Gebühren oder Tantiemen rein rechtlich nicht als Provision.

Eine Provision ist nach dem deutschen Handelsrecht (Handelsgesetzbuch) eine Erfolgsprämie, also abhängig davon, ob der Provisionsberechtigte seinem Auftraggeber zu einem Gewinn verhilft. Daher kann in vielen Berufen das Gehalt aus mehreren Bestandteilen bestehen: einem fest vereinbarten Fixum und je nach nach Erfolg zusätzlichen Provisionen. In anderen Jobs hingegen wird nur rein nach Erfolg bezahlt: Sie laufen ausschließlich auf Provisionsbasis.

Meist betrifft dies freie Handelsvertreter oder Makler – zum Beispiel im Finanzwesen oder Immobilienbereich. Gerade für eine erfolgreich vermittelte Wohnung oder ein Haus können erhebliche Provisionen fließen, je nach finanzieller Größe des abgeschlossenen Geschäfts.

Die Bezahlung von Provisionen ist jedoch nicht zwangsläufig an eine selbstständige Tätigkeit geknüpft. Es gibt auch viele Angestellte, die sich eine Provision verdienen.

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In welchen Berufen wird eine Provision bezahlt?

Die Provision kommt in erster Linie in Berufen vor, in denen Handelsgeschäfte erledigt werden. Das liegt daran, dass bei einer finanziellen klar messbaren Leistung auch der Begriff eines erfolgreichen Geschäftes beziehungsweise Geschäftsabschlusses unmissverständlich formuliert werden kann. Daher wird eine Provision insbesondere in diesen Berufen bezahlt:

Dabei berechnen sich die Provisionen je nach Branche durchaus unterschiedlich. Grundsätzlich gilt: Je mehr Verträge mit den Kunden abgeschlossen beziehungsweise je mehr Kunden geworben werden, umso höher fällt in der Summe die Provision aus.

Eine Provision kann daher die Motivation der Mitarbeiter im Vertrieb deutlich erhöhen, da sie direkt den Erfolg ihrer Arbeit und Bemühungen an ihren finanziellen Einkünften absehen können.

Andererseits kann eine Bezahlung auf Provisionsbasis auch eine Unabhängigkeit in der Beratung des Kunden verhindern. Schließlich wird sich der Vermittler auf die Produkte konzentrieren, die ihm im Verhältnis zum Arbeitsaufwand die meiste Provision einbringen.

Daher ist die reine Bezahlung auf Provisionsbasis auch mit Risiken für die Mitarbeiter verbunden. Da eine Provision nur im Erfolgsfall fließt, muss der Mitarbeiter zusätzlichen Aufwand für nicht zielführende Beratungsgespräche in seine Kalkulation mit einfließen lassen.

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Welche Arten von Provision gibt es?

Provision ist nicht gleich Provision. In der Unterteilung gibt es zum Beispiel im Banken- oder Versicherungswesen verschiedene Arten – je nach Leistung und Geschäft. Dabei bemisst sich die Höhe zum einem am Umfang der Finanztransaktion, zum anderen aber auch nach dem Beratungsaufwand. So kommt es, dass für den Abschluss einer Lebensversicherung oder anderen Kapitalanlage eine höhere Provision bezahlt wird, als für den einer simplen Sachversicherung – auch wenn der Umfang des Finanzgeschäftes ähnlich hoch ist.

Grundsätzlich unterscheidet man dabei folgende Provisionsarten voneinander:

  • Abschlussprovision

    Diese fällt beim Abschluss eines Finanzgeschäftes oder dem Verkauf eines Produktes an. Diese Provisionsart ist die häufigste und somit auch meist die höchste.

  • Bestandsprovision

    Wenn ein Vertrag über längere Zeit läuft, so erfordert er auch einen gewissen Betreuungsaufwand vom entsprechenden Vermittler – in der Versicherung zum Beispiel die Schadenregulierung. Diese wird mit der sogenannten Betreuungs- oder Bestandsprovision abgegolten.

  • Folgeprovision

    Erfolgt eine mehrfache Bestellung innerhalb eines Vertragsabschlusses, wird dem Vermittler eine sogenannte Folgeprovision ausbezahlt. Wird ein Auftrag verlängert, handelt es sich um eine Verlängerungsprovision.

  • Courtage

    Im Bereich einer Maklertätigkeit – also einer Leistung, die vom Kunden und nicht vom Dienstleister in Auftrag gegeben wurde, nennt sich die Provision auch Courtage.

  • Bearbeitungsprovision

    Wird innerhalb einer Geschäftsbeziehung eine besondere Arbeitsleistung fällig, so wird diese gesondert als Bearbeitungsprovision vergütet.

  • Einmalprovision

    Mit dieser Art der Provision ist jede weitere Tätigkeit innerhalb der im Vertrag vereinbarten Leistung abgegolten. Die Einmalprovision beinhaltet also die Abschlussprovision sowie eine Pauschale für Betreuung, Bestand, Folgeaufträge und Bearbeitungsaufwand.

  • Inkassoprovision

    Gerade bei Inkassounternehmen werden den Mitarbeitern für den erfolgreichen Einzug von Ausständen seitens des Schuldners Inkassoprovisionen gezahlt.

  • Erhöhungs- oder Dynamikprovision

    Insbesondere im Bereich von Versicherungen erhöhen sich mitunter regelmäßig die Beiträge. Dem wird auch seitens des Vermittlers Rechnung getragen: Sein Anspruch auf eine Provision erhöht sich – er erhält eine Erhöhungsprovision.

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Gesetzliche Regelung bezüglich der Provision

Im Handelsgesetzbuch (HGB) ist neben den Details zu Geschäftsbeziehungen auch die Provision grundsätzlich geregelt. Der siebte Abschnitt des HGB (§ 87) besagt, dass ein Kaufmann, der für andere einen Dienst ausübt oder ein Geschäfts abschließt, als selbstständiger Handelsvertreter grundsätzlich Anspruch auf eine angemessene Provision besitzt, sofern er im Namen des Auftraggebers handelt.

Dabei richtet sich die Höhe der Provision nach der Wertgröße des Vertragsgeschäfts. Dies kann zum Beispiel der Kaufpreis, der monatliche Beitrag beziehungsweise Miete, die Kreditsumme oder ähnliches sein.

Fälligkeit der Provision

Die Provision wird zum letzten Tag des Monats des Vertragsabschlusses fällig und muss spätestens zum Ende des Folgemonats ausbezahlt werden. Der Unternehmer darf sich also nicht unbegrenzt Zeit lassen, eine Provision zu zahlen – umgekehrt darf der Handelsvertreter diese bereits im übernächsten Monat nach Geschäftsabschluss juristisch einfordern.

Wegfall der Provision

Entfällt die Geschäftsbeziehung oder die rechtsverbindliche Grundlage zwischen Kunde und Unternehmer – beispielsweise durch Zahlungsunfähigkeit, Rücktritt vom Vertrag oder Kündigung – so entfällt auch der Anspruch auf Provision für den Handelsvertreter trotz seiner erbrachter Leistung.

Provision: So müssen Sie diese versteuern

Grundsätzlich stellt die Provision einen steuerpflichtigen Arbeitslohn dar, sie muss also voll versteuert werden, so wie jede andere Art von Gehalt oder Einkommen auch. Einmalige Provisionszahlungen, die keinen bestimmten Bezug zu einem Lohnzahlungszeitraum haben, sind dabei als sonstige Bezüge anzugeben, regelmäßige Provisionen sind als steuerpflichtige Einnahmen in Bilanz oder beziehungsweise Einnahmeüberschussrechnung (EÜR) zu erfassen.

Wird die Provision als Arbeitgeber im Rahmen einer Anstellung bezahlt, so ist dieser verpflichtet, Sozialabgaben und Lohnsteuer entsprechend abzuführen.

Für Provisionen gilt zudem grundsätzlich die Umsatzsteuerpflicht. Das Umsatzsteuergesetz (UStG) sieht jedoch gemäß § 4 Absatz 8 einige Ausnahmen vor, die in diesem Zusammenhang steuerfrei sind:

  • Bankgeschäfte und Kreditvermittlung
  • Versicherungsleistungen und Bausparverträge
  • Leistungen von Versicherungsmaklern und -vertretern

Sonderfall: Provision bei Kurzarbeit

Gerade in unsicheren Zeiten wie der Corona-Krise wird vielerorts Kurzarbeit angemeldet. Daher beschäftigt diese Frage auch viele angestellte Mitarbeiter im Vertrieb, die auf Provisionen angewiesen sind, da diese einen Gehaltsbestandteil darstellen. Schließlich müssen die Mitarbeiter weiterhin für ihre Kunden da sein – und sei es nur per Rufbereitschaft am Telefon oder für Anfragen per E-Mail.

Jedoch sind sich viele unsicher, wie das Kurzarbeitergeld im Falle von Provisionen, die nun einmal sehr schwankend sind, berechnet wird.

Sofern es sich nicht anders ermitteln lässt, kann man das Kurzarbeitergeld im Falle von Provisionszahlungen nach § 106 im dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) berechnen. Diese sogenannte Nettoentgeltdifferenz bemisst den durchschnittlichen Lohn der letzten drei Monate. Auf dieser Basis lässt sich auch im Falle von Provisionen ein Mittelwert ermitteln, der wiederum die Grundlage für das Kurzarbeitergeld darstellt.

Wer jedoch als Handelsvertreter nach § 87 HGB tätig ist, hat als Selbstständiger logischerweise keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld – er muss also anderweitige Unterstützungen beantragen oder Wege finden, seinen Beruf entsprechend ausüben zu können. Hier ist zunächst ein Gespräch mit dem Unternehmer unerlässlich.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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7. Mai 2020 Tilman Schulze Redakteur Autor: Tilman Schulze

Tilman Schulze, Jahrgang 1973, arbeitet zudem freiberuflich als Kommunikationstrainer, Coach und Mediator in Freiburg und Umgebung. Als Autor einiger Bücher ist er es gewohnt, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und mit der Sprache zu spielen.


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