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Nebenberuflich selbstständig: Gründen ohne Risiko?

Um sich selbstständig zu machen, müssen Sie nicht kündigen. Auch neben dem Beruf können Sie Ihr eigenes Unternehmen gründen. Verlieren können Sie dabei wenig, gewinnen umso mehr: mehr Unabhängigkeit, mehr Geld und mehr Zeit für Ihre eigenen Ideen. Und Sie können sogar Ihrer Karriere neuen Schub verleihen…

Nebenberuflich selbstständig: Gründen ohne Risiko?

Nebenberuflich gründen ist ein Trend

Schon seit Jahren gründen mehr Menschen in Teilzeit als in Vollzeit. Laut dem aktuellen KfW-Gründungsmonitor standen im Jahr 2018 den 255.000 Vollzeitgründern sage und schreibe 292.000 Teilzeitgründer gegenüber. Wurden diese Leute anfangs noch belächelt, hat sich inzwischen auch in der deutschen Gründungsförderung die Erkenntnis durchgesetzt, dass sie eine ernstzunehmende Rolle in der hiesigen Gründerszene spielen. Viele Förderprogramme wurden umgeschrieben, sodass sie auch von nebenberuflichen Gründern in Anspruch genommen werden können.

Einer von ihnen ist Felix Plötz. Der gelernte Wirtschaftsingenieur hat schon mehrfach neben dem Beruf gegründet und seine Erfahrungen zu einem Buch verarbeitet, das zum Bestseller wurde: „Das 4-Stunden-Startup. Wie Sie Ihre Träume verwirklichen, ohne zu kündigen“ (Düsseldorf, 2016). In einem Interview für die Gründerplattform erzählt er fasziniert davon – mit großer Begeisterung und Strahlkraft.

Felix Plötz ist davon überzeugt, dass heutzutage jeder ein Unternehmen gründen kann – auch ohne Spross einer Unternehmerfamilie zu sein, ohne BWL-Studium und vor allem: ohne dafür zu kündigen. Diese Botschaft bringt er heute als gefragter Keynote-Speaker unter die Leute. Sein Ziel ist es, noch mehr Menschen zu ermuntern, ihre Ideen umzusetzen und ihr eigenes Ding zu machen. Denn leider verstauben immer noch zu viele gute Geschäftsideen in den Schubläden, weil es an Mut fehlt, sie umzusetzen.

Woran das liegt?

Felix Plötz sieht die Ursache in einem veralteten Bild von Unternehmertum: „Viele meinen, sie könnten nur eines haben: entweder die Sicherheit des Angestelltendaseins oder die Freiheit als Unternehmer. Doch das ist falsch.“

Diesem Schwarzweiß-Denken hat Felix Plötz den Kampf angesagt – und schlägt damit in genau dieselbe Kerbe wie wir von der Gründerplattform. Auch wir wollen aufräumen mit der Vorstellung, dass man als Unternehmer von morgens bis abends für seine Firma ackern muss, um Erfolg zu haben. Auch wir wollen wieder Leichtigkeit ins Spiel bringen und mehr Menschen zum Gründen ermutigen. Deshalb freut es uns ungemein, dass Felix Plötz mit seinem Buch und seinen Vorträgen so viel Erfolg hat – und mit seinem Beispiel hoffentlich vielen anderen (Teilzeit-)Gründern zum Vorbild wird.

Die Vorteile einer nebenberuflichen Gründung

Wenn wir uns die Vorteile nebenberuflicher Gründungen anschauen, wundert es nicht, dass sie die klassischen Vollzeitgründungen auf der Beliebtheitsskala hinter sich gelassen haben.

Ihr größter Pluspunkt ist die Sicherheit: Solange Sie Ihr festes Einkommen beziehen, können Sie ohne Druck ausprobieren, ob sich Ihr Vorhaben überhaupt lohnt. Sie können sich mehr Zeit lassen und sich sogar den einen oder anderen Fehltritt erlauben – Ihre Existenz hängt ja nicht davon ab. Und wenn Sie sehen, dass Ihre Annahmen richtig waren und Ihr Konzept aufgeht, können Sie ja immer noch ihren festen Job an den Nagel hängen.

Zugleich brauchen Sie weniger Kapital, um Ihr Unternehmen zu starten. Da Ihre Lebenshaltungskosten gedeckt sind, müssen diese in der Anlaufphase, in der die Umsätze erfahrungsgemäß nur langsam steigen, nicht finanziert werden. Unter Umständen können Sie sogar einen Teil Ihres Gehalts abzweigen und in Ihre Firma stecken, um Ihre Liquidität zu wahren.

Aber das ist noch nicht alles. Nebenberuflich zu gründen hat noch weitere Vorteile:

  • Sie können auch kleine und abseitige Ideen verwirklichen, schließlich müssen Sie daraus kein volles Einkommen generieren.
  • Sie können selbstbestimmt arbeiten und müssen keine Kompromisse eingehen.
  • Sie lernen dazu und entwickeln sich persönlich weiter – das kommt Ihnen auch im Hauptberuf zugute und kann Ihre Karriere befeuern.
  • Mit einem zweiten Standbein sind Sie unabhängiger.
  • Sie erweitern Ihren finanziellen Spielraum.

Die Nachteile einer nebenberuflichen Gründung

Wir wollen nicht unterschlagen, dass eine Nebenerwerbsgründung auch Nachteile haben kann. Die größte Gefahr besteht darin, dass Sie sich überlasten. Dem sollten Sie vorbeugen, denn sonst brennen Sie aus und werden irgendwann niemandem mehr gerecht: Ihrem Startup nicht, Ihrem Arbeitgeber nicht und Ihnen selbst und Ihrer Familie auch nicht.

Es gibt Geschäftsideen, die sich einfach nicht „nebenbei“ realisieren lassen, weil sie von Anfang an hundertprozentigen Einsatz verlangen. Daran sollten Sie sich nicht die Zähne ausbeißen. Suchen Sie stattdessen nach etwas, das sich auch langsam und mit wenig Zeitaufwand anschieben lässt. Häufig trifft das auf digitale Geschäftsmodelle zu.

Wollen Sie nebenberufliche Gründer kennenlernen, die von ihren Erfahrungen berichten?

Diese Unternehmer haben nebenberuflich gestartet und erzählen in den Videos von ihrer Geschäftsidee und davon, wie sie sie umgesetzt haben:

  • Timm Wienberg gründet immer wieder Unternehmen in Teilzeit:


  • Kerstin Heuer gründete aus einem Unternehmen heraus – sie nahm ihr Projekt mit und arbeitete weiter in Teilzeit, bis sie von den Einnahmen aus der Selbstständigkeit leben konnte.


  • Ulrich Schneidt arbeitete noch über 2 Jahre im alten Job – bis seine Geschäftsidee wirklich passte und sein neues Unternehmen auf sicheren Füßen stand.


Was sagt der Arbeitgeber dazu?

Was sagt der Arbeitgeber dazu?Vielleicht fragen Sie sich, ob Sie sich überhaupt nach Feierabend der eigenen Firma widmen dürfen. Die Antwort ist in den meisten Fällen: Ja. Solange Sie sich an die Regeln halten, kann Ihr Arbeitgeber Ihnen die nebenberufliche Selbstständigkeit nicht verbieten. Er kann lediglich darauf bestehen, dass seine berechtigten Interessen dadurch nicht verletzt werden.

Das bedeutet im Klartext:

  • Sie dürfen Ihrem Arbeitgeber keine direkte Konkurrenz machen (und schon gar nicht seine Kunden abwerben).
  • Sie müssen garantieren, dass Ihre Leistungsfähigkeit nicht unter Ihrer nebenberuflichen Tätigkeit leidet.
  • Am Wochenende rund um die Uhr für die eigene Firma im Einsatz und dann am Montagvormittag in der Besprechung wegdämmern – das geht nicht. Sie müssen dafür sorgen, dass Ihnen genug Zeit für Erholung bleibt.

Achtung! Wenn Sie Beamter sind, gelten für Sie Sonderregeln: Beamte dürfen sich grundsätzlich nicht ohne die Erlaubnis ihres Dienstherrn selbstständig machen.

Alle anderen müssen den Chef zwar nicht um Erlaubnis für ihre Gründung bitten, in Kenntnis setzen sollten sie ihn hingegen schon. Keine Angst: Wenn Sie dabei geschickt argumentieren, können Sie ihn bestimmt auf Ihre Seite ziehen.

Diese Erfahrung hat auch Felix Plötz gemacht: „Als mein Chef von meinen Plänen erfuhr, war er ziemlich baff, hatte aber keine Einwände. Danach genügte eine kurze Mail an die Personalabteilung und kurz darauf hatte ich die Einverständniserklärung im Briefkasten.“

Er rät allen, die es ihm gleichtun wollen: Machen Sie im Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber Ihre Motivation deutlich und erläutern Sie, warum Sie gerne gründen würden. Stellen Sie die Vorteile heraus, die sich daraus für das Unternehmen ergeben, für das Sie arbeiten: Ihre Arbeitszufriedenheit wächst und Sie eignen sich Kompetenzen an, die Ihnen im Berufsalltag helfen können.

Eine nebenberufliche Gründung vorbereiten

Auch wenn Sie nur im Nebenberuf gründen, auf eine solide Vorbereitung sollten Sie nicht verzichten.

Dazu gehört, dass Sie sich im Vorfeld intensiv Gedanken über Ihre Geschäftsidee machen und ein überzeugendes Geschäftsmodell daraus entwickeln. Testen Sie früh, ob Ihr Konzept funktioniert, und behalten Sie dabei immer das Nutzenversprechen im Blick, das Sie Ihren Kunden geben.

Je besser Ihr Geschäftsmodell, umso leichter können Sie Umsatz machen. Wir von der Gründerplattform helfen Ihnen gerne, an Ihrem Geschäftsmodell zu arbeiten: mit Tools, Tutoringvideos und jeder Menge Vorbildern.

Auch das Schreiben eines Businessplans möchte ich Ihnen ans Herz legen. Ich weiß, dass viele Gründer davor zurückschrecken. Aber es gibt nun mal keinen besseren Weg, die eigene Geschäftsidee zu durchdenken und sich über die besten Strategien klar zu werden. In Ihrem Businessplan geht es nicht nur um Ihr Unternehmen, sondern auch um das Umfeld, in dem es sich behaupten muss. Sie ermitteln Ihren Kapitalbedarf und geben an, woher das Geld kommen soll, das Sie für Ihre Gründung brauchen.

Zugegeben, das ist viel Arbeit, aber es ist machbar. Und es kann sogar richtig Spaß machen! Auf der Gründerplattform finden Sie viele Tipps und digitale Werkzeuge, die Ihnen dabei helfen. Zum Beispiel unser Businessplan-Tool, das Sie schnell und sicher durch die einzelnen Kapitel führt.

Formalitäten: So melden Sie Ihr Unternehmen an

Bevor Sie Ihre Pläne in die Tat umsetzen, müssen Sie noch einige Formalitäten erledigen. Klären Sie zunächst ab, ob Sie für Ihr Unternehmen irgendwelche Konzessionen oder Qualifikationen benötigen, und tragen Sie alle Unterlagen zusammen.

Anschließend melden Sie Ihre nebenberufliche Existenzgründung – wie jeder normale Gründer auch – bei den Behörden an. Das ist kein großer Akt. Handelt es sich bei Ihrem Vorhaben um ein Gewerbe, gehen Sie dafür zum Gewerbeamt und beantragen dort einen Gewerbeschein. Wollen Sie einer freiberuflichen Tätigkeit nachgehen, genügt es, dies formlos beim Finanzamt anzumelden.

Ob freiberuflich oder gewerbetreibend: Nach Ihrer Anmeldung werden Sie gebeten, einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung für das Finanzamt auszufüllen. Darin geben Sie an, was Sie vorhaben, mit welchen Gewinnen Sie rechnen und welche Rechtsform Ihr Unternehmen hat.

Für das Finanzamt spielt es keine große Rolle, ob Sie haupt- oder nebenberuflich selbstständig sind. Sie müssen Ihre Gewinne vom ersten Euro an angeben. Zu den Steuern, die Sie als Selbstständiger zahlen müssen, zählt neben der Einkommensteuer die Umsatzsteuer und, bei Gewerbetreibenden ab einem Jahresgewinn von mehr als 24.500 Euro, die Gewerbesteuer.

Was Sie zum Thema Sozialversicherung wissen müssen

Ein weiterer Vorteil, den Sie gegenüber Vollzeitgründern genießen, ist, dass Sie über Ihre Festanstellung kranken- und rentenversichert sind. Trotzdem ist dieses Thema für Sie noch nicht abgehakt.

Das Einkommen, das Sie aus Ihrer Selbstständigkeit beziehen, wird nämlich unter Umständen auf Ihr Gehalt angerechnet (bis zur Beitragsbemessungsgrenze, die Stand 2019 bei 4537,50 Euro im Monat liegt), sodass sich Ihre Krankenkassenbeiträge erhöhen können. Um schmerzhafte Nachzahlungen zu vermeiden, sollten Sie unbedingt daran denken, Ihre Krankenkasse zu informieren und über Ihre Einkommensentwicklung auf dem Laufenden zu halten.

Dabei empfehle wir, Ihren Zusatzverdienst eher vorsichtig zu schätzen: Es ist schwierig, zu viel eingezahlte Beiträge nachträglich von den Kassen zurückzuverlangen, wenn sich die Einnahmen doch nicht so rosig entwickeln haben, wie erwartet.

Bei der Rentenversicherung ändert sich durch Ihr zusätzliches Einkommen nichts, die Beiträge bleiben gleich. Allerdings gilt das auch für Ihre späteren Rentenbezüge.

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Fazit: So wird Ihre nebenberufliche Gründung ein Erfolg

Sie wissen jetzt, worin die Vorteile einer nebenberuflichen Gründung bestehen und wie Sie diesen Schritt am besten vorbereiten. Zum Schluss möchten wir Ihnen noch ein paar praktische Tipps mit auf den Weg geben, damit Sie mit Freude an Ihre Feierabend-Selbstständigkeit herangehen können, ohne sich zu überfordern:

  • Prüfen Sie, ob sich Ihre Geschäftsidee nebenberuflich umsetzen lässt und ob Sie zu Ihren Fähigkeiten und Vorlieben passt. Nur, wenn Sie wirklich von Ihrer Idee begeistert sind, werden Sie auf Dauer die Kraft und den Elan aufbringen, sie nach Feierabend umzusetzen.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber über die Möglichkeit, Ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Das schützt Sie vor Überlastung. Im Idealfall können Sie Ihre Stundenzahl immer weiter zurückschrauben, je besser Ihre eigenen Geschäfte laufen.
  • Planen Sie Ihre nebenberufliche Gründung möglichst schlank. Wenn Sie bei den Fixkosten sparen (etwa für die Miete), halten Sie ihr finanzielles Risiko klein.
  • Setzen Sie so weit es geht auf Ihre Ersparnisse und vermeiden Sie teure Kredite. Auch das trägt dazu bei, den Erfolgsdruck zu minimieren.

Natürlich können Sie auch mit einer nebenberuflichen Gründung baden gehen. Aber selbst in diesem Worst-Case-Szenario stünden Sie nicht vor dem Nichts, sondern hätten noch gewonnen: nämlich Erfahrung und Wissen – und das beruhigende Gefühl, es wenigstens versucht zu haben.

Das Risiko einer nebenberuflichen Gründung ist also gering, die Chancen sind dafür umso größer. Und es ist allemal besser, eine Idee in kleinen Schritten umzusetzen, als gar nicht. Also, worauf warten Sie noch? Verwirklichen Sie endlich Ihren Traum!


Über den Autor

Jan Evers hat sich mit Leib und Seele moderner Gründungsförderung verschrieben. Er ist Geschäftsführer des Startups BusinessPilot, das gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und der KfW die Gründerplattform aufgesetzt hat, um Gründen in Deutschland einfacher und digitaler zu machen. Die Gründerplattform wird öffentlich gefördert und ist daher für alle kostenfrei.

[Bildnachweis: Branislav Nenin by Shutterstock.com]
19. November 2019 Autor: Anzeige

Dies ist ein werblicher und bezahlter Artikel. Für die Richtigkeit der darin gemachten Angaben sowie der enthaltenen Links haftet allein das werbetreibende Unternehmen. Alle Angaben wurden von der Redaktion nicht noch einmal geprüft.


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