Gehaltsbestandteile: Was gehört alles dazu

Und wie viel verdienst du in deinem Beruf?Das kommt darauf an… Ein merkwürdiger Dialog, der jedoch gar nicht so weit von der Realität entfernt ist. In immer mehr Arbeitsverträgen wird nicht mehr nur einfach ein eindeutiges Festgehalt vereinbart, das zu einem bestimmten Zeitpunkt an den Mitarbeiter überwiesen wird. Vor allem variable Gehaltsbestandteile liegen im Trend und können einen deutlichen Unterschied zwischen dem klassischen Gehalt und der tatsächlichen Entlohnung eines Arbeitnehmers machen. Für Sie als Mitarbeiter ergeben sich so auch ganz neue Möglichkeiten in Gehaltsverhandlungen. Statt einfach nur mehr Geld zu verlangen, können Sie sich auch andere Gehaltsbestandteile wünschen. Welche unterschiedlichen Gehaltsbestandteile es gibt und wie Sie von diesen profitieren können…

Gehaltsbestandteile: Was gehört alles dazu

Gehaltsbestandteile: Mehr als nur Festgehalt

Im Arbeitsvertrag findet sich immer der für Arbeitnehmer besonders wichtige Absatz über die Bezahlung. Dort heißt es dann Der Arbeitnehmer erhält ein monatliches Gehalt in Höhe von X.XXX Euro – wobei die Höhe für viele eine der wichtigsten Angaben im gesamten Dokument ist.

Schließlich müssen Kosten gedeckt, die Lebenshaltung gesichert und weitere Ausgaben finanziert werden. Und am Ende sollte im besten Fall wenigstens noch ein bisschen was übrig bleiben, um zu sparen und sich zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht eine größere Anschaffung leisten zu können. Aber reicht es dabei wirklich, einfach nur auf die normale Gehaltsangabe zu achten?

Nicht unbedingt! In vielen Fällen ist das Festgehalt nicht alles, da es um weitere Gehaltsbestandteile ergänzt und so teilweise deutlich erhöht werden kann. Lange waren solch variable Gehaltsbestandteile vor allem Führungskräften und dem Management vorbehalten, doch inzwischen kommt diese Möglichkeit immer mehr Mitarbeitern zugute.

Für Sie bedeutet das: Schauen Sie genau in den Vertrag und lassen Sie sich nicht nur von der Höhe des Festgehalts täuschen. Vielleicht springt am Ende deutlich mehr für Sie raus, als Sie auf den ersten Blick gesehen haben. Gleichzeitig haben Sie die Möglichkeit, bei einer späteren Gehaltsverhandlung eine andere Strategie zu fahren.

Wenn Ihr Vorgesetzter nur zähneknirschend auf Ihren Wunsch nach einer besseren Bezahlung reagiert, können Sie auf Extras und variable Gehaltsbestandteile verweisen.

Warum sind flexible Gehaltsbestandteile so beliebt?

Gehaltsbestandteile variable flexible Prämie Bonus Gehalt Rechner BeispieleMitarbeiter stehen variablen Gehaltsbestandteilen noch recht unentschlossen gegenüber. Das mag zum einen daran liegen, dass es für viele eine recht neue Entwicklung in der Bezahlung für eine Arbeitsleistung ist. Fest steht aber auch, dass ein grundsätzlich höheres Festgehalt mehr Sicherheit und eine Garantie verspricht, die flexible Gehaltsbestandteile nicht immer liefern können.

Wird ein monatliches Gehalt von 3.000 Euro vereinbart, ist dieses auch auszuzahlen. Andere Gehaltsbestandteile sind hingegen oftmals an Bedingungen oder Voraussetzungen wie die Leistung des Mitarbeiters geknüpft. Soll heißen: Läuft alles gut und die Ergebnisse stimmen, gibt es mehr Geld. In einer Flaute kann das Grundgehalt dann aber auch deutlich geringer ausfallen.

Genau in dieser Flexibilität sehen Arbeitgeber die großen Vorteile variabler Gehaltsbestandteile, weshalb diese zunehmend in Arbeitsverträge aufgenommen werden. Wird eine zusätzliche Bezahlung beispielsweise an die Leistung einer Abteilung gebunden, kann sichergestellt werden, dass die höheren Personalkosten nur dann anfallen, wenn auch das Ergebnis stimmt.

Gleichzeitig soll auch die Motivation von Mitarbeitern gesteigert werden, wenn diese durch gute Leistungen selbst die Höhe der eigenen Bezahlung beeinflussen können.

Das sind die häufigsten Gehaltsbestandteile

Ihrem Arbeitgeber stehen bei der Gestaltung Ihres Gehalts eine ganze Reihe an Möglichkeiten zur Verfügung. Es gibt viele unterschiedliche Gehaltsbestandteile, die sich unterschiedlich auswirken und von denen Sie in verschiedenen Weisen profitieren können.

Allerdings finden sich in der Regel nicht gleich alle möglichen Gehaltsbestandteile in einem Arbeitsvertrag. Die folgende Liste soll Ihnen daher eher einen Überblick geben, welche Varianten es bei Gehaltsbestandteilen geben kann – und Ihnen zeigen, was Sie in der nächsten Gehaltsverhandlung vielleicht alles herausschlagen können:

  • Prämienzahlungen

    Eine Prämie bekommen Sie dann ausgezahlt, wenn Ihre Leistung stimmt, der Chef mit den von Ihnen gelieferten Ergebnissen zufrieden ist oder Sie die Vorlagen, die in einer Zielvereinbarung getroffen wurden, erfüllt haben. So kann beispielsweise vereinbart werden, dass ein bestimmtes Wachstum, eine konkrete Anzahl neu angeworbener Kunden oder verkaufter Produkte und Dienstleistungen erfüllt werden müssen, um die Prämienzahlung zu erhalten.

    Kein anderer Gehaltsbestandteil ist so variabel und gibt Ihnen so viel Einfluss auf die letztliche Höhe des eigenen Gehalts. Das kann motivieren, sorgt aber auch für eine Menge Druck, um die Zielvorgaben zu erreichen. Auf der anderen Seite kann durch Prämien eine sehr hohe Bezahlung erreicht werden.


  • Bonuszahlungen

    Prämien und Boni werden oftmals synonym verwendet. Die Gemeinsamkeit besteht vor allem darin, dass es sich bei beiden Gehaltsbestandteilen um zusätzliche Bezahlungen neben dem Festgehalt handelt. Anders als eine Prämie ist eine Bonuszahlung aber in der Regel nicht an die eigenen Leistungen, sondern eher an das Ergebnis der Abteilung oder des gesamten Unternehmens gekoppelt.

    So kommen nicht nur Sie, sondern auch Ihre Kollegen in den Genus einer Bonuszahlung, wenn der Arbeitgeber beispielsweise das Jahresziel erreicht hat oder einen deutlichen Gewinn erwirtschaften konnte. Durch einen Bonus wird das gute Ergebnis des Unternehmens an die Mitarbeiter weitergegeben.


  • Zusatzleistungen

    Neben dem klassischen Gehalt können im Arbeitsvertrag auch weitere Zusatzleistungen als Gehaltsbestandteile vereinbart werden. Bei Arbeitnehmern sehr beliebt sind dabei beispielsweise Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Mit solchen Zusatzleistungen kann das Jahresgehalt noch einmal spürbar steigen, wenn etwa ein volles 13. Gehalt zum Ende des Jahres gezahlt wird.

    Eine mögliche Zusatzleistung ist beispielsweise auch ein Firmenwagen, der auch privat genutzt werden kann. Zu beachten ist dabei die Versteuerung. Denkbar ist auch, Überstunden bereits ab der ersten zu bezahlen und die zusätzliche Leistung eines Mitarbeiters finanziell auszugleichen.


  • Kostenübernahme

    Nicht nur mehr Bezahlung, sondern auch eine Verringerung der Kosten des Mitarbeiters kann ein Gehaltsbestandteil sein. Gerade Arbeitnehmer mit Kindern können etwa davon profitieren, dass vom Unternehmen die Kosten für die Betreuung übernommen werden. Familienfreundliche Unternehmen können beispielsweise die Kosten für einen Kindergarten oder die Kindertagesstätte tragen und dadurch Mitarbeiter finanziell entlasten. Für Angestellte im Home Office können beispielsweise auch Rechnungen für Internet oder Telefon übernommen werden.


  • Mitarbeiterrabatte

    Als Mitarbeiter kommen Sie häufig in den Genuss, Produkte und Dienstleistungen Ihres Arbeitgebers zu besonders günstigen Konditionen oder sogar kostenlos zu bekommen. Diese sind für Sie bis zu einer Grenze von 1.080 Euro pro Jahr sogar absolut steuerfrei.

    Einmal angenommen, dass Ihr Unternehmen 50 Prozent Rabatt auf die hauseigenen Produkte gibt, könnten Sie somit jährlich vergünstigte Waren im Wert von knapp über 2.000 Euro zum halben Preis bekommen.


  • Gesundheitsförderung

    Bis zu 500 Euro im Jahr kann Ihr Arbeitgeber steuerfrei in Ihre Gesundheitsförderung investieren. Dies kann beispielsweise für Kurse und Mitgliedschaften in Fitnessstudios genutzt werden, wenn diese den Richtlinien der Krankenkasse entsprechen. Aber auch eine Rückenschule ist beispielsweise möglich, um die unter vielen Arbeitnehmern verbreiteten Rückenschmerzen zu bekämpfen.


  • Betriebliche Altersvorsorge

    Jeder muss sich über die Zukunft Gedanken machen und dabei spielt immer die Frage eine Rolle, wie für das Alter vorgesorgt werden soll – und von welchem Geld später einmal gelebt werden kann. Einige Arbeitgeber bieten deshalb eine betriebliche Altersvorsorge als Gehaltsbestandteil an. Statt das Geld auf das aktuelle Gehalt aufzuschlagen, wird dieses in die Altersvorsorge des Mitarbeiters investiert.


  • Sachbezüge

    Es gibt eine ganze Reihe an nicht monetären Gehaltsbestandteilen, die für Mitarbeiter sehr interessant sein können. Das können technische Geräte wie Laptops oder Smartphones sein, die dem Angestellten neben dem Gehalt zur privaten Nutzung überlassen werden.

    Innerhalb bestimmter Grenzen kann ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern sogar steuerfrei Sachgeschenke und Aufmerksamkeiten zukommen lassen.

[Bildnachweis: LDprod by Shutterstock.com]
15. März 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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