Das Wichtigste in Kürze
- Definition: Gehaltsbestandteile sind verschiedene Leistungen des Arbeitgebers – monetäre oder nicht-monetäre –, die zusätzlich zum vereinbarten Grundgehalt als Gesamtvergütung gezahlt werden.
- Bestandteile: Typische Gehaltsbestandteile sind variable Gehaltsteile (Boni, Prämien) sowie Zuschläge für Nacht-, Sonn- oder Feiertagsarbeit oder Sachleistungen wie Dienstwagen, Firmenhandy oder Essensgutscheine.
- Sozialleistungen: Arbeitgeber können überdies Zuschüsse zur Altersvorsorge oder zu Versicherungen und Gesundheitsvorsorge leisten.
- Steuer: Während Bonuszahlungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld versteuert werden müssen, sind Sachleistungen bis zu einer definierten Bezugsgrenze steuerfrei oder steuerbegünstigt.
Geregelt und vereinbart werden die Gehaltsbestandteile im Arbeitsvertrag. Laut Statistik erhalten rund 63 % der Arbeitnehmer in Deutschland Sonderzahlungen.
Übersicht: Was sind die häufigsten Gehaltsbestandteile?
Gehaltsbestandteile lassen sich in fixe und variable Vergütungsanteile sowie in Sachbezüge unterteilen. Fixe Gehaltsbestandteile sind regelmäßig wiederkehrende und unveränderliche Zahlungen, während variable Anteile in der Regel an Leistungen und Ziele geknüpft sind.
Arten von Gehaltsbestandteilen
Bestandteil |
Besonderheiten |
| Grundgehalt (Fixgehalt) | Konstante monatliche Zahlung, unabhängig von den Arbeitsstunden bei Angestellten und Beamten. Das monatliche Durchschnittsgehalt liegt in Deutschland bei 4.784 Euro brutto. |
| Variable Vergütung | Voll steuerpflichtig: • Bonuszahlungen • Prämien • Provisionen • Tantiemen • Share Incentives (z.B. Aktienoptionen) |
| Sonderzahlungen, Zuschläge | Teilweise steuerfrei nach §3b EStG: • Urlaubsgeld • Weihnachtsgeld (13. Gehalt) • Überstundenvergütung • Nachtarbeit • Feiertagsarbeit |
| Sachbezüge | Nicht-monetäre Vorteile, bei privater Nutzung als geldwerter Vorteil zu versteuern, bis 50 € pro Monat steuerfrei: • Dienstwagen • Dienstfahrrad • Firmenhandy • Jobticket (Deutschlandticket) • Essenszuschüsse • Sachleistungen (z.B. Laptop, Internet, Homeoffice) • Mitarbeiterrabatte (Corporate Benefits) |
| Betriebliche Altersvorsorge | Zusätzlicher Rentenaufbau über Arbeitgeber |
| Betriebliche Krankenversicherung (bKV) | Zusatzversicherung (20-100 € pro Monat), oft steuerfrei bei Zusatzleistung |
| Kinderbetreuungszuschuss | Kita- oder Betreuungskosten, komplett steuerfrei |
| Gesundheitsförderung | Kurse, Prävention, bis 600 € pro Jahr steuerfrei |
| Geschenke | z.B. zu Geburtstag, Hochzeit, bis 60 € pro Anlass steuerfrei |
| Umzugskosten | Bei beruflich bedingtem Umzug, meist steuerfrei |
| Verpflegungsmehraufwand | Bei Dienstreisen, Pauschalen von 14-28 € pro Tag steuerfrei |
Eine weitere Form, Mitarbeiter zusätzlich zu motivieren und zu belohnen, ist die Erfolgsbeteiligung. Typische Formen sind die:
Gesetzliche Grundlagen der Gehaltsbestandteile
Eine wesentliche Grundlage für das Gehalt und dessen Bestandteile bildet § 611a BGB (Bürgerliches Gesetzbuch): Danach entsteht durch einen gültigen Arbeitsvertrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein gegenseitiges Schuldverhältnis und der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Arbeitsleistung entsprechend der Vereinbarung zu vergüten. Besteht zudem ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung, können sich daraus weitere Zahlungspflichten oder regelmäßige Gehaltserhöhungen ergeben.
Überdies schützt das Arbeitsrecht Arbeitnehmer vor ungerechter Behandlung beim Gehalt: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) untersagt eine Benachteiligungen etwa wegen Herkunft, Alter, Geschlecht oder sexueller Identität. Diese Vorgaben gelten ausdrücklich auch für Gehaltsbestandteile (§ 7 AGG).
Wie werden Gehaltsbestandteile auf der Gehaltsabrechnung dargestellt?
Gehaltsbestandteile werden auf der Gehaltsabrechnung in der Regel übersichtlich und nachvollziehbar als einzelne Positionen dargestellt. Dabei wird zunächst das sogenannte Bruttojahresgehalt ausgewiesen. Dazu können Zuschläge für Überstunden, Schicht- oder Nachtarbeit, Provisionen, Boni, Leistungsprämien sowie geldwerte Vorteile wie ein Dienstwagen separat aufgeführt werden.
Im nächsten Schritt werden vom Bruttogehalt die gesetzlichen Abzüge abgezogen – also Lohnsteuer sowie gegebenenfalls Kirchensteuer und Sozialversicherungsbeiträge (Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung), die ebenfalls einzeln im Gehaltszettel aufgeschlüsselt werden. Falls weitere Abzüge oder Korrekturen anfallen – etwa vermögenswirksame Leistungen, Entgeltumwandlungen oder Sachbezüge – werden auch diese gesondert ausgewiesen. Am Ende der Gehaltsabrechnung steht das Nettogehalt, also der Betrag, der tatsächlich auf das Konto des Arbeitnehmers überwiesen wird.
Welche Vorteile haben die Gehaltsbestandteile?
Gehaltsbestandteile bieten sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber eine Reihe von Vorteilen, weil sie die Vergütung flexibler und oft leistungsorientierter gestalten. Für Arbeitnehmer liegt der größte Vorteil in der zusätzlichen Flexibilität und der Möglichkeit, Teile des Gehalts individuell zu beeinflussen und so die Gesamtvergütung – teils steuerfrei – zu erhöhen. Das sorgt nicht nur für mehr finanziellen Spielraum, sondern auch für eine stärkere Motivation. Arbeitgeber ermöglichen differenzierte Gehaltsbestandteile wiederum eine leistungsbezogene Vergütung, mit der sich Mitarbeitende gezielt steuern und motivieren lassen. Gleichzeitig kann das Unternehmen die Personalkosten flexibler gestalten, da variable Bestandteile stärker an die wirtschaftliche Entwicklung gekoppelt sind. Darüber hinaus helfen Benefits dabei, Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden, ohne ausschließlich über ein höheres Fixgehalt konkurrieren zu müssen.
Wie kann ich Gehaltsbestandteile verhandeln?
Gehaltsbestandteile zu verhandeln, ist primär eine Frage der richtigen Vorbereitung, des passenden Zeitpunkts und einer selbstbewussten Argumentation. Wichtig ist, dass Sie nicht nur über Ihr Grundgehalt sprechen, sondern das gesamte Vergütungspaket im Blick haben. Ein guter Ausgangspunkt für die Gehalstsverhandlung ist eine realistische Einschätzung des eigenen Marktwerts. Entscheidend ist, den Fokus hierbei auf Leistungssteigerungen, Erfolge oder relevante Zusatzqualifikationen zu legen – nicht auf persönliche Bedürfnisse.
Im Gehaltsgespräch selbst kommt es darauf an, flexibel zu bleiben: Wenn das Unternehmen beim Fixgehalt wenig Spielraum hat, sollten Sie alternative Gehaltsbestandteile ansprechen, wie höhere variable Anteile, zusätzliche Urlaubstage, Homeoffice-Regelungen oder Sachleistungen. Wichtig ist außerdem der richtige Zeitpunkt: Über das Gehalt lässt sich besonders gut im Jahresgespräch oder nach erfolgreich abgeschlossenen Projekten oder bei einem Jobwechsel verhandeln. Wer seine Argumente sachlich und ergebnisorientiert vorträgt und gleichzeitig offen für Kompromisse bleibt, erhöht die Chancen deutlich, ein stimmiges Gesamtpaket zu erzielen, das über das reine Grundgehalt hinausgeht.
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