Honorarbasis: Definition, Regeln + was gilt zu Steuern?

Die Arbeit auf Honorarbasis ist eine selbstständige Tätigkeit für unterschiedliche Auftraggeber, bei der Sie für Ihre Leistungen ein ausgehandeltes Honorar erhalten. Dabei gibt es zahlreiche Unterschiede zur Festanstellung sowie viele Vor-, aber auch Nachteile. Wir erklären alle Besonderheiten der Honorarbasis und zeigen, was Sie wissen müssen…

Honorarbasis Definition Bedeutung Steuern Steuerfrei Gehalt Jobs Freibetrag Krankenversicherung Rentenversicherung

Alles auf einen Blick

  • Definition: Honorarbasis beschreibt eine selbstständige Tätigkeit, bei der Sie für eine erbrachte Dienstleistung ein vorher vereinbartes Honorar als Gehalt bekommen.
  • Status: Als Honorarkraft sind Sie kein Arbeitnehmer, sondern Selbstständiger. Sie arbeiten als freier Auftragnehmer ohne feste Eingliederung in den Betrieb und sind nicht weisungsgebunden.
  • Honorar: Sie können pauschal eine feste Bezahlung für die Arbeit vereinbaren oder für Ihre Arbeitszeit nach Stunden (oder nach Tagessätzen) bezahlt werden.
  • Steuern: Arbeiten Sie auf Honorarbasis, ist der Verdienst grundsätzlich einkommensteuerpflichtig. Sie erhalten ein Bruttohonorar und müssen dieses selbst versteuern. Es gibt jedoch Freibeträge (z.B. Übungsleiterpauschale).
  • Risiko: Bei einer Tätigkeit droht Scheinselbstständigkeit, wenn es sich faktisch um ein Angestelltenverhältnis handelt.
  • Sozialversicherung: Sie müssen nicht nur Steuern abführen, sondern sich auch um Kranken-, Renten-, Pflege- und möglicherweise eine freiwillige Arbeitslosenversicherung kümmern.

Bis zu 600.000 Selbstständige in Deutschland arbeiten hauptsächlich auf Honorarbasis. Besonders häufig ist die Beschäftigungsform im Bereich der Weiterbildung und Erwachsenenbildung. Hier machen Honorarkräfte mehr als 55 % der Beschäftigten aus.

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Was bedeutet Honorarbasis genau?

Arbeiten auf Honorarbasis bedeutet, dass Sie als Selbstständiger für einen oder mehrere Auftraggeber arbeiten und für Ihre Leistungen ein Honorar als Bezahlung erhalten. Sie agieren als Honorarkraft, sind nicht weisungsgebunden oder in das Unternehmen eingegliedert. Es ist keine Festanstellung bei einem Arbeitgeber. Auf Honorarbasis unterzeichnen Sie keinen Arbeitsvertrag, sondern mehrere Honorarverträge bei unterschiedlichen Kunden, Klienten und Auftraggebern, mit denen Sie auch zeitgleich zusammenarbeiten können.

Honorarbasis, Freelancer oder Freiberufler?

Gerade in der Werbe-, Medien- und IT-Branche wird häufiger der englische Begriff Freelancer genutzt. Auch dabei handelt es sich um Selbstständige auf Honorarbasis, die über einen Dienst- oder Werkvertrag für Kunden tätig werden. Wichtig ist die Unterscheidung zu Freiberuflern: Dies sind Selbstständige in einem der Katalogberufe gemäß § 18 EStG (Einkommensteuergesetz).

Was sind die Unterschiede zwischen Honorarbasis und Festanstellung?

Freie Mitarbeiter auf Honorarbasis und Festangestellte arbeiten in der Praxis bei Unternehmen oft zusammen, es gibt aber zahlreiche Unterschiede. In unserer Tabelle haben wir diese im Vergleich gegenübergestellt:

Merkmal

Honorarbasis

Festanstellung

Vertrag Honorarvertrag Arbeitsvertrag
Geld Honorar Gehalt, Lohn
Weisung Nicht gebunden Gebunden
Steuern Selbst verantwortlich Über Arbeitgeber
SV-Beitrag Selbst verantwortlich Über Arbeitgeber
Partner Mehrere Auftraggeber Ein Arbeitgeber
Arbeit Selbstständig Angestellt
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Honorarbasis Jobs

Auf Honorarbasis können Sie in zahlreichen Berufen und Branchen tätig werden. Typische Jobs gibt es in Kunst, Kultur, Medien, IT oder dem Bildungssektor. So können Künstler, Musiker, Journalisten, Mediendesigner oder auch Lehrkräfte an Volks- und Fachhochschulen als Honorarkraft arbeiten. Auch Selbstständige in freien Berufen arbeiten oft auf Honorarbasis. Dazu zählen Anwälte, Architekten, Steuerberater oder Übersetzer. Weitere Jobs finden Sie in unserer Jobbörse:

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Honorarbasis als Nebenjob

Arbeit auf Honorarbasis kann sich auch als Nebenjob lohnen. Sie arbeiten zusätzlich zum Hauptjob selbstständig, werben Kunden an und bauen sich ein zweites Standbein auf. Das verbessert die finanzielle Situation und reduziert das Risiko beim Einstieg in die Selbstständigkeit.

Honorarbasis Student

Viele Studenten verdienen sich neben dem Studium auf Honorarbasis etwas dazu. Das bringt Geld, Erfahrung und berufliche Kontakte. Als Student dürfen Sie während der Vorlesungszeit höchstens 20 Stunden pro Woche nebenberuflich arbeiten. In den Semesterferien kann auch mehr gearbeitet werden. Bis zu 26 Wochen im Jahr dürfen Werkstudenten mehr als 20 Stunden wöchentlich arbeiten. Wird die Grenze überschritten, entfällt die Beitragsfreiheit in den Sozialversicherungen und die kostenlose Krankenversicherung über die Familienversicherung ist dann nicht mehr möglich.

Steuern für Honorarkräfte

Während bei Angestellten die Lohnsteuer direkt vom Arbeitgeber abgeführt wird, müssen sich Beschäftigte auf Honorarbasis selbst um die Steuererklärung kümmern. Heißt für Sie: Wenden Sie sich an das zuständige Finanzamt und beantragen Sie eine Steuernummer. Diese erhalten Sie, nachdem Sie den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausgefüllt haben, und geben sie auf allen Rechnungen an. Sie sind dann einkommensteuerpflichtig. Bei einem Umsatz von mehr als 25.000 € im Vorjahr oder mehr als 100.000 € im laufenden Jahr (Stand: 2026) müssen Sie zudem Umsatzsteuer zahlen (Kleinunternehmerregelung). Ihr Honorar ist deshalb als Bruttoverdienst zu verstehen. Die Steuern werden zum Jahresende mit Abgabe der Steuererklärung fällig. Bilden Sie deshalb unbedingt von Ihren Einnahmen entsprechende Rücklagen.

Freibetrag: Wie viel kann ich steuerfrei verdienen?

Durch verschiedene Freibeträge kann ein Teil Ihres Verdienstes steuerfrei bleiben. Das gilt zunächst für den Grundfreibetrag: Dieser liegt aktuell bei 12.348 € (Stand: 2026), für gemeinsam veranlagte Ehepaare liegt er entsprechend bei 24.696 €. Diese Summe bleibt in jedem Fall steuerfrei. Der Betrag kann sich durch Werbungskosten wie Büromiete, Kosten für Arbeitsmittel, technische Ausstattung, Fachliteratur oder Berufskleidung erhöhen.

Freibeträge für Übungsleiter und Ehrenamt

Je nach Tätigkeit gibt es weitere Freibeträge. Für Übungsleiter, Aushilfs- und Nachhilfelehrer oder Trainer gilt die Übungsleiterpauschale – 3.300 € jährlich können sie steuerfrei dazuverdienen. Im Ehrenamt können durch die Ehrenamtspauschale noch einmal 840 € steuerfrei bleiben.

Honorarbasis Gehalt

Auf Honorarbasis rechnen Sie Ihre Dienstleistungen direkt mit dem Auftraggeber ab. Es gibt kein festes Gehalt, das jeden Monat überwiesen wird. Sie müssen entsprechend genau kalkulieren, wie viel Ihre Arbeitszeit und Leistung wert sind. Die Höhe des Honorars kann dabei von vielen Faktoren abhängen:

  • Gesetzliche Verordnungen

    Für einige Berufe gibt es eine Honorarordnung, die Vorgaben für die Bezahlung bestimmter Leistungen macht.

  • Qualifikation

    Ausschlaggebender Faktor sind Ihre Qualifikation und Kompetenz. Je besser Sie sind, desto mehr können Sie verlangen.

  • Markt

    Orientieren Sie sich an marktüblichen Preisen. Wollen Sie mehr, müssen Sie auch mehr bieten können.

  • Zuschläge

    Große Nachfrage oder sehr kurze Deadlines können Gründe für höhere Honorare sein.

  • Ausfallhonorar

    Sichern Sie sich ab und vereinbaren Sie ein Ausfallhonorar. Das beugt Unzuverlässigkeit vor.

  • Verhandlung

    Sie bekommen, was Sie verhandeln. Gute Argumente und Verhandlungsgeschick bringen mehr Geld.

Letztlich bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Bieten Sie gefragte Leistungen in guter Qualität an, zeigt sich das in Ihrer Bezahlung. Sind Sie hingegen nur einer von vielen, können Sie nicht so viel verlangen.

Stundenlohn oder Pauschale?

Honorare können als Stundenlohn vereinbart werden. Bedeutet: Für jede Stunde, die Sie der vereinbarten Aufgabe widmen, werden Sie entsprechend bezahlt. Benötigen Sie für ein Projekt 15 Stunden und haben Sie einen Stundenlohn von 75 € ausgehandelt, steht Ihnen ein Honorar von 1.125 € zu. Alternativ kann zu Beginn ein Pauschalpreis ausgemacht werden. Egal, wie lange Sie benötigen, Sie bekommen einen Festpreis. Hier müssen Sie Ihren Aufwand im Vorfeld möglichst genau kalkulieren.

Krankenversicherung und Rentenversicherung

Für Renten- und Krankenversicherung gelten einige Besonderheiten. Diese sollten Sie unbedingt kennen:

Krankenversicherung

Bei Arbeit auf Honorarbasis müssen Sie sich selbst krankenversichern. Diese Regelung gilt für alle Selbstständigen. Sie haben die Wahl zwischen einer gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung. Private Krankenkassen können Sie aufgrund von Alter oder gesundheitlicher Verfassung ablehnen. Da eine Versicherungspflicht besteht, müssen Sie aber in einer gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen werden. Für publizistische, journalistische und künstlerische Jobs kann eine Versicherung in der Künstlersozialkasse (KSK) möglich sein.

Rentenversicherung

Für viele Selbstständige auf Honorarbasis entfällt die Rentenversicherungspflicht. Eine Pflichtversicherung besteht aber z.B. bei Lehrtätigkeiten, für Künstler oder Publizisten und in zulassungspflichtigen Handwerksberufen.

Vor- und Nachteile der Honorarbasis

Ein Job auf Honorarbasis hat einige Vorteile, was die Tätigkeit attraktiv macht. Dabei dürfen Sie aber nicht vergessen: Für Honorarkräfte gelten einige arbeitsrechtliche Vorgaben nicht, von denen Festangestellte profitieren. Das wiederum führt zu Nachteilen:

Vorteile

  • Keine Weisungsgebundenheit

    Sie sind als Auftragnehmer nicht weisungsgebunden. Das verschafft große Flexibilität. Sie können selbst entscheiden, wann und wo Sie arbeiten – und grundsätzlich auch, wie Sie die Aufgabe oder ein Projekt erledigen. Bei Arbeitszeit, -ort und Durchführung hat der Auftraggeber kein Mitspracherecht.

  • Freie Auswahl

    Es steht Ihnen frei, Aufträge anzunehmen oder abzulehnen. Passt Ihnen eine Aufgabe nicht oder kommen Sie mit einem Kunden nicht klar, müssen Sie nicht mit diesem zusammenarbeiten. Sie übernehmen nur die Projekte, die Ihnen gefallen – solange es die finanzielle Situation erlaubt.

  • Bessere Verhandlung

    Sie bestimmen selbst, wie viel Ihre Arbeit wert ist. Natürlich müssen Sie Kunden von dem Preis überzeugen, doch mit der richtigen Kalkulation und guten Qualifikationen haben Sie eine starke Verhandlungsbasis.

Nachteile

  • Keine Lohnfortzahlung

    Es gibt keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und auch keinen bezahlten Urlaub. Wenn Sie krank werden, bekommen Sie auch kein Geld.

  • Keine Krankenversicherung

    Freie Mitarbeiter müssen sich alleine um die Krankenversicherung kümmern. Auftraggeber müssen keine Beiträge übernehmen. Anders als bei einem Angestelltenverhältnis, wo die Beiträge geteilt werden.

  • Kein Kündigungsschutz

    Ein Honorarvertrag beinhaltet keinen Kündigungsschutz. Solange die Kündigungsfristen eingehalten werden, kann die Zusammenarbeit auch ohne Gründe beendet werden.

  • Kein Chaos

    Die Arbeit auf Honorarbasis erfordert Struktur und Organisationstalent. Sie müssen sich um vieles kümmern, das sonst der Arbeitgeber übernimmt. Zudem müssen Sie bei mehreren Auftraggebern den Überblick behalten.

Vorteile gibt es auch für Auftraggeber: Da bei einer Zusammenarbeit auf Honorarbasis keine Lohnsteuer und keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen, können Kosten gespart werden. Zudem ist die Personalplanung flexibler.

Vorsicht vor Scheinselbstständigkeit

Eine häufige Frage: Handelt es sich um selbstständige Arbeit auf Honorarbasis oder doch um ein Angestelltenverhältnis? Ein scheinbar selbstständiges Arbeitsverhältnis entpuppt sich in der Praxis als normales Arbeitsverhältnis. Eine solche Scheinselbstständigkeit kann zu hohen Nachzahlungen der Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge führen. Aber wann sind Sie wirklich selbstständig – und wann ist es doch ein Angestelltenverhältnis? Einige Faktoren sprechen deutlich gegen eine Honorartätigkeit:

  • Sie folgen den Weisungen des Arbeitgebers.
  • Sie sind nach Zeit, Ort und Umfang der Arbeit wie fest angestellte Kollegen in den Betrieb eingebunden.
  • Sie nutzen E-Mail-Adresse und Telefonnummer des Arbeitgebers.
  • Sie haben Vertretungsregelungen mit fest angestellten Kollegen.
  • Sie arbeiten nur mit einem Arbeitgeber zusammen oder sind maßgeblich von einem einzelnen abhängig.

Wer hingegen eigenes Unternehmerrisiko trägt, eigene Arbeitsmaterialien wie Laptop, Papier, Visitenkarten, Homepage und Büroeinrichtung selbst vorhält, wird eher als Selbstständiger betrachtet. Wichtig ist zudem die Anzahl der Auftraggeber: Arbeiten Sie ausschließlich für ein Unternehmen auf Honorarbasis und sind wirtschaftlich davon abhängig, entsteht schnell der Verdacht einer Scheinselbstständigkeit. Sind Sie hingegen für zahlreiche Auftraggeber tätig, die alle jeweils nur einen Teil Ihrer Einnahmen ausmachen, sind Sie auf der sicheren Seite.


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