Schülerjobs: Tipps Babysitter Taschengeld
Das Taschengeld reicht vorne und hinten nicht. Was tun? Ein Ausweg: Schülerjob. Doch sind Jobs für 13- bis 19-jährige Pennäler keineswegs so zahlreich wie schlechte Noten in der Schule. Wo gibt es Schülerjobs? Welche Tätigkeiten eignen sich überhaupt? Und welche Offerten sollten Schüler unbedingt ausschlagen? Karrierebibel hat die wichtigsten Infos für Sie...

Schülerjob: Taschengeld aufbessern

25 Euro - das ist der Richtwert der Jugendämter. So viel Taschengeld sollte ein 13-Jähriger im Monat bekommen. Mt 14 Jahren sind nach Enschätzung der Ämter 30 Euro angemessen, mit 17 sollten es 55 Euro sein und mit 18 Jahren 75 Euro.

In der Realität hat jeder Sechs- bis 13-Jährige durchschnittlich 44 Monat im Monat zur freien Verfügung. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinsituts Iconkids & Youth im Jahr 2016 ergeben. Demnach sacken alleine die Kinder dieser Altersgruppe im Jahr insgesamt drei Milliarden Euro ein.

Was aber noch nicht die Frage nach der Verteilung beantwortet. Vermutung: Während manche locker über dreistellige Beträge verfügen, haben andere so gut wie gar nichts.

Womit wir bei unserem eigentlichen Thema wären: Schülerjobs, die das Taschengeld aufbessern sollen. Doch wo finde ich noch einen? Karrierebibel hat alle Infos zum Thema ...

Schülerjob: Die Vorteile

Schülerjob: Die VorteileMoney, money, money - der Sinn eines Schülerjobs bedarf keiner näheren Erklärung. Das neue Smartphone will bezahlt werden, die Sneakers, die teure Winterjacke - der Gossip auf dem Pausenhof kann erbarmungslos sein. Doch gibt es durchaus noch den einen oder anderen Vorteil, den man quasi nebenbei mitnimmt ...

Diese Vorteile bietet ein Schülerjob. Er ...

  • Schult den Umgang mit Geld
  • Stärkt Eigenverantwortung und Pflichtbewusstsein
  • Hilft, Kontakte zu knüpfen
  • ... und Interessen und Berufsziele zu finden
  • Kann neue Freundschaften entstehen lassen
  • Sorgt für einen geregelten Tagesablauf

Schülerjob: Die Nachteile

Schülerjob: Die NachteileEin Job kostet Zeit. Zeit, die man auch im Kino, in der Shopping Mall, im Fitnessstudio - oder notfalls sogar beim Pauken verbringen könnte. Klarer Nachteil. Aber nicht nur das.

Diese Nachteile bringt ein Schülerjob (möglicherweise) noch mit sich:

  • Vernachlässigung der Schule
  • Überforderung
  • Sinkendes Selbstvertrauen
  • Körperliche Erschöpfung
  • Weniger Zeit für Freunde, Sport, Musik, Hobbys, Interessen

Spinnt man den Gedankengang noch weiter, kann ein Schülerjob sogar dick machen - ganz so wie bei den Erwachsenen. Wer arbeitet, in dieser Zeit nicht mit den Jungs auf den Bolzplatz kann und abends noch Big Macs mampft, legt zwangsläufig Pfunde zu.

Oder aber die Be- und Auslastung im Schülerjob führt dazu, dass man das Abitur gar nicht oder nur mit einer Abschlussnote 3,7 schafft - und sich hinterher den Studienplatz in Medizin abschminken kann.

Die Beispiele sollen lediglich zeigen: Ein Schülerjob kann unter Umständen auch nach hinten losgehen. Das sollte man zumindest bedenken.

Schülerjobs: Ab welchem Alter?

Steine klopfen, Fußbälle zusammennähen, Autoscheiben putzen, Baumwolle pflücken - Kinderarbeit ist rund um den Globus ein gewaltiges Problem. Das deutsche Jugendarbeitsschutzgesetz gibt es deshalb nicht grundlos.

Grundsätzlich müssen Kinder in Deutschland mindestens 13 Jahre alt sein, um Dienstleistungen erbringen zu können, zum Beispiel Babysitten oder Zeitungen austragen. Ohne Einwilligung der Eltern geht gar nichts. "Die Kinder dürfen nicht mehr als zwei Stunden täglich, in landwirtschaftlichen Familienbetrieben nicht mehr als drei Stunden täglich, nicht zwischen 18 und 8 Uhr, nicht vor dem Schulunterricht und nicht während des Schulunterrichts beschäftigt werden." So steht es im Gesetz.

Ab dem Alter von 15 Jahren ist man offiziell Jugendlicher, darf damit auch in den Schulferien arbeiten, aber insgesamt höchstens vier Wochen im Kalenderjahr. Auch für Jugendliche gelten dabei die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhepausen, Fünf-Tage-Woche, Samstags- und Sonntagsruhe und Ähnliches. Und: Sie dürfen prinzipiell nur von 6 bis 20 Uhr arbeiten.

Es gibt aber Ausnahmen für Über-16-Jährige, zum Beispiel in Gaststätten, Bäckereien oder in der Landwirtschaft. Beispiel Bäckerei: Hier können Jugendliche schon um 4 Uhr am Ofen stehen - aber erst ab 17 Jahren.

Viele Nebenjobs sind daher ab der Altersgrenze von 16 Jahren, oftmals auch erst ab Volljährigkeit möglich.

Und die freie Auswahl haben Schüler auch nicht. Nicht in Frage kommen qua Gesetz zum Beispiel Arbeiten, die gefährlich sind, bei denen man übermäßiger Hitze, Kälte, Lärm oder Unfallgefahren ausgesetzt ist oder mit gefährlichen Stoffen arbeiten muss.

Das sind die besten Schülerjobs

Diese Jobs eignen sich für Schüler ...

  • Gartenarbeit

    Die Hecke schneiden oder den Rasen mähen - vielleicht einfach mal beim Nachbarn anfragen. Körperliche Anstrengung aber bitte nicht unterschätzen. Vorteile: Bewegung, Frischluft, Natur. Nachteile: Gartenarbeit ist extrem wetterabhängig. Gießt es aus allen Kübeln, fällt der Job ins Wasser - und mit ihm die heiß ersehnte Entlohnung.

  • Babysitten

    Den kleinen Hugo wickeln und die süße Sophie füttern - Babysitter sollten Kinder mögen. Schläft der Kleine durch, ist es leicht verdientes Geld. Aber: Die Verantwortung ist riesig, höchste Aufmerksamkeit erforderlich! Wer die Zeit nur absitzen und sich eigentlich die Fingernägel lackieren oder Filme gucken will, könnte Probleme bekommen.

  • Nachhilfe geben

    Dem Nachbarsjungen das Einmaleins näherbringen oder die binomischen Formeln. Vorteile: Man kann Freundschaften knüpfen und sogar selbst dazulernen. Und man merkt am eigenen Leib, welch schweren Job die eigenen Lehrer haben. Nachteile: Aufträge kriegt nur, wer in der Schule gute Noten ins Heft zaubert.

  • Gassi gehen

    Noch eine klassische Nachbarschaftshilfe: Den Hund gegen einen Obulus ausführen. Nur für Tierfreunde geeignet. Und für Menschen, die mit dem Gedanken spielen, sich selbst einen Vierbeiner anzuschaffen und in den Hundealltag reinschnuppern wollen. Vorteile: Hält einen auf Trab - und fit. Nachteile: Das Vergnügen ist blitzschnell wieder vorbei.

  • Zeitung austragen

    Schnell zugreifen, denn wer weiß, wie lange es diese Nebenbeschäftigung noch gibt. Die implodierenden Zeitungsauflagen lassen grüßen. Noch aber brauchen die Verlage Zeitungsausträger, die frühmorgens durch die Siedlung radeln. Vorteile: Bewegung, Fitness, Frischluft. Nachteil: Der Wecker klingelt unangenem früh.

  • Landwirtschaft

    Früher der Normal-, heute eher ein Ausnahmefall. Kinder, die während der Erntezeit mithelfen, meist ihren Eltern. Das Jugendarbeitsschutzgesetz sagt: "In der Landwirtschaft dürfen Jugendliche über 16 Jahre während der Erntezeit nicht mehr als neun Stunden täglich und nicht mehr als 85 Stunden in der Doppelwoche beschäftigt werden."

  • Lieferdienst

    Pizzafahrer brauchen zunächst einmal was? Vor allem doch wohl einen Führerschein. Den hat man bekanntlich frühestens mit 18 in der Tasche. Aber: Wo die Entfernungen gering oder die Gassen eng sind, kommt man mit Rad oder Roller oft besser vorwärts. Also ruhig mal darauf achten, ob draußen Pizza-Biker unterwegs sind. Wenn ja, einfach beim Lieferdienst anfragen, ob der Job auch für Unter-18-Jährige in Frage kommt.

  • Websitenbetreuung

    Mini-Betriebe haben weder die Kapazitäten noch das Budget, um eine professionelle Agentur mit der Webseitenpflege zu betrauen. Für junge Digital Natives daher eine echte Option: Texte und Bilder bearbeiten, Social Media-Kanäle befüllen, die ganze Firmenhomepage betreuen. Vorteile: Man hat hinterher eine Top-Referenz in der Tasche. Und der Job bereitet gut auf den - vermutlich sehr IT-lastigen - Arbeitsmarkt der Zukunft vor.

  • Promotion

    Ein ausgeprägter Verkaufs- und Vertriebssinn - das könnte man grundsätzlich als Top-Skill bezeichnen. Wer also mag und kann, darf ruhig schon mal trainieren - als Promoter auf der Messe oder in der Fußgängerzone. Vorteile: Man lernt neue Leute kennen, reist vielleicht sogar von Stadt zu Stadt. Nachteile: Promoter müssen mit vielen kleinen Niederlagen leben - in Form von freundlicher Abfuhr und borstigen Körben.

  • Verkauf

    Auf dem Wochenmarkt Gemüse, Kräuter oder Käse unters Volk bringen. Auch das ein schöner Schülerjob für alle, die gerne unter Leuten sind. Vorteil auch hier: Man trainiert - und prüft - das eigene Verkaufstalent. Nachteile: Wochenendarbeit ruft.

Schülerjobs: Wo finde ich welche?

Schülerjobs sind begehrt, aber oft gar nicht so einfach zu finden. Wo fange ich an zu suchen? Zum Beispiel hier:

  • Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit
  • Spezialisierte Portale wie schuelerjobs.de
  • Jobanzeigen in der regionalen Tageszeitung
  • Kleinanzeigenportale wie ebay-Kleinanzeigen
  • Anzeigenportale mit regionalem Bezug (Bsp.: meinestadt.de)
  • Auf eigene Faust (in Nachbarschaft, Dorf, Stadt, Bekanntenkreis)

Schülerjobs: Was beachten?

Unerfahrenheit und Naivität - zwei Eigenschaften, die von bösen Menschen ausgenutzt werden. Schüler sind wegen ihres jungen Alters besonders gefährdet. Daher gilt es von vornherein ein paar Warnhinweise zu beachten:

  • Anruf

    Niemals eine 0900- oder 0190-Telefonnummer anrufen, um die versprochenen Infos zum Nebenjob zu bekommen. Davor warnen die Verbraucherzentralen seit Jahren. Das Telefonat kostet Geld, den Job gibt es meist gar nicht. Abzockgefahr!

  • Vorkasse

    Niemals in Vorkasse gehen. Bei diversen Anbietern muss man die Produkte, die man eigentlich zu Geld machen soll, vorher selbst kaufen. Oder Geld auf den Tisch legen, um in die Model-Kartei aufgenommen zu werden. Oder Info-Broschüren für einen nicht unerheblichen Geldbetrag bestellen. Unseriös!

    Vor einigen Jahren schon warnte die Verbraucherzentrale Hamburg vor einer Werbeagentur, die im Netz nach Produkttestern suchte. Das Versprechen: Man erhalte ein Honorar für einen Produkttest, das Produkt dürfe man sogar behalten. Der Haken: Interessenten mussten zuvor ein zweijähriges Zeitschritenabo abschließen.

    Also nochmal: KEIN Angebot annehmen, bei dem der Bewerber in irgendeiner Form vorher zur Kasse gebeten wird!

  • Versprechen

    Nicht auf billige Maschen reinfallen. "Leicht verdientes Geld nebenbei verdienen". "2.500 Euro im Monat mit Nebenbeschäftigung!" Derartige Formulierungen sollten die Alarmglocken schrillen lassen. Da draußen gibt es kein leicht verdientes Geld zu verdienen, und schon gar nicht für Schüler. Bestes Beispiel: Kugelschreiber-Montage. Im wahrsten Sinne des Wortes: Finger weg!

[Bildnachweis: Phovoir by Shutterstock.com]

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, erzählen Sie es weiter...