Metasuchmaschine - das klingt wie eine Konstruktion aus der Matrix. In Wahrheit erleichtern uns die Metasucher das Leben im Internet. Auch Jobs lassen sich mit ihnen finden. Ihr Vorteil: Metasuchmaschinen greifen auf einen größeren Datenbestand zu als konventionelle Jobbörsen. Das Angebot ist mittlerweile unüberschaubar. Und es wächst immer weiter...

Metasuchmaschine Jobsuche Anbieter Vergleich

Metasuchmaschine: Was ist das?

Eine Metasuchmaschine ist eine Suchmaschine, die ihre Informationen nicht aus einem eigenen Index zieht, sondern aus fremden. Sie sucht also andere Suchmaschinen nach verwertbaren Daten ab.

Im Falle von Job-Metasuchmaschinen heißt das: Sie greifen auf unterschiedliche Jobbörsen zu, aber auch auf Karriereseiten von Unternehmen, Webseiten von Tageszeitungen, Universitäten, Personalvermittlungen und dem Arbeitsamt.

Prinzipiell haben sich Metasuchmaschinen - weil userfreundlich - schon in vielen Feldern etabliert. Einige Beispiele:

  • Flüge: Swoodoo
  • Personen: Yasni
  • Hotels: Trivago
  • Reise: Kayak

Sogar Mikroblogging-Dienst Twitter könnte man mit etwas gutem Willen als Metasuchmaschine für Jobs bezeichnen - oder ihn zumindest so nutzen. Wer nämlich den Hashtag "Jobs" ins Suchfeld eingibt, bekommt eine lange Liste mit Stellenangeboten der unterschiedlichsten Anbieter vorgesetzt.

Einziger Unterschied: Twitter ist bei der Datenerfassung auf die Mitwirkung seiner User angewiesen und sucht nicht selbstständig externe Seiten ab.

Metasuchmaschinen: Vorteile und Nachteile

Die Vorteile einer Metasuchmaschine liegen auf der Hand. Als Jobsuchender muss man nicht mehr in Dutzenden Jobbörsen nach Stellen Ausschau halten, sondern hat eine einzige Anlaufstelle: die Metasuchmaschine.

Beispiel: Stepstone hat einen interessanten Job für mich gelistet, Monster ebenfalls und Karrieresprung (Anm.: Das ist unser eigens Jobportal) einen dritten. Eine Metasuchmaschine zeigt mir alle drei Stellen an - mit einem einzigen Klick. Metasuchmaschinen greifen auf einen höheren Datenbestand zu, lassen sich aber dennoch oft individuell nach eigenen Wünschen konfigurieren.

Allerdings sind auch die Nachteile offensichtlich. So leiden Metasuchmaschinen mitunter an ihrem großen Datenbestand. Wenn sie lange und unübersichtliche Ergebnislisten ausspucken, erschweren sie eine zielgerichtete Selektion.

Beispiel: Ich strebe eine Stelle in der Hotellerie an. In diesem Fall ist es möglicherweise sinnvoller, sich auf spezialisierte Hotel-Jobbörsen zu beschränken und die Suche dadurch bewusst einzugrenzen. Mehr Masse ist nicht immer gleichbedeutend mit einer einfacheren Stellensuche.

Und: Natürlich deckt eine Metasuchmaschine nicht automatisch sämtliche Jobbörsen ab. Der Nutzen einer Job-Metasuchmaschine, die weder Monster noch Stepstone, Jobs.de, Experteer und Karrieresprung crawlt, wäre im Einzelfall sehr zweifelhaft. Sie wäre dann wohl "nur" eine Ergänzung, aber sicher kein Ersatz zu einer guten Jobbörse.

Metasuchmaschinen: Welche haben das größte Jobangebot?

Welche Metasuchmaschine ist die beste? Das Deutsche Kundeninstitut (DKI) ging dieser Frage im Frühjahr 2016 nach und testete elf Metasuchmaschinen auf Angebot, Service und Nutzerfreundlichkeit. Insgesamt flossen 210 Einzelkriterien in die Wertung ein.

In der Kategorie Angebot schnitt die Metasuchmaschine Kimeta mit der Note "sehr gut" am besten ab. Bedeutet: Die Auswahl an Jobprofilen ist hier größer als andernorts. Die Tester vergaben in dieser Kategorie 48 Punkte - deutlich mehr als für jeden anderen Anbieter. Neben der reinen Quantität an Stellenangeboten wurden auch die Anzahl für zuvor definierte Suchprofile erfasst und die Passgenauigkeit für entsprechende Angebote untersucht.

Auf Platz zwei landete Jobbörse.com, eine Metasuchmaschine der Business-Plattform Xing. Auch sie erhielt die Note "sehr gut", landete aber mit 41,1 Punkten deutlich hinter Kimeta. Pluspunkte: die Anzahl der Stellenangebote sowie die Passgenauigkeit der einzelnen Stellenprofile.

Die Note "gut" gab’s für die Metasuchmaschine Indeed. Mit 35,5 Punkten landete Indeed auf Position drei. Solide Bewertungen sammelte das Portal für die Anzahl seiner Suchergebnisse zu den verschiedenen Profilen und deren Passgenauigkeit.

Nummer vier in der Liste der Meta-Suchmaschinen ging an Jobbörse.de (nicht zu verwechseln mit Jobbörse.com). 33,7 Punkte und die Note "gut" heimste die Metasuchmaschine in der Kategorie Angebot ein. JobRobot ist die Nummer fünf im Bunde. Auf ihr Konto gehen 33 Punkte und die Note "gut".

Metasuchmaschinen Jobs: Welche bieten den besten Service?

Den besten Service bietet laut DKI die Metasuchmaschine JobRobot. 19,5 Punkte liegen nur knapp unter dem Maximum von 20 erreichbaren Punkten. Vor allem die Fülle an Informationen zu den Themen Jobsuche, Bewerbungen oder Assessment Center überzeugte. Dafür gab’s vom DKI die Note "sehr gut".

In der Kategorie Service war unter anderem der Informationsumfang der Internetseite von Interesse für die Tester. Welche Tipps für Bewerbungsunterlagen, Berufsleben oder Arbeitsrecht liefert sie?

Aber auch Online-Services flossen in die Wertung ein. Beispiele: Kann man sich über das Portal online für die angezeigten Stellen bewerben? Gibt es eine mobile App? Haben User die Möglichkeit, einen Lebenslauf anzulegen? Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Metasuchmaschinen diesbezüglich weniger Service anbieten als die klassischen Jobbörsen.

Die Note "Sehr gut" gab es auch für Indeed. Mit 16,7 Punkten landete Indeed in dieser Kategorie auf Rang zwei. Ausschlaggebend: der vielseitige Job-Agent. Außerdem stellt Indeed eine App bereit und liefert brauchbare Informationen, darunter auch Karrierenews.

16,1 Punkte sammelte die Metasuchmaschine Gigajob im Test. Auch das mündete in die Note "sehr gut“ und den dritten Platz in dieser Kategorie. Pluspunkt: User können sich direkt auf dem Portal für die angezeigten Jobs bewerben. Arbeitgeber können die Interessenten ohne Umwege kontaktieren, diese wiederum auch eigene Stellengesuche erstellen.

Platz vier ging mit 15,4 Punkten an Jobbörse.de. Das reichte für die Note "gut". Nutzer können auch hier eigene Stellengesuche erstellen, um Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen.

Der Xing-Service Jobbörse.com landete mit 14,0 Punkten auf Platz fünf. Xing punktet vor allem mit Informationen rund ums Thema Bewerbung.

Metasuchmaschinen Beispiele: Welche sind am nutzerfreundlichsten?

Die beste Nutzerfreundlichkeit hat - mit weitem Abstand - die Metasuchmaschine Indeed. Denn: Die Suchfunktion von Indeed bietet die meisten Filter, ist übersichtlich strukturiert und lässt sich intuitiv bedienen. 30,1 Punkte ergeben die Note "sehr gut".

Übersichtlich und leicht bedienbar ist auch Kimeta, das mit 24,6 Punkten auf Platz zwei landete. Positiv hervor hoben die Tester, dass User die zuletzt ausgeführten Suchen ohne Registrierung erneut durchführen können.

Backinjob.de landete in dieser Kategorie mit 23,6 Punkten auf Platz drei. Die Webseite ist zwar selbsterklärend, aber nicht sonderlich übersichtlich.

Auf Rang vier in punkto Nutzerfreundlichkeit kam Jobbörse.de mit 23,5 Punkten.

Metasuchmaschinen Liste: Alle Anbieter im Vergleich

Welche Metasuchmaschinen gibt es? Hier eine Liste aller relevanten Dienste. Hinweis zur Einordnung: Die ersten elf wurden im Rahmen des DKI-Tests unter die Lupe genommen, der Rest ab Joblift abwärts nicht.

  • Cesar: Der Dienst aus Hamburg, schon seit 1996 online, sucht nach eigenen Angaben in 29 Jobbörsen.
  • Gigajob: Einen globalen Anspruch hat Gigajob. Der Anbieter aus Erlangen listet über 10 Millionen Stellenangebote und über 700.000 Bewerberprofile - verteilt über den gesamten Globus.
  • Indeed: Die vielleicht bekannteste Metasuchmaschine. Indeed kommt aus den US, verfügt aber auch über eine deutsche Seite. Die Metasucher bedienen sich in Jobbörsen, Zeitungen, Verbänden und Karrieresites. Innerhalb einer Woche kommen so - laut Homepage - fast 150.000 neue Jobs rein.
  • Jobrapido: Hat seinen Hauptsitz in Mailand, ist aber in 58 Ländern weltweit aktiv. Bezeichnet sich selbst als "weltweit führende Jobsuchmaschine."
  • JobRobot: Mehr als 1,2 Millionen Jobs finden Jobsuchende momentan auf Jobrobot. Dazu suchen die Hamburger angeblich 70 Jobbörsen im Netz und mehr als 20.000 Firmenhomepages nach verfügbaren Stellen ab. Gestartet wurde der Dienst schon 1997.
  • Jobworld: Durchsucht 50 Stellenbörsen gleichzeitig, darunter Jobware, Stepstone, Monster, Jobs.de usw. Gibt's auch als App.
  • Kimeta: Die Darmstädter haben laut eigenen Angaben mehr als 2,5 Millionen Jobs im Körbchen. Nutzer können ihre Suchergebnisse speichern.
  • Backinjob.de: Die Suchergebnisse lassen sich hier nach Teilzeit- und Minijobs, Lehrstellen, Praktika, Trainee- und Werkstudentenstellen filtern.
  • Jobbörse.de: Vor allem Techniker und Ingenieure werden bedient, aber auch Fachkräfte aus dem medizinischen und Pflege-Bereich. Das Portal kommt aus Wiesbaden und findet 1,8 Millionen Stellenangebote.
  • Joblift: Ein Start-up aus Hamburg, das mit mehr als 100 Jobbörsen kooperiert. Dazu zählen auch Schwergewichte wie Stepstone und Monster.
  • Adzuna: Die Engländer sind seit 2011 aktiv und ganz unbescheiden. Sie beschäftigen auch Oxford-Mathematiker und beliefern die britische Regierung mit Arbeitsmarktdaten, schreiben die Metasucher. Mittlerweile ist Adzuna in 16 Ländern aktiv, darunter auch Deutschland.
  • Aktuelle-jobs.de: Über 700.000 Stellenangebote aus Online-Stellenmärkten und direkt von Unternehmen. Die Metasuchmaschine richtet sich ausschließlich an Stellensucher in Deutschland.
  • Jobscanner: Die Suchmaschine hat sich darauf spezialisiert, Unternehmenswebsites zu durchforsten. Die Liste der kooperierenden Unternehmen ist nicht lang, aber erlesen. Namen wie Bertelsmann, Deutsche Bahn, Infineon oder Henkel stehen da.
  • Jobmehappy: Die Kölner sind neu auf der Bildfläche - und bieten den "ersten Chat-Bot für Jobs für den Facebook Messenger".
[Bildnachweis: Skintone studio by Shutterstock.com ]

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