You-Me-We-Formel in der Bewerbung: Genialer Aufbau-Tipp

Für viele ist das Anschreiben in einer Bewerbung der schwerste Teil. Wie sieht ein richtiger Aufbau beim Bewerbungsschreiben aus? Die You-Me-We-Formel ist eine gute Stütze, um die entscheidenden Botschaften zu transportieren. Mit ihr geben Sie Ihrer Bewerbung die klare Struktur, die Personaler überzeugt. Was die You-Me-We-Formel beinhaltet und wie Sie diese für Ihr Anschreiben nutzen…

You-Me-We-Formel in der Bewerbung: Genialer Aufbau-Tipp

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Was ist die You-Me-We Formel?

„You, Me, We“ steht für Englisch „Du, ich, wir“ – beziehungsweise „Sie, ich, wir“. Die You-Me-We Formel dient als Orientierungshilfe, die inhaltliche Struktur eines Bewerbungsschreibens sinnvoll aufzubauen. Um zu verstehen, wie Sie diese verwenden, erklären wir den Aufbau und den Inhalt eines Anschreibens.

Aufbau eines Bewerbungsschreibens

Das Anschreiben einer Bewerbung enthält folgende Bestandteile: Briefkopf, Einleitung, Hauptteil, Unternehmensbezug, Schlussteil (nebst Grußformel), Anlagen.

Das Ganze sollte nach Möglichkeit nicht länger als eine Din-A4-Seite sein. Die nachfolgende Grafik zeigt den Aufbau einer Bewerbung:

Bewerbungsschreiben Aufbau You Me We Formel Grafik

Formale Elemente

Bei den folgenden zwei Bestandteilen handelt es sich um reine Formalia, die eine Zuordnung ermöglichen. Bestandteile sind:

Briefkopf

Achten Sie darauf, Tippfehler oder veraltete Informationen zu vermeiden. Die passieren schnell, wenn sich die eigene Handynummer ändert oder Sie einfach eine alte Vorlage verwenden:

  • Absender: Hier nennen Sie Ihre persönlichen Kontaktdaten (vollständiger Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse).
  • Empfänger: Hier stehen Firmenname, Ansprechpartner und Sitz des Unternehmens.
  • Datum: Das aktuelle Tagesdatum (am besten das Versanddatum) schreiben Sie rechtsbündig unter den Empfänger.
  • Betreff: Linksbündig geht es wieder mit der Betreffzeile (ohne das Wort als solches zu verwenden) weiter. Hier schreiben Sie „Bewerbung als/für…“

Anrede

Oft können Sie der Stellenbeschreibung bereits entnehmen, an wen Sie Ihr Schreiben adressieren müssen. Falls das nicht der Fall sein sollte, empfehlen wir, den Ansprechpartner zu recherchieren. Eine unpersönliche Anrede à la „Sehr geehrte Damen und Herren…“ wirkt eher nachlässig.

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Inhalt eines Bewerbungsschreibens

Um dem Anschreiben eine sinnvolle Struktur zu geben, bauen Sie die You-Me-We-Formel wie folgt ein:

Einleitung: You

Hier geht es um das Unternehmen und was Sie daran reizt. Nur zwei Minuten nehmen sich Personaler im Durchschnitt, um eine Bewerbung zu lesen. Die Kunst besteht also darin, das Anschreiben entsprechend interessant zu gestalten. Größter Fehler hier: Sie beginnen mit einer Floskel. Stattdessen sollten Sie darlegen, dass das Unternehmen davon profitiert, wenn es sich für Sie entscheidet. Gerne können Sie hier bereits einen Unternehmensbezug herstellen – etwa auf ein vorheriges Telefonat oder ein Treffen auf der Jobmesse verweisen. In jedem Fall muss Ihre Begeisterung für dieses Unternehmen und diesen Job auf diesem Einleitungssatz hervorgehen.

Hauptteil: Me

In diesem Abschnitt geht es um Sie. Eigenmarketing und Soft Skills sind gefragt. Ein typischer Fehler: Bewerber zählen lediglich ihre Kompetenzen auf. Das wirkt aber wenig überzeugend. Besser, Sie belegen beispielsweise Ihre Teamfähigkeit, indem Sie Beispiele nennen: „Als Mitglied eines fünfköpfigen Teams habe ich entscheidend dazu beigetragen, dass…“ Entscheidend ist, dass Sie nicht wahllos auf irgendwelche Fähigkeiten und Kompetenzen verweisen: Es sollte schon klar der Bezug zur Stelle daraus hervorgehen.

Unternehmensbezug: (You & Me)

Der Unternehmensbezug gehört zum Hauptteil. Wir betonen ihn dennoch, da dieser Punkt sonst leicht untergeht. An dieser Stelle im Schreiben legen Sie plausibel dar, wie Sie und Ihre Kenntnisse dazu beitragen, dem Unternehmen bei seinen Herausforderungen zu helfen. Das erfordert vorab eine intensive Auseinandersetzung mit der jeweiligen Stelle. Gleichzeitig müssen Sie selbstkritisch abgleichen, welche der Muss- und Kann-Qualifikationen Sie mitbringen.

Schlussteil: We

You + Me = We. Das ist letztlich die gelungene Umsetzung der You-Me-We-Formel. Sie beenden Ihr Schreiben mit mit einem Schlusssatz, mit dem Sie positiv in die Zukunft blicken. Üblicherweise indem Sie Ihre Freude über ein Vorstellungsgespräch zum Ausdruck bringen. Verzichten Sie auf den Konjunktiv (hätte, würde, könnte), der lässt Sie unnötig unsicher erscheinen. Optional können Sie noch Ihre Gehaltsvorstellungen (sofern gefordert) und einen Hinweis über Ihren frühestmöglichen Beginn einbringen.

Konnten Sie die vorherigen Punkte nachvollziehbar präsentieren, ergibt sich daraus auch für den Personaler das „We“. Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch ist Ihnen dann sicher.

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Was sollten Sie außer der You-Me-We-Formel beachten?

Die You-Me-We-Formel eignet sich ebenso für Initiativbewerbungen als auch Motivationsschreiben. Neben dieser Stütze gibt es drei weitere wichtige Punkte zu beachten, damit Sie überzeugen:

  • Fehler
    Rechtschreib- und Grammatikfehler sollten Sie unbedingt vermeiden. Idealerweise lassen Sie Ihre Bewerbung Korrektur lesen.
  • Layout
    Achten Sie auf ein harmonisches Gesamtbild. Dazu gehört, dass Sie nicht mehr als zwei verschiedene Schriftarten (aus Gestaltungsgründen) in Ihrer Bewerbung verwenden sollten. Beliebt sind Arial und Times New Roman. Auch mit anderen Gestaltungselementen wie Farbe, Fett- und Kursivdruck sollten Sie sparsam umgehen. Erstens wirkt es sonst leicht unruhig. Zweitens erzeugen Sie den Eindruck, als würden Sie verschiedene Unterlagen zu einem Ganzen zusammensetzen. Außerdem sollte Ihr Anschreiben gut lesbar sein. Das erreichen Sie mit einer 12-Punkt-Schriftgröße. Aus Platzgründen können Sie auf 11 Punkt verkleinern. Wichtig: Achten Sie vor allem beim Lebenslauf darauf, einmal gewählte Schriftgrößen für Überschriften und Fließtext einzuhalten.
  • Stil
    Lange Schachtelsätze sind mühselig zu lesen. Verfassen Sie lieber kurze Sätze. Um sich zu überprüfen, gibt es einen leichten Trick: Lesen Sie sich Ihr Anschreiben selbst vor. Das ist in mehrerlei Hinsicht vorteilhaft. So fallen einem doch noch Doppelungen oder Fehler auf. Und eben auch umständliche Formulierungen. Passivkonstruktionen haben den Nachteil, dass sie den Verfasser in eine Nebenrolle drängen. Ist der Akteur (im Idealfall also Sie) aber bekannt, sollten Sie ihn auch nennen. Vergleichen Sie selbst: „Die Aufgaben wurden stets überpünktlich erledigt.“ Stattdessen die aktive Formulierung: „Ich habe stets die Deadlines eingehalten.“
[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

Weiterführende Quellen und Ratgeber
Tipps zur Bewerbung
11 Bewerbungsformen
ABC der Bewerbungstipps
Bewerbungsmappe
Bewerbungsfoto

Tipps zum Lebenslauf
Tabellarischer Lebenslauf
Lebenslauf Vorlagen
Lücken im Lebenslauf

Tipps zum Anschreiben
Einleitungssatz im Anschreiben
Schlusssatz im Anschreiben
Interessen im Anschreiben
Stärken im Anschreiben
Anlagenverzeichnis

Besondere Bewerbungen
Initiativbewerbung
E-Mail-Bewerbung
Online-Bewerbung

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21. Dezember 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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