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Koketterie: Definition, Bedeutung, Psychologie dahinter

Koketterie kommt oft harmlos daher: Mal handelt es sich um harmloses Flirten. Mal um das Fischen nach Komplimenten. Problematisch wird es, wenn eine veritable Gefallsucht dahinter steckt. Sie macht die kokettierende Person abhängig von der Gunst anderer. Meist ein Zeichen für ein geringes Selbstwertgefühl. Die Bedeutung der Koketterie und wann Kokettieren eher schadet…



Koketterie: Definition, Bedeutung, Psychologie dahinter

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Definition: Was bedeutet Koketterie?

Koketterie (französisch: coquetterie) bezeichnet ein stolzes oder gefallsüchtiges Verhalten, das versucht, Aufmerksamkeit zu erregen. Das Substantiv leitet sich von dem Adjektiv „kokett“ – einem französischen Lehnwort (von: coquet) – ab, das „kleiner Hahn“ bedeutet. Koketterie ist demnach ein eitles umher Stolzieren – wie bei einem Hahn oder Pfau.

Eine zweite Bedeutung der Koketterie beschreibt ein Verhalten, das beim Gegenüber erotisches Interesse erregen soll. Also: sich interessant machen, mit dem Feuer spielen, flirten… Der Ursprung dieser Bedeutung liegt im 17. Jahrhundert: Mit dem Begriff „Kokotte“ wurden leichtfertige Mädchen, Dirnen oder Prostituierte bezeichnet.

Zwar wird der Begriff bis heute überwiegend mit Frauen assoziiert. Kokett verhalt sich aber ebenso viele Männer.

Koketterie Synonyme

Häufige Synonyme für Koketterie sind: Affigkeit, Dandytum, Dünkel, Egozentrik, Einbildung, Eitelkeit, Geckenhaftigkeit, Gefallsucht, Geltungssucht, Hochmut, Hoffart, Selbstgefälligkeit, Selbstherrlichkeit oder Überheblichkeit.

Ein ähnlicher Begriff ist die „Putzsucht“. Die hat aber nichts mit einem übertriebenen Reinlichkeitsfimmel zu tun, sondern stammt von „sich herausputzen“ – umgangssprachlich „aufbrezeln“.


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Koketterie Beispiel: Wie kokettiert man?

Wer kokettiert, will seinem Gegenüber in erster Linie gefallen, Sympathie wecken und vielleicht ein bisschen flirten. Dazu gehört das Spiel mit auffälliger Kleidung, die zugleich Subbotschaften oder Sexappeal transportiert. Ebenso die Körpersprache und der Blickkontakt.

Typisch kokette Flirtsignale sind: ein warmes Lächeln, eine zugewandte, offene Körperhaltung und Gespräche voller subtiler Andeutungen und versteckter Hinweise.

Fishing for compliments

Kokettieren bedeutet, die eigene Attraktivität zu betonen und gleichzeitig Interesse am anderen zu demonstrieren (siehe auch: Spiegeltechnik). Es bedeutet, Komplimente zu provozieren – und selbige zu machen (siehe: Reziprozität).

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Ist kokettes Verhalten positiv oder negativ?

Koketterie kann unterschiedliche Formen haben. Entsprechend positiv oder negativ ist die Intention oder Wirkung. Beispiele:

Positive Koketterie

Kokettes Verhalten muss nicht immer direkt oder aufdringlich sein. Positive und oft geschätzte Formen der Koketterie sind zum Beispiel die Tiefstapelei (engl. Understatement) und Bescheidenheit. Die zur Schau gestellte Demut kann in Wirklichkeit aber genauso eine Suche nach Wertschätzung und Komplimenten sein, Motto: „Ach, das war doch nichts!“

Negative Koketterie

Negativ wird Koketterie immer dann, wenn sie als bloße Gefallsucht („Sucht“ im Wortsinn) durchschaut wird. Wenn jemand auf Biegen und Brechen versucht, Aufmerksamkeit zu erheischen, nach Lob hungert und sich immer wieder ins Rampenlicht drängelt. Das wirkt latent peinlich, bedürftig und macht die Person erbärmlich klein. In dem Fall ist Koketterie eine allzu auffällige Form der Manipulation, die aber erkannt und abgelehnt wird.

Auf negative Koketterie reagieren die meisten Menschen ablehnend, brüskiert oder mit Fremdschämen. Kurz: Der Schuss geht immer nach hinten los – und schadet der Reputation und dem Ansehen. Damit erreicht das Kokettieren das genaue Gegenteil von dem, was beabsichtigt war.

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Wie kann ich (eigene) Koketterie vermeiden?

Es gibt einen feinen Unterschied zwischen gesundem Stolz und Prahlerei bzw. negativem Kokettieren. Es ist völlig okay und im Job sogar erforderlich, etwas Selbstmarketing zu betreiben oder über eigene Erfolge zu sprechen. Doch die Dosis macht das Gift.

Weniger ist mehr – das gilt vor allem beim Kokettieren. Das erkennen Sie leicht an den obigen Synonymen: Alles, was übertrieben, eitel und affektiert wirkt, kehrt die Wirkung ins Gegenteil. Um die Koketterie im Rahmen zu halten, haben sich folgende Tipps bewährt:

Sensibilität entwickeln

Entwickeln Sie ein Gespür für den richtigen Augenblick: Es gibt Zeiten, in denen dürfen Sie (über sich) schwärmen und sich in Szene setzen – und es gibt Momente, in denen Sie besser schweigen. Oder anderen Komplimente machen und Ihr Gegenüber ins Schweinwerferlicht stellen. Das beweist Empathie und soziale Kompetenz.

Arroganz vermeiden

Der Grat zwischen berechtigtem Selbstlob und Arroganz ist schmal. Vermeiden Sie stets einen von sich allzu eingenommenen Eindruck. Das Gegenmittel dazu sind: Understatement und Dankbarkeit. Betonen Sie immer wieder, dass der Erfolg nicht nur Ihr eigener Verdienst ist und dass Sie bei allem die Bodenhaftung behalten. Das macht das Kokettieren positiver.

Authentizität behalten

Wer anderen gefallen will, sollte unbedingt über eigene Fehler oder Niederlagen sprechen. Das macht nicht nur menschlicher, sondern auch sympathischer. Alles andere wirkt eben nicht mehr authentisch, sondern aufgesetzt und unrealistisch und gefallsüchtig. Je kleiner Sie sich hier und da machen, desto mehr gewinnen Sie an Größe.


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