Karrierestopp? Dann stellen Sie sich diese 4 Fragen

Viele Menschen haben im Laufe ihres Lebens verschiedene Vorstellungen davon, wie ihre berufliche Zukunft einmal aussehen sollte. Kinder gehen noch sehr idealistisch an die spätere Karriere heran. Mädchen wollen oft Tierärztin werden, Jungen häufig Feuerwehrmann – Berufe, in denen man helfen, etwas bewegen kann. Wenn Sie auf Ihre jetzige Tätigkeit blicken, hat das etwas mit dem zu tun, was Sie sich früher einmal ausgemalt haben? Häufig ändern sich die Vorstellungen mit Eintritt ins Erwachsenenleben. Da spielen dann neue Aspekte eine Rolle. Und eh man sich versieht, findet man sich in einer Stelle wieder. Sie arbeiten einige Jahre, sind zufrieden, doch irgendwann geht es nicht mehr weiter: Karrierestopp – sollte das schon alles gewesen sein? Stellen Sie sich diese vier Fragen…

Karrierestopp? Dann stellen Sie sich diese 4 Fragen

Karrierestopp: Alles umkrempeln oder auf Bewährtem aufbauen?

Die hehren Ziele und Ideale der Jugend weichen irgendwann dem Realismus und dem Interesse an anderen Dingen. Plötzlich spielen Aspekte wie finanzielle Sicherheit, das berufliche Vorankommen und sozialer Status eine Rolle. In unsere Überlegungen fließen Wirtschaftsprognosen, Ausbildung, Familienplanung und Work-Life-Balance mit ein.

Das kann dazu führen, dass Sie sich irgendwann an einem Punkt in Ihrem Leben befinden, wo Sie morgens aufwachen und sich fragen, was Sie da eigentlich tun. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Sie feststellen, dass Sie eigentlich nur noch vom Chef genervt sind und die ganze Woche darauf hinarbeiten, dass Sie am Freitag alles fallen lassen können. Wer sich montags bereits nach dem Wochenende sehnt, steckt offenbar fest.

Aber so ein Karrierestopp ist kein Grund zur Panik: Auch in einer Tätigkeit, die von Routine geprägt ist, lässt sich noch Sinn finden. Bevor Sie alles über Board werfen und Ihre Koffer für ein Sabbatical packen oder kündigen, sollten Sie sich die Zeit für eine Bestandsaufnahme nehmen. Stellen Sie sich diese vier Fragen:

  • Karrierestopp: Stärken-Schwächen-Analyse

    Zu Beginn einer jeden Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen sollte eine Bestandsaufnahme stehen. Firmen nehmen eine sogenannte SWOT-Analyse vor, in der eben genau das gemacht wird, was Sie für Ihre berufliche Tätigkeit auch tun werden. SWOT ist eine englische Abkürzung und steht für Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Bedrohungen beziehungsweise hier: Risiken).

    SWOT-Analyse bei Karrierestopp

    Wo liegen Ihre Stärken? Was zeichnet Sie aus, unterscheidet Sie von anderen? Denken Sie daran, wofür Sie üblicherweise gelobt werden, welche Fähigkeiten und Eigenschaften Ihrer Persönlichkeit werden da für gewöhnlich hervorgehoben?

    Das, was Sie an dieser Stelle als herausragende Eigenschaften identifizieren können, ist Ihr Ansatzpunkt: Jetzt kommt der Feinschliff. Bauen Sie weiter darauf auf, besuchen Sie Weiterbildungen. Wenn Ihre Firma die Entwicklung ihrer Angestellten unterstützt, sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten. Schildern Sie ihm Ihre Ideen und klären Sie, wie Sie Ihre Arbeit dahingehend gestalten können, dass Ihr Fachwissen stärker in Ihren Arbeitsablauf hineinfließt.

    Natürlich müssen Sie sich auch Ihren Schwächen stellen. Schauen Sie einmal genau auf die Aufgaben, die Sie nach Möglichkeit vermeiden, die Ihnen Unbehagen verursachen und die mit Aufschieben einhergehen. Es gibt viele Gelegenheiten, auch da noch was zu verändern – theoretisch sogar abends vom Sofa aus.

    Die Punkte Chancen und Risiken bedürfen einer Betrachtung von außen. Suchen Sie Chancen, damit Sie mögliche Risiken abwenden können. Beispielsweise sehen Sie vielleicht die Tatsache, dass Ihr Chef demnächst in den Ruhestand geht, als Bedrohung an.

    Sie könnten es aber auch von einer anderen Warte aus betrachten: Das könnte für Sie eine Gelegenheit sein, ein gutes Verhältnis zu Ihrem neuen Vorgesetzten zu entwickeln und von dort aus Ihre eigene Karriere wieder in Angriff zu nehmen. In dem Moment, wo Sie Ihre eigenen Defizite benennen können, haben Sie die Möglichkeit etwas dagegen zu tun und das wird Ihnen langfristig gesehen weiterhelfen.

  • Was bringt Sie auf Touren?

    Wofür brennen Sie, erinnern Sie sich an Momente auf der Arbeit, die Ihnen besonders viel Spaß bereitet haben. Dabei ist es völlig unerheblich, ob das Gespräche mit Kunden oder Strategien zur Problemlösung mit den Kollegen waren. Wichtig ist herauszufinden, welche Bereiche Sie inspirierend und motivierend finden.

    Nur so können Sie solche Bereiche auch dauerhaft in Ihre jetzige Stelle eingliedern. Natürlich kann auch hier Ihr Vorgesetzter wieder der ideale Gesprächspartner dafür sein. Ansonsten fragen Sie Kollegen, mit denen Sie sich gut verstehen: Ziehen Sie auch ungewöhnliche Denkansätze in Erwägung. Hauptsache, Sie finden einen Weg, wie Sie Ihre Interessen zum Vorteil der Firma nutzen können.

  • Wie können Sie sich besser vernetzen?

    Es ist einfach und bequem, die Zeit überwiegend mit den Menschen zu verbringen, die Sie schon lange kennen – nur worin liegt da die Herausforderung oder gar Aufregung? Es geht nicht darum, alte Verbindungen zu kappen und gnadenlos auszumustern. Im Gegenteil, Sie können die weiterhin vertiefen.

    Aber was spricht dagegen, neue Menschen zusätzlich kennenzulernen? Verabreden Sie mit neuen Leuten zum Essen, oder laden Sie einen Kollegen, den Sie noch nicht so gut kennen auf einen Kaffee in der Pause ein.

    Wenn Sie sich diese Zeit nehmen und sich auf neue Bekanntschaften einlassen, dann erweitert das zwangsläufig Ihren Horizont. Richtiges Netzwerken bedeutet eben auch sich mit Leuten auszutauschen, die ähnliche Interessen und Fragestellungen in beruflicher Hinsicht haben. Und vielleicht ergeben sich aus diesen Bekanntschaften neue Möglichkeiten und interessante Beziehungen.

  • Wo sind einfache Änderungen möglich?

    Der Mensch ist ein Gewohnheitswesen. So furchtbar wir manche Routinen auch finden mögen – mit Veränderungen tun wir uns an der einen oder anderen Stelle trotzdem schwer. Um es sich zu vereinfachen, fangen Sie mit äußerlichen Veränderungen an.

    Dekorieren Sie Ihr Umfeld. Stellen Sie Pflanzen und Fotos auf, ändern Sie Ihren Bildschirmschoner. Selbst die Gestaltung Ihres Terminplaners kann Dinge auf schöne Art und Weise hervorheben.

    Danach ist Zeit, einmal genauer hinzuschauen, das heißt: Abläufe und lästige Gewohnheiten zu hinterfragen. Sie können sich beispielsweise überlegen, ob Sie den Tag nicht einmal anders beginnen wollen? Und wenn Sie diese ganzen kleinen Schritte bereits gegangen sind, dann gehen Sie ans Eingemachte: Schauen Sie, ob es Fähigkeiten gibt, die von Ihren Kollegen nicht abgedeckt werden.

    Das ist Ihre Gelegenheit, in diesem Gebiet ein Spezialist zu werden. Und jetzt heißt es: Nicht zu bescheiden sein. Zeigen Sie, was Sie können! Und wer weiß – vielleicht ist das der Grund für Ihren Alltagstrott und Frust gewesen: Keine Veränderungen über einen längeren Zeitraum und kein positives Feedback.

Dies ist natürlich nicht die ultimative Lösung für alle Ihre Probleme. Vielleicht haben Sie auch gemerkt, dass Sie wirklich etwas völlig Neues anpacken wollen, weil Ihr Vorgesetzter zu keinem konstruktiven Gespräch bereit ist.

Manchmal liegt es leider im Interesse der Chefs, dass Mitarbeiter sich nicht verändern, weil sie keinen adäquaten Ersatz für die Stelle haben. Letztlich geht es darum Ihnen einen Weg zu zeigen, bewusst über die eigene Situation zu reflektieren und an der einen oder anderen Stelle mit wenig Aufwand etwas zu ändern.

[Bildnachweis: Sergey Nivens by Shutterstock.com]
19. August 2017 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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