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Wechselwunsch: Den Job wechseln trotz Krise?

Mieser Job, mieser Chef, keine Perspektiven – es gibt viele Gründe für einen Wechselwunsch. Aber mitten in einer Krise den Job wechseln? Geht das überhaupt oder ist es Karrierekamikaze? Egal, ob Wirtschaftskrise und allgemeine Rezession oder Corona: Auch in schweren Zeit ist der Arbeitsmarkt nicht völlig unbeweglich. Ein Jobwechsel kann sinnvoll sein, wenn die Gründe und das Vorgehen stimmen. Das erfordert Planung und Vorbereitung. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Wechselwunsch auch in einer Krise umsetzen können…

Wechselwunsch: Den Job wechseln trotz Krise?

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Wechselwunsch in der Krise: Eine gute Idee?

Die Corona-Pandemie hat viele Arbeitnehmer nicht nur ins Homeoffice verbannt, sondern auch gezeigt: Kein Job ist wirklich sicher. Zahlreiche Unternehmen mussten Kurzarbeit anmelden, um Kosten zu sparen mussten zudem Stellen abgebaut werden. Auch aktuell ist die wirtschaftliche und politische Lage angespannt. Ein Wechselwunsch ausgerechnet in einer solchen Krise? Das scheint keine gute Idee zu sein.

Es gilt aber auch: Jede Krise bietet Chancen. Es gibt Verlierer und Gewinner – und wer zur zweiten Kategorie gehören möchte, muss Mut beweisen. Deshalb ist ein Wechselwunsch mitten in einer Wirtschaftskrise keineswegs blanker Wahnsinn, sondern womöglich ein guter Anlass. Auch wenn eine Krise verunsichert: Wer gute Gründe hat UND Perspektiven, der kann den Job durchaus wechseln. Mehr noch: Aus ungekündigter Position heraus ist ein strategischer Jobwechsel immer besser als wenn Sie aus der Not heraus aktiv werden müssen.

Jeder zweite Arbeitnehmer hat einen Wechselwunsch

Tatsächlich hegt aktuell jeder zweite Arbeitnehmer einen Wechselwunsch. Zu diesem Ergebnis kommt der Jobwechsel-Kompass. Ganze 43 Prozent der Teilnehmer sagen sogar, dass sie ihre Erfolgsaussichten für einen Jobwechsel optimistisch einschätzen.

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In unserer Übersicht der wichtigsten Berufsbilder und Jobprofile finden Sie alles zur Ausbildung, Studium, Karriere- und Gehaltsaussichten sowie berufsspezifische Tipps und kostenlose Bewerbungsvorlagen. Beispiele:
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Wie können Sie den Wechselwunsch begründen?

Wer in einem Bereich arbeitet, der wenig bis gar nicht unter der Krise leidet oder einen Wechselwunsch hin zu diesem Bereich hat, sollte sich gut damit auseinandersetzen. Bei ungekündigter Stellung wird man Sie spätestens im Vorstellungsgespräch fragen, warum Sie sich wegbewerben. Es gibt gute und es gibt schlechte Beweggründe für einen Wechselwunsch.

Gute Gründe zeigen eine Hin-zu-Motivation und basieren auf einer intensiven Auseinandersetzung sowie einem Abwägen der Vor- und Nachteile. Eine schlechte Wechselmotivation hingegen basiert auf Affekthandlungen und dem Wunsch, dem alten Job zu entkommen.

Gute Gründe für einen Wechselwunsch

  • Berufliche Weiterentwicklung
    Sie haben über mehrere Jahre hinweg dieselbe Position inne und wollen Ihr Aufgabenspektrum verändern oder erweitern. Sie können sich vielleicht sogar vorstellen, völlig neue Herausforderungen wie etwa Führungsaufgaben zu übernehmen. Die Erweiterung des Kompetenzfeldes und ein hierarchischer Aufstieg sind typische Gründe für einen Wechselwunsch und daher völlig unverdächtig.
  • Private Gründe
    Nachvollziehbar sind beispielsweise private Gründe – zum Beispiel, wenn der Partner eine Anstellung an einem anderen Ort gefunden hat. In diese Kategorie fällt beispielsweise ein Teilzeitwunsch aufgrund Familienzuwachses.
  • Berufliche Neuorientierung
    Eine berufliche Neuorientierung, weil die alte Branche nachhaltig angeschlagen ist und sich nicht auf absehbare Zeit erholen wird, ist ein ebenfalls logischer Wechselwunsch. Dies gilt beispielsweise ebenso für aussterbende Berufe.
  • Internationale Erfahrungen
    Sie wollen den Job wechseln, weil die eigene Firma nur regional/national tätig ist und es Sie reizt, internationale Erfahrungen zu sammeln.
  • Gesundheitliche Gründe
    Die derzeitige Tätigkeit stellt eine Gefahr für Ihre Gesundheit dar – klar, dass das den Wechselwunsch bestärkt. Voraussetzung für einen erfolgreichen Wechsel ist natürlich, dass im neuen Job genau diese Umstände vermieden werden. Heikel außerdem: Sie müssen gleichzeitig signalisieren, dass Sie den Aufgaben der neuen Stelle absolut gewachsen sind und sich nicht dort ständig krankmelden werden.

Schlechte Gründe für einen Wechselwunsch

  • Mehr Geld
    Ein höheres Gehalt ist fast die natürliche Konsequenz bei einem Wechsel. Das ist auch legitim mit Blick auf Miete, Lebenshaltungskosten und dergleichen. Trotzdem klingt es latent gierig. Das lässt Personaler argwöhnen, der Bewerber sei lediglich am Gehalt interessiert und weniger an den Inhalten – wenig schmeichelhaft.
  • Mehr Zeit
    Ähnlich ungünstig der Hinweis, dass Sie mit einem anderen Job mehr Freizeit verbinden. Auch das hinterlässt eher den Eindruck, beim Kandidaten würde es sich eher um einen Low Performer handeln.
  • Mehr Lebensqualität
    Sehr ungünstig auch ein Wechselwunsch, weil Sie sich entspannteres Arbeiten wünschen. Natürlich ist ein Burnout aufgrund von Überarbeitung kontraproduktiv. Aber jeder Arbeitgeber wünscht sich einen hochmotivierten Mitarbeiter und keinen Bewerber, der im Subtext ausdrückt, dass ihm alles zu viel ist.
  • Mehr Spaß
    Jeder Job hat spannende und weniger interessante Anteile. Jedoch besteht der Selbstzweck von Arbeit nicht darin, dem Mitarbeiter Spaß zu machen. Wer seinen Wechselwunsch so begründet, weckt den Verdacht, dass er seine Aufgaben ziemlich unmotiviert wahrnimmt und beim geringsten Anlass nach etwas Neuem schaut.
  • Mehr Renommee
    Dass das Unternehmen toll ist, ist dem Personaler bekannt. Begründen Sie Ihren Wechselwunsch nur damit, dass die Marke so attraktiv ist, könnte man meinen, dass Sie vor allem auf Status und Image Wert legen, Ihnen aber die Tätigkeit als solches ziemlich egal ist.

Bei jedem Jobwechsel gilt: Absolutes No-go ist Lästern über ehemalige Vorgesetzte oder Arbeitgeber. Selbst wenn Sie nicht im Guten auseinandergegangen sind: Es fällt immer negativ auf Sie zurück, wenn Sie über andere lästern.

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Tipps für Neuorientierung in schwierigen Zeiten

Die Neuorientierung in einer Krise läuft grundsätzlich nach ähnlichen Kriterien wie ein Wechselwunsch zu jeder anderen Zeit. Besonders wichtig jedoch: Setzen Sie sich intensiv mit dem anvisierten Unternehmen auseinander. Wie krisenfest ist der Betrieb, welche Bereiche leiden unter der Krise und wie sicher sind die Jobs? Steckt die Branche gerade mitten in einer schwierigen Phase, muss Ihnen die damit verbundene Unsicherheit bewusst sein. Sonst sind Sie vielleicht von der nächsten Kündigungswelle betroffen.

Große Konzerne sind tendenziell sicherer und können Krisen leichter überstehen. Doch gerade der deutsche Mittelstand bietet großes Potenzial und viele sehr gute, aber oft eher unbekannte Arbeitgeber (siehe: Hidden Champions). Geht es an die Umsetzung Ihres Wechselwunschs, helfen diese Tipps:

Lassen Sie sich nicht nur von Angst leiten

Zweifel sind verständlich, doch sollten Sie Ihren Wechselwunsch nicht allein aus Angst auf Eis legen. Den Mutigen gehört die Welt! Wenn Sie gute Gründe für einen Jobwechsel haben und sich durch passende Stellenanzeigen eine Gelegenheit auftut, sollten Sie über Ihren Schatten springen. Es gibt keine Garantie, dass es klappt. Doch im aktuellen Job werden Sie vermutlich nicht glücklicher – und je länger Sie bleiben, desto größer der Frust. Sie entwickeln sich nicht weiter und auch Ihre Chancen auf einen Wechsel werden nicht besser. Sie verschwenden nur Zeit, weil Sie Angst hatten, etwas zu riskieren.

Klären Sie Ihre Beweggründe

Bevor Sie sich an Bewerbungsschreiben setzen, müssen Sie Ihre eigene Motivation klären: Woher kommt der Wechselwunsch? Gibt es einen konkreten Anlass, zieht sich die Jobunzufriedenheit schon länger hin? Wichtig auch: Es ist immer leicht zu sehen, was einen an der momentanen Stelle stört – versuchen Sie trotzdem positiv zu formulieren, was Sie sich von einem anderen Job erhoffen: Wie soll die neue Stelle beschaffen sein, was erwarten Sie vom Arbeitgeber? Was muss anders werden, welchen Mehrwert soll eine andere Stelle im Vergleich zur gegenwärtigen bieten? Diese Fragen helfen elementar bei der Auswahl geeigneter Stellen. Anderenfalls ist die Gefahr groß, dass Sie das gleiche in grün erhalten.

Aktualisieren Sie Ihre Unterlagen

Kein Mensch überarbeitet ständig seinen Lebenslauf. Solange alles rund läuft, ist das nicht weiter dramatisch. Im Falle eines konkreten Wechselwunschs kann sich allerdings einiges aufgetürmt haben. Tragen Sie also Daten nach und vervollständigen Sie gegebenenfalls Ihre Anlagen (neue Zertifikate?). Bedenken Sie, dass Bewerbungsfotos nicht älter als zwei Jahre sein sollten. Liegt die letzte Bewerbung bereits länger zurück, kann auch eine Überarbeitung notwendig sein – ein neues Layout lässt eine Bewerbung gleich viel interessanter erscheinen. Wichtig hierbei: Die Bewerbung muss später aus einem Guss sein, Anschreiben und Lebenslauf also demselben Konzept folgen und mit denselben Schriftarten und -größen arbeiten.

Lassen Sie sich Feedback geben

Dass vier Augen mehr sehen, wissen Sie. Das gilt nicht nur fürs Korrekturlesen. Ziehen Sie den Rat anderer heran, wenn es darum geht, Ihre Stärken und Schwächen einzuschätzen. Man selbst hat häufig einen blinden Fleck, wenn es um die Selbsteinschätzung geht. Wo sehen andere Menschen Sie? Was können Sie besonders gut, was weniger? Wichtig auch: Gibt es ernstzunehmende Alternativen? Falls nicht, wird der nächste Punkt besonders wichtig für Sie sein.

Bilden Sie sich weiter

Diese Stärken-Schwächen-Analyse kann ein Anhaltspunkt dafür sein, in welchen Bereichen Sie eventuell neues Wissen erwerben müssen. Wer aufgrund der Krise derzeit freigestellt oder bereits arbeitslos ist, sollte ohnehin die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen. Es gibt verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten, auch von zuhause aus. Sie signalisieren zukünftigen Arbeitgebern, dass Sie nicht untätig die Hände in den Schoß legen, sondern aktiv in sich und Ihre Zukunft investieren.

Wählen Sie den Job mit Bedacht

Wenn Sie in schwierigen Zeiten Ihrem Wechselwunsch folgen, sollten Sie umso stärker darauf achten, dass der Job Ihre Situation wirklich verbessert. Das gilt finanziell, vor allem sollte der Schritt aber Ihre Karriere weiterbringen und sich auf Ihre Zufriedenheit auswirken. Das Risiko lohnt sich nicht, wenn Sie trotz Wechsel eigentlich auf der Stelle treten.

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[Bildnachweis: FGC by Shutterstock.com]

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