Low Performer: Wie Arbeitgeber damit umgehen

Wenn die Leistung eines Mitarbeiters nachlässt und nicht mehr den Ansprüchen der Vorgesetzten genügt, sprechen Personaler von einem Low Performer. Für die Verantwortlichen gilt es jetzt zu handeln, denn natürlich soll vermieden werden, dass dieser Zustand zu einem dauerhaften Problem führt. Auch das restliche Team leidet unter den ausbleibenden Leistungen, da diese von anderen Mitarbeitern ausgeglichen werden müssen. Doch jeden Mitarbeiter sofort zu entlassen, wenn die Leistung nicht stimmt, ist nicht nur der falsche Weg, sondern auch arbeitsrechtlich in vielen Fällen nicht möglich. Die folgenden Schritte helfen Arbeitgebern dabei, mit Low Performern umzugehen…

Low Performer: Wie Arbeitgeber damit umgehen

Low Performance: Mögliche Gründe des Leistungstiefs

Wenn die Qualität der Arbeit plötzlich nachlässt und die Leistungen nicht mehr ausreichen, um die Erwartungen des Vorgesetzten zu erfüllen, ist die Ursachenforschung ein wichtiger Punkt.

Ein solcher Leistungsabfall geschieht selten ohne einen Auslöser oder konkreten Grund. Diese Gründe sind zwar sehr individuell und können bei jedem Mitarbeiter verschieden sein, doch nur wenn die Ursache des Problems bekannt ist, kann dieses auch an der Wurzel gepackt und gelöst werden. Die drei Hauptursachen für schlechte Leistungen im Job sind…

  • Überforderung

    Möglicherweise wachsen einem Mitarbeiter seine Aufgaben einfach über den Kopf und er kommt bei der Bearbeitung nicht mehr hinterher. Das bedeutet in der Konsequenz, dass entweder Aufgaben liegen bleiben oder dass die Qualität der einzelnen Aufgaben spürbar nachlässt.

  • Arbeitsklima

    Wenn die Atmosphäre im Team problematisch ist oder sogar schon Fälle von Mobbing aufgetreten sind, sind die Auswirkungen oft auch in den Leistungen der betroffenen Mitarbeiter deutlich spürbar.

  • Private Probleme

    Gerade für den Arbeitgeber ist dieser Punkt kritisch, da kein direkter Einfluss auf das Privatleben der Mitarbeiter möglich ist. Private Probleme können jedoch auch im Büro die Gedanken so sehr beschäftigen, dass Fehler programmiert sind.

Low Performer: 7 Schritte für den Umgang

Für den Arbeitgeber ist es entscheidend, wie er mit dem Low Performer umgeht. Das Ziel dabei sollte es natürlich immer sein, die Leistung zu erhöhen und so zu gestalten, dass die Qualitätsansprüche wieder erfüllt werden. Das ist zwar leicht gesagt, doch in der Realität erweist es sich oft schwieriger als erwartet.

Das Schlimmste, was ein Vorgesetzter in dieser Situation tun kann, ist abwarten. Natürlich lösen sich manche Probleme hin und wieder von alleine, doch das ist nicht die Mentalität, mit der ein Personalverantwortlicher handeln sollte. Bessere Aussichten auf Besserung bestehen hingegen, wenn aktiv etwas unternommen wird. Die folgenden sieben Schritte können als Orientierung dienen:

  1. Situation verdeutlichen.

    Der erster Schritt muss zwangsläufig sein, den Mitarbeiter auf die Probleme aufmerksam zu machen. Vielen Arbeitnehmern ist zwar bewusst, dass die Leistungen in letzter Zeit nachgelassen haben, doch ist an dieser Stelle eine genauere Betrachtung ratsam. Vergleichen Sie beispielsweise die erwarteten Leistungen anhand des Arbeitsvertrags mit der tatsächlichen Leistung. So können Sie dem Mitarbeiter die aktuelle Situation noch einmal vor Augen führen und durch Zahlen verdeutlichen.

  2. Benchmark überprüfen.

    Um festzustellen, dass es sich tatsächlich um einen einzelnen Low Performer und nicht um ein größeres Problem beispielsweise der gesamten Abteilung handelt, sollte der Vorgesetzte noch einmal die Fakten überprüfen. Sind die Erwartungen an den Mitarbeiter immer noch gerecht oder hat sich an der Arbeitssituation vielleicht etwas geändert? Möglicherweise dauert der intensive Kundenkontakt länger und es werden deswegen nur noch 15 anstatt der vorgegebenen 20 Kunden am Tag betreut. Es gilt also herauszufinden, ob das Problem überhaupt beim Mitarbeiter liegt.

  3. Ziele formulieren.

    Sollte sich herausstellen, dass es tatsächlich nur ein einzelner Mitarbeiter ist, dessen Leistungen hinter denen seiner Kollegen zurückbleiben, ist es Zeit für ein intensives Mitarbeitergespräch. Hierbei sollten zum einen die Gründe hinter der ausbleibenden Leistung erforscht werden, doch auf der anderen Seite auch das weitere Vorgehen geplant werden. Insbesondere müssen Ziele gesetzt werden, um die Leistung des Mitarbeiters wieder in die gewünschte Richtung zu lenken. Wie Sie in einem solchen Gespräch vorgehen sollten, finden Sie hier.

  4. Mitarbeiter unterstützen.

    Nachdem gemeinsam die Ziele besprochen worden sind, ist es natürlich in erster Linie am Mitarbeiter, diese auch umzusetzen. Doch es liegt auch in der Verantwortung des Vorgesetzten ihn dabei zu unterstützen. So kann der Mitarbeiter beispielsweise bei der bei einigen Aufgaben durch einen Kollegen unterstützt werden oder er erhält die Möglichkeit zu einer Fortbildung, um seine Leistungen zu verbessern. Je größer die Unterstützung durch den Arbeitgeber ist, desto größer ist in der Regel auch die Motivation des Mitarbeiters.

  5. Versetzungsmöglichkeiten prüfen.

    Sollten die vorangegangenen Schritte nicht den gewünschten Erfolg erzielen, ist eine weitere Möglichkeit die Versetzung des Mitarbeiters. Gerade wenn die Gründe der schlechten Leistung mit der Arbeitsatmosphäre zu tun haben, verspricht eine interne Versetzung eine Besserung der Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine freie Stelle beispielsweise in einer anderen Abteilung, für die der Mitarbeiter die nötige Qualifikation mitbringt.

  6. Abmahnung erteilen.

    Ist keine passende Stelle zu finden oder bringt eine Versetzung keine Verbesserung, führt in der Regel kein Weg an einer ersten Abmahnung vorbei. Diese ist ein deutliches Mittel, um den Arbeitnehmer auf die Missstände hinzuweisen und anzudeuten, dass der Arbeitgeber die aktuelle Situation nicht langfristig dulden wird. Hier finden Sie alles, was Sie zum Thema Abmahnung wissen müssen.

  7. Low Performer kündigen.

    Der letzte und unausweichliche Schritt ist die Kündigung des Low Performers. Dies sollte zwar immer die letzte Lösung sein, doch wenn alle anderen Schritte keine Verbesserung hervorbringen konnten, gibt es für den Arbeitgeber oft keine andere Möglichkeit. Hierbei gilt jedoch zu beachten, dass der Arbeitgeber nachweisen muss, dass die Leistung des Mitarbeiters tatsächlich über einen längerem Zeitraum deutlich unter dem Durchschnitt der Abteilung oder seiner Kollegen liegt. Hierfür ist also eine genaue Dokumentation erforderlich.

[Bildnachweis: Tero Vesalainen by Shutterstock.com]
9. März 2015 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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