Gehaltswunsch im Anschreiben: So formulieren Sie das

Oft werden Bewerber schon in der Stellenanzeige aufgefordert: „Nennen Sie uns Ihren Gehaltswunsch!“ Spätestens im Vorstellungsgespräch kommt das Thema „Gehaltsvorstellungen“ irgendwann zur Sprache. Darauf sollten Sie vorbereitet sein – und Ihren Gehaltswunsch klar nennen können. Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine angemessene Gehaltshöhe (oder Gehaltsspanne) finden und Ihre Gehaltsvorstellungen in der Bewerbung professionell formulieren…

Gehaltswunsch im Anschreiben: So formulieren Sie das

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Gehaltsvorstellung angeben oder nicht?

Grundsätzlich gilt: Die Gehaltsvorstellung in der Bewerbung niemals weglassen, wenn sie gefordert ist! Werden in der Stellenanzeige Gehaltsangaben explizit verlangt, müssen Sie dieser Bitte nachkommen. Egal, wie unangenehm das ist: Zum Gehaltswunsch schweigen, ist keine Option. Wenn Bewerber auf die ausdrücklich geforderten Gehaltsvorstellungen nicht antworten, geben sie unvollständige Unterlagen ab. Ein klarer Minuspunkt im Bewerbungsprozess.

Nicht wenige Personaler sortieren solche Bewerbungen sofort aus (wenn das nicht schon ein sogenannter CV-Parser erledigt). Schließlich missachtet der Bewerber eine ausdrücklich formulierte Erwartung.

Was tun, wenn KEIN Gehaltswunsch verlangt wird?

Falls das Unternehmen keinen Gehaltswunsch verlangt, müssen Sie den natürlich auch nicht im Anschreiben einbauen. Sollten Sie auch nicht. Das könnte schlafende Hunde wecken. Verlagern Sie das Thema lieber ins Vorstellungsgespräch. Gehaltsvorstellungen sind nur dann ein Pflichtteil im Bewerbungsschreiben, wenn Arbeitgeber danach fragen. Ansonsten bleibt es eine freiwillige Angabe – auf die Sie besser verzichten.

Wohin schreibe ich meinen Gehaltswunsch im Anschreiben?

Gehaltsangaben gehören generell ins Anschreiben – nicht in den Lebenslauf. Dort schreiben Sie Ihren Gehaltswunsch in den Schlusssatz oder letzten Absatz. Nicht selten werden Gehaltsvorstellung und Eintrittsdatum in einem Abschnitt formuliert. Dazu reichen ein bis zwei konkrete und präsize Sätze.

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Gehaltsforderung: Wieviel kann ich verlangen?

Wer geschickt verhandelt, kann bei einem Jobwechsel zwischen 5 und 20 Prozent mehr herausholen. Vor allem wenn Sie abgeworben werden. Faustregeln (Durchschnittswerte):

  • Berufseinsteiger: plus 3 bis 5 Prozent
  • Mehr Verantwortung und Aufgaben: plus 5 bis 7 Prozent
  • Höhere (Führungs-)Position: plus 10 bis 15 Prozent

Achtung: Liegt die Gehaltsforderung 20 Prozent über dem üblichen Marktwert, manövrieren Sie sich eher ins Aus.

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Gehaltsvorstellung berechnen: Was ist ein angemessenes Gehalt?

Um einen realistischen Gehaltswunsch im Anschreiben angeben zu können, müssen Sie Ihren aktuellen Marktwert kennen. Beim Berechnen der Gehaltsvorstellungen haben Sie verschiedene Optionen:

  • Gehaltstabellen
    Nutzen Sie verschiedene Gehaltstabellen und Gehaltsvergleiche im Internet. Auch bei uns finden Sie zahlreiche Angaben und Tabellen zum Gehalt oder Einstiegsgehalt.
  • Online-Jobbörsen
    Viele Online-Jobbörsen informieren ebenfalls über Berufsbilder und deren Gehälter. Auf unserer Jobbörse Karrieresprung.de finden Sie beispielsweise 400 Jobprofile aus verschiedenen Branchen mit Gehaltsangaben. Eine Jobbörsen-Übersicht finden Sie HIER.
  • Soziale Netzwerke
    Ein weiterer Weg, ein realistisches Gehalt zu recherchieren, sind Business Netzwerke wie Linkedin. Fragen Sie Branchenkollegen, ob die ungefähre Angaben dazu machen können, was sie für angemessen halten. Ebenso können Sie Stellenanzeigen auswerten: Manchmal werden dort sogar Gehaltsspannen genannt.
  • Gehalt berechnen
    Ein einfacher Trick, den perfekten Gehaltswunsch zu berechnen, ist: Nehmen Sie Ihren absoluten Minimallohn – und verdoppeln Sie diesen. Zugegeben, die Methode liefert nur einen Näherungswert, führt in der Praxis aber zu erstaunlich realistischen und durchsetzbaren Werten.

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Gehaltswunsch im Anschreiben: 7 Grundregeln + Muster

Wenn Sie Ihren Gehaltswunsch im Anschreiben formulieren, beachten Sie bitte folgende Grundregeln:

  • Nennen Sie immer ein Brutto-Jahresgehalt.
  • Formulieren Sie eine konkrete Zahl oder Gehaltsspanne.
  • Orientieren Sie sich am marktüblichen (Einstieg-)Gehalt.
  • Beim Jobwechsel können Sie 5-20 Prozent aufschlagen.
  • Die Gehaltsangabe enthält keine Zusatzleistungen.
  • 12 oder 13 Monatsgehälter spielt keine Rolle.
  • Der Gehaltswunsch steht im Schlusssatz des Anschreibens.

Gehaltswunsch angeben: Konkret argumentierend

Idealerweise kommen Sie bei Ihrem Gehaltswunsch direkt auf den Punkt. Formulieren Sie einen kurzen, aussagekräftigen Satz:

  • „Aufgrund meiner Qualifikationen und Kenntnisse halte ich ein Bruttojahresgehalt von 46.530 Euro für angemessen.“
  • „Entsprechend meiner beruflichen Kenntnisse liegt mein Gehaltswunsch bei 42.800 Euro brutto im Jahr.“
  • „Ein jährliches Bruttogehalt von 45.550 Euro entspricht meinen Vorstellungen.“
  • „Aufgrund meiner Fähigkeiten im Bereich XY empfinde ich 32.300 Euro brutto im Jahr als fair.“
  • „Meine Gehaltsvorstellungen liegen bei 37.200 Euro brutto im Jahr.“
  • „Ich stelle mir ein Gesamteinkommen mit Vergünstigungen und Zuschlägen um die 38.520 Euro vor.“

Muster: Gehaltswunsch als Gehaltsspanne angeben

Wer seinen Gehaltswunsch weniger direkt nennen will, kann auch eine Gehaltsspanne angeben und so Verhandlungsspielraum signalisieren. Rechnen Sie aber damit, dass Sie danach eher über den unteren Bereich der Spanne verhandeln.

  • „Mein Gehaltswunsch liegt zwischen 36.800 und 41.300 Euro brutto im Jahr.“
  • „Mein Gehaltswunsch liegt bei einem Brutto-Jahresgehalt im Bereich von 46.470 Euro.“
  • „Aufgrund meiner beruflichen Vorbildung stelle ich mir ein Gehalt zwischen 41.280 und 44.090 Euro im Jahr vor.“
  • „Ein Brutto-Jahresgehalt zwischen 44.280 Euro und 47.550 Euro empfinde ich für angemessen.“
  • „Ich stelle mir ein Jahresgehalt im Bereich von 39.300 Euro brutto im Jahr vor. Näheres bespreche ich gerne in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen.“

Gehaltswunsch nennen: Ausweichend und vage

Zu dieser Möglichkeit, einen Gehaltswunsch zu formulieren raten wir nur, wenn in der Stellenanzeige NICHT ausdrücklich nach Ihren Gehaltsvorstellungen gefragt wurde:

  • „Meinen Gehaltswunsch würde ich gerne in einem persönlichen Gespräch klären.“
  • „Gerne erkläre ich Ihnen meinen Gehaltswunsch in einem persönlichen Gespräch.“
  • „Meine Gehaltsvorstellungen können wir bei einem baldigen Kennenlernen klären.“
  • „Meinen Qualifikationen entsprechend, strebe ich eine der Position angemessene Vergütung an.“
  • „Ich freue mich, wenn Sie mich zum Vorstellungsgespräch einladen. Dabei können wir sicher auf meine Gehaltsvorstellungen zu sprechen kommen und uns einigen.“
  • „Mein Gehaltswunsch formuliere ich gerne, sobald ich mir ein genaueres Bild von der ausgeschriebenen Stelle und den damit verbundenen Anforderungen machen konnte.“
  • „Ich bin mir sicher, dass wir zu einer gemeinsamen meinen Qualifikationen angemessenen Lösung finden werden.“

Muster: Gehaltswunsch bei Teilzeitjobs

Falls Sie einen Teilzeitjob anstreben, bei dem es keine Angabe von Wochenstunden gibt, sollten Sie diese Berechnungsgrundlage im Anschreiben selbst schaffen. Letztlich machen Sie dazu nichts anderes als Dreisatzrechnen, wobei sie beide Variablen konkret benennen:

  • „Bei einer 50-Prozent-Stelle stelle ich mir ein Jahresgehalt von 22.780 Euro brutto vor.“
  • „Bei 20-Wochenstunden liegt meine Gehaltsvorstellung bei 20.150 Euro im Jahr.“
  • „Für die ausgeschriebene 25-Stunden-Stelle empfinde ich bei meinen Qualifikationen ein Gehalt zwischen 26.340 Euro und 28.120 Euro für angemessen.“

Diese Variante können Sie natürlich auch nutzen, wenn Sie sich für eine Vollzeitstelle bewerben. Meist handelt es sich dabei um eine 40-Stunden-Woche.

Weitere Tipps zum Schlusssatz in der Bewerbung erhalten Sie in diesem Video:

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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27. November 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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