Bewerbung 50+: Jobsuche im Alter

Der Höhepunkt kommt im Alter von 40 Jahren, danach wird es zunehmend schwerer auf dem Arbeitsmarkt. Eine Bewerbung 50+ avanciert manchmal gar zur Lotterie: Mal hat man Glück, meistens aber nicht. Sagen wir es, wie es ist: Es gibt sie nach wie vor – die Altersdiskriminierung auf dem Arbeitsmarkt. Zwar stehen laut Statistik in Deutschland rund 8,8 Millionen Menschen zwischen 50 und 65 Jahren in Lohn und Brot. Gleichzeitig sind aber nur ein Drittel der 55- bis 64-Jährigen überhaupt berufstätig. Gleichzeitig suchen immer mehr Unternehmen junge Mitarbeiter, wer sich mit über 50 bewirbt, wird manchmal schon aus diesem Grund aussortiert. Aber ist die Bewerbung mit 50+ deshalb völlig chancenlos? Nein! Wir zeigen, wie die Bewerbung auch im höheren Alter funktioniert…

Bewerbung 50+: Jobsuche im Alter

Probleme, die eine Bewerbung mit 50+ überwinden muss

Warum tun sich Ältere auf dem Arbeitsmarkt so schwer? Ein Problem: Arbeitgeber fürchten, dass sich die Einstellung nicht langfristig lohnt. Rein rechnerisch haben Bewerber 50+ zwar noch circa 15 Jahre und damit eine Menge Zeit im Job – ein Kandidat mit 30 kann dem Unternehmen jedoch noch mehr als 30 Jahre erhalten bleiben. Hier lohnen sich Investitionen in einen Mitarbeiter also noch viel mehr.

Hinzu kommt, dass Personaler oftmals davon ausgehen, dass junge Mitarbeiter noch geformt werden können. Durch Schulungen und gezielte Fort- und Weiterbildungen kann die optimale Besetzung für eine Stelle erreicht werden. Bei älteren Bewerbern sind solche Entwicklungen möglicherweise schwieriger. Manche Menschen hören (leider) irgendwann auf, sich weiterzuentwickeln.

Verstehen Sie das bitte nicht falsch: Das ist keine Kausalität, Motto: Ab 50 hört man auf, sich weiterzuentwickeln. Das ist Quatsch. Aber es korreliert bei vielen Menschen ganz oft. So entstehen genau diese Vorurteile auf Arbeitgeberseite. Wer sich mit 50+ bewirbt, muss also gezielt diesen Stereotypen entgegenwirken.

Mangelnde Flexibilität, keine Ahnung von der Digitalisierung und insgesamt nicht auf dem Stand der Dinge: Das sind wohl die gängigsten Vorurteile, mit denen viele Bewerber über 50 zu kämpfen haben. Erschwerend hinzu kommt, dass erfahrene Bewerber meist höhere Gehaltsvorstellungen mitbringen, weil sie sich in der Laufbahn einen gewissen Standard erarbeitet haben und finanziell keinen Rückschritt machen wollen.

Zudem wägen Personaler zwischen zwei Seiten ab: Zum einen nimmt die Leistungsfähigkeit mit steigendem Alter bei den meisten Menschen ab, auf der anderen Seite kommt mit der langjährigen Erfahrung eine enorme Kompetenz, Erfolge und bereits zahlreiche Nachweise über gute Leistungen. Diese braucht es bei der Bewerbung 50+ aber auch umso mehr, ansonsten wird es schwer bis unmöglich, Verantwortliche zu überzeugen.

Das ein oder andere Problem bei der Bewerbung 50+ kommt schon deshalb zustande, weil Jahrzehnte bei einem Arbeitgeber verbracht wurde und Jobsuchende sich auf einige grundlegende Veränderungen bei der Bewerbung einstellen müssen:

  • Verbreitungswege

    Zeitungen als Medium der Stellenausschreibung sind stark in den Hintergrund getreten. Wesentlich an Bedeutung gewonnen hat das Internet: Unternehmenswebseiten, Jobbörsen und soziale Netzwerke bilden die Hauptquellen. Hier informieren Sie sich und hier bewerben Sie sich ebenso.

  • Bewerbungsprozess

    Bewerbungen entsprechen mittlerweile anderen Kriterien, orientieren sich teilweise am anglo-amerikanischen Sprachraum. Bestimmte Trends spiegeln sich im Bewerbungsfoto, Aufbau oder Design wider. Die Digitalisierung betrifft auch die Zustellung der Bewerbung: Statt des Postversands wird häufig die E-Mail-Bewerbung oder die Online-Bewerbung bevorzugt. Je nach Branche wird die Bewerbung entsprechend aufwendig. In der Kreativbranche darf es dann gerne ein Bewerbungsvideo sein.

  • Fertigkeiten

    Kenntnisse in den gängigen MS-Office-Produkten sind eine Selbstverständlichkeit, Sie gestalten damit Ihre Bewerbungsunterlagen. Ebenso sollte Ihnen der Umgang mit verschiedenen Dateiformaten und die Komprimierung von großen Dateien keine Probleme bereiten. Wer hierbei Schwierigkeiten hat, sollte sich von Experten im Familien- und Freundeskreis helfen lassen.

Bewerbung 50+: Typische Formulierungsfehler

Das vermeintliche Manko des Alters beginnt vor allem im Kopf. Viele ältere Bewerber, die vielleicht auch schon ein paar Absagen kassiert haben, rücken ihr Lebensalter immer mehr in den Mittelpunkt: Es wird zur Entschuldigung und Rechtfertigung für die stockende Karriere.

Entsprechend versuchen die Bewerber mit 40, 50+ genau gegen dieses unterschwellige Handicap und herrschende Vorurteile in der Bewerbung anzuschreiben. Effekt: Das genaue Gegenteil – sie verstärken so nur noch mehr den Fokus auf das Alter und nicht auf Ihre eigentlichen Stärken und Qualitäten.

Zu den typischen Formulierungsfehlern gehören etwa die vier folgenden Beispiele. Natürlich gibt es noch mehr. Diese zeigen Ihnen aber schon ganz gut, wo Fallstricke und falsche Blickwinkel lauern…

  1. Mit meinen 51 Lebensjahren möchte ich…

    Ziele zu haben, ist nicht verkehrt. Hier aber wird das Alter sogar noch betont. Dreifach falsch! Erstens, weil so womöglich schlafende Hunde geweckt werden; zweitens, weil das Lebensalter keinerlei Qualitätskriterium darstellt; drittens, weil der neue Arbeitgeber nicht die Wohlfahrt ist. Nicht wie Sie sich verwirklichen möchten interessiert, sondern wie das Unternehmen von Ihnen profitiert. Betonen Sie besser das – und streichen Sie beim Korrekturlesen Ihrer Bewerbungsunterlagen alle Formulierungen ohne Aussagekraft.

  2. Ich kann auf 20 Jahre Berufserfahrung zurückblicken…

    Das ist schön, dass Sie das können. Aber der Blickwinkel ist falsch: Sie blicken zeitlich zurück – in Ihre Vergangenheit. Personaler aber blicken nach vorne, sie suchen die künftige Idealbesetzung für eine Stelle und damit jemanden, der diese Herausforderung meistern kann. Erfahrung, die Sie allein in Jahreszahlen messen, sind daher ein denkbar schwaches Argument. Viel wichtiger in Anschreiben und Lebenslauf sind bisherige Erfolge. Sie belegen, wo und wie Sie echten Mehrwert geschaffen haben. Ideal ist, wenn Sie dies sogar durch Zahlen untermauern können. Verzichten Sie daher im Anschreiben auf die Erwähnung der Berufsjahre, die sieht der Personaler sowieso im Lebenslauf. Betonen Sie eher, dass Sie sämtliche sogenannten Muss-Qualifikationen (also alle in der Stellenanzeige verlangten) mitbringen – zu 100 Prozent. Schon 95-Prozent-Kandidaten werden oft aussortiert.

  3. In meiner Laufbahn habe ich meine Lernfähigkeit bewiesen…

    Hinter dieser Formulierung steckt ein gefährlicher Trugschluss: Immer dann, wenn ältere Bewerber glauben, ihr Wissen sei nicht mehr aktuell oder gar veraltet und ihre Qualifikationen nicht ausreichend, weisen sie auf ihre Lernbereitschaft hin – Motto: Den Job kann ich zwar nicht, aber ich würde es gerne lernen. Erliegen Sie bitte nicht dieser Illusion. Offenheit und Lernwille können fehlende Kompetenzen nicht kompensieren. Allenfalls Uniabsolventen wird noch eine gewisse Formbarkeit zugesprochen – und selbst die haben es schwer, wenn Muss-Qualifikationen fehlen. Mit 50+ kann man sich diese Bewerbung sparen. Auch wenn es hart ist: Erwerben Sie diese Kompetenzen entweder oder bewerben Sie sich besser auf eine andere Stelle.

  4. Jetzt möchte ich noch einmal durchstarten…

    Das klingt nach hoch gekrempelten Ärmeln, Top-Motivation, dem Blick nach vorne und zweitem Frühling… denken Sie! Ein Irrtum. Denn es drückt zugleich blumig aus, dass Sie mit der bisherigen Entwicklung nicht zufrieden waren und dass Sie vor allem die eigene Karriere im Blick haben. Natürlich ist es wichtig, dass Sie im Anschreiben Ihre Motivation herausarbeiten. Aber was hat der Arbeitgeber davon, dass Sie noch mal durchstarten wollen? Und was, wenn die angestrebte Position doch Vieles beinhaltet, was Sie bisher gemacht haben? Dann stellt man am Ende eine Fachkraft ein, die sich bald schon langweilen und frustrierter sein wird als je zuvor. Statt Durchstarten gibt’s eine Bruchlandung. Diesen Verdacht sollten Ältere erst gar nicht nähren.

Diese Fähigkeiten verbessern sich im Alter

Bewerbung 50+ Job im AlterBei einer Bewerbung 50+ werden selten die Vorzüge des Alters gesehen. Der Fokus scheint immer auf den Problemen und Nachteilen zu liegen. Zu Unrecht, denn Wissenschaftler sind sich längst einig, dass einige Fähigkeiten mit dem Alter immer besser werden.

Biochemisch betrachtet sind am menschlichen Gehirn vor allem zwei Dinge interessant:

  • Sein Potenzial ist schier unerschöpflich und
  • mit zunehmendem Alter wird es immer besser.

Wer älter wird, dem baut der Geist Brücken statt Krücken: So verbessert sich mit dem Alter etwa…

  • das Sprachvermögen,
  • die Ausdrucksvielfalt nimmt zu
  • die kristalline Intelligenz
  • der Zugang zu Synonymen und Antonymen fällt leichter.

Der Zugriff auf Gelerntes gelingt bei Arbeitnehmern 50+ besser, da dem vorhandenen Wissen lediglich neue Bausteine hinzu gefügt werden. Das ist hochgradig effizient. Ein Experiment der Universität Illinois zeigte etwa: 30 Jährige FLuglotsen schnitten im Vergleich mit 60-jährigen Kollegen erwartungsgemäß besser bei Tests zu Reaktionstempo und Merkfähigkeit ab.

Ein zweiter Test, der stärker an die berufliche Praxis angelehnt war, zeigte jedoch: Wenn es um Aufgaben geht, bei denen die Generation 50+ auf ihre Erfahrung zurückgreifen kann, haben die jungen Kollegen keine Chance. Mit geringerem Aufwand, weniger Kommandos und deutlich entspannter koordinierten die erfahrenen Fluglotsen verschiedene Maschinen und reagierten auf plötzliche Notfälle.

Zudem nimmt im Alter die Fähigkeit, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und Ablenkungen zu ignorieren, zu. Auch komplexes Denken fällt leichter, wodurch selbst bei komplizierten Problemen bessere Lösungen gefunden werden können. Dies geht Hand in Hand mit der Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

Natürlich sollten Sie dies alles nicht einfach in Ihre Bewerbung 50+ packen, sondern gezielt auswählen, was zu Ihnen und dem angestrebten Beruf passt. Zudem ist es eine wichtige Erinnerung für den eigenen Hinterkopf: Sie müssen bei einer Bewerbung in höherem Alter nicht den Kopf einziehen und zurückhaltend auftreten. Stattdessen gibt es zahlreiche Pluspunkte, die Sie mitbringen und entsprechend verkaufen sollten.

Tipps für die Bewerbung 50+

Gerade bei älteren Arbeitnehmern sind die Choreografie und der Aufbau der Bewerbungsunterlagen essenziell. Hier lässt sich durchaus geschickt tricksen (siehe auch HIER). Gemeint sind damit weniger geschliffene Formulierungen, sondern vielmehr aussagekräftige Inhalte so zu präsentieren, dass sie möglichst vorteilhaft wirken.

Neben reinen Formalia, die Sie beachten sollten…

…gilt es vor allem das Alter in den Hintergrund zu rücken und durch geballte Kompetenz und Erfolge zu punkten – und das so authentisch wie möglich.

Betonen sollten Sie wichtige Kompetenzen und Vorzüge, die Personaler 50-Plus-Bewerbern regelmäßig bei Umfragen zusprechen:

Bei all dem, sollten Sie Anschreiben und Lebenslauf dennoch nicht überfrachten: Weniger ist mehr. Immer. Auch wenn Sie auf 20 Jahre Berufserfahrung blicken können: Länger als höchstens zwei Seiten sollte Ihr Lebenslauf nicht sein. Zeigen Sie gleich, dass Sie sogenannte Postkorbübung aus dem Eff-Eff beherrschen und sich auf das Wesentliche konzentrieren und dieses auch herausarbeiten können.

Aber auch mit diesen Bewerbungstipps und -tricks können Sie bei der Bewerbung 50+ punkten:

  • Konzentrieren Sie sich auf aktuelle Punkte

    Bei der Bewerbung 50+ kommt Ihnen entgegen, dass sich der amerikanische Lebenslauf durchgesetzt hat, bei dem aktuelle Stationen zuerst genannt werden. Diese Form sollten Sie unbedingt nutzen, da bei einem chronologischen Lebenslauf zuerst zahlreiche Informationen kommen, die bereits einige Zeit zurückliegen.

    Auch bei Fort- und Weiterbildungen können Sie besonders punkten, wenn es sich um Wissen und Know How handelt, dass auf dem aktuellen Stand ist und nicht zehn oder mehr Jahre zurückliegt. Wenn es sich dabei um maßgebliche Qualifikationen handelt, können Sie diese natürlich auch angeben, besser kommt aber an, was nicht so lange zurück liegt. Was zu lange her ist und keinen sehr direkten Bezug zur Stelle hat, sollten Sie lieber weglassen.

  • Gefestigte Verhältnisse

    Mit gestiegenem Alter haben Sie vielleicht schon eine Immobilie – und die macht buchstäblich immobil. Andererseits ist das aber auch ein Indiz für ein gefestigtes privates Umfeld. Kinder? Die sind schon aus dem Gröbsten raus. Work-Life-Balance? Haben Sie sich längst geschaffen. Entsprechend gefestigt sind sie auch im Job: integer und loyal. So schnell wechseln Sie nicht mehr, dafür bringen Sie sich noch einmal voll ein… diszipliniert und diskret. Spielen Sie diese Vorzüge souverän und gezielt aus!

  • Ausgeprägte Soft Skills

    Aufgrund Ihrer Erfahrungen gibt es kaum einen Kollegentypus, mit dem Sie nicht schon zusammen gearbeitet haben. Ihre Menschenkenntnis hilft Ihnen dabei, Kollegen nach einer Weile recht zuverlässig einzuschätzen. Das macht sich im Umgang bezahlt, denn Sie können angemessen auf unterschiedliche Bürotypen reagieren. Das führt zu einem entspannterem Arbeitsklima, denn Sie können mit Konflikten umgehen.

  • Modernes Bewerbungsfoto

    Wenn sich Ältere bewerben, sollte die Bewerbungsmappe Modernität ausstrahlen – und so schon optisch allen Klischees entgegen wirken. Achten Sie also beispielsweise auf ein moderne Layout der Bewerbung (natürlich nicht zu kreativ – das wirkt gewollt), mehr aber noch auf ein frisches Bewerbungsfoto: kräftige Farben, frischer Hintergrund – alles, nur kein Oma-Image. Extra-Tipp: Lassen Sie sich im Halbprofil ablichten. Auch das wirkt schon jünger als ein Frontalbild. Und sollte es zu einem Videochat via Skype kommen, achten Sie bitte auf einen frischen Hintergrund (keine Schrankwand), gute Ausleuchtung (auf Falten und Schlagschatten achten) sowie ein flottes Outfit. Allein schon, dass Sie Videochats können, beweist Modernität. Weitere Tipps zur Videobewerbung finden Sie HIER.

  • Flexibles Gehalt

    Die Gehaltsvorstellungen sind bei Bewerbern mit 50+ ein besonders sensibles Thema. Denn tatsächlich konkurrieren sie mit vielen jüngeren Bewerbern, die auch meist günstiger auf dem Arbeitsmarkt zu haben sind. Sie sollten daher ihr Gehaltsvorstellungen realistisch hinterfragen, ob diese beim Jobwechsel wirklich steigen können und müssen und auch zum Betrieb passen. Alternative zwei: Sie argumentieren (wenn es passt) mit Vorzügen: Sie bringen wichtige Kundennetzwerke und Kontakte mit, sparen Einarbeitungszeit und können mit ihren Kenntnissen die Aufgaben in kürzerer Zeit bewältigen.

Hier finden Sie Muster und Vorlagen für die Bewerbung 50Plus

Anschreiben Bewerbung 50 plus MusterGanz grundsätzlich gilt, dass eine Bewerbung 50+ den gleichen Regeln folgt wie jede andere Bewerbung. Natürlich rücken Sie Ihre Vorzüge in den Vordergrund – in Ihrem Fall Ihre Erfahrung.

Darauf dürfen Sie sich jedoch nicht ausruhen, das heißt, Sie müssen den Personaler davon überzeugen, dass Sie ganz im Hier und Jetzt leben und sich gegenwärtigen Herausforderungen bewusst sind. Gerade aktuelle Weiterbildungen helfen dabei, viele Vorurteile zu entkräften.

Damit können Sie nicht nur etwaige Lücken im Lebenslauf überbrücken, sondern bleiben beispielsweise bei digitalen Entwicklungen am Ball. Wie Sie eine Bewerbung 50+ am besten formulieren und gestalten, können Sie inklusive kostenlosen Mustern und Vorlagen folgenden Links entnehmen:

Bewerbung 50+: Arbeitgeber denken um

Die gute Nachricht ist: Das Blatt wendet sich. Dazu trägt nicht nur das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bei, umgangssprachlich als Antidiskriminierungsgesetz bezeichnet. Viele Unternehmen realisieren inzwischen, dass altersgemischte Teams erfolgreicher sind und vielfältigere Ideen liefern.

Und da die Deutschen insgesamt immer älter werden, müssen die Unternehmen ohnehin umdenken und ihre Personalpolitik dem demografischen Wandel anpassen. Einige Arbeitgeber nutzen diese Chance, gezielt ältere Fachkräfte zu rekrutieren, bereits mit großem Erfolg. Andere werden früher oder später – gezwungenermaßen – nachziehen.

Im Zuge des Fachkräftemangels steigen außerdem die Gehälter an, das höhere Gehalt als Gegenargument bei Bewerbungen 50+ zählt nicht mehr. Ebenso wenig wie die Unterstellung, dass ältere Arbeitnehmer nicht mehr so leistungsfähig seien. Denn nicht nur die Lebenserwartung hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Die Menschen sind auch wesentlich fitter als je zuvor. Nicht umsonst heißt es: 40 ist das neue 20.

Für Sie ergeben sich so aber auch wieder neue Chancen – zum Beispiel, indem Sie sich im Internet oder telefonisch nach dem Umgang mit Diversity-Themen im Unternehmen erkundigen. Weisen die Teams dort bereits eine gute Mischung in Sachen Geschlecht, Internationalität und Vorbildung aus, ist auch ein Altersmix oft kein Problem…

[Bildnachweis: stockfour by Shutterstock.com]
9. April 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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