Wechselbereitschaft: Zeit für einen neuen Job?

Es gibt viele Gründe dafür, warum bei Arbeitnehmern die Wechselbereitschaft steigt und sie sich schließlich einen neuen Job suchen. Anders als man vielleicht denken könnte, spielt das Gehalt nicht immer die wichtigste Rolle. Neben den „harten Fakten“ hat auch die Branche einen starken Einfluss auf die Wechselbereitschaft. Trotzdem scheuen sich einige Arbeitnehmer davor, den aktuellen Job zu verlassen und sich neu zu bewerben. Sind Sie sich auch noch unschlüssig? Dann helfen Ihnen unsere Tipps und der Selbsttest…

Wechselbereitschaft: Zeit für einen neuen Job?

Wechselbereitschaft: Die Gründe

Obwohl man vielleicht zuallererst an mehr Geld als den Hauptgrund für die Wechselbereitschaft von Arbeitnehmern denkt, stimmt das nicht immer. Wie eine Studie des Jobportals Linkedin aus dem Jahr 2018 zeigt, haben die am meisten genannten Gründe zunächst gar nichts mit der Bezahlung zu tun:

  1. Fehlende Aufstiegsmöglichkeiten
  2. Schlechte Führungsqualitäten des Vorgesetzten
  3. Unzufriedenheit mit der Unternehmenskultur

waren laut Umfrage die wichtigsten Punkte für die befragten Personen, sich nach einem neuen Job umzusehen. Die Entlohnung darf natürlich trotzdem nicht vernachlässigt werden: Auf Platz vier wird sie schließlich von 34 Prozent der mehr als 10.000 befragten Arbeitnehmer benannt.

Bedeutet im Umkehrschluss aber eben auch, dass sich die Wechselbereitschaft von Arbeitnehmern nicht allein durch eine bessere Bezahlung begraben lässt. Der Arbeitgeber muss mehr tun, gerade um gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte im Unternehmen zu halten.

Wechselbereitschaft und Branche

Wie wechselwillig Mitarbeiter sind, hängt auch davon ab, in welcher Branche sie beschäftigt sind. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat dazu auf der Grundlage von Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) die Wechselbereitschaft der verschiedenen Arbeitnehmer berechnet.

Was nun vielleicht niemanden verwundern wird: Jobs in der öffentlichen Verwaltung sind immer noch begehrt und wenn man als Arbeitnehmer einen solchen ergattert hat, gibt man ihn so schnell auch nicht wieder her: Laut Berechnungen des IW werden pro Jahr lediglich 13 Prozent der Stellen neu besetzt. Vermutlich sind auch die guten Arbeitsbedingungen und der TVöD ein Grund dafür, dass Stelleninhaber sich eher ungern auf einen neuen Job bewerben.

Grundsätzlich zeigen die Zahlen, dass die Wechselbereitschaft in denjenigen Jobs besonders hoch ist, in denen keine besonderen Kenntnisse gefragt sind und die im Prinzip auch von ungelernten Arbeitskräften ausgeübt werden können. Als Beispiele nennt das IW Jobs in der Gastronomie (67 Prozent Wechselbereitschaft) und Landwirtschaft (70 Prozent).

Dabei darf man natürlich auch nicht vergessen, dass es sich bei diesen Tätigkeiten häufig um Saisonarbeit handelt. Im Frühjahr und Sommer benötigen sowohl Landwirte als auch viele Cafés und Restaurants verstärkt Aushilfen. Werden diese im Herbst und Winter nicht mehr gebraucht, kommt es zu vielen Wechseln (oder Kündigungen) in der Branche.

Was die Wechselbereitschaft angeht, haben wir damit aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. In einer anderen Branche kommt es – rein rechnerisch betrachtet – in weniger als einem Jahr zu dem kompletten Austausch der Belegschaft: In der Zeitarbeit. Die Fluktuationsrate liegt hier bei beachtlichen 121 Prozent.

Was Unternehmen tun können, um Fachkräfte zu halten

Was Unternehmen tun können, um Fachkräfte zu haltenDie Gründe, warum Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, geben den Entscheidungsträgern im Betrieb bereits deutliche Hinweise darauf, was sie besser machen können, um Leistungsträger in der Firma zu halten.

Folgende Maßnahmen gehören dazu:

Daneben ist es in Bezug auf die Wechselwilligkeit außerdem wichtig, dass die Mitarbeiter die Wertschätzung ihres Vorgesetzten erfahren. Das führt nicht nur dazu, dass Sie die Fluktuationsrate senken, sondern auch, dass die Arbeitnehmer mit mehr Motivation und Produktivität an die Arbeit gehen.

Ist es Zeit, den Job zu wechseln?

Fragen Sie sich, ob es bei Ihnen auch an der Zeit sein könnte, sich nach einem neuen Arbeitgeber umzusehen? Wenn Sie sich noch nicht abschließend sicher sind, ob die Zweifel am Job dazu ausreichen und Ihre Wechselbereitschaft groß genug ist, einen neuen Arbeitgeber zu suchen, können Ihnen folgende Fragen helfen:

  • Warum machen Sie den Job?

    Zunächst sollten Sie sich bewusst werden, warum Sie den aktuellen Job wirklich machen. Haben Sie ihn angenommen, weil Sie dringend Geld brauchten oder sind Sie nach dem Studium oder Ihrer Ausbildung eher zufällig in diesem Bereich gelandet?

    Wenn Sie in Wirklichkeit von einem ganz anderen Beruf träumen, wird über kurz oder lang Ihre Motivation nachlassen und gleichzeitig Ihre Wechselbereitschaft steigen. Heißt konkret: Die Zeit könnte reif dafür sein, nach einem neuen Job Ausschau zu halten.

  • Macht Ihnen die Arbeit Spaß?

    Schleppen Sie sich morgens ins Büro oder entdecken Sie häufig verblüfft, dass es schon Zeit ist, Mittagspause zu machen? Auch der Spaßfaktor spielt eine große Rolle dabei, wie schnell unsere Wechselbereitschaft ansteigt – oder eben sinkt.

  • Mit welchem Gefühl verlassen Sie den Arbeitsplatz?

    Können Sie es kaum erwarten, um 17 Uhr den Stift fallen zu lassen und so schnell wie möglich nach Hause zu eilen? Falls ja, könnte das ein deutlicher Hinweis sein, dass Sie nach neuen Stellenangeboten Ausschau halten sollten.

    Vor allem dann, wenn Sie es nicht nur nicht erwarten können, den Arbeitsplatz zu verlassen, sondern sogar zuhause angekommen und niedergeschlagen sind, weil Sie morgen wieder zur Arbeit müssen. Langfristig wird Sie dieser Job dann nicht mehr froh machen. Im Gegenteil, es droht Motivationsverlust, Krankheit und letztlich Burnout.

  • Wie fühlen Sie sich morgens?

    Nicht nur nach der Arbeit, auch morgens nach dem Aufstehen kann unsere Laune ein deutlicher Indikator dafür sein, ob wir den Job wechseln sollten. Hüpfen Sie morgens beschwingt aus den Federn und freuen Sie sich auf die neuen Herausforderungen, die der Tag für Sie bereithält oder möchten Sie sich am liebsten so schnell wie möglich wieder im Bett verkriechen?

    Wenn es Ihnen schon sonntags beim Gedanken an die Arbeit am nächsten Werktag den Magen umdreht, wird es höchste Zeit, dass Sie wieder eine Bewerbung zu schreiben und Ihrer Wechselbereitschaft nachzugeben.

  • Tun Sie etwas Sinnvolles?

    Für viele Menschen ist es wichtig, dass sie mit ihrer Arbeit einen echten Mehrwert schaffen. Das kann entweder sein, dass Sie im Unternehmen etwas bewegen möchten, aber auch, dass Sie etwas Soziales tun möchten, das einen nachhaltigen Einfluss auf die gesamte Gesellschaft hat.

    Wenn das bei Ihnen so ist, Ihr Arbeitgeber aber so gar nicht zu diesen Vorstellungen passt, kann auch das dazu führen, dass Sie unglücklich in Ihrem Beruf werden und Ihre Wechselbereitschaft steigt.

Diese 4 Motive sind entscheidend

Jobwechsel Motive TestIm Prinzip sind es vier Fragen, die Sie sich selbst beantworten können, um herauszufinden, ob Sie Ihrer Wechselbereitschaft nachgeben sollten oder ob es noch sinnvoll ist, am bestehenden Arbeitsverhältnis festzuhalten::

  • Wie wird meine Rolle im Unternehmen innerhalb des nächsten Jahres sein? Wird sich daran etwas ändern? Bin ich wichtig für die Organisation?
  • Würdigen meine Vorgesetzten und mein Chef meinen Einsatz und wird meine Arbeit wertgeschätzt?
  • Kann ich mich weiterentwickeln und mich für andere Postionen und Jobs interessanter machen (steigt mein Marktwert)?
  • Kann ich in der aktuellen Position meine Fähigkeiten und Talente bestmöglich einsetzen und aktiv das Unternehmen mit gestalten?

Selbsttest zum Jobwechsel

Wissen Sie immer noch nicht genau, ob Sie der in Ihnen schlummernden Wechselbereitschaft nachgeben sollen? Dann empfehlen wir Ihnen unseren Selbsttest – so finden Sie es heraus!

HIER geht’s zum Test.

Wechselbereitschaft: So finden Sie einen neuen Job

Die Entscheidung ist gefallen: Sie werden sich wieder bewerben. Dann sollten Sie einen Blick in unsere Jobbörse werfen, ob der richtige Job dort vielleicht schon auf Sie wartet.


Außerdem empfehlen wir Ihnen unsere umfangreiche Sammlung an Tipps, Videos und kostenlosen Vorlagen für die perfekte Bewerbung. Mit einer derart gründlichen Vorbereitung finden Sie bestimmt schnell einen neuen Job, der Sie glücklich macht.

[Bildnachweis: Peshkova by Shutterstock.com]
30. März 2019 Julia Sima Autorin Autor: Julia Sima

Julia-Eva Sima arbeitet als freie Journalistin und war mehrere Semester Dozentin an der Universität des Saarlandes. Danach wechselte sie in die Personalbranche und arbeitete unter anderem als Headhunter.



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