Wechselbereitschaft: Ist es Zeit für einen neuen Job?

Es gibt viele Gründe dafür, warum bei Arbeitnehmern die Wechselbereitschaft steigt und sie sich schließlich einen neuen Job suchen. Anders als man vielleicht denken könnte, spielt das Gehalt nicht immer die wichtigste Rolle. Neben den „harten Fakten“ hat auch die Branche einen starken Einfluss auf die Wechselbereitschaft. Trotzdem scheuen sich einige Arbeitnehmer davor, den aktuellen Job zu verlassen und sich neu zu bewerben. Sind Sie sich auch noch unschlüssig? Dann helfen Ihnen unsere Tipps und der Selbsttest…

Wechselbereitschaft: Ist es Zeit für einen neuen Job?

Anzeige

Wechselbereitschaft: Die Gründe

Die meisten denken zuerst an „mehr Geld“ als den Hauptgrund für die Wechselbereitschaft von Arbeitnehmern. Stimmt aber nicht immer. Wie eine Linkedin-Studie zeigt, haben die meistgenannten Gründe gar nichts mit der Bezahlung zu tun. Für den Jobwechsel-Wunsch verantwortlich sind vielmehr:

Das Gehalt tauchte erst auf Platz 4 auf. Bedeutet im Umkehrschluss: Die Wechselbereitschaft von Arbeitnehmern lässt sich nicht allein durch eine bessere Bezahlung senken. Um Fach- und Führungskräfte im Unternehmen zu halten, müssen Arbeitgeber vielmehr die Organisation selbst verbessern. Zum Beispiel indem sie folgende Maßnahmen ergreifen beziehungsweise einführen:

Wechselbereitschaft nach Branchen

Wie wechselwillig Mitarbeiter sind, hängt davon ab, in welcher Branche sie beschäftigt sind. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat dazu auf der Grundlage von Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) die Wechselbereitschaft der verschiedenen Arbeitnehmer berechnet: Jobs in der öffentlichen Verwaltung sind weiterhin begehrt und werden auch nicht so schnell gekündigt. Hier werden laut IW pro Jahr nur 13 Prozent der Stellen neu besetzt. Vermutlich sind auch die guten Arbeitsbedingungen und der TVöD ein Grund dafür.

Dafür ist die Wechselbereitschaft in Jobs besonders hoch, in denen keine besonderen Kenntnisse gefragt sind und die von ungelernten Arbeitskräften ausgeübt werden. Zum Beispiel in der Gastronomie (67 Prozent Wechselbereitschaft) und der Landwirtschaft (70 Prozent). Allerdings handelt es sich hierbei auch um Saisonarbeiten. Heißt: Im Frühjahr und Sommer benötigen sowohl Landwirte wie Cafés und Restaurants mehr Aushilfen, im Herbst und Winter aber weniger. Entsprechend kommt es hier zu mehr Jobwechseln (oder Kündigungen).

Anzeige

Ist es Zeit, den Job zu wechseln? – Wichtige Fragen

Geht es um Ihre Wechselbereitschaft, sollten Sie sich vorab wichtigen Orientierungsfragen stellen. Eine berufliche Neuorientierung ist schließlich nichts, was man ad hoc entscheiden sollte. Die folgenden Fragen haben sich dabei schon oft bewährt und dienen dazu, Ihre Wechselbereitschaft zu ermitteln:

Warum machen Sie den Job?

Zunächst sollten Sie sich bewusst werden, warum Sie den aktuellen Job wirklich machen. Haben Sie ihn angenommen, weil Sie dringend Geld brauchten oder sind Sie nach dem Studium oder Ihrer Ausbildung eher zufällig in diesem Bereich gelandet? Wenn Sie in Wirklichkeit von einem ganz anderen Beruf träumen, wird über kurz oder lang Ihre Motivation nachlassen und gleichzeitig Ihre Wechselbereitschaft steigen. Heißt konkret: Die Zeit könnte reif dafür sein, nach einem neuen Job Ausschau zu halten.

Macht Ihnen die Arbeit Spaß?

Schleppen Sie sich morgens ins Büro oder entdecken Sie häufig verblüfft, dass es schon Zeit ist, Mittagspause zu machen? Auch der Spaßfaktor spielt eine große Rolle dabei, wie schnell unsere Wechselbereitschaft ansteigt – oder eben sinkt.

Mit welchem Gefühl verlassen Sie den Arbeitsplatz?

Können Sie es kaum erwarten, um 17 Uhr den Stift fallen zu lassen und so schnell wie möglich nach Hause zu eilen? Falls ja, könnte das ein deutlicher Hinweis sein, dass Sie nach neuen Stellenangeboten Ausschau halten sollten. Vor allem dann, wenn Sie es nicht nur nicht erwarten können, den Arbeitsplatz zu verlassen, sondern sogar zuhause angekommen und niedergeschlagen sind, weil Sie morgen wieder zur Arbeit müssen. Langfristig wird Sie dieser Job dann nicht mehr froh machen. Im Gegenteil, es droht Motivationsverlust, Krankheit und letztlich Burnout.

Wie fühlen Sie sich morgens?

Nicht nur nach der Arbeit, auch morgens nach dem Aufstehen kann unsere Laune ein deutlicher Indikator dafür sein, ob wir den Job wechseln sollten. Hüpfen Sie morgens beschwingt aus den Federn und freuen Sie sich auf die neuen Herausforderungen, die der Tag für Sie bereithält oder möchten Sie sich am liebsten so schnell wie möglich wieder im Bett verkriechen? Wenn es Ihnen schon sonntags beim Gedanken an die Arbeit am nächsten Werktag den Magen umdreht, wird es höchste Zeit, dass Sie wieder eine Bewerbung zu schreiben und Ihrer Wechselbereitschaft nachzugeben.

Tun Sie etwas Sinnvolles?

Für viele Menschen ist es wichtig, dass sie mit ihrer Arbeit einen echten Mehrwert schaffen. Das kann entweder sein, dass Sie im Unternehmen etwas bewegen möchten, aber auch, dass Sie etwas Soziales tun möchten, das einen nachhaltigen Einfluss auf die gesamte Gesellschaft hat. Wenn das bei Ihnen so ist, Ihr Arbeitgeber aber so gar nicht zu diesen Vorstellungen passt, kann auch das dazu führen, dass Sie unglücklich in Ihrem Beruf werden und Ihre Wechselbereitschaft steigt.

Anzeige

Diese 4 Motive sind entscheidend

Im Prinzip sind es vier Fragen, die Sie sich selbst beantworten können, um herauszufinden, ob Sie Ihrer Wechselbereitschaft nachgeben sollten oder ob es noch sinnvoll ist, am bestehenden Arbeitsverhältnis festzuhalten::

  • Perspektiven: Wie wird meine Rolle im Unternehmen innerhalb des nächsten Jahres sein? Wird sich daran etwas ändern? Bin ich wichtig für die Organisation?
  • Wertschätzung: Würdigen meine Vorgesetzten und mein Chef meinen Einsatz und wird meine Arbeit wertgeschätzt?
  • Entwicklung: Kann ich mich weiterentwickeln und mich für andere Postionen und Jobs interessanter machen (steigt mein Marktwert)?
  • Einfluss: Kann ich in der aktuellen Position meine Fähigkeiten und Talente bestmöglich einsetzen und aktiv das Unternehmen mit gestalten?

Selbsttest zum Jobwechsel

Wissen Sie immer noch nicht genau, ob Sie der in Ihnen schlummernden Wechselbereitschaft nachgeben sollen? Dann empfehlen wir Ihnen unseren Selbsttest – HIER finden Sie es heraus!.

Anzeige

Wechselbereitschaft: So finden Sie einen neuen Job

Die Entscheidung ist gefallen: Sie werden sich wieder bewerben. Dann sollten Sie einen Blick in unsere Jobbörse werfen, ob der richtige Job dort vielleicht schon auf Sie wartet. Außerdem empfehlen wir Ihnen unsere umfangreiche Sammlung an Tipps, Videos und kostenlosen Vorlagen für die perfekte Bewerbung. Mit einer derart gründlichen Vorbereitung finden Sie bestimmt schnell einen neuen Job, der Sie glücklich macht.

Was andere Leser noch gelesen haben

[Bildnachweis: Peshkova by Shutterstock.com]
★★★★★ Bewertung: 4,97/5 - 7926 Bewertungen.
18. September 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.

Weiter zur Startseite