Kein Weg zurück: Was, wenn der Jobwechsel ein Fehler war?

Mit einem neuen Job sind große Hoffnungen und Erwartungen verbunden. Alles soll besser werden und ein Schritt in die richtige Richtung sein. Mehr Verantwortung, nettere Kollegen und ein besseres Betriebsklima, spannende Aufgaben, ein guter Chef und falls möglich auch noch eine höhere Bezahlung. Leider entpuppt sich längst nicht jeder berufliche Wechsel als solch ein Glücksfall und so müssen sich Arbeitnehmer teilweise bereits nach kurzer Zeit eingestehen, dass der Jobwechsel ein Fehler war. Hinzu kommt die unangenehme Erkenntnis, dass es in der Regel keinen Weg zurück gibt. Aber was nun? Lieber gar nicht wechseln, um das Risiko zu vermeiden, sich so gut es geht mit der neuen Situation abfinden oder vielleicht doch noch einen Weg zurück suchen?

Kein Weg zurück: Was, wenn der Jobwechsel ein Fehler war?

Kein Weg zurück: Wie kommt es zu schlechten Jobwechseln?

Es ist genau das, was nicht passieren soll und was viele Jobwechsler verhindern wollen – und doch passiert es immer wieder. Das neue Arbeitsverhältnis beginnt, die ersten Arbeitstage oder vielleicht auch die ersten Wochen sind geschafft und plötzlich trifft die Erkenntnis wie ein Schlag: Was hab ich nur getan? Die berufliche Veränderung war ein großer Fehler…

Auf einmal wünschen Sie sich, die Entscheidung rückgängig machen und noch einmal gänzlich neu überdenken zu können. Genau das wurde aber bereits im Vorfeld – hoffentlich – getan und dennoch kann es zum bösen Erwachen im neuen Job kommen. Da stellt sich die Frage, warum nicht bereits früher erkannt wird, dass der Wechsel möglicherweise nicht die beste Idee ist.

Dahinter können gleich mehrere Gründe stehen. Zunächst einmal ist längst nicht jeder Jobwechsel so gut durchdacht, wie er es sein sollte. Gerade wenn es im aktuellen Job sehr stressig zugeht, es Ärger mit Kunden, den Kollegen oder dem Chef gibt, ergreift mancher Mitarbeiter regelrecht die Flucht und unterschreibt das erstbeste Angebot bei einem anderen Arbeitgeber. Leider erhöht das nur die Wahrscheinlichkeit, vom Regen in die Traufe zu kommen.

Ein weiterer Faktor sind oftmals zu hohe oder schlichtweg falsche Erwartungen, die nicht erfüllt werden können. Wer glaubt, in den absoluten Traumjob zu wechseln und sich am neuen Arbeitsplatz im Paradies wiederzufinden, kann nur enttäuscht werden und das Gefühl entwickeln, den falschen Schritt gemacht zu haben. Leider kann ein weiterer Grund sein, dass der neue Arbeitgeber Ihnen viele falsche Versprechungen gemacht hat, die sich in Luft auflösen.

Zuletzt müssen Sie sich selbst manchmal eingestehen, dass der Job einfach nicht zu Ihnen passt und dass Sie sich selbst vielleicht auch falsch eingeschätzt haben. Neue Aufgaben, neue Kollegen, neues Arbeitsumfeld, vielleicht sogar eine neue Wohnung in einem anderen Bundesland, wenn der Job weiter weg liegt. Das klingt anfangs alles spannend, neu und aufregend, kann aber auch dazu führen, dass Sie feststellen, dass es doch nichts für Sie ist und Sie lieber an die alte Wirkungsstätte zurückkehren würden.

Gibt es wirklich keinen Weg zurück?

Kein Weg zurück Jobwechsel falsch Und jetztDie Kündigung ist eingereicht und wirksam, der neue Arbeitsvertrag unterschrieben und Sie haben bereits seit einiger Zeit im neuen Job gearbeitet. Dann festzustellen, was Sie an Ihrem alten Job gemocht haben, welche Vorteile dieser hatte und dass Sie eigentlich zurück gehen würden, ist schwierig und frustrierend. Das Kapitel ist schließlich abgeschlossen und es gibt keinen Weg zurück. Aber ist das wirklich so?

In den meisten Fällen leider ja. Das liegt nicht einmal daran, dass Sie Brücken hinter sich abbrechen und nur verbrannte Erde hinterlassen. Selbst wenn Sie sich im Guten von Ihrem Chef und den Kollegen getrennt haben, steht dem Weg zurück ein großes Hindernis im Weg: Mit Ihrem Weggang wird der alte Arbeitgeber nach einem Ersatz für Sie suchen und diesen mittlerweile vermutlich gefunden und eingestellt haben.

Ihre Position ist besetzt und das Unternehmen wird kaum den gerade gefundenen Mitarbeiter wieder entlassen, um Sie mit offenen Armen zurück empfangen zu können. Hinzu kommt der Zweifel beim Arbeitgeber, ob Sie sich nicht bei der nächsten Gelegenheit wieder absetzen und erneut das Weite suchen, wenn sich eine Chance ergibt.

Kein Weg zurück: Und jetzt?

Wenn Sie sich in einem neuen Job wiederfinden, der Sie alles andere als glücklich macht und den Gedanken weckt, alles wieder auf Anfang zu stellen, ist die traurige und schwierige Realität, dass diese Option nur in Ausnahmefällen möglich ist.

Das ist jedoch kein Grund zu verzweifeln. Gibt es keinen Weg zurück, müssen Sie eben weiter nach vorne gehen, wobei Sie verschiedene Alternativen haben. Einen grundsätzlich besten Weg gibt es dabei nicht, Sie sollten daher Ihre individuelle Situation reflektieren und sich überlegen, was für Sie der beste nächste Schritt ist.

Zunächst einmal gilt, dass Sie dem neuen Job zumindest eine faire Chance geben sollten. Berufliche Veränderungen sind selten leicht und verlaufen nicht problemlos. Sie müssen sich umstellen und an die neue Situation gewöhnen. Nach den ersten paar Arbeitstagen sofort wieder alles verändern zu wollen, ist in den meisten Fällen verfrüht. Nutzen Sie die Zeit, um zu schauen, ob Sie nicht doch mehr aus dem neuen Job herausholen können.

Sprechen Sie mit Ihrem Chef und suchen Sie nach Lösungen. Erklären Sie, was Sie sich anders vorgestellt haben und was Sie sich wünschen, um wirklich im neuen Job anzukommen und glücklich zu sein. Gleiches gilt für die private Situation, wenn Sie umziehen und sich in einer neuen Heimat einfinden müssen. Schauen Sie, was Sie tun können, um eine Verbesserung zu erzielen. Knüpfen Sie neue Kontakte und arbeiten Sie daran, sich zuhause zu fühlen.

Kommen Sie dennoch zu dem Schluss, dass der berufliche Wechsel ein Fehler war, führt auch der letzte Weg nicht zurück, sondern weiter nach vorn. Begeben Sie sich erneut auf die Jobsuche und achten Sie umso mehr darauf, eine passende Stelle zu finden. Ein erneuter Jobwechsel ist nicht angenehm und Sie werden den Schritt im Bewerbungsprozess vermutlich erklären müssen, doch ist es besser, als in einem Job festzustecken, in dem Sie weder erfolgreich noch zufrieden sind.

[Bildnachweis: Image Point Fr by Shutterstock.com]
7. Mai 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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