Sturheit: Gute und schlechte Seiten

Manche Menschen sind so stur, dass sie ohne Probleme jedem Stein in Sachen Unnachgiebigkeit Konkurrenz machen können. Kompromisse halten sie für ein Zeichen von Schwäche, ihre Meinung ist über jeden Zweifel erhaben und sie zu überzeugen, ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Einmal eine Meinung im Kopf, steht diese fest und ist unumstößlich – egal wie viel Gegenwind oder Argumente von anderen Seite auch kommen mögen. Kaum überraschend, dass Sturheit gerade bei den Mitmenschen keine besonders beliebte Charaktereigenschaft ist. Niemand möchte gegen eine Wand anreden, sondern auch bei einer Diskussion einen wirklichen Dialog führen können. Doch Sturheit hat – wenn Sie es nicht übertreiben – auch gute Seiten. Wann es gut und angebracht ist, stur zu bleiben und wann Sie lieber darauf verzichten sollten und eine offenere Haltung den größeren Erfolg verspricht…

Sturheit: Gute und schlechte Seiten

Sturheit Definition: Was bedeutet es, stur zu sein?

Sturheit Definition Bedeutung Psychologie Synonym stur bekämpfen Ursachen SprücheAls Sturheit wird die Eigenschaft eines Menschen beschrieben, nicht von seiner Meinung, seinen Plänen oder seinem Standpunkt abzuweichen – selbst dann nicht, wenn einiges dafür sprechen würde. In einer Diskussion könnte sich Sturheit also beispielsweise darin zeigen, dass Sie unablässig auf Ihre Ansicht pochen, obwohl Ihr Gegenüber bereits fünf stichhaltige Argumente geliefert hat, die seine Perspektive stützen.

Was die Sturheit ausmacht, zeigt sich auch in den häufigsten Synonymen, die im Sprachgebrauch verwendet werden. Dazu zählen:

  • Beharrlichkeit
  • Unnachgiebigkeit
  • Rechthaberei
  • Verbissenheit
  • Starrsinn
  • Bockigkeit
  • Dickköpfigkeit

Dabei zeigen gerade die beiden letzten Beispiele, dass Sturheit bei anderen Menschen nicht sonderlich gut ankommt. Immer wieder führt stures Verhalten zu Ärger und auch Streit. Der Grund: Es ist ungemein frustrierend, mit jemandem zu diskutieren, der gegen jedes Argument immun zu sein scheint und sich auch von Logik nicht beirren lässt.

Tatsächlich ist Sturheit in manchen Fällen aber sogar wünschenswert und Sie können davon profitieren, stur zu bleiben.

Sturheit: Sprüche und Zitate

  • Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom. Albert Einstein
  • O glaube mir, am schnellsten kommt zu Fall ein allzu starrer Sinn! Sophokles
  • Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen. Erich Kästner
  • In der Politik geht es nicht darum, recht zu haben, sondern recht zu behalten. Konrad Adenauer
  • Wer mit dem Kopf durch die Wand will, holt sich nur Beulen. Französisches Sprichwort
  • Ein Sturschädel ist sozusagen die Luxusausgabe eines Dummkopfes. Ernst Ferstl
  • Sturheit: Extremer Mangel an Flexibilität, weil das Wesentliche der Sache nicht richtig verstanden worden ist Gjergj Perluca
  • Das sind auch nicht immer die schlechtesten Menschen, die störrisch sind. Immanuel Kant
  • Sturheit hat für die Dummen etwas Bahnbrechendes. Gerhard Uhlenbruck
  • Wer sich von der Wahrheit nicht besiegen lässt, der wird vom Irrtum besiegt. Augustinus Aurelius

Sturheit: Hat sie wirklich gute Seiten?

Wer es schon einmal mit einem wahren Sturkopf zu tun hatte, hegt erst einmal berechtigte Zweifel an den guten Seiten der Sturheit. Und es stimmt: Sturheit bei anderen wird von den meisten Menschen abgelehnt und als negativ empfunden. Diese lassen nicht mit sich reden, scheinen nur am eigenen Ziel und nicht am gemeinsamen Erfolg interessiert zu sein und machen anderen so das Leben schwer.

Ein bisschen Sturheit kann der eigenen Sache aber durchaus dienlich sein – auch wenn es für andere nicht immer nachvollziehbar oder leicht ist. Vier gute Seiten der Sturheit:

  1. Sie verteidigen Ihre Meinung.

    Jeder hat das Recht, seine eigene Meinung zu äußern und diese auch zu verteidigen. Wer nicht auch mal Sturheit zeigen und zu seiner Meinung stehen kann, lässt sich leicht von anderen manipulieren und ist beeinflussbar.

  2. Sie können recht haben.

    Es ist sicherlich nicht immer der Fall, doch in vielen Situationen werden Sie mit Ihrer Meinung, einer Idee oder einem Vorschlag genau richtig liegen. Wenn Sie dann nicht stur bleiben können, entgeht Ihnen möglicherweise eine große Chance.

  3. Sie treffen Ihre eigenen Entscheidungen.

    Treffen Sie Ihre eigenen Entscheidungen, deren Konsequenzen Sie auch alleine tragen müssen, haben Sie jedes Recht auf Ihre Sturheit. Schließlich müssen Sie selbst mit den Folgen umgehen – und dies geht am leichtesten, wenn man auf sich selbst hört.

  4. Sie halten an Ihren Zielen fest.

    Es findet sich immer jemand, der etwas schlecht reden will oder sagt, dass ein Vorhaben unmöglich ist. Sturheit hilft dabei, sich über diese Einwände hinwegzusetzen und weiterhin beharrlich an seinen Zielen zu arbeiten, bis diese erreicht sind.

Sturheit: Darum sollten Sie vorsichtig sein

Wie bei vielen anderen Dinge gilt aber auch bei der Sturheit: Die Dosis macht das Gift. In Maßen und im richtigen Moment eingesetzt, können Sie davon profitieren, ab einem gewissen Punkt schaden Sie hingegen nicht nur Ihrem Umfeld, werden als unangenehmer und anstrengender Zeitgenosse empfunden, sondern machen sich auch selbst das Leben unnötig schwer. Drei gute Gründe, warum Sie Ihre Sturheit manchmal hinter sich lassen sollten:

  1. Sie stehen Veränderungen im Weg.

    Auch wenn es schwer fällt, muss man manchmal einsehen, dass es eine Veränderung braucht, damit es weitergehen kann. Dies gilt sowohl beruflich wie privat gleichermaßen. Bleiben Sie hingegen stur bei der Ansicht, dass alles so bleiben muss, blockieren Sie den nötigen Wandel und sorgen langfristig für immer mehr Probleme.

  2. Sie ignorieren Ihre Fehler.

    Stur zu sein, wenn man richtig liegt, ist ein Vorteil. Beharrt man hingegen unbeirrbar auf einem Fehler, macht man die Sache nur immer schlimmer, ignoriert gute Lösungs- und Verbesserungsvorschläge und lernt nicht dazu.

  3. Sie werden ausgegrenzt.

    Die meisten Menschen meiden eher den Kontakt zu einem unbelehrbaren Sturkopf, da jeder früher oder später mit ihm aneinander gerät. Haben Sie Ihre Sturheit nicht im Griff, dürfen Sie sich daher nicht wundern, wenn Sie immer weiter ausgeschlossen und isoliert werden.

Wichtig ist, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, an dem Sie Ihre Sturheit beiseite stellen und sich anderen Ansichten öffnen sollten. Je länger Sie stur bleiben und sich von außen nicht beirren lassen, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass die oben genannten Probleme eintreten und Ihre Sturheit sich eher als Klotz am Bein herausstellt.

Sofort einknicken müssen Sie nicht, Sie dürfen durchaus standhaft bleiben, Ihre Meinung vertreten und bis zu einem gewissen Grat stur sein. Häufen sich jedoch Widersprüche und Argumente, sollten Sie diese zumindest ernsthaft bedenken und nicht von vornherein ignorieren.

Sturheit bekämpfen: So überwinden Sie den Eigensinn

Sturheit bekämpfen: So überwinden Sie Ihre SturheitDie eigene Sturheit zu überwinden, ist gar nicht so leicht. Man ist es gewöhnt, unnachgiebig zu sein und die eigenen Ansichten durchzudrücken. Doch spätestens wenn dies zu Problemen führt, sollten Sie diese Art überdenken und etwas dagegen unternehmen.

Drei Wege, um Ihre Sturheit zu bekämpfen:

  • Akzeptieren Sie andere Meinungen. Der erste und wichtigste Schritt gegen die Sturheit: Hören Sie auf zu glauben, dass Sie die Weisheit für sich gepachtet hätten. Sie liegen genauso oft falsch, wie jeder andere. Lernen Sie, weitere Meinungen zu akzeptieren und diese ernsthaft als Alternativen in Betracht zu ziehen, anstatt sie gleich zu verurteilen.
  • Vertrauen Sie anderen Menschen. Wollen Sie immer alles auf Ihre Art machen und keinen Zentimeter davon abweichen, kann dies daran liegen, dass Sie anderen Menschen nicht genug vertrauen. Sie glauben nicht, dass jemand es so gut kann wie Sie und so müssen Sie alles kontrollieren. Bauen Sie mehr Vertrauen auf und lassen Sie sich von anderen überzeugen.
  • Hinterfragen Sie sich selbst Selbstreflexion ist ein wichtiger Schritt, um die eigene Sturheit zu bekämpfen. Fragen Sie sich, warum Sie unbedingt bei Ihrer Meinung bleiben wollen und warum es Ihnen so wichtig ist. Gibt es einen besonderen Grund oder suchen Sie nur nach einem Erfolgserlebnis?

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19. August 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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