Eigensinnig Definition Synonym
Eigensinnig: Viele Menschen sind von Natur aus sehr harmoniebedürftig. Wir bemühen uns um ein angenehmes Miteinander, wollen zu einer Gruppe dazugehören und Streit möglichst vermeiden. Kurz gesagt: Am liebsten würden wir von jedem gemocht werden - und umgekehrt. In der Realität funktioniert das allerdings nicht und das ist gar nicht mal schlecht. Dahinter versteckt sich keine Aufforderung, möglichst oft einen Streit vom Zaun zu brechen, aber es gibt einige gute Gründe, nicht von jedem gemocht zu werden. - und durchaus ab und zu eigensinnig zu sein. Sollten Sie das Gefühl haben, dass jemand Sie unsympathisch findet, brauchen Sie sich also nicht sofort schlecht fühlen oder fragen, ob Sie einen Fehler gemacht haben. Vielleicht haben Sie ja vielmehr Grund, stolz darauf zu sein, nicht gemocht zu werden...

Eigensinnig Definition: Was bedeutet es, eigensinnig zu sein?

Eigensinnig Synonym positiv DefinitionDu bist eigensinnig. Das würde wohl zunächst einmal jeder eher als Beleidigung sehen und nicht als Kompliment auffassen. Eigensinnige Menschen laufen wie mit Scheuklappen durch die Welt, sehen nicht, was links oder rechts von sich passiert und denken immer nur an den eigenen Vorteil. Rationale und logische Argumente bleiben unbeachtet und wer eigensinnig ist, macht sich auch nichts daraus, wenn sein Verhalten anderen möglicherweise schadet.

Kurz: Eigensinn hat einen denkbar schlechten Ruf. Dies liegt aber vor allem daran, dass Eigensinn gerne und häufig mit purem Egoismus gleichgesetzt oder verwechselt wird. Andere oft genutzte Synonyme sind etwa starrsinnig, unnachgiebig, rechthaberisch, dickköpfig oder gar respektlos.

Tatsächlich ist Eigensinn aber eine durchaus positive Eigenschaft - obwohl wie bei so vielen Dingen die Dosis das Gift macht. Eigensinnig zu sein bedeutet zunächst einmal zu wissen, was man möchte, einen eigenen Willen zu haben und die eigenen Bedürfnisse als solche zu erkennen.

Das ist grundsätzlich positiv, wird vom Umfeld aber meist ganz anders wahrgenommen. Wer seine eigene Meinung vertritt und seine Bedürfnisse durchzusetzen versucht, macht sich damit nicht immer Freunde. Die meisten Menschen versuchen es immer allen anderen recht zu machen und bloß nicht anzuecken. Eigene Wünsche werden hinten angestellt und man orientiert sich vorrangig an dem, was andere erwarten.

Meinungen dürfen durchaus eigensinnig vertreten werden

Eigensinnig Meinung vertretenIn Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten fällt der Vorwurf der Eigensinnigkeit wohl am häufigsten. Wer eine andere Meinung vertritt, wird gerne als eigensinnig abgestempelt. Du willst doch gar keine Lösung finden..., Du beharrst immer auf deiner Meinung... oder auch Du versuchst erst gar nicht, andere zu verstehen... Aber warum soll es eigentlich verkehrt sein, mit der nötigen Portion Eigensinn zu seiner Meinung zu stehen?

Prallen unterschiedliche Ansichten aufeinander, gehören Reibungen meist dazu. Eigentlich keine große Sache, solange es im Rahmen bleibt. Erst durch die Diskussion können unterschiedliche Standpunkte möglicherweise zusammengebracht werden. Eigensinn ist dabei dennoch verpönt. Zu Unrecht!

Gerade wenn Sie Ihre persönliche Meinung vertreten, dürfen und sollten Sie durchaus eigensinnig sein. Natürlich nicht soweit, dass sich ein Austausch erübrigt, weil Sie für Argumente vollkommen unzugänglich sind, doch zumindest soweit, dass Sie bereit sind, Ihren Standpunkt zu verteidigen - auch wenn das nicht jedem Gesprächspartner gefällt.

Tun Sie das nicht, verliert das Konzept einer Diskussion vollkommen ihre Bedeutung. Es geht doch gerade darum, Standpunkte gegeneinander abzuwägen und zu erklären, warum man selbst anderer Meinung ist. Dauerhafte Zustimmung und das verleugnen der eigenen Ansichten verhindert zwar Streitigkeiten, führt aber zu schlechten und verfälschten Ergebnissen.

Warum wollen wir, dass andere uns mögen?

Egal ob in der Schule, im Beruf oder im Sportverein: Wir sind fast immer sehr darauf bedacht, von anderen gemocht zu werden. Dafür sind wir bereit, uns anzupassen, um den Einstieg in eine Gruppe zu finden. Aber warum wollen wir, dass andere uns mögen? Soziale Akzeptanz oder - anders formuliert - die Angst vor sozialer Ablehnung ist ein wichtiger Faktor des menschlichen Zusammenlebens.

Das Gefühl, zu einer Gruppe zu gehören und von den Mitgliedern akzeptiert zu werden, stärkt das eigene Selbstbewusstsein ungemein. In einigen Fällen wird dieser Ansatz aber auch übertrieben. Es ist nicht nötig, von jedem gemocht zu werden.

Verständlicherweise fühlt man sich komplett alleine einsam, ausgeschlossen und beginnt Selbstzweifel zu entwickeln. Was denken die anderen nur von mir? Habe ich was falsch gemacht? Wieso finde ich keinen Anschluss? Wichtige Bezugsgruppen wie Freunde und Familie können dem entgegenwirken. Es ist schlichtweg ein verbreiteter Irrglaube, von jedem gemocht zu werden, um sich selbst besser zu fühlen.

Stattdessen gibt es sogar einige gute Gründe, die dagegen sprechen.

Eigensinnig: Hören Sie auf, es allen recht machen zu wollen

  1. Sie müssen sich nicht für andere verbiegen

    Prallen unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander, kommt es früher oder später zu Reibungen, die zu Meinungsverschiedenheiten oder Streitigkeiten führen können. Nicht von jedem gemocht zu werden zeigt deutlich, dass Sie sich nicht verbiegen, um jegliche Konfrontation zu vermeiden und sich aalglatt hindurchschlängeln.

    Ohnehin lohnt es sich meist nicht, es allen anderen krampfhaft recht machen zu wollen, weil dabei die eigene Persönlichkeit auf der Strecke bleibt.

    Ihre Authentizität zahlt sich vielfach aus. Sie können Sie selbst sein, ohne anderen etwas vorzuspielen, werden von ihrem Umfeld als ehrlicher und vertrauenswürdiger eingeschätzt und entwickeln ein größeres Selbstvertrauen.


  2. Sie sind bereit, Risiken einzugehen

    Sie sind bereit, Ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und die damit verbundenen Risiken zu tragen? Dann werden Ihnen auf diesem Weg Fürsprecher, aber auch negative Stimmen begegnen. Manche werden Sie für arrogant halten, andere Ihr Scheitern prognostizieren.

    Wer damit klar kommt, dass nicht jeder mit den Risiken einverstanden ist oder die Entscheidungen nachvollziehen kann, wird auf lange Sicht viele Hindernisse aus dem Weg räumen und davon profitieren.

    Je mehr Kritik Ihnen entgegenkommt, desto schwieriger ist es, durchzuhalten, doch wenn der Rückhalt von Familien und Freunden gegeben ist, kann man es verkraften und sich umso mehr darüber freuen, wenn die Anstrengungen sich ausgezahlt haben.


  3. Sie sind nicht auf die Bestätigung anderer angewiesen

    Das eigene Selbstwertgefühl hängt natürlich auch von den Reaktionen der Umwelt ab. Allerdings sollte man nicht jedem einen so großen Wert einräumen, dass dessen Wertschätzung Ihr Selbstbild bestimmt. Einen solch großer Einfluss sollte wenigen Menschen vorbehalten sein, die Ihnen besonders nahe stehen.

    Verstehen Sie hingegen, dass es für Ihre Persönlichkeit und Ihre Leistungen nicht auf das Urteil anderer ankommt, werden Sie sich nicht nur besser fühlen, sondern auch motivierter agieren. Sie geben sich damit die Chance, das eigene Selbstwertgefühl zu steigern, ohne die Bestätigung anderer zu benötigen.


  4. Sie können Ihre Meinung auch bei Widerspruch zu vertreten

    Unterschiedliche Ansichten sind einer der häufigsten Gründe für Abneigungen. Wir sind darauf bedacht, uns mit Menschen zu umgeben, die uns ähnlich sind, gleich ticken und die uns verstehen. Das bedeutet aber auch, dass wir unsere Meinung in einigen Situationen für uns behalten, um Diskussionen zu vermeiden und im Ansehen der anderen nicht zu sinken.

    Wer seine Standpunkt verleugnet, tut sich selbst jedoch Unrecht. Besser ist es zu akzeptieren, dass die eigene Meinung vielleicht nicht bei jedem gut ankommt, diese aber dennoch selbstbewusst zu vertreten.

So werden Sie weniger eigensinnig

Eigensinn bekämpfen weniger eigensinnig seinEigensinniges Verhalten sollte also nicht grundsätzlich verteufelt und schlecht geredet werden. Auf der anderen Seite gibt es aber natürlich auch Extremfälle, bei denen eine gesunde Portion von Eigensinn längst überschritten wurde.

Auch diesen Punkte sollte man erkennen - wobei Sie sicherlich durch Ihr Umfeld darauf aufmerksam gemacht werden. Dann heißt es handeln und etwas gegen das eigensinnige Handeln unternehmen:

  • Versetzen Sie sich in Ihre Gesprächspartner. Übernimmt eigensinniges Denken die Überhand, geht schnell der Blick für die Ansichten der anderen verloren. Es entsteht der oft beklagte Tunnelblick, bei dem nur noch das wahrgenommen wird, was für die eigenen Bedürfnisse wichtig ist. Wirken Sie dieser Entwicklung mit Empathie entgegen. Sehen Sie nicht nur Ihren Standpunkt, sondern versetzen Sie sich in die Lage des anderen, um seine Bedürfnisse und Ziele nachvollziehen zu können.
  • Fragen Sie nach Meinungen. Offenheit ist ein entscheidender Schritt, um Eigensinn zu bekämpfen. Anstatt sich vor anderen Meinungen zu verschließen, gehen Sie gezielt auf diese ein, fragen Sie nach und lassen Sie sich Ansichten erklären.
  • Akzeptieren Sie Kompromisse. Nachzugeben und ein Stück vom ersten Standpunkt abzurücken wird viel zu oft als Niederlage empfunden. Besonders eigensinnige Menschen wollen immer Ihren Willen durchsetzen, egal ob dies realistisch erscheint oder nicht. Kompromisse sind kein Eingeständnis, dass Sie Unrecht hatten, sondern in der Regel das beste Ergebnis für alle Beteiligten.

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