Definition: Was bedeutet unangepasst?
Unangepasst zu sein, bedeutet, bewusst von Erwartungen, Regeln oder gesellschaftlichen Normen abzuweichen und den eigenen Überzeugungen zu folgen. Unangepasste Menschen denken selbstständig, hinterfragen den Status quo und lassen sich nicht von der Meinung der Mehrheit leiten. Das bedeutet jedoch nicht, grundsätzlich gegen alles zu sein oder alle Regeln bewusst zu brechen – das wäre Anarchie. Vielmehr handeln unangepasste Menschen aus ihrer inneren Überzeugung und bleiben auch dann authentisch, wenn ihre Ansichten unpopulär sind.
Was sind häufige Synonyme für unangepasst?
Ähnliche Begriffe sind: eigenwillig, kantig, mit Ecken und Kanten, sperrig, unbequem, ungewöhnlich, ungewohnt, unkonventionell, unorthodox, unüblich. Das Gegenteil dazu ist Anpassung bzw. Konformität.
Was sind typische Merkmale unangepasster Menschen?
Unangepasst zu sein, heißt, sich nicht den Erwartungen anderer zu beugen, sondern den eigenen Weg zu gehen. Das kann herausfordernd, aber auch bereichernd sein – für einen selbst und für die Gesellschaft. Solche Menschen zeichnen sich vorrangig durch diese Eigenschaften aus:
Eigenschaft |
Einfach erklärt |
| Eigenständigkeit | Sie treffen Entscheidungen nach Ihren eigenen Überzeugungen und orientieren sich nicht blind am Mainstream. |
| Individualität | Sie stehen zu Ihrer Persönlichkeit und verbiegen sich nicht, um anderen zu gefallen. |
| Selbstbewusstsein | Sie kennen Ihre Stärken und Werte und vertreten Ihre Meinung auch gegen Widerstände. |
| Kreativität | Sie entwickeln neue Ideen und suchen bewusst nach ungewöhnlichen oder innovativen Lösungen. |
| Kritisches Denken | Sie hinterfragen Regeln, Traditionen und Autoritäten, statt diese ungeprüft zu übernehmen. |
| Mut | Sie trauen sich, eine unbequeme Haltung einzunehmen und auch gegen die Mehrheit zu handeln. |
| Authentizität | Sie handeln im Einklang mit Ihren Werten und passen sich nicht aus Angst vor Ablehnung an. |
| Unabhängigkeit | Sie lassen sich nur wenig von gesellschaftlichen Erwartungen oder dem Urteil anderer beeinflussen. |
| Beharrlichkeit | Sie bleiben Ihren Zielen und Überzeugungen treu, auch wenn Sie auf Widerstand stoßen. |
| Konfliktbereitschaft | Sie scheuen sachliche Auseinandersetzungen nicht, wenn es darum geht, Ihre Überzeugungen zu vertreten. |
Warum sind so viele Menschen angepasst?
Die meisten Menschen legen zwar großen Wert auf ihre Individualität. Am Ende aber bleiben sie Herdentiere und schließen sich der Masse an, lassen sich im Strom mitreißen oder tun das, was „man“ macht. Warum eigentlich?
Kurz gesagt: Weil es einfacher ist, angepasst zu sein. Die meisten Menschen tendieren dazu, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen – selbst wenn das bedeutet, dass sie sich verleugnen oder von ihrem Weg abweichen müssen. Ausschlaggebend sind hierbei gleich mehrere Faktoren, die es schwer machen, unangepasst zu sein:
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Sie fallen auf
Wer unangepasst ist, kann nicht in der Masse untertauchen, sondern fällt auf. Das führt zu Aufmerksamkeit und größerer Sichtbarkeit, die nicht immer angenehm ist. Aufzufallen bedeutet auch, angreifbar zu werden. Unangepasst zu sein, birgt das Risiko, sich negativer Kritik aussetzen zu müssen.
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Sie wollen dazugehören
Soziale Zugehörigkeit ist ein wichtiger Faktor für das menschliche Verhalten. Für unsere Vorfahren war es überlebenswichtig, einer Gruppe anzugehören. Bis heute sind wir davon geprägt und passen uns an. Unangepasstheit kann zu Zurückweisung und Ausschluss führen. Um dies zu verhindern, werden Ansichten und Verhaltensweisen übernommen.
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Sie müssen weniger entscheiden
Selbst entscheiden zu können, ist Freiheit. Entscheiden zu müssen, kann aber auch verunsichern oder Druck erzeugen. Für Betroffene ist es leichter, sich an anderen zu orientieren und Entscheidungen zu kopieren – z.B. in der Mode, bei allgemeinen Trends oder Mainstream-Meinungen.
Wer sich diesen Konventionen nicht beugt, unangepasst ist, wirkt dann auf viele eigenwillig, unorthodox oder gar weltfremd. Im positiven Sinn heißt unangepasst, dass Sie sich nicht verbiegen und in eine Schublade stecken lassen. Im negativen Sinn bedeutet es aber ebenso, nirgendwo reinzupassen, permanent mit Gegenwind zu leben und eher am Rande der Gesellschaft zu stehen.
Welche Arten der Angepasstheit gibt es?
Es gibt verschiedene Arten, wie sich Menschen im Alltag anpassen. Sie alle haben jedoch zur Folge, dass sich Betroffene verbiegen und nicht mehr authentisch sind:
- Gruppenzwang
Gruppenzwang beschreibt das Gefühl, sich einer Mehrheit anpassen zu müssen. Selbst wer in Wahrheit anders denkt, schweigt und beugt sich dem Zwang. Dahinter steht entweder der Wunsch nach sozialer Zugehörigkeit oder die Angst vor Strafen (siehe: Ash-Experiment). - Erwartungsdruck
Dass viele nicht unangepasst sind, liegt häufig an den Erwartungen anderer: Eltern, Freunden, Kollegen, Chef, Kunden oder der Gesellschaft insgesamt. Teils möchten Betroffene nicht anecken, beliebt sein oder anerkannt werden, teils niemanden enttäuschen. Der Effekt: Um den Erwartungen gerecht zu werden, passen sie sich an, sagen zu oft „Ja“, machen mit oder drücken beide Augen zu. - Autoritätszwang
Besonders schwierig wird es, wenn Autorität und Hierarchien eine Rolle spielen: Beim Militär müssen Sie Befehlen gehorchen. Im Job hat der Chef das Direktionsrecht. Andernfalls droht eine Abmahnung oder gar Kündigung.
Hat es Vorteile, unangepasst zu sein?
Trotz dieser Gründe zur Anpassung stellt sich die Frage: Gibt es auch Vorteile, unangepasst zu sein? Kurze Antwort: Ja, durchaus! Unangepasstheit – also Nonkonformität – wird zu Unrecht überwiegend negativ gesehen. Tatsächlich kann es auch lohnenswert sein, sich nicht immer und überall anzupassen und Rückgrat zu zeigen:
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Authentizität
Unangepasst zu sein, bedeutet zugleich, zu sich zu stehen und damit unverfälscht und echt zu bleiben. Sie verstellen sich nicht, um anderen zu gefallen oder es ihrem Umfeld recht zu machen.
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Zufriedenheit
Man selbst zu sein, bringt größere Zufriedenheit, weil die Menschen, die Sie mögen und schätzen, Sie für die Person achten, die Sie wirklich sind.
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Selbstbestimmung
Anpassung kann dazu führen, nicht mehr sein eigenes Leben zu leben, sondern fremdbestimmt zu sein. Unangepasste dagegen führen ein selbstbestimmtes Leben und gehen ihren eigenen Weg.
Unangepasst sein: Wie gehe ich meinen Weg?
Keine Frage, es ist nicht leicht, unangepasst zu sein. In manchen Situationen ist das auch nicht sinnvoll, denn einige Umstände erfordern unsere Anpassung – zum Beispiel, wenn sich Marktbedingungen ändern oder wir neuen Herausforderungen gegenüberstehen. Nonkonformität um jeden Preis ist ebenfalls Quatsch und reine Rebellion zum Trotz. Sein eigenes Leben zu leben und seinen eigenen Weg unangepasst zu gehen und zu gestalten, bedeutet etwas anderes. Hier unsere Empfehlungen für ein freieres und selbstbestimmtes Leben:
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Definieren Sie Ihre persönlichen Ziele
Finden Sie heraus, was Ihre persönlichen und individuellen Ziele im Leben sind. Fragen Sie sich: „Was will ich wirklich?“, „Wer will ich werden?“ Finden Sie Ihre Antwort darauf – unabhängig von dem, was andere darüber denken oder versuchen zu erreichen.
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Stehen Sie über der Meinung anderer
Machen Sie sich nicht von der Meinung anderer Menschen abhängig. Dass Ihr Umfeld Ihren Weg nicht nachvollziehen kann oder gut findet, bedeutet nicht, dass er falsch ist! Ratschläge und Kritik von außen können Orientierung geben – letztlich aber entscheiden Sie allein, was Sie annehmen und auf wen Sie hören. Indem Sie keinen Beliebtheitswettbewerb führen, wird es leichter, mit Ablehnung oder Zurückweisung umzugehen.
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Lernen Sie Nein zu sagen
Wenn Sie unangepasst Ihren Weg gehen, müssen Sie lernen, Nein zu sagen. „Nein“ dazu, es anderen recht zu machen; „Nein“ dazu, Ihre Bedürfnisse zu ignorieren. Erst wenn Sie geistig unabhängig und souverän von anderen entscheiden, gewinnen Sie mentale Freiheit.
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