Es ist ein Ratschlag, denn viele schon einmal gehört haben oder vermutlich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal bekommen werden: Mach dein Ding! Eine gut gemeinte Empfehlung, die darauf abzielt, den eigenen Stärken zu vertrauen, sich auf die eigenen und individuellen Ziele zu berufen, Selbstverwirklichung anzustreben und sich nicht nur nach den Erwartungen anderer zu richten. Tatsächlich kann es für Ihre persönliche Zufriedenheit und auch für den Erfolg ein wichtiger Schritt sein, wenn Sie Ihr eigenes Ding machen und Ihren individuellen Weg gehen. Die typische Mach-dein-Ding-Rhetorik ignoriert aber regelmäßig die Probleme und Herausforderungen, die damit einher gehen können. Doch nur wenn diese ernst genommen und überwunden werden, können Sie wirklich erfolgreich Ihr Ding machen...

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Mach dein Ding! Was bedeutet das überhaupt?

Mach dein Ding... Das klingt zunächst einmal sehr positiv, nach Jetzt nehme ich mein Leben selbst in die Hand oder Endlich habe ich Motivation und starte voll durch, um etwas zu ändern. Doch was genau ist eigentlich damit gemeint, wenn jemand sagt Mach dein Ding?

Im Grunde handelt es sich um eine Zusammenfassung gleich mehrerer Impulse. So könnte auch gesagt werden: Mach das, worauf du Lust hast. Mach das, was dich glücklich macht. Verfolge deine persönlichen und individuellen Ziele. Triff deine eigenen Entscheidungen unabhängig von dem, was andere sagen oder denken. Vertrau deinem Bauchgefühl. Lebe dein eigenes Leben. Entwickle mehr Selbstbestimmtheit.

Mach dein Ding ist aber um einiges griffiger, prägnanter, aussagekräftiger.

Mach dein Ding - auch ohne Selbstständigkeit

Mach dein Ding Kunst Erfahrung Tipps Selbstständig Glücklich ErfolgreichAn dieser Stelle soll gleich mit einem verbreiteten Missverständnis aufgeräumt werden: Beim Thema Mach dein Ding denken viele ganz automatisch die Selbstständigkeit. Wer also sein Ding macht, stellt entweder ein Produkt her, bietet eine Dienstleistung an oder betreibt auf eine andere Art und Weise sein eigenes kleines oder auch größeres Unternehmen. Getreu dem Motto, dass auch viele Coaches immer wieder predigen: Arbeite daran, deine Ziele und Träume zu verwirklichen, sonst stellt dich jemand ein, um an seinen zu arbeiten.

Das ist aber schlichtweg nicht wahr. Um sein eigenes Ding zu machen, ist es nicht zwangsläufig nötig, in die Selbstständigkeit zu gehen. Vielmehr handelt es sich dabei nur um eine Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen. So sind beispielsweise viele Menschen überhaupt nicht dafür geschaffen, selbstständig zu arbeiten. Vielmehr benötigen Sie die Sicherheit, die klaren Strukturen und festen Abläufe eines Arbeitsverhältnisses.

Wer sein Ding machen will, darf sich dabei eben genau von diesen Erwartungen oder Vorgaben nicht leiten oder beeinflussen lassen. Sie können nur dann Ihren ganz persönlichen Weg finden, wenn Sie sich nicht in eine Schublade stecken lassen oder vorgefertigte Straßen gehen - das funktioniert vielleicht für andere, aber eben nicht zwangsläufig für Sie.

Mach dein Ding - es beginnt mit einer unangenehmen Erkenntnis

So positiv die Entwicklung auch ist, wenn Sie Ihr Ding machen, so schwer kann der Anfang dieses Weges sein. Zunächst müssen Sie Ihre aktuelle Situation analysieren, reflektieren und auch unangenehmen Wahrheiten ins Gesicht blicken. Oder anders gesagt: Wenn Sie Ihr Ding machen wollen, bedeutet dies gleichzeitig immer auch, dass Sie es die letzten Wochen, Monate oder vielleicht sogar schon Jahre noch nicht getan haben.

Mit dieser durchaus unangenehmen Erkenntnissen können Sie auf zwei verschiedene Arten umgehen: Entweder Sie fokussieren auf den Frust, den Ärger, das Gefühl, Ihre Zeit verschwendet zu haben, nicht voran gekommen zu sein und sich mit etwas beschäftigt zu haben, das Sie nicht glücklich macht. Dieser Weg kann ganz schön demotivierend sein und möglicherweise müssen Sie sich zunächst aus einem kleinen Loch wieder herauskämpfen, bevor Sie wirklich loslegen und etwas verändern können.

Auf der anderen Seite können Sie die schmerzliche Erkenntnis aber auch genau gegenteilig verarbeiten und eine Jetzt-erst-recht-Mentalität entwickeln. Mit diesem positiven Ansatz ziehen Sie neue Energie und können es kaum erwarten, endlich damit anzufangen, Ihr Leben umzukrempeln. Doch selbst mit der richtigen Einstellung müssen Sie noch einige Schwierigkeiten überwinden, bevor Sie wirklich Ihr Ding machen können.

Warum es nicht einfach ist, sein Ding zu machen

Mach dein Ding - das ist alles andere als ein Selbstläufer. Der Weg, bis Sie dieses Ziel erreicht haben, ist steinig und wird Ihnen voraussichtlich einiges abverlangen. Das Ergebnis kann diese Mühen in jeden Fall wert sein, da Sie nicht nur glücklicher und zufriedener, sondern im besten Fall auch motivierter und erfolgreicher sind, wenn Sie Ihr Ding machen.

Aber um dies zu schaffen, müssen Sie sich zunächst einigen Herausforderungen und Problemen stellen, die es zu lösen gilt. Welche das sind und wie sich diese meistern lassen:

  • Sie müssen herausfinden, was Ihr Ding ist

    Der erste, unerlässliche Schritt, wenn Sie Ihr Ding machen wollen, klingt vollkommen selbsterklärend und trivial, ist aber gar nicht so einfach, wie viele zunächst annehmen. Die Frage lautet: Was genau ist Ihr Ding eigentlich? Oder anders formuliert: Was ist Ihr großes Ziel, dass Sie anstreben und verwirklichen wollen?

    Manch einer kann das sehr schnell und auch sehr genau beantworten, viele kommen jedoch erst einmal ins Grübeln. Es ist leicht zu sagen, was Sie nicht (mehr) wollen, doch wohin genau die Reise führen soll? Bei dieser Antwort wird es schon deutlich schwieriger. Bevor Sie also damit beginnen, Ihr Ding zu machen, überlegen Sie sich ganz genau, was Sie tun wollen.

    Ansonsten investieren Sie vielleicht viel Zeit, Energie oder auch Geld - nur um am Ende festzustellen, dass Sie aufs falsche Pferd gesetzt haben und mit der neuen Situation genauso unzufrieden sind wie zuvor.


  • Sie müssen Ihr Ding auch wirklich realisieren können

    Mit dem Wissen aus der obigen Frage haben Sie nun ein Ziel vor Augen. Nun müssen Sie prüfen, wie sich das Ganze in die Tat umsetzen lässt - und ob es überhaupt möglich ist, das zu realisieren, was Sie sich vorgenommen haben.

    Sie müssen also dazu in der Lage sein, wirklich zu leisten, was Sie sich vorgenommen haben und es muss eine realistische Vorstellung sein. Eine Leidenschaft für einen Bereich ist ein wichtiger Anfang, doch benötigen Sie auch Wissen und Fähigkeiten, um wirklich Ihr Ding machen zu können, anstatt nur davon zu träumen. Sind diese noch nicht vorhanden, müssen Sie sich das nötige Know How aneignen.


  • Sie benötigen den Mut, Ihr Ding zu machen

    Wer glaubt, sein Ding zu machen wäre einfach, ist naiv und belügt sich selbst. Sie stehen vor großen Veränderungen, die immer auch Unsicherheit mitbringen. Sie machen einen großen Schritt aus Ihrer Komfortzone hinaus - auch wenn es in eine Richtung geht, in der Sie sich anschließend wieder wohlfühlen wollen.

    Zunächst einmal müssen Sie sich dieser Angst stellen und den Mut beweisen, dennoch Ihr Ding zu machen.


  • Sie dürfen sich nicht abschrecken lassen

    Auf eins müssen Sie in jedem Fall gefasst sein: Wenn Sie Ihr Ding machen wollen, wird es immer jemanden geben, der das nicht versteht, der Ihnen davon abrät, der vielleicht sogar sagt, dass Ihre Idee absoluter Schwachsinn und von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. In diesen Momenten standhaft zu bleiben und an seinem Ziel festzuhalten, ist wahrlich nicht einfach.

    Wenn Sie aber wirklich Ihr Ding machen wollen, müssen Sie genau dazu bereit und in der Lage sein. Es erfordert Disziplin und starken Willen, sich nicht vom eigenen Weg abbringen zu lassen und das Selbstbewusstsein, sich auch bei Gegenwind durchzusetzen.


[Bildnachweis: aslysun by Shutterstock.com]

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