Ins kalte Wasser springen: Diese Vorteile bringt es

Würden Sie ins kalte Wasser springen oder lieber sicher und trocken an Land bleiben? Vor die Wahl gestellt, bekommen die meisten Menschen kalte Füße und entscheiden sich für die sichere Variante. Auf der einen Seite nachvollziehbar, doch bleiben viele Chancen ungenutzt, wenn Sie nicht ins kalte Wasser springen. Manchmal müssen Sie sich einfach trauen, auch wenn es im ersten Moment eine Menge Überwindung kostet. Wer den Sprung wagt, stellt meistens fest, dass er sich schnell an die Temperatur gewöhnt – und dass es die richtige Entscheidung war. Wir zeigen, welche Vorteile es bringt, wenn Sie auch mal ins kalte Wasser springen…

Ins kalte Wasser springen: Diese Vorteile bringt es

Was heißt es, ins kalte Wasser zu springen?

Ins kalte Wasser springen Definition RedewendungDen tatsächlichen Sprung ins kalte Wasser kennt jeder: Ob Schwimmbad, Pool, Badesee oder am Meer, man steht erst einmal lange Zeit am Rand herum, traut sich höchstens mit dem kleinen Zeh ins Wasser und schiebt sich dann ganz langsam, Zentimeter für Zentimeter ins kühle Nass. Mit Anlauf ins kalte Wasser springen? Das trauen sich nur wenige.

Die Redewendung nutzt genau diese Metapher. Sprichwörtlich ins kalte Wasser zu springen, bedeutet, dass Sie ohne große Vorbereitung, ohne langes Überlegen und Zögern eine Entscheidung treffen und sich einen großen Schritt trauen. Ein neuer Mitarbeiter springt beispielsweise ins kalte Wasser, wenn er sofort ein Projekt für den wichtigsten Kunden übernimmt. Weitere Beispiele können der Start in die Selbstständigkeit, ein Jobwechsel oder die Übernahme großer Verantwortung im Job sein.

Mit dem Sprung ins kalte Wasser ist stets ein Risiko verbunden, dass sich nicht komplett abschätzen lassen. Häufige Fragen in einer solchen Situation sind Bin ich der Situation gewachsen?, Wie stehen meine Chancen? oder auch Kann das überhaupt klappen?

Wer sich traut, ins kalte Wasser zu springen, überwindet diese Ängste, geht das Risiko ein und stellt sich der großen Herausforderung.

Anders sieht es aus, wenn Sie nicht springen, sondern ins kalte Wasser geworfen werden. Hier liegt die Entscheidung nicht bei Ihnen, vielmehr werden Sie von äußeren Umständen oder auf Druck von außen in eine Situation hinein gezwungen.

Darum fällt der Sprung ins kalte Wasser so schwer

Ins kalte Wasser springen Angst Gründe VorteileAnlauf nehmen, Augen zu und rein ins kalte Wasser. In der Praxis gestaltet sich das sehr schwierig, obwohl es so leicht klingt. Kinderleicht sogar. Während Erwachsene noch langsam ins Becken klettern, sind die Kleinen bereits ins kalte Wasser gesprungen. Das gilt nicht nur im Schwimmbad, sondern auch bei schwierigen Entscheidungen.

Die meisten Menschen denken, grübeln, verharren, malen sich die unterschiedlichsten – und vor allem negative – Szenarien aus, wägen eine gefühlte Ewigkeit ab und treten dann doch nur auf der Stelle. Dahinter stehen verschiedene Ängste und Sorgen:

  • Angst zu Scheitern

    Wer ins kalte Wasser springt, setzt sich damit stets dem Risiko aus, mit dem Vorhaben zu scheitern. Es lässt sich vorab nicht genau sagen, ob alles nach den eigenen Vorstellungen klappen wird. Für viele ist dies bereits Grund genug, den Schritt nicht zu wagen. Wichtig sind neben den Versagensängsten auch finanzielle Bedenken. Geht ein beruflicher Plan schief, können finanzielle Schwierigkeiten und Unsicherheit die Folge sein.

  • Sorgen um das Ego

    Treffen Sie eine Entscheidung, die sich im Anschluss als falsch entpuppt, kann das ganz schön am eigenen Ego kratzen. Die meisten Menschen haben ein sehr positives Selbstbild, das sich nur schwer mit groben Fehleinschätzungen vereinbaren lässt. Um nicht in eine solch missliche Lage zu kommen, wird das Risiko von vornherein gemieden und der Sprung ins kalte Wasser bleibt aus.

  • Angst vor Reaktionen

    Ein weiterer Faktor, der den Sprung ins kalte Wasser erschwert, ist die Angst vor Reaktionen aus dem sozialen Umfeld. Was sagen Familie, Freunde oder Kollegen? Niemand möchte sich im Nachhinein Fragen anhören wie Was hast du dir nur dabei gedacht? oder Wieso hast du den Schritt nicht besser geplant?

Ins kalte Wasser springen: Vorteile und gute Gründe

Wer mit einer anstehenden Veränderung hadert, sucht oft nach Tipps, um ins kalte Wasser zu springen. Der wichtigste lautet: Seien Sie mutig und selbstbewusst. Trauen Sie sich zu, die Herausforderung zu meistern und das Beste aus einer schwierigen Situation zu machen.

Leichter gesagt, als getan. Wenn Sie sich überwinden und ins kalte Wasser springen wollen, hilft es zudem, sich die Vorteile bewusst zu machen. Aus diesen guten Gründen sollten Sie ins kalte Wasser springen:

  • Sie stellen sich Ihren Ängsten

    Jeder Mensch hat Ängste und es ist verständlich, dass diese Sie beeinflussen. Allerdings dürfen Sie nicht jede Entscheidung daran ausrichten, da Ängste ansonsten ihr Leben bestimmen. Springen Sie ins kalte Wasser, um sich gezielt Ihrer Angst zu stellen. Nur so merken Sie, dass diese oftmals unbegründet oder zumindest völlig überzogen waren. Selbst wenn es schief geht, sind die Auswirkungen in der Regel nicht so schlimm, wie Sie es sich ausgemalt haben.

  • Sie lernen viel Neues

    Wer immer nur tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist, sagte schon Henry Ford. Manchmal müssen Sie ins kalte Wasser springen, um in kurzer Zeit viele neue Fähigkeiten zu erlernen. Nirgendwo lernen Sie beispielsweise so schnell eine neue Sprache, als wenn Sie für eine Zeit im Ausland leben. Gleiches gilt für alle Fähigkeiten. Wenn Sie sich den Schritt zutrauen, lernen Sie jeden Tag Neues.

  • Sie vertrauen Ihren Entscheidungen

    Je häufiger Sie ins kalte Wasser springen, desto leichter wird es Ihnen in Zukunft fallen. Sie lernen Ihren Entscheidungen, Ihrem Bauchgefühl und vor allem Ihren Fähigkeiten zu vertrauen. Sie erkennen, dass Sie mehr leisten und schaffen können, als Sie sich selbst zugetraut haben und sind bereit, andere Risiken einzugehen.

  • Sie nutzen Chancen

    Wenn Sie nie ins kalte Wasser springen, lassen Sie sich zahlreiche Chancen und Möglichkeiten entgehen. Es bleibt immer ein gewisses Risiko und manchmal bleibt keine Zeit, um lange Vorbereitungen zu treffen. Sie können sich nicht jede Chance entgehen lassen, die nicht zu 100 Prozent sicher ist und Ihnen große zeitliche Spielräume lässt. Ansonsten bleibt eine Menge Potenzial ungenutzt und Sie werden bereuen, den Sprung ins kalte Wasser nicht häufiger gewagt zu haben.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
2. September 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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