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Konjunkturphasen: Definition, Erklärung & Merkmale

Die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes durchläuft verschiedene Abschnitte und ist geprägt von typischen Auf- und Abschwüngen. Unterschieden werden vier Konjunkturphasen mit individuellen Merkmalen und Auswirkungen. Wir erklären die einzelnen Konjunkturphasen – Aufschwung, Hochkonjunktur, Abschwung und Tief – mit allen wichtigen Merkmalen, damit Sie den Konjunkturzyklus besser verstehen…



Konjunkturphasen: Definition, Erklärung & Merkmale

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Was sind Konjunkturphasen?

Konjunkturphasen sind die einzelnen Stufen, die der Konjunkturzyklus einer Volkswirtschaft in einem vollständigen Ablauf durchschreitet. Allgemein werden dabei vier Konjunkturphasen unterschieden: Aufschwung (Expansion), Hochkonjunktur (Boom), Abschwung (Rezession) und Tiefphase (Depression). Die aktuelle Phase zeigt den Trend für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Die Abschnitte beschreiben die Auf- und Abschwünge in einer Konjunktur (siehe: Konjunkturschwankungen). Eine Wirtschaft wächst nicht nur, es gibt wiederkehrend immer auch Phasen mit sinkendem oder stagnierendem Bruttoinlandsprodukt.

Konjunkturphasen: Einfach erklärt

Die Konjunkturphasen zeigen den typischen, wellenförmigen Ablauf in einem vollständigen Konjunkturzyklus – vom Aufschwung bis zur Hochkonjunktur, der folgenden Rezession und bis zum Tiefpunkt. Mit der Erholung nach dem Tief und einem steigenden Wirtschaftswachstum beginnen die vier Phasen erneut.

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4 Konjunkturphasen: Erklärung und Merkmale

Die unterschiedlichen Phasen einer Konjunktur folgen aufeinander und bilden geschlossen eine Art Kreislauf. Wie lange die einzelnen Abschnitte dauern, wann eine neue Phase beginnt und wann ein vollständiger Zyklus durchlaufen ist, lässt sich nicht genau vorhersagen. Ein Modell beschreibt einen wiederkehrenden Ablauf innerhalb von 3-5 Jahren (Kitchin-Zyklus), ein anderes geht von 7-11 Jahren aus (Juglar-Zyklus). Die Betrachtung grundlegender Innovationen kann sogar einen Konjunkturzyklus von mehreren Jahrzehnten bedeuten (Kondratjew-Zyklus).

Wir stellen die vier Konjunkturphasen im Detail vor und erklären deren typische Merkmale:

1. Aufschwung (Expansion)

Der Aufschwung (auch Expansion oder Erholung genannt) ist eine Phase von Wirtschaftswachstum und steigenden Wachstumsraten. Es gibt in der Volkswirtschaft eine höhere Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, das Bruttoinlandsprodukt des Landes steigt an. Durch mehr Investitionen und Nachfrageanstieg werden die Produktionskapazitäten besser ausgeschöpft. Die höhere Auslastung verbessert die Wirtschaftsleistung.

Im Aufschwung benötigen Unternehmen zudem mehr Mitarbeiter. Die Arbeitslosigkeit sinkt, was zu höherem Einkommen und wiederum zu größerer Nachfrage beim Konsum führt. Das Preisniveau steigt nur leicht, das Zinsniveau kann in dieser Phase niedrig bleiben. Die wichtigsten Merkmale der Expansion im Überblick:

  • Wirtschaftswachstum
  • Höhere Wachstumsraten
  • Steigende Nachfrage
  • Höhere Auslastung der Kapazitäten
  • Sinkende Arbeitslosigkeit
  • Leichte Preissteigerungen
  • Niedriges Zinsniveau

2. Hochkonjunktur (Boom)

Die Hochkonjunktur (auch Boom genannt) ist der Höhepunkt des Aufschwungs und gleichzeitig der obere Wendepunkt im Konjunkturzyklus. Die Wirtschaftsleistung ist auf dem Maximum angekommen, durch eine hohe Nachfragesteigerung ist die Produktionskapazität voll ausgelastet. Kurzfristig ist keine höhere Produktion möglich. Auf dem Arbeitsmarkt herrscht nahezu Vollbeschäftigung mit einer Arbeitslosenquote von unter zwei Prozent.

Gehälter, Preise und Zinsen steigen weiter an. Das Bruttoinlandsprodukt wächst bis zum Höhepunkt, da die Produktionsfaktoren voll ausgelastet sind, sinken aber die Wachstumsraten. Der Boom ist zeitlich begrenzt, es kommt zu einer Überhitzung des Marktes und möglicher Inflation. Typische Merkmale der Hochkonjunktur im Überblick:

  • Starke Nachfrage
  • Volle Auslastung der Kapazitäten
  • Vollbeschäftigung
  • Steigende Gehälter
  • Steigende Preise
  • Steigende Zinsen
  • Geringere Wachstumsraten

3. Abschwung (Rezession)

Der Abschwung (auch Rezession genannt) ist die Phase des wirtschaftlichen Rückgangs. Deutliches Merkmal ist ein sinkendes Bruttoinlandsprodukt – der Wert der produzierten Güter und Dienstleistungen innerhalb der Volkswirtschaft geht zurück. Die Nachfrage sinkt und die Auslastung der Produktionskapazitäten nimmt wieder ab.

Steigende Arbeitslosigkeit und ein sinkendes Lohnniveau verstärken den Effekt. Preisniveau und Zinsen bleiben anfangs stabil und sinken mit leichter Verzögerung. In der Rezession ist die Stimmung negativ – in der Wirtschaft und der Bevölkerung. Die Prognosen sind schlecht und Investitionen gehen deutlich zurück. Typische Merkmale des Abschwungs im Überblick:

  • Sinkendes Bruttoinlandsprodukt
  • Weniger Nachfrage
  • Abnehmende Auslastung der Kapazitäten
  • Steigende Arbeitslosigkeit
  • Überfüllte Lager
  • Weniger Investitionen
  • Stagnierende oder sinkende Preise, Löhne und Zinsen

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4. Tief (Depression)

Das Tief (auch Depression genannt) ist die letzte Phase und der untere Wendepunkt im Konjunkturzyklus. Charakteristisch für den Tiefpunkt der Wirtschaft ist eine geringe Auslastung der Produktionsfaktoren und ein starker Rückgang von Investitionen und Konsumausgaben. Die Arbeitslosigkeit steigt spürbar an, die Einkommen sinken. Ein Teufelskreis für Unternehmen, weil Gewinne zurückgehen und Insolvenzen drohen.

Eine Gefahr in der Depression ist die Möglichkeit einer Deflation. Das allgemeine Preisniveau sinkt immer weiter, es gibt kaum Nachfrage für ein zu großes Angebot. Die wirtschaftlichen Aktivitäten sinken auf ein Minimum, während die Arbeitslosigkeit weiter steigt. Typische Merkmale des Tiefs im Überblick:

  • Geringe Wirtschaftsleistung
  • Kaum Nachfrage
  • Minimale Auslastung der Kapazitäten
  • Hohe Arbeitslosigkeit
  • Kaum Investitionen
  • Fallendes Preisniveau
  • Drohende Insolvenzen

Kreislauf der Konjunkturphasen

Nach dem Tief folgt der nächste Aufschwung. Das Wirtschaftswachstum nimmt zu, das Bruttoinlandsprodukt steigt wieder und die Konjunktur nimmt Fahrt auf. In einer wachsenden Volkswirtschaft bleibt dabei der langfristig positive Trend erhalten – auch wenn ein Abschwung rein zeitlich gesehen länger anhalten kann als der Aufschwung im Konjunkturzyklus.


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Faktoren für die Konjunkturphasen

Die Konjunkturphasen und die konjunkturellen Schwankungen werden von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Zu den wichtigsten zählen die privaten Konsumausgaben, die Investitionen von Unternehmen, die Staatsausgaben sowie die Steuereinnahmen des Staates. Auch das Verhältnis zwischen Exporten und Importen spielt eine Rolle. Positive oder negative Veränderungen dieser Einflussgrößen wirken auf den Konjunkturverlauf.

Ein einfaches Beispiel: Steigende Staatsausgaben oder höhere private Konsumausgaben führen zu größerer Nachfrage, besserer Auslastung, mehr Bedarf an Personal und können einen Aufschwung bedeuten. Werden hingegen weniger Investitionen getätigt und gehen Exporte deutlich zurück, hat es negative Auswirkungen auf die Konjunktur.

Konjunkturphasen Indikatoren

Verschiedene Konjunkturindikatoren geben Aufschluss über die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen und ermöglichen eine Prognose der folgenden Konjunkturphasen. Diese Kennzahlen werden genutzt, um konjunkturelle Schwankungen besser einzuschätzen und teilweise vorhersagen zu können.

Wichtige Indikatoren der Konjunkturphasen sind das Bruttoinlandsprodukt, die Arbeitslosenquote, die Inflation und der Geschäftsklimaindex. Weitere Konjunkturphasen Indikatoren finden Sie in der folgenden Tabelle:

Früh Präsenz Spät
Gewinnerwartung
Auftragslage
Umsätze im Einzelhandel
Aktienindex
Zinsstrukturkurve
Geschäftsklimaindex
ZEW-Index
Bruttoinlandsprodukt
Wirtschaftswachstum
Kapazitätsauslastung
Industrieproduktion
Sparquote
Preisniveau
Offene Stellen
Arbeitslosenquote
Inflation
Bruttoinlandsprodukt
Insolvenzen
Preisniveau
Steuereinnahmen
Zinsniveau



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