FYI: Abkürzung und Bedeutung

FYI ist immer häufiger in E-Mails und privaten Chats zu lesen. In Konzernen, deren Unternehmenssprache Englisch ist, sind solche Abkürzungen gang und gäbe. Unklar ist teilweise deren Bedeutung. Wer sich nur notgedrungen mit der englischen Sprache auseinandersetzt und wenig englischsprachige Literatur oder Kurznachrichten wie auf Twitter verfolgt, ist womöglich ratlos. Dabei kann es im Arbeitsalltag essentiell sein, solche Abkürzungen zu kennen – und sei es nur, um sich nicht als unwissend zu outen. Die Bedeutung dahinter…

FYI: Abkürzung und Bedeutung

Antwort auf FYI nicht notwendig

Um das Rätsel direkt aufzulösen: FYI bedeutet for your interest oder for your information. Es ist ein englisches Kürzel, im Deutschen wird stattdessen meist Zu Ihrer/Deiner Information oder Zur Kenntnisnahme geschrieben.

Wenn mit FYI eine E-Mail eingeleitet wird, brauchen Sie in der Regel nicht weiter zu reagieren, es handelt sich nur um eine Mitteilung. Typischerweise könnte eine Mail so lauten:

  • FYI: Ich bin mal eben zu Tisch, ab 13.30 Uhr bin ich wieder erreichbar.
  • FYI, den Kunden brauchst Du nicht mehr zurückrufen, ich habe das bereits getan.
  • FYI (in der Betreffzeile): Das halbjährliche Meeting ist auf übernächste Woche vorverlegt worden, da es anderenfalls mit dem Betriebsausflug kollidiert wäre.

FYI hat die Funktion zu informieren, manchmal wird auch Bezug auf ein vorhergehendes Thema genommen. Das kann bedeuten, dass Sie sich dann mit dem Inhalt der Mail genauer auseinandersetzen oder etwaige, dort genannte Arbeiten erledigen müssen.

Üblicherweise weiß der Empfänger jedoch, was zu tun ist und es wird keine gesonderte Antwort darauf erwartet. Wäre die Information derart wichtig, dass damit sämtliche Arbeitsabläufe umgeworfen würden, sollte der Absender sie nicht mit einem lapidaren FYI einleiten.

Auch würde man in der Betreffzeile der E-Mail bereits einen entsprechenden Hinweis auf das Thema erwarten, etwa „Eilig!“ oder „Wichtige Info wegen Produktrückruf“. Stattdessen wird FYI häufig synonym mit FYA verwandt: Das wiederum steht für for your amusement.

Diese Abkürzung eignet sich ideal zum Weiterleiten von Katzenvideos oder lustigen internen Begebenheiten.

Abkürzungen als Vereinfachung

An sich dienen Abkürzungen wie FYI der Vereinfachung – jeder weiß was gemeint ist, unnötige Floskeln werden vermieden, kurz und knapp wird das Wichtigste auf den Punkt gebracht. Abkürzungen können also eine Zeitersparnis darstellen.

Synonym für Abkürzung wird bei alten Schriften von Abbreviatur gesprochen (daher Englisch: abbreviation). Etliche Abkürzungen wie beispielsweise LKW, AGG oder TVöG finden Eingang in die Umgangssprache, während andere wie „z. B. (zum Beispiel)“ oder „bspw. (beispielsweise)“ ausgesprochen werden und nur für die Schriftsprache gelten.

Das ist mitunter der Haken an der Sache: Weil manche Abkürzungen nur für die Schriftsprache gelten, sind diejenigen, die erstmals das Kürzel lesen und nicht kennen, mitunter irritiert. FYI wird ebenfalls komplett ausgesprochen und wäre als Kombination einzelner Buchstaben, also F – Y – I, nicht selbsterklärend für Deutsch-Muttersprachler.

Was also eigentlich als Vereinfachung gedacht war, bewirkt eher das Gegenteil: Missverständnisse und blamable Situationen, in denen sich schlimmstenfalls jemand vorgeführt fühlt.

Dem lässt sich begegnen, indem zum einen nur auf unverzichtbare Abkürzungen zurückgegriffen wird, anderenfalls kann die Kommunikation in Fachchinesisch ausarten. Für Sie als Arbeitnehmer empfiehlt es sich außerdem, sich schnellstmöglich mit den im Unternehmen üblichen Kürzeln und Formulierungen vertraut zu machen.

So vermeiden Sie Fehler wie diese:

Ich leite Euch hiermit FYI folgende Information weiter zur Kenntnisnahme.

FYI nicht nur im Arbeitsumfeld üblich

Das im Deutschen übliche Zur Kenntnisnahme wird „z. K.“ abgekürzt und wäre sogar kürzer als FYI. Dennoch setzen sich englischsprachige Abkürzungen im Arbeitsalltag immer mehr durch.

Geschuldet ist dies dem internationalen Umfeld. Wer in einem Großkonzern mit ausländischen Partnern zu tun hat, von dem wird selbstverständlich erwartet, dass er sich auf Englisch artikulieren kann. Gleiches gilt für internationale Teams, hier ist die Unternehmenssprache automatisch für alle Englisch.

Selbst bei rein deutschsprachigen Teams sind Abkürzungen wie FYI nichts Ungewöhnliches, schließlich sind Arbeitnehmer wie die Generation X und Y mit dem Internet seit frühster Jugend oder Kindheit vertraut. Chats und Spiele sind oft international, auch dort wird überwiegend auf Englisch kommuniziert.

FYI begegnet im Chat beispielsweise in Formulierungen wie: „FYI bin für den Rest des Nachmittags dann AFK.“ AFK ist eine weitere, gängige Abkürzung und steht für englisch „away from keyboard“, also „weg von der Tastatur. Mit anderen Worten: Der Absender lässt seinen Leser wissen, dass er für den restlichen Nachmittag nicht mehr am Computer/Laptop/Smartphone, sondern anderweitig beschäftigt ist.

Was vielleicht ursprünglich mal im Arbeitskontext entstanden ist, eignet sich ebenso für den privaten Gebrauch. FYI lässt sich in Whatsapp-Nachrichten deutlich schneller tippen als „Zu deiner Information“ oder „übrigens“.

FYI: Groß oder klein?

FYI bedeutet Mail groß oder kleinBei FYI handelt es sich streng genommen um ein Akronym, das heißt, hier wurde aus den Anfangsbuchstaben dreier Wörter ein Kurzwort gebildet. Das Prinzip ist für viele Kürzel des alltäglichen Lebens bekannt wie beispielsweise ADAC, EDV, PC oder TÜV.

Derartige Akronyme werden meist mit Großbuchstaben geschrieben. Wer auf die Abkürzung verzichten will, kann die Worte komplett klein (da aus dem Englischen übernommen) oder komplett groß schreiben. Nur eine gemischte Schreibweise wie Fyi ist unüblich.

Insgesamt sollten Sie beachten, wann Sie FYI nutzen: Für interne und private Mails oder Chats eignet sich die Abkürzung. Für den Kundenkontakt hingegen weniger, sofern Sie kein außerordentlich freundschaftliches Verhältnis zu diesem pflegen.

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[Bildnachweis: Stokkete by Shutterstock.com]
28. Dezember 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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