Resignation: Definition, Psychologie, Ursachen + Tipps

Sie haben gehofft, gemacht und versucht, doch nichts klappt. Die Folge: Resignation. Irgendwann will man nur noch hinschmeißen. Bringt ja nichts! Das Gefühl der Ohnmacht führt allerdings zu Stillstand. Frust ist normal. Problematisch wird das aber, wenn die Kapitulation chronisch wird. Wir zeigen, wie Sie mit Ihrer Resignation besser umgehen und Erkenntnisse wie Effekte aus der Psychologie nutzen, um sich neue Chancen zu eröffnen…

Resignation: Definition, Psychologie, Ursachen + Tipps

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Definition: Was ist Resignation?

Resignation ist die Haltung und Denkweise eines Menschen, der sich in einer (scheinbar) unveränderbaren Situation befindet und sich mit diesem Schicksal abfindet. Typisch sind gefühlte Aussichtslosigkeit, Hilflosigkeit sowie Ohnmacht. Hinzu kommt die Verzweiflung, dass eine Veränderung oder ein angestrebtes Ziel durch eigenes Zutun nicht erreicht werden kann.

Synonym zur Resignation wird auch von Selbstaufgabe, Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit oder vom Abfinden und Fügen in eine Situation gesprochen. Ursprünglich stammt der Begriff vom Lateinischen resignare und bedeutet kapitulieren oder aufgeben.

Resignation in der Psychologie

In der Psychologie ist die Resignation ein Bewältigungsmechanismus zur emotionalen und psychischen Verarbeitung von schwierigen Umständen oder Informationen. Diese Form der passiven Akzeptanz und Hinnahme ist das Gegenteil von Aktionismus, großem Tatendrang und der tiefen Überzeugung, doch noch etwas ändern und bewegen zu können.

Viele Menschen resignieren in belastenden und scheinbar ausweglosen Lagen. Sich erst einmal damit abzufinden kann den Umgang mit eigenen Emotionen erleichtern, statt in Frust, Wut oder Verzweiflung zu versinken.

Beispiele für Resignation

Resignation kann in jedem Lebensbereich auftreten. Ein häufiges Beispiel sind dabei Patienten, die vom Arzt über eine schwere oder gar tödliche Krankheit informiert werden. Ist eine Therapie nicht möglich oder gescheitert, resignieren viele Betroffene.

Häufig ist die Situation aber gar nicht so aussichtslos – sie wird nur als solche empfunden. Einige Beispiele:

  • Sie stecken in einem Job, der keinen Spaß macht, von dem Sie aber finanziell abhängig sind.
  • Nach einem Jobverlust finden Sie trotz Bewerbungen keine neue Anstellung.
  • Sie haben sich ein großes Ziel gesteckt, können dieses aber einfach nicht erreichen.


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Ursachen: Warum resignieren wir?

Resignation kann in kürzester Zeit einsetzen oder ein Prozess über einen längeren Zeitraum sein. Als Ursache kommen dabei verschiedene Auslöser in Betracht:

  • Fehlende Optionen
    Resignieren ist oft die Folge mangelnder Optionen und Handlungsalternativen. Sie wollen etwas verändern oder erreichen, sehen aber einfach keine Möglichkeit dazu. Sie wissen nicht, was Sie tun können – also geben Sie auf und akzeptieren, dass es nicht zu ändern ist.
  • Gescheiterte Versuche
    Sie haben gefühlt bereits alles getan, unzählige Versuche unternommen, alle Alternativen geprüft und Möglichkeiten ausgeschöpft. Leider hat nichts den gewünschten Effekt gehabt und so ergeben Sie sich in Ihr Schicksal.
  • Gefühlter Kontrollverlust
    Eine weitere Ursache ist das Gefühl, eine Situation durch eigenes Handeln nicht beeinflussen und kontrollieren zu können. Egal, was Sie tun, wie Sie entscheiden oder sich verhalten, alles wird genau so bleiben, wie es ist. Dieser gefühlte Kontrollverlust lässt Sie resignieren.
  • Geringes Selbstbewusstsein
    Ein tieferliegendes Problem kann ein zu geringes Selbstbewusstsein sein. Sie glauben nicht an sich und auch nicht daran, dass Sie fähig sind, etwas zu erreichen. Also versuchen Sie es erst gar nicht, sondern resignieren.
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Tipps: So kommen Sie aus der Resignation

Im ersten Moment kann Resignation bei der Emotionsregulation helfen. Problematisch wird es, wenn dieser Zustand chronisch wird – dann kann die Hoffnungslosigkeit zu einer ernsten psychischen Belastung werden und sogar in eine Depression führen.

Resignation ist eine erste Reaktion, nicht aber die Lösung. Selten sind Sie wirklich in einer komplett festgefahrenen Situation, in der Sie endgültig resignieren müssen. In fast allen Fällen hilft ein richtiger Umgang. Diese Tipps zeigen, wie es Ihnen gelingt:

  • Geben Sie nicht vorschnell auf

    Wer vorschnell aufgibt, gibt sämtliche Kontrolle über den weiteren Verlauf ab. Trotz entmutigender Informationen oder schlimmer Situationen sollten Sie deshalb nicht sofort resignieren. Entwickeln Sie stattdessen Engagement und prüfen Sie Ihre Optionen. Was können Sie tun? Was kann weiterhelfen? Was wollen Sie erreichen? Zu sehen, dass Sie doch etwas tun können, gibt neue Kraft und Energie.

  • Machen Sie sich einen Plan

    Nutzen Sie die gewonnene Energie, um einen möglichst konkreten Plan aufzustellen. Halten Sie Schritt für Schritt fest, was Sie tun müssen, um etwas an Ihrer Lage zu ändern oder Ihr Ziel doch noch zu erreichen. Je konkreter Sie festhalten, wie Sie vorgehen wollen, desto besser sind Ihre Erfolgsaussichten.

  • Erzielen Sie kleine Erfolge

    In der Resignation sehen wir nur das große Ganze, das scheinbar nicht zu ändern ist. Sie müssen aber nicht gleich die Gesamtsituation in einer einzelnen Aktion ändern. Kleine Erfolge sind ein gutes Mittel, um die eigene Resignation Stück für Stück zu überwinden. Jeder Teilerfolg zeigt Ihnen, dass Sie etwas erreichen können und sich eben nicht hilf- und machtlos Ihrem Schicksal ergeben müssen.

  • Suchen Sie sich Hilfe

    Manches ist alleine nur schwer zu schaffen, mit Unterstützung von Familien und Freunden aber durchaus möglich. Es ist keine Schande, in einer schwierigen Phase um Hilfe zu bitten. Berichten Sie ehrlich von Ihren aktuellen Problemen und den Gefühlen von Ohnmacht und Verzweiflung. Es kostet Überwindung, sich so ehrlich und verletzlich zu öffnen, doch kann schon eine helfende Hand aus der Resignation führen.

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[Bildnachweis: Jiw Ingka by Shutterstock.com]

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