Managersünden: Diese sollten Sie vermeiden

Leider passieren Managersünden in jedem Unternehmen – und obwohl sie so verbreitet sind, gelingt es nur selten, sie zu vermeiden. Wie bei anderen Fehlern gilt für Managersünden: Man sieht sie bei anderen, doch es fällt schwer, sich an die eigene Nase zu fassen. Gerade im Management ist Perfektion Anspruch und Selbstbild: Wer eine bestimmte Position hat, muss einfach über allem erhaben sein, über alles Bescheid wissen und absolute Fachkenntnisse in jedem Bereich besitzen. Aber dass das oftmals schlicht unmöglich ist, zumal der noch ganz andere Aufgaben erfordert, wird teilweise nicht gesehen. Wir zeigen die häufigsten Managersünden, die Sie vermeiden sollten…

Managersünden: Diese sollten Sie vermeiden

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Managersünden: Gravierende Auswirkungen

Klar, jeder macht mal Fehler und wie heißt es so schön? Wo gehobelt wird, fallen Späne. Führungskräfte und Manager sind keine Ausnahme und auch ihnen unterlaufen zwangsläufig Patzer, Fehlentscheidungen oder falsches Verhalten. Dennoch gibt es Managersünden, die sich vermeiden ließen, wenn sich die jeweiligen Personen ein wenig in Selbstreflexion üben würden.

Großer Nachteil solcher Führungsfehler: Die Konsequenzen sind weitreichender und gravierender als bei kleineren Fehlern von Angestellten. Mögliche Auswirkungen von Managersünden sind:

Letztlich können sich Managementsünden sogar im Nachhinein rächen: Nicht selten führen Fehler in der Personalpolitik zu einem schlechten Image. Bewertungsportale wie Kununu, aber auch Mundpropaganda in überschaubaren Branchen tragen dazu bei, dass zukünftige High Potentials einen großen Bogen um das Unternehmen machen.

Dabei sind Employer Branding und Mitarbeiterbindung Kernthemen im 21. Jahrhundert. Seit Jahren stöhnen Unternehmen über Fachkräftemangel. Umso wichtiger die richtige Positionierung als Arbeitgeber.

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Managersünden: Die 9 häufigsten

Denn natürlich sind nicht alle anderen unfähig – und die werden sich mittelfristig nach einem anderen Job umsehen. Häufig ist es eine Mischung aus Unerfahrenheit und Hybris, die manch einen dazu verleitet Dinge zu tun, die er besser gelassen hätte. Der Weg vom Vorgesetzten zur Führungskraft kann daher ein langer sein.

Was Sie tun können, um ihn abzukürzen? Diese Sünden vermeiden:

  • Sie stellen die falschen Leute ein

    Die erste Managementsünde zeigt sich in der Auswahl des Personals. Ganz gleich, ob es sich um alte Seilschaften handelt oder besagter Mitarbeiter ein hervorragender Blender ist, der sich im Vorstellungsgespräch einfach nur gut verkauft hat: Spätestens in der Probezeit müsste eigentlich erkennbar sein, ob jemand hält, was er verspricht oder nicht. Das Dumme ist nur, dass aus Bequemlichkeit oder Feigheit keine Konsequenzen aus der Fehlbesetzung gezogen werden. Das macht sich in mangelnder Produktivität und später in einer geringeren Motivation der restlichen Mitarbeiter bemerkbar. Denn auf Dauer hat keiner Lust, für die Arbeit und die Fehler anderer aufkommen zu müssen.

  • Sie betreiben Mikromanagement

    Manager, die ihre Mitarbeiter für völlig inkompetent halten und alles an sich reißen, sind die Pest. Nicht nur, dass sie das Team demotivieren, indem sie sich alles erneut vorlegen lassen und jeden Schritt misstrauisch beäugen. Sie verzetteln und überarbeiten sich letztlich. Führungsaufgaben sind komplex genug. Eine sinnvolle Kontrolle gehört zum Teil dazu – aber das Delegieren darf nicht wegfallen.

  • Sie übernehmen keinerlei Verantwortung

    Eine weitere Managersünde ist es, immer den eigenen Kopf aus der Schlinge ziehen zu wollen. Manche Führungskräfte sind vorallem damit beschäftigt, den eigenen Status zu erhalten. Deshalb übernehmen sie nur für Erfolge Verantwortung. Aber wehe, es läuft nicht so rund und es passieren Fehler – dann wird die Verantwortung auf die Mitarbeiter geschoben. Das Problem dabei: Selbst wenn etwas von einem Mitarbeiter verursacht wurde, machen Sie als Chef dabei keine gute Figur. Es bewirkt vor allem eine schlechte Unternehmenskultur und schlechtes Fehlermanagement, wenn ausgerechnet Sie als Vorbild mit Schuldzuweisungen reagieren. Das führt dazu, dass andere Mitarbeiter ebenso wenig die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen werden.

  • Sie lassen den Spaß zu kurz kommen

    Wer hart arbeiten kann, sollte auch entsprechend feiern. Dabei geht es nicht um übermäßigen Alkohol oder Exzesse am Arbeitsplatz. Aber die Vorstellung, dass Arbeit Arbeit sei und damit keinen Spaß machen dürfe, ist immer noch in einigen Köpfen präsent. Dabei sollten Erfolge auch gefeiert werden. Das schweißt das Team zusammen und zeigt, dass Sie die Leistungen Ihrer Mitarbeiter anerkennen. Apropos Anerkennung: Die kommt schon mitunter zu kurz, wenn Mitarbeiter Vorschläge machen und sofort ausgebremst werden. Auch das führt dazu, dass die Leute den Spaß an der Arbeit verlieren.

  • Sie behandeln Ihre Mitarbeiter schlecht

    Willkür, beispielsweise indem manche Mitarbeiter nach völlig unklaren Kriterien befördert und andere benachteiligt werden, ist ein grober Fehler. Zum einen haben die förderungswürdigen Mitarbeiter so keine Chance sich zu beweisen. Zum anderen werden diese über kurz oder lang das Unternehmen verlassen und sich dort bewerben, wo man ihre Fähigkeiten schätzt. Noch schlimmer sind Manager, die ihre Mitarbeiter ständig unter Druck setzen und mit Angst regieren, nach dem Motto: Ihr Arbeitsplatz hängt davon ab… Solche Methoden sind kontraproduktiv. Letztlich sind Mitarbeiter nur gestresst und unzufrieden. Gute Ergebnisse oder gar Kreativität sind dann nicht mehr zu erwarten.

  • Sie handeln selbstherrlich

    Neue Besen kehren gut? Nein, leider wirbeln sie oft nur gehörig Staub auf. Der Gedanke dahinter: Ich räume hier mal groß auf. Wenn ich erstmal alles nach meinem Gutdünken eingerichtet habe, läuft der Laden wie geschmiert! In bester Gutsherrenmanier treten Führungskräfte eine neue Stelle an und verhalten sich wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Ohne Rücksicht auf gewachsene Strukturen und unter Ignorieren unsichtbarer Teamregeln wird mal eben Tabula rasa gemacht. Ausbaden dürfen es dann die Mitarbeiter, die zuvor nicht gefragt wurden. Hierbei handelt es sich um eine der größten Managersünden, denn so stoßen Sie nicht nur altgedienten Angestellten vor den Kopf – und lassen sie mehr oder minder direkt wissen, was Sie von deren Erfahrung und Wissen halten -, sondern es unterlaufen häufig Fehler, da in Unkenntnis der genauen Abläufe, Zuständigkeiten und Befugnisse selten Verbesserungen erreicht werden.

  • Sie sind zu gierig

    Geld, Macht und Ruhm anhäufen um jeden Preis – das ist eine der Managersünden, die einige Führungskräfte antreibt. Sie denken dabei nur an sich und ihr Vorankommen. Das führt dazu, dass jeder Kontakt unter dem Gesichtspunkt der Rentabilität gesehen wird: Was nutzt er mir? Wenig überraschend wird sich mit nützlichen Kontakten solange umgeben, wie ein Profit absehbar ist. In dem Moment, in dem eine Person keinerlei Nutzen mehr verspricht, wird sie wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen. Daneben verleitet die Gier nach Geld und Karriere zu skrupellosem Verhalten. Für den eigenen Vorteil werden Kunden oder Geschäftspartner abgezogen, Bestechungsgelder sind plötzlich völlig in Ordnung.

  • Sie hören nicht zu

    Sei es, dass Sie geistig abwesend sind und in Ihren Notizen blättern, während ein Mitarbeiter Ihnen ein Problem schildert oder dass Sie von vornherein keinerlei Feedbackgespräche führen: Seinen Mitarbeitern nicht zuzuhören, gehört zu den größten Managersünden. Es ist nicht nur respektlos, anderen keine Aufmerksamkeit zu schenken. Sie verpassen auch wichtige Informationen, Hinweise auf Probleme oder wertvolle Ideen.

  • Sie führen Ihr Team mit harter Hand

    Sie pressen Ihre Mitarbeiter wie Zitronen aus. Das mag vielleicht zu kurzfristigem Erfolg führen – rächt sich aber langfristig. Untersuchungen zeigen längst, dass ständige Überstunden nicht zu mehr Produktivität oder Leistung führen – ganz im Gegenteil. Zu den Managementsünden gehört, dass manche Vorgesetzten einfach nicht die genaue Arbeitslast ihrer Mitarbeiter auf dem Schirm haben oder schlicht nicht bemerken, wenn diese überfordert sind. Das kann im Extremfall zum Burnout oder zur Kündigung führen.

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Managersünden: Gute Kommunikation als Ausgangslage

Eine Vielzahl der vorgestellten Managersünden ließe sich bereits vermeiden, wenn die Kommunikation stimmen würde. Leider liegen in vielen Unternehmen genau hier die größten Schwächen. Und auch wenn im Chefsessel einige Managersünden begangen werden – letztlich sind der Chef am längeren Hebel. Wenn dieser signalisiert, dass er in seiner Wahrnehmung nicht gestört werden will und er sowieso alles besser weiß, findet kaum Kommunikation statt und vieles wird im Keim erstickt.

Jede (womöglich berechtigte) Kritik, aber eben auch Ideen. Nicht selten sind es unbedachte Äußerungen, die sich als echte Killerphrasen erweisen: Formulierungen wie „Das hat noch nie funktioniert“ oder abfällige Bemerkungen über Mitarbeiter wie „Das war ja klar, dass sowas wieder von Ihnen kommt“, lassen Menschen als unfähig oder vermeintliche Querulanten erscheinen.

Wer aber außer der eigenen Meinung keine andere gelten lassen kann, beweist nicht nur ein Übermaß an Egozentrik, sondern steuert das Unternehmen so direkt in Richtung Krise. Vorgesetzte müssen offen bleiben. Für die Perspektive der Mitarbeiter und die Möglichkeit, selbst eben nicht unfehlbar zu sein.

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